BSH

Wasserstandsvorhersage an der Nordsee

Luftaufnahme Nordsee

Wasserstandsvorhersagen werden vor allem für die tideabhängige Schifffahrt im Bereich der Deutschen Bucht und die tidebeeinflussten Gebiete von Elbe, Ems und Weser benötigt. Sie spielen aber auch für den Tourismus und die küstennahe Industrie und Landwirtschaft eine wichtige Rolle.

Erstellung der täglichen Wasserstandsvorhersagen

Eine Wasserstandsvorhersage umfasst die nächsten vier Hoch- und Niedrigwasserereignisse an 16 festgelegten Orten in der Deutschen Bucht und in den tidebeeinflussten Gebieten von Ems, Weser und Elbe.

  • Helgoland
  • Borkum
  • Emden
  • Norderney
  • Wilhelmshaven
  • Leuchtturm, Alte Weser
  • Bremerhaven
  • Bremen
  • Cuxhaven
  • Hamburg
  • Büsum
  • Eidersperrwerk
  • Husum
  • Wittdün
  • Dagebüll
  • Hörnum

Die Vorhersage der kommenden Hoch- und Niedrigwasser wird als Abweichung vom mittleren Hochwasser (MHW) beziehungsweise mittlerem Niedrigwasser (MNW) zusammen mit den jeweiligen Eintrittszeiten angegeben.

Die Vorhersagen basieren auf:

  • Gezeitenvorausberechnungen,
  • Pegelbeobachtungen (Nordseeküste und Flüsse),
  • Windmessungen in Echtzeit,
  • Aktuellen Windvorhersagen/Modellergebnissen des Deutschen Wetterdienstes,
  • Persönliche Wetterberatung durch den diensthabenden Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst,
  • Vorhersagen des operationellen Modells des BSH,
  • Kurvenvorhersagen mit dem MOS-Verfahren (Model Output Statistics).

Die Erstellung der Vorhersage unter Berücksichtigung aller verfügbaren Informationen erfolgt durch den diensthabenden Wissenschaftler. Sie erfolgt viermal am Tag – um 1.00, 8.00, 14.00 und 20.00 Uhr.

Informationsverteilung

Die Vorhersagen werden per Fax oder als FTP-Download an die zuständigen Behörden, Verkehrssicherungsdienste, Hafenbehörden, Sendestationen übermittelt. Zusätzlich werden alle Vorhersagen im Internet auf der Seite www.bsh.de veröffentlicht. Neben den Wissenschaftler-Vorhersagen der Einzelereignisse werden für 32 Pegel auch vollständige Kurvenvorhersagen aus dem MOS-Verfahren dargestellt.

Sturmflutwarndienst

Im Sturmflutfall ist der Vorhersagedienst rund um die Uhr besetzt und telefonisch zu erreichen unter 040 3190-3190.

Was ist eine Sturmflut?

Damit eine Sturmflut an der Nordsee auftritt, müssen drei Faktoren zusammen treffen:

  1. Sturm aus nordwestlichen Richtungen,
  2. Richtiger Zeitpunkt des Sturms vor und während der Eintrittszeit des Hochwassers,
  3. Mindesthöhe des Wasserstandes von 1,5 m über mittlerem Hochwasser.

Bei zu erwartendem extremen Hoch- und Niedrigwasser warnen wir frühzeitig die Schifffahrt, Häfen, Unternehmen und die an der Küste lebenden Menschen. Ab einem Wasserstand höher als 1,5 m über mittlerem Hochwasser (MHW) werden zusätzlich Sturmflutwarnungen herausgegeben.

  • ab 1,5 m über MHW = Sturmflut
  • ab 2,5 m über MHW = schwere Sturmflut
  • ab 3,5 m über MHW = sehr schwere Sturmflut

Die Sturmflutwarnungen werden über folgende Wege verteilt:

Über das System FACT 24 gibt es für Interessierte kostenpflichtige Warnungen bereits ab einem Wasserstand von 0,75 m über mittlerem Hochwasser beziehungsweise 0,75 m unter mittlerem Niedrigwasser.

Telefon: 040 3190-3190
Fax: 040 3190-5032
E-Mail: wvd@bsh.de

Dienstzeiten:
Montag bis Freitag: 07:00 – 00:30 Uhr
Wochenende und Feiertage: 07:00 – 13:30 Uhr und 18:00 – 00:30
Im Sturmflutfall: rund um die Uhr