BSH

Biofouling

Neben dem Ballastwasser von Schiffen ist Biofouling ein weiterer signifikanter Vektor zur Einschleppung und Verbreitung nicht-einheimischer Arten. Biofouling ist der unerwünschte Bewuchs von Unterwasserstrukturen durch Mikroorganismen, Pflanzen, Algen und Tieren. Dies betrifft insbesondere Schiffsrümpfe und -nischen.

Biofouling kann zu einer Etablierung von invasiven Arten führen, die eine Gefahr für die menschliche Gesundheit, die Umwelt oder für wirtschaftliche und kulturelle Aktivitäten darstellen kann.

Jedes Schiff trägt eine gewisse Menge an Bewuchs mit sich, auch wenn es kürzlich gereinigt oder mit einem Antifouling-System (Bewuchsschutz) ausgestattet worden ist. Das Ausmaß des Bewuchses wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst:

  • Schiffsdesign und Konstruktion – insbesondere Anzahl, Standort und Gestaltung von sogenannten Nischenbereichen,
  • Betriebsmodus des Schiffes – insbesondere Faktoren wie Betriebsgeschwindigkeit und das Verhältnis von Fahrt- und Liegezeiten,
  • Regionen, die das Schiff besucht oder in denen es sich aufhält,
  • Schiffsunterhaltung – insbesondere Art, Alter und Zustand des Antifouling-Systems, Installation und Betrieb von Antifouling-Systemen, Reinigungstechniken und Handhabung im Trockendock.

IMO Biofouling-Richtlinien

Die IMO Biofouling-Richtlinien (Guidelines for the Control and Management of Ships‘ Biofouling to Minimize the Transfer of Invasive Aquatic Species, Resolution MEPC:207 (62)) stellen praktische Empfehlungen für Maßnahmen bereit, die dazu beitragen können, Risiken durch Biofouling zu minimieren. Sie wenden sich an Schiffsbetreiber, Reeder, Schiffsbauer, Werften, Klassifikationsgesellschaften, Hersteller von Antifouling-Systemen, Zulieferer und weitere interessierte Gruppen. Die Richtlinien wurden im Juli 2011 vom Ausschuss für den Schutz der Meeresumwelt (Marine Environment Protection Committee, MEPC) verabschiedet. Biofouling Guidelines (MEPC:207 (62)) (PDF, 127KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Die Richtlinien umfassen unter anderem folgenden Aspekte:

  • Biofouling Management Plan und Berichtsbuch,
  • Installation und Unterhaltung von Antifouling-Systemen,
  • Unterwasserinspektion, Reinigung und Unterhaltung,
  • Design und Konstruktion von Schiffen.

Basierend auf diesen Richtlinien wurde ein weiterer Leitfaden speziell für Besitzer und Betreiber von Sportbooten mit einer Länge unter 24 Metern erarbeitet und verabschiedet. Dieser Leitfaden gibt zusätzlich Hinweise und Empfehlungen für das Vorgehen bei Landtransporten von Booten. Guidance for minimizing the transfer of invasive aquatic species as biofouling (hull fouling) for recreational craft (MEPC.1/Circ.792) (PDF, 256KB, Datei ist nicht barrierefrei)

Aktuell befinden sich die 2011 Biofouling-Richtlinien in einem Bewertungs- und Prüfungsprozess. Da diese Richtlinien nicht rechtlich bindend sind, haben einzelne Länder wie Australien und Neuseeland zum Schutz ihrer Küstengewässer vor nicht-einheimischen Arten bereits nationale Auflagen für das Biofouling-Management bei einreisenden Schiffen und Booten implementiert.

Die IMO befindet sich zudem in der Vorbereitung des Projektes GloFouling Partnerships. Das Projekt fokussiert auf die weltweite Implementierung der Biofouling-Richtlinien. Das BSH ist strategischer Partner von GloFouling.

AFS-Übereinkommen

Das IMO-Übereinkommen über Bewuchsschutzsysteme (AFS-Übereinkommen, International Convention on the Control of Harmful Anti-Fouling Systems on Ships, 2001) regelt die schädlichen Umweltauswirkungen von Antifouling-Schiffsanstrichen. Seit Inkrafttreten des Übereinkommens 2008 sind Tributylzinn (TBT) und andere hochgiftige Organozinnverbindungen in Antifouling-Anstrichen verboten.

Effektive Antifouling-Systeme sind in der Schifffahrt unabdingbar, da sie nicht nur die Verbreitung von nicht-einheimischen Arten verhindern, sondern auch die hydrodynamischen Eigenschaften der Schiffe verbessern, was zu Treibstoffeinsparung und damit zu verminderten Transportkosten und Reduktion von schädlichen Emissionen führt. Vor diesem Hintergrund liegt ein wirksamer Bewuchsschutz gleichermaßen im Interesse von Schiffsbetreibern und Umwelt.

Die Entwicklung und Erprobung effizienter, aber umweltfreundlicher Antifouling-Strategien und Systemen ist Gegenstand der aktuellen Forschung.

Hinweis zur Verwendung von Cookies

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen zum Datenschutz erhalten Sie über den folgenden Link: Datenschutz

OK