BSH

Sportbootausrüstung

Zulassung von Sportbootausrüstung

Hinweise zu Ausrüstung und Mindestausrüstung auf Sportbooten finden Sie in der Broschüre Sicherheit auf dem Wasser. Grundsätzlich ist für Sportboote unter deutscher Flagge auf allen Gewässern je nach Ausrüstungsgegenstand mindestens eine nationale Zulassung erforderlich. Das BSH ist nur für die Zulassung der unten genannten Ausrüstungsgegenstände verantwortlich.

Anerkennung einer Zulassung von einem anderen EU-Staat

Das BSH kann die nationale Zulassung eines anderen EU-Staates für ein Gerät anerkennen, wenn dieses Gerät die geforderten Standards in Bezug auf Sicherheit, Gesundheit und Gebrauchstauglichkeit erreicht (Verordnung (EG) 764/2008 über die gegenseitige Anerkennung von Zulassungen). Die Bescheinigung einer Klassifizierungsgesellschaft kann nicht als nationale Zulassung eines EU-Staates anerkannt werden!

Sie sollten die Zulassungsdokumente eines solchen Gerätes immer zur Vorlage bei Kontrollen an Bord haben. Das Gerät wird trotz einer Zulassung beanstandet, wenn es die in den Kollisionsverhütungsregeln geforderten Standards objektiv nicht aufweist.

Der Hersteller oder Distributor kann einen formlosen Antrag auf Anerkennung seiner Zulassung eines anderen EU-Staates an das BSH richten. Mit dem Antrag muss er die Zulassungsurkunden sowie gegebenenfalls vorhandene Prüfberichte einreichen. Mit einer Anerkennung bescheinigt das BSH, dass das Gerät die erforderlichen Standards erfüllt und als gleichwertig akzeptiert wird.

Alle vom BSH anerkannten Produkte finden Sie in den Listen der vom BSH zugelassenen und anerkannten Schiffsausrüstung.

Verschiedene Sportbootausrüstung

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Zulassungsmodalitäten verschiedener Ausrüstungsgegenstände:

Navigationslichter

Navigationslichter müssen nachts und bei schlechter Sicht geführt und betrieben werden und helfen so Kollisionen zu vermeiden. Sie dürfen grundsätzlich nur Navigationslichter auf Fahrzeugen führen, deren Konstruktion und Anbringung den Anforderungen der Kollisionsverhütungsregeln (KVR) entspricht und die zugelassen sind.

Zulassung von Navigationslichtern

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die rechtlich vorgeschriebenen Zulassungen für Navigationslichter bezogen auf den Fahrbereich (See- oder Binnenschifffahrtstraßen) und die Anwendung (Sportboot oder Berufsschiff)
SeeschifffahrtstraßenBinnenschifffahrtsstraßen
RechtsgrundlageSeeSchStrOBinnenSchStrO,
RheinSch-, DonauSch-, MoselSchPV, ...
Berufsfahrzeuge

EU-Zulassung

(kein Bestandsschutz für BSH-Zulassungen)

EU-Zulassung

(Bestandsschutz für
bereits eingebaute Leuchten mit BSH-Zulassung)

Sportboote

EU-Zulassung

oder Nationale Zulassung (BSH oder DHI)

EU-Zulassung

(Bestandsschutz für
bereits eingebaute Leuchten mit BSH-Zulassung)

Zulassungskennzeichen

Eine EU-Zulassung erkennt man an dem Steuerradsymbol und der Nummer der benannten Stelle. Vom BSH zugelassene Navigationslichter sind mit einer Baumusternummer (wie BSH/00/01/90) markiert. Ein CE-Zeichen ersetzt nicht die Zulassung nach den Kollisionsverhütungsregeln.

Weitere Informationen

Wichtig sind auch die richtige Montage und Ausrichtung der Navigationslichter sowie die Verwendung zugelassener Glühlampen. Seit 2006 sind Navigationsleuchten mit der neuen LED-Technologie (PDF, 113KB, Datei ist nicht barrierefrei) zugelassen.

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre Lichterführung und Schallsignalanlagen auf Fahrzeugen unter 20 Meter Länge in der Seeschifffahrt (PDF, 1.018KB, Datei ist nicht barrierefrei) auf Fahrzeugen unter 20 m Länge.
In diesem Artikel finden Sie Informationen zur Geschichte der Lichterführung (PDF, 29KB, Datei ist nicht barrierefrei).

Schallsignalanlagen

Schallsignalanlage

Ein Fahrzeug von 12 und mehr m Länge muss grundsätzlich Schallsignalanlagen führen, deren Konstruktion und Anbringung den Anforderungen den Kollisionsverhütungsregeln (KVR) entspricht und die eine Zulassung haben.
Ein Fahrzeug von weniger als 12 m Länge braucht keine Schallsignalanlagen nach Regel 33.a der KVR mitzuführen, muss dann aber mit einem anderen Gerät zur Abgabe eines kräftigen Schallsignals versehen sein.

Weitere Informationen finden Sie in der Broschüre Lichterführung und Schallsignalanlagen auf Fahrzeugen unter 20 Meter Länge in der Seeschifffahrt (PDF, 1.018KB, Datei ist nicht barrierefrei) auf Fahrzeugen unter 20 m Länge.

Zulassungskriterien

Die Zulassung erfolgt nach den Prüf- und Zulassungsvoraussetzungen für Schallsignalanlagen

  • zur Verwendung auf Seeschiffen vom 01. März 1999 (veröffentlicht im Verkehrsblatt vom 15. April 1999) oder
  • zur Verwendung auf Binnenschiffen vom 29.November 2000 (veröffentlicht im Verkehrsblatt vom 15. Januar 2001).

Zulassungskennzeichen

Vom BSH zugelassene Schallsignalanlagen sind mit einer Baumusternummer (wie BSH/00/01/90) markiert. Ein CE-Zeichen ersetzt nicht die Zulassung nach den Kollisionsverhütungsregeln!

Weitere Informationen

finden Sie in der Broschüre Lichterführung und Schallsignalanlagen (PDF, 1.017KB, Datei ist nicht barrierefrei) auf Fahrzeugen unter 20 m Länge.

Magnetkompass

Magnetkompass (für Sportboote)

Auf großen Sportbooten (im Sinne des § 2 Nr. 2 der See-Sportbootverordnung vom 29. August 2002) mit einer Bruttoraumzahl unter 150, die ausschließlich nicht gewerbsmäßig für Sport- und Freizeitzwecke genutzt werden, müssen Sie einen Magnetkompass mitführen. Er muss mindestens die Anforderungen an einen ordnungsgemäß kompensierten Kompass erfüllen, der nach dem Internationalen Rettungsmittel-(LSA)-Code für Rettungs- und Bereitschaftsboote geeignet ist (siehe Schiffssicherheitsverordnung C.I.4.2). Der Kompass muss betriebsfähig, selbstleuchtend oder mit geeigneten Beleuchtungsmitteln versehen sein und über eine Zulassung verfügen.

Zulassungskriterien

Die nationale Zulassung erfolgt nach den Prüfungs- und Zulassungsbedingungen für Magnet-Regel-, Magnet-Steuer- und Magnet-Reservekompasse (Baumuster) vom 27. Juli 1982 (veröffentlicht im Verkehrsblatt Heft 17 vom 15.09.82). Eine EU-Zulassung mit Steuerradsymbol ist ein Nachweis der Eignung des Ausrüstungsgegenstandes.

Zulassungskennzeichen

Vom BSH zugelassene Magnetkompasse sind mit einer Baumusternummer (wie 043/25MB/2/94) gekennzeichnet. Die für einige Berufsfahrzeuge erforderlichen Magnetkompasse mit EU-Zulassung (Steuerrad-Kennzeichen) dürfen auch für Sportboote verwendet werden.

Weitere Informationen

Um den Magnetkompass sollte eine eisenfreie Zone (Kugelzone) von einem Meter eingehalten werden. Außerdem sollten andere Ausrüstungsgegenstände nur in ausreichendem Abstand vom Magnetkompass installiert werden, damit diese den Magnetkompass nicht beeinflussen und der Kompass regulierbar bleibt.

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