BSH

Flächenentwicklungsplan

Zentrale Flächenentwicklung und Voruntersuchung

Das Jahr 2017 markierte einen Systemwechsel im Bereich der Windenergie auf See. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) nimmt auf Grundlage des Windenergie-auf-See-Gesetzes (WindSeeG) in einem Gesamtplanungsprozess seither die Aufgabe der Entwicklung und Voruntersuchung von Flächen für die Errichtung und den Betrieb von Windenergie auf See wahr.

Das sogenannte zentrale Modell bezeichnet einen gestuften Planungs- und Ausschreibungsprozess. Im ersten Schritt werden die Flächen für Windenergie auf See im Flächenentwicklungsplan (FEP) räumlich und zeitlich festgelegt. Der nächste Schritt ist die Voruntersuchung der Flächen, die im FEP festgelegt wurden. Nach Durchführung der Voruntersuchung werden die Flächen in einem wettbewerblichen Verfahren durch die Bundesnetzagentur versteigert, indem den Bietern die Ergebnisse aus der Voruntersuchung zur Verfügung gestellt werden. Der Bieter, der einen Zuschlag erhalten hat, kann nach Durchlaufen des Zulassungsverfahrens auf der Fläche Windenergieanlagen errichten, hat Anspruch auf die Marktprämie und darf die Anbindungskapazität der Stromleitung nutzen.

Aufgabe des Flächenentwicklungsplans

Der FEP ist im zentralen Modell das steuernde Planungsinstrument für die Nutzung der Windenergie auf See und für Stromleitungen.

Im FEP werden die Gebiete für Windenergie auf See und Stromleitungen in der Nord- und Ostsee räumlich in dem Zeitraum von 2026 bis mindestens 2030 geplant. Innerhalb der Gebiete werden Flächen festgelegt, für die bestimmt wird, wie viel Leistung (Megawatt) aus Windenergieanlagen auf See voraussichtlich installiert und in jedem Kalenderjahr in Betrieb gehen wird. Um einen Gleichlauf mit der erforderlichen Stromleitung für die Windenergieanlagen auf See sicherzustellen, werden der Standort der Plattformen auf See sowie der Trassenverlauf für die Stromleitungen innerhalb der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone festgelegt. Zusätzlich wird bestimmt, in welchem Kalenderjahr die geplanten Windenergieanlagen auf See und deren Stromleitungen in Betrieb gehen werden.

Der Anwendungsbereich des FEPs bezieht sich auf die deutsche ausschließliche Wirtschaftszone der Nord- und Ostsee. Wenn eine Vereinbarung zwischen dem BSH und dem Bundesland Schleswig-Holstein, Niedersachen oder Mecklenburg-Vorpommern geschlossen wird, kann der FEP unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen auch Festlegungen für das jeweilige Küstenmeer treffen.

Gegenstand des Plans sind darüber hinaus vor allem räumliche Festlegungen zu grenzüberschreitenden (internationalen) Stromleitungen und Verbindungen der Netzanbindungen untereinander. Die fachplanerischen Festlegungen werden auf Grundlage von Planungs- und standardisierten Technikgrundsätzen getroffen.

Im FEP wird bestimmt, in welcher Reihenfolge die Flächen für Windenergieanlagen auf See zur Ausschreibung kommen und die Windenergieanlagen in Betrieb gehen werden. Bei der Bestimmung der Reihenfolge spielen Kriterien wie die effiziente Nutzung der vorhandenen und geplanten Stromleitungen, die räumliche Nähe zur Küste, Nutzungskonflikte auf einer Fläche, die voraussichtlich zu installierende Leistung auf der Fläche, die voraussichtliche Bebaubarkeit und die sich daraus ergebende Eignung der Fläche für eine kosteneffiziente Stromerzeugung eine Rolle.

Der Plan wird in den Jahren 2018 und 2019 zum ersten Mal aufgestellt und in der Regel alle vier Jahre oder bei Änderungen fortgeschrieben.

Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung

Das BSH erstellt den FEP in einem umfassenden Abstimmungs- und Konsultationsprozess. Behörden, deren Aufgabenbereich berührt ist, anerkannte Umweltvereinigungen, die Übertragungsnetzbetreiber und Private haben die Möglichkeit, sich im Aufstellungsverfahren zu äußern. Die Äußerungen werden bei den Festlegungen des Plans berücksichtigt.

Strategische Umweltprüfung

Bei der Aufstellung und Fortschreibung des FEP werden auch die erheblichen Auswirkungen der Durchführung des Plans auf die Meeresumwelt ermittelt, beschrieben und bewertet.

Bundesfachpläne Offshore

Mit dem FEP wird die seit 2011 durch das BSH wahrgenommene Aufgabe der Bundesfachplanung Offshore (BFO) weitergeführt. Die Bundesfachpläne für die deutsche AWZ der Nord- und Ostsee und Teile des bisherigen Offshore-Netzentwicklungsplans (O-NEP) gehen im FEP auf. Der Bedarf an Offshore-Anbindungsleitungen wird durch die Bundesnetzagentur auf der Basis von Festlegungen des Flächenentwicklungsplans im landseitigen Netzentwicklungsplan ermittelt.

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