BSH

Radioaktivität des Meeres

Radioaktivität in Nord- und Ostsee

Seit den 60er Jahren wird die Meeresumwelt zunächst durch das Deutsche Hydrographische Institut (DHI), seit 1990 durch das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) auf künstliche Radioaktivität untersucht. In der Nordsee nahm in den letzten Jahren die Konzentration der meisten künstlichen Radionuklide ab. In der Ostsee sind ebenfalls bedeutend weniger radioaktive Substanzen als direkt nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl zu messen. Dennoch weisen die Konzentrationen an Cs-137 auch heute noch höhere Werte in der gesamten Ostsee auf als vor dem Unfall. In den letzten Jahren war jedoch eine deutlich abnehmende Tendenz radioaktiver Stoffe im Meereswasser erkennbar.

Keine Gefahr für Menschen, Meerespflanzen und Tiere

Die gemessene Konzentration des radioaktiven Elementes Cs-137 liegt weit unter den Werten, die eine Gefahr für Flora, Fauna oder Menschen beim Genuss von Fisch und Meeresfrüchten darstellen könnten.
Seit 1969 wird die Nordsee, seit 1977 die Ostsee durch das DHI beziehungsweise das BSH regelmäßig auf radioaktive Inhaltsstoffe untersucht. Ebenfalls werden Untersuchungen im Nordostantlantik und im Europäischen Nordmeer durchgeführt. Bei den Sedimentuntersuchungen lässt sich generell feststellen, dass die Oberflächensedimente der Ostsee höhere spezifische Aktivitäten aufweisen als diejenigen der Nordsee. Dies beruht einerseits auf der gegenüber der Nordsee geringeren Turbulenz des Wassers und damit dem höheren Anteil an feinkörnigem Material, aber auch an der ursprünglich höheren Konzentration im Wasser. Gesundheitliche Beeinträchtigungen durch den Verzehr von Fisch oder anderen Meeresprodukten sind nicht zu befürchten.

Messung von radioaktiven Stoffen im Meer

Die Überwachung findet sowohl durch ein kontinuierlich messendes Radioaktivitäts-Messnetz als auch durch nuklidspezifische Untersuchungen des Meerwassers, Schwebstoffes und Sedimentes mit BSH-Forschungsschiffen statt. Cs-137 nimmt dabei unter den künstlichen Radionukliden eine Sonderstellung ein, weil es als langlebiges Radionuklid mit einer Halbwertszeit von 30 Jahren häufig als Leitnuklid im Meerwasser verwendet wird und im Meer das dosisrelevanteste Radionuklid darstellt. Es wird mit den Meeresströmungen über weite Strecken verfrachtet und trägt zur Kontamination der Nahrungskette des Meeres wesentlich bei.

Ursachen radioaktiver Meeresbelastung

In den 50er und 60er Jahren verursachten atmosphärische Nuklearwaffentests eine globale Kontamination und dadurch erhöhte Meeresbelastung mit radioaktiven Stoffen. Die Ableitungen radioaktiver Abwässer von nuklearen Wiederaufarbeitungsanlagen und der Reaktorunfall von Tschernobyl von 1986 trugen ebenfalls zur erhöhten Belastung bei.

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