BSH

Projekt „NOAH“ – North Sea Observation and Assessment of Habitats

Ein Projekt im BMBF-Rahmenprogramm Forschung für nachhaltige Entwicklungen (FONA)

Maßnahmen zum Schutz des benthischen Ökosystems in der Nordsee vor den Folgen einer wachsenden Beanspruchung durch den Menschen erfordern eine sorgfältige wissenschaftliche Bestandsaufnahme von Zuständen und Funktionen des Meeresbodens. Es wurde ein umfassender, geo-referenzierten „Habitatatlas" für den Bereich der Deutschen Bucht entwickelt. Dies schafft für Forscherinnen und Forscher im Rahmen des NOAH-Projekts die Grundlage für eine raumgreifende Beschreibung und Bewertung heutiger sowie zukünftiger Zustände, Belastungen und Leistungen dieses Lebensraums.

Das NOAH-Projekt ist eines von fünf kollaborierenden FuE-Projekten der „Küstenforschungsagenda für Nord- und Ostsee (KüNO)" des BMBF-Rahmenprogramms Forschung für nachhaltige Entwicklungen (FONA). Das Projekt NOAH-Synthese baut als Nachfolgeprojekt auf dem Projekt NOAH auf (seit März 2016 beendet). Es hat eine Laufzeit von 3 Jahren (seit April 2016). Die Arbeit der insgesamt 7 Partnerinnen und Partner im NOAH-Verbund wird am Helmholtz-Zentrum Geesthacht durch Prof. Dr. Kay-Christian Emeis koordiniert, die des Teilprojektes im BSH-Labors in Sülldorf durch Dr. Berit Brockmeyer.

Teilprojekt am BSH: Erfassung und Bewertung von Schadstoffbudgets und -prozessen in der Deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ)

In der EU Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) wird der Meeresschutz als ein prioritäres gesellschaftliches Interesse erklärt und ein guter Umweltzustand als anzustrebendes Ziel definiert. Um entsprechende weitere politische Maßnahmen für die Erreichung dieses Zieles einzuleiten, sind neben der Erfassung des aktuellen Umweltzustandes durch die in den Monitoringprogrammen erhobenen Daten, vor allem geeignete Bewertungsgrundlagen auf wissenschaftlicher Basis zu schaffen. Hauptziel des Teilprojektes am BSH ist es, Basisinformationen für die Bewertung des Umweltzustandes der Nordsee hinsichtlich der Schadstoffbelastung zu schaffen. Dies betrifft zum einen die Ermittlung von Hintergrundkonzentrationen im Sediment, die einen wesentlichen Anhaltspunkt zur Bewertung der ermittelten Schadstoffgehalte bilden. Zum anderen sollen chemisch-toxikologische Screening-Verfahren zur Erfassung und Bewertung der Risiken von toxischen Schadstoffen im marinen Ökosystem entwickelt und implementiert werden. In Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, sollen Beprobungstechniken (Passivsammler) eingesetzt werden, um die Wechselwirkungen, Austausch- und Transportprozesse von Schadstoffen an der Grenzschicht Sediment-Wasser sowie die Parametrisierung von stofflichen Einflussgrößen auf diese Prozesse zu erfassen. Zudem soll die in NOAH-1 erfolgreich neu entwickelte Methodik zur Messung von prioritären Schadstoffen in der Feinkornfraktion des Sedimentes Anwendung finden, um eine räumlich ausgeweitete Bestandsaufnahme über die Schadstoffbelastung des Sedimentes zu erhalten. Sie dient auch der Überprüfung und Bewertung derzeitiger Normierungsverfahren.