BSH

ARGO-Treibbojen

ARGO-Treibbojen oder Floats sind kleine Messroboter mit einer Länge von 1,60 bis 2,00 m und einem Gewicht zwischen 20 und 30 kg. Sie treiben selbständig automatisiert auf den Weltmeeren. Die Mehrzahl der ARGO-Floats treiben den größten Teil ihrer Zeit in Tiefen von 1.000 m, der sogenannten Parktiefe, und tauchen alle zehn Tage zunächst auf 2.000 m ab, um von dieser Tiefe aus an die Oberfläche aufzusteigen. Während des Aufstiegs zur Meeresoberfläche messen sie Temperatur, Leitfähigkeit und Druck in der Wassersäule. Die Fähigkeit eines ARGO-Floats auf- und abzusteigen wird durch die Änderung seiner Dichte mittels Volumenänderung erreicht. Dazu wird aus dem druckgeschützten Gehäuse des Floats Mineralöl in oder aus einer Kunststoffblase am Ende des Floats gepumpt, so dass das Volumen zu- oder abnimmt. Nach dem Auftauchen des Floats an der Meeresoberfläche werden die Messdaten per Satellit an globale Datenzentren gesendet. Alle Daten werden in Echtzeit ohne Einschränkung für die Allgemeinheit verfügbar gemacht.

Üblicherweise werden Argo-Floats von Forschungsschiffen ausgelegt und führen dann routinemäßig alle 10 Tage vertikale Profilmessungen durch, bis die Batterien erschöpft sind. Die Lebenszeit der Floats hat sich im Mittel seit Beginn des Programms von 4 auf 6 Jahre verlängert. Im Rahmen des ARGO-Programms treiben derzeit circa 3.878 automatisierte Treibbojen, im Englischen „profiling floats“ genannt, auf den Weltmeeren (Stand Dezember 2017). Sie liefern routinemäßig Temperatur- und Salzgehaltsprofile aus den oberen 2.000 m im Ozean für die Klimaüberwachung und die Meeresforschung.

EuroARGO – Der europäische Beitrag zum ARGO-Programm

Die europäischen Länder haben sich seit Beginn des ARGO-Programms mit nationalen Programmen an diesem internationalen Klimaüberwachungsprogramm beteiligt. Zur besseren Koordinierung und Unterstützung der nationalen Aktivitäten wurde im Juli 2014 mit dem EuroArgo-ERIC (European Research Infrastructure Consortium) das erste Konsortium für eine Forschungsinfrastruktur im Bereich der Ozeanbeobachtungen durch die EU etabliert. Die Bundesrepublik Deutschland ist Gründungsmitglied des EuroArgo-ERICs und einer der mittlerweile 12 Vertragspartner des Konsortiums. Ziel ist eine langfristige und nachhaltige Entwicklung der europäischen Beiträge. So können langfristig ein Viertel der Floats (250 Floats pro Jahr) im ARGO-Programm in Europa beschafft und ausgelegt werden. Auch die damit verbundene Datenprozessierung und Qualitätskontrolle kann dadurch in Europa durchgeführt werden.

Das EuroArgo-ERIC Konsortium wird sich auch an der technischen Weiterentwicklung der ARGO-Technologie beteiligen. Ein wichtiges Ziel ist die Überwachung des tiefen Ozeans mit Wassertiefen größer als 2.000 m. In Pilotprojekten werden daher zur Zeit Floats getestet, die bis in Tiefen von 4.000 beziehungsweise 6.000 m absinken können. Zusätzlich werden unter Koordinierung des EuroArgo-ERIC Sensoren für chemische und biologische Daten auf den Floats eingesetzt, die Beobachtungen und Bewertungen der tieferen Ökosysteme ermöglichen. Ein weiteres Ziel im Rahmen der technischen Weiterentwicklung ist die Ausdehnung der Floatbeobachtungen auf die eisbedeckten Polarregionen.

Das BSH ist maßgeblich am Management von EuroArgo und der Weiterentwicklung des ARGO-Programms beteiligt. Es koordiniert und betreut den deutschen Beitrag zu ARGO und stellt die dauerhafte Datenerfassung sicher. Einsatzgebiete der inzwischen rund 150 deutschen ARGO-Floats sind schwerpunktmäßig der Nordatlantik, das Europäische Nordmeer, der Antarktische Ozean und das Mittelmeer. Rund 35 ARGO-Floats werden jährlich durch das BSH im Rahmen seiner Daueraufgabe ausgelegt. Die deutsche Meeresforschung (unter anderem die Universität Hamburg, das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung sowie das Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel (Geomar)) ergänzen das Projekt mit über Drittmittel finanzierten Floats.

Zusatzinformationen

Kontakt

Dr. Birgit Klein
+49 40 3190-3228

ARGO – Internationales Ozeanbeobachtungsprogramm

Das ARGO-Programm ist ein internationales Gemeinschaftsprojekt an dem mehr als 25 Nationen beteiligt sind. ARGO ist ein Kernelement des Globalen Ozean Beobachtungssystems (GOOS). Das Programm wird von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und der Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kommission der UNESCO (IOC) unterstützt. Beteiligte Wissenschaftler und technische Experten bilden das Argo Steering Team, das ARGO als internationale Steuergruppe koordiniert. Die Betreuung der Datenströme erfolgt durch das Argo Data Management Team, die übergeordnete Koordination durch das beim IOC und der WMO angesiedelte ARGO-Informationszentrum.

GOOS - Global Ocean Observing System

WMO - World Meteorological Organization

IOC - Intergovernmental Oceanographic Commission

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