BSH

Zirkulationskalender

Deutsche Bucht: Statistische Auswertungen

Methodenbeschreibung

Die oberflächennahen Zirkulationsmuster in der Deutschen Bucht ändern sich in Folge der starken Gezeitenströme und der Variabilität des lokalen Windfeldes ständig. Ein Maß für den Nettotransport eines Wasserkörpers über einen bestimmten Zeitraum ist der sogenannte Reststrom, das heißt der Einfluss des Gezeitenstrom wird durch geeignete Mittelung eliminiert. Die Zirkulationskalender geben die Richtungen der täglichen Restströme wieder und dokumentieren die starke Richtungsvariabilität in der Deutschen Bucht. Länger anhaltende Phasen eines konstanten Zirkulationstyps werden in der Regel durch eine stabile Windlage bedingt. Generell ist die saisonale und zwischenjährliche Variabilität der Zirkulationsmuster sehr groß.

Die Klassifizierung der täglichen Reststrommuster basiert auf den simulierten Strömungsfeldern des operationellen Strömungsmodell BSHcmod Version 4 für die oberste Modellschicht (0 – 5 m) im Gebiet zwischen 53° 15' – 55° 30' N und 006° 30' – 009° 00‘ E. Ein Tagesmittelwerte entspricht in etwa zwei Perioden der dominanten halbtägigen M2-Tide (24.84 Std.), der dadurch entstehende geringe Fehler bei der Mittelung ist bezüglich der Bestimmung der täglichen Zirkulationsmuster vernachlässigbar. Basierend auf dem Zeitraum von 2000 bis 2019 ergibt sich folgende Häufigkeit der Zirkulationsmuster: Rund 40% für den zyklonalen Typ C mit deutlichem Einstrom am südwestlichen Rand und Ausstrom am nördlichen und nordwestlichen Rand; ca. 15% für den entgegengesetzt gerichteten antizyklonalen Typ A und ca. 30% für das variable Muster, das keinem definierten Muster zugeordnet werden kann. Die verbleibenden 15% entfallen auf die sechs direktionalen Muster mit nach N, S, W, E, NW oder SE gerichteter Strömung. Diese in der Regel mit Starkwindereignissen verbunden Muster sind von untergeordneter Bedeutung und werden für die jährliche und saisonale Statistik im Richtungstyp DIR zusammengefasst (DIR = E+W+N+S+NW+SE). Aufgrund des geographischen Verlaufs der Küstenlinie treten keine nach SW oder und NE gerichteten Strömungen auf.