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Zeugnisse für Seeleute bei Ein- oder Rückflaggung

   
 
 

Zeugnisse für Seeleute

 

Bei der Einflaggung von Schiffen unter die deutsche Flagge ist das BSH für die Anerkennung von im Ausland erworbenen nautischen, technischen Befähigungszeugnissen und Seefunkzeugnissen zuständig.

Die Ausstellung von Anerkennungsvermerken erfolgt regelmäßig für alle Kooperationsstaaten der Bundesrepublik Deutschland. Die Ausstellung dauert i.d.R. eine Woche. Die Bearbeitungszeit ist u.a. abhängig von der Dauer, bis der jeweils zuständige zeugniserteilende Staat die Echtheit und Gültigkeit bestätigt hat. Ist das Zeugnis von einem Staat ausgestellt, der einerseits auf der Weißen Liste geführt wird, andererseits aber (noch) kein Kooperationsvertrag existiert, so kann die Ausstellung von Anerkennungsvermerken nach Einzelfallprüfung erfolgen.

Die Antragstellung erfolgt mittels Antragsformularen.

Für den Dienst auf Schiffen unter  Bundesflagge müssen im Zusammenhang mit der Befähigung von Seeleuten aufgrund SOLAS Kapitel IX (ISM-Code), des STCW-Übereinkommens, der Schiffsoffizier-Ausbildungsverordnung, der Schiffsicherheitsverordnung, Seediensttauglichkeitsverordnung und Krankenfürsorgeverordnung nachfolgende Grundsätze, in Ergänzung zur Schiffsbesetzungsverordnung beachtet werden. Weitere Informationen

 Allgemeines

  • Besatzungsmitglieder müssen im Besitz gültiger Befähigungszeugnisse, -nachweise, Seefunkzeugnisse und gegebenenfalls entsprechender Anerkennungsvermerke sein.
  • Kapitäne und Offiziere müssen ausreichende Befugnisse in ihren Befähigungszeugnissen vermerkt haben.
  • Besatzungsmitglieder müssen ein gültiges (deutsches) Seediensttauglichkeitszeugnis haben.
  • Anerkennungsvermerke sind für im Ausland erworbene nautische, technische Befähigungszeugnisse und Seefunkzeugnisse notwendig.
  • Die Erteilung eines Anerkennungsvermerkes für ein Seefunkzeugnis ist eine Voraussetzung zur Ausstellung eines Anerkennungsvermerkes für ein nautisches Befähigungszeugnis.
  • Anerkennungsvermerke sind nicht notwendig für Befähigungszeugnisse gemäß Regel II/4 (Brückenwache); Regel III/4 (Maschinenwache); Kapitel V (Tankschifffahrt / [RoRo-] Fahrgastschifffahrt); Kapitel VI (Sicherheitsgrundausbildung / Rettungsbootmann / fortschrittliche Brandbekämpfung).

Gemäß ISM-Code ist jeder Unternehmer verpflichtet, die Echtheit und Gültigkeit von Befähigungszeugnissen, -nachweisen und Seefunkzeugnissen zu prüfen. Zur Umsetzung dieses Verfahrens bietet die IMO auf ihren Internetseiten einen entsprechen Service mit den entsprechenden Kontaktstellen der einzelnen Flaggenstaaten an.

Für in Deutschland ausgestellte Befähigungszeugnisse, -nachweise und Seefunkzeugnisse ist das BSH zuständig zur Überprüfung sowie Bestätigung der Echtheit und Gültigkeit. Verifikation

Mit der Erteilung von Anerkennungsvermerken für ausländische nautische, technische Befähigungszeugnisse und Seefunkzeugnisse wird diese Überprüfung durch den Flaggenstaat durchgeführt.

  • Nautische und technische Befähigungszeugnisse gemäß der Regeln II/1, II/2, II/3, III/1, III/2, III/3 sowie vom BSH ausgestellte Seefunkzeugnisse gemäß der Regel IV haben eine maximale Gültigkeit von fünf Jahren. Die Gültigkeitsdauer der Anerkennungsvermerke nautischer Befähigungszeugnisse richtet sich nach der Gültigkeitsdauer des zugrundeliegenden Seefunkzeugnisses bzw. des Anerkennungsvermerkes für ein Seefunkzeugnis.
  • Nautische Befähigungszeugnisse gemäß der Regeln II/1, II/2, II/3 beinhalten auch die Befähigung für den Dienst auf Schiffen mit ARPA-Anlagen, sofern das Befähigungszeugnis nicht mit einer Einschränkung wie z.B. „Keine Befähigung für den Dienst auf Schiffen mit ARPA“ versehen ist.
  • Deutsche nautische Befähigungszeugnisse gemäß der Regeln II/1, II/2, II/3 beinhalten auch die Befähigung gemäß Regel VI/4 (medizinische Fürsorge), auch wenn dies in den meisten deutschen Befähigungszeugnissen nicht vermerkt ist.
  • Deutsche technische Befähigungszeugnisse gemäß der Regeln III/1, III/2, und III/3, beinhalten auch die Befähigung gemäß Regel VI/4 (1) (medizinische Erste Hilfe), auch wenn dies in den meisten deutschen Befähigungszeugnissen nicht vermerkt ist.
  • Besatzungsmitglieder die für die medizinische Fürsorge im Sinne der Regel VI/4 an Bord zuständig sind, müssen gemäß EU-Richtlinie in Verbindung mit der Krankenfürsorgeverordnung alle fünf Jahre an einem anerkannten Fortbildungskurs teilnehmen. Eine Teilnahmebestätigung wird von den Fortbildungseinrichtungen ausgestellt.
  • Vom BSH ausgestellte Befähigungszeugnisse gemäß der Regel II/4 (Brückenwache) und Regel III/4 (Maschinenwache) haben eine unbefristete Gültigkeit.
  • Von der Dienststelle Schiffssicherheit der Berufsgenossenschaft Verkehr  ausgestellte Befähigungsnachweise gemäß Kapitel VI STCW-Übereinkommen haben eine unbefristete Gültigkeit.

Kapitäne

Der Kapitän muss Unionsbürger und Inhaber eines gültigen deutschen oder eines anerkannten ausländischen Befähigungszeugnisses sein. Vor der Aufnahme des Schiffsdienstes muss der Kapitän, soweit er nicht Inhaber eines gültigen deutschen Befähigungszeugnisses ist, die erforderlichen Kenntnisse der für ihn als Schiffsführer einschlägigen deutschen Seerechtsvorschriften und Kenntnisse der deutschen Sprache durch die Teilnahme an einem zugelassenen Kurs  gemäß § 2a Schiffsbesetzungsverordnung nachweisen.

Schiffsoffiziere auf Führungsebene

Gemäß § 21 Abs. 3 Schiffsoffiziersausbildungsverordnung müssen unter Bundesflagge fahrende Schiffsoffiziere Inhaber eines gültigen deutschen oder eines anerkannten ausländischen Befähigungszeugnisses sein. Zur Anerkennung eines ausländischen Befähigungszeugnisses ist u.a. die Teilnahme an einem anerkannten Lehrgang über deutsche Seerechtsvorschriften nachzuweisen. Zur Führungsebene gehören: Erster Offizier, Leiter der Maschinenanlage, Zweiter Technischer Offizier.

Tankschifffahrt / (RoRo-) Fahrgastschifffahrt

Vom BSH ausgestellte Befähigungsnachweise gemäß Kapitel V (Tankschifffahrt / [RoRo-] Fahrgastschifffahrt) haben eine maximale Gültigkeit von fünf Jahren. Ausnahmen: Befähigungsnachweise für Service Personal auf (RoRo-) Fahrgastschiffen haben eine unbefristete Gültigkeit. Der Fortbestand für die Verlängerung der Gültigkeit des Befähigungsnachweises für den Dienst auf (RoRo-) Fahrgastschiffen kann nur durch erneute Teilnahme an einem zugelassenem Fortbildungskurs anerkannt werden.

Für weitere Fragen stehen Ihnen gerne unsere Mitarbeiter zur Verfügung.

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Mehr dazu auf www.bsh.de:
Navigations- und Funkausrüstung bei Einflaggung
Zeugnisse für Seeleute bei Einflaggung
ISPS-Dokumente bei Einflaggung
Zeugnisse für Seeleute
Schifffahrtsförderung
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Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an zeugnisse, Telefon 040 3190 - 7125

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 28.01.2013 10:15:49  
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