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Geschichte der ersten Meteor

   
 
 

Vermessungsschiff METEOR (1924 - 1939)

Im Deutschen Ozeanographischen Datenzentrum (DOD) werden die Messdaten der deutschen Forschungsschiffe archiviert, die ältesten Daten reichen bis ins vorvorige Jahrhundert zurück.
Der geschichtsträchtige Schiffsname "METEOR" kennzeichnet die deutsche Meeresforschung und von den verschiedenen deutschen Forschungsschiffen gleichen Namens sind große Datensätze im DOD archiviert und stehen der Wissenschaft zur Verfügung.
Hier soll das 6. Schiff dieses Namens, das am längsten der Seevermessung und Forschung treu blieb, in Erinnerung gerufen werden. [gekürzte Fassung aus: Nieder, Fritz.; Schroeder Willy: Seevermessung - 25 Jahre im Deutschen Hydrographischen Institut (1945-1970), DHI, Hamburg 1971] Es wurde am 26.2.1914 auf der Kaiserlichen Werft in Danzig auf Kiel gelegt, lief am 18.1.1915 vom Stapel und war als Kanonenboot vorgesehen. Der 1. Weltkrieg sowie politische Hindernisse und Geldschwierigkeiten behinderten den Ausbau zu dem späteren Vermessungs- und Forschungsschiff. Die Deutsche Seewarte war 1919 aufgefordert worden,
Bild der ersten Meteor-Expedition

Bilder aus: Nieder, Fritz.; Schroeder Willy: Seevermessung - 25 Jahre im Deutschen Hydrographischen Institut (1945-1970), DHI, Hamburg 1971

Kurs der ersten Meteor-Expedition

den Plan für wissenschaftliche Untersuchungen auf einer 2-jährigen Reise um die Welt umzusetzen. Der Ausbau und die endgültige Fertigstellung erfolgte dann auf der Reichsmarinewerft in Wilhelmshaven, wo am 15. November 1924 das Vermessungsschiff ,,METEOR" unter dem Kommandanten Kapt. zur See Fritz Spieß in Dienst gestellt werden konnte. Ausgerüstet mit 2 Kolbenmaschinen, betrug der Aktionsradius 5 000 sm. Eine Hilfsbesegelung mit einer Raa-Takelung sollte die Fahrtstrecke verlängern.
Nach umfangreichen Vorbereitungen für die ,,Deutsche Atlantische Expedition" mit einer Vor-expedition vom 20.1.1925 bis 17.2.1925 bis in die Höhe von Teneriffa und zurück, begann am 16. April 1925 das große wissenschaftliche Unternehmen von 2 1/4 Jahren.
Die wissenschaftliche Leitung stand unter der Führung von Prof. Dr.Alfred Merz, Direktor des Instituts für Meereskunde. Am 13. Juni 1926 wurde Prof.Merz wegen einer schweren Erkrankung in Buenos Aires in das Deutsche Hospital eingeliefert, wo er am 25. August 1926 verstarb.
Die Gesamtleitung der Deutschen Atlantischen Expedition wurde auf einstimmigen Beschluss des wissenschaftlichen Stabes dem Kommandanten, Kapitän zur See Fritz Spieß übertragen. Er wurde nach Durchführung der Reise dafür zum Dr.h.c. ernannt. Es wurden 13 Lotprofile zwischen Afrika und Südamerika mit 67 000 Echolotungen bei einer Gesamtfahrstrecke von 67 535 sm (3-facher Erdumfang) gelegt.
Am 24.2.1926 erreichte das Schiff auf 63°51´ Süd, 05°16´ Ost den südlichsten Punkt seiner Reise. Bei Tiefen von 4 000 Metern fand ,,METEOR" mit dem Lot am 18.2.1926 auf 48°16'Süd, 8°16´ Ost eine Bank mit geringsten Tiefen bis zu 560 m. Dieses Gebiet wurde systematisch abgelotet und wies eine Ausdehnung, von der 1 000 m-Tiefenlinie an gerechnet, von ca. 50 x 14 sm auf. Sie erhielt den Namen ,,Meteor-Bank". Die Magellan-Straße wurde vom 11.1.1926 - 21.1.1926 durchsteuert. ,,METEOR" lief am 2.6.1927 in Wilhelmshaven ein. Diese Expedition lieferte eine Fülle von wissenschaftlichen Ergebnissen, deren Verarbeitung noch weitere Jahre in Anspruch nahm und dessen wissenschaftlicher Teil seinen Niederschlag im großen ,,METEOR-Werk" fand.
Als Dank und Anerkennung für die erfolgreiche Tätigkeit auf der mit manchen Strapazen versehenen Reise, wurde dem Schiff, der Besatzung und den eingeschifften Wissenschaftlern von der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft die Erinnerungsmedaille ,,Deutsche Atlantische Expedition ,,METEOR" 1925 - 1927" verliehen.
Nach dieser großen Expedition folgten Grönlandfahrten von 1928 - 1935 in Verbindung mit Fischereischutz. Im Winterhalbjahr 1933/34 erfolgte der Umbau von Kohlenkessel auf Dieselmotoren und Veränderungen am Oberdeck. 1937 - 1938 wurde die Nordatlantische Expedition, welche die Profilanschlüsse an die erste große Reise nach Norden fortsetzte, durchgeführt.
1938 fand die Golfstrom Expedition statt. Auf dieser Reise wurde auf 29°58´ Nord, 28° 38' West eine Unterwassererhebung gefunden, deren geringste Tiefe 269 m beträgt. Das Gebiet wurde systematisch abgelotet und zeigte eine Ausdehnung, von der 1 000 m Tiefenlinie an gerechnet, von ca. 35 x 40 sm. Die umliegenden Tiefen sind 4 000 m und tiefer. Diese Erhebung war höher und größer als die erste gefundene ,,Meteor-Bank" und wurde deshalb ,,Große-Meteor-Bank" getauft.
Im Sommer 1939 erledigte ,,METEOR" bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges Vermessungsarbeiten in der Nordsee. Am 8. September 1939 mußte das Schiff in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt und die Besatzung an andere Flotteneinheiten zum Kriegseinsatz abgegeben werden. Eine erneute Indienststellung erfolgte am 2.4.1940 für den Befehlshaber der Ostseestreitkräfte. In Aarhus, Dänemark wurde ,,METEOR" stationiert. Seine weitere Verwendung führte es am 31.12.1942 nach Norwegen - Polarküste, Vardö-Kirkenes, dann in die Neustädter Bucht, nach Eckernförde und 1945 nach Kiel.
Hier vollzog sich im November 1945 die Abgabe an die UdSSR. Da die Sowjets keine rechte Verwendung für das Schiff fanden, wurde es am 17.6.1946 in Travemünde an das DHI zurückgegeben. ,,METEOR" wurde nun wieder zur Durchführung von Vermessungsaufgaben in der Ost- und Nordsee ausgerüstet und dazu 5 sowjetische Offiziere als Beobachter eingeschifft. Noch im November d.J. mußte auf Beschluß des Alliierten Kontrollrates das Schiff erneut an die Sowjets ausgeliefert werden. Die UdSSR reihte ,,METEOR" für Vermessungszwecke unter dem Namen ,,EKVATOR" in seine Flotteneinheiten ein und verschrottete es im November 1968.
Die von diesen Reisen im DOD vorhandenen Daten sind in der folgenden Tabelle aufgeführt (Größere Vermessungs- und Forschungsfahrten):

  • 16.04.1925 -02.06.1927 Deutsche Atlantische Expedition.
    Profile von 20° N - 63° S zwischen Afrika - Südamerika
    Ref-Nummer Fahrtdauer Fahrtleiter Stationen
    im
    DOD

    19880140

    27.01.1925 bis 10.02.1925

    Prof. Dr.Alfred Merz

    10

    19880141

    29.04.1925 bis 12.07.1925

    Prof. Dr.Alfred Merz

    58

    19880142

    29.07.1925 bis 27.08.1925

    Prof. Dr.Alfred Merz

    73

    19880143

    20.09.1925 bis 26.10.1925

    Prof. Dr.Alfred Merz

    61

    19880144

    12.11.1925 bis 08.12.1925

    Prof. Dr.Alfred Merz

    41

    19880145

    28.12.1925 bis 09.03.1926

    Prof. Dr.Alfred Merz

    101

    19880146

    02.05.1926 bis 04.06.1926

     

    95

    19880147

    02.07.1926 bis 13.08.1926

     

    73

    19880148

    28.08.1926 bis 27.09.1926

    Kapitän zur See Fritz Spieß

    156

    19880149

    14.10.1926 bis 29.10.1926

    Kapitän zur See Fritz Spieß

    80

    19880150

    11.11.1926 bis 02.12.1926

    Kapitän zur See Fritz Spieß

    96

    19880151

    16.12.1926 bis 11.01.1927

    Kapitän zur See Fritz Spieß

    115

    19880152

    31.01.1927 bis 20.02.1927

    Kapitän zur See Fritz Spieß

    89

    19880153

    02.03.1927 bis 05.04.1927

    Kapitän zur See Fritz Spieß

    139

    19880154

    20.04.1927 bis 08.05.1927

    Kapitän zur See Fritz Spieß

    73

  • 26.07.1928 - 04.09.1928 Grönlandreise
    Ref-Nummer Fahrtdauer Fahrtleiter Stationen
    im
    DOD

    19760068

    13.08.1928 bis 30.08.1928

     

    297

  • 29.07.1929 - 06.09.1929 Island - Grönland

  • 20.02.1953 - 05.05.1933 Island - Grönland

  • 07.08.1933 - 22.09.1933 Island - Grönland - Jan Mayen

  • 01.10.1934 - 09.11.1934 Island

  • 19.02.1935 - 30.03.1935 Island

  • 01.10.1935 - 16.11.1935 Island

  • 04.02.1937 - 13.05.1937 Nordatlantik Expedition
    Ref-Nummer Fahrtdauer Fahrtleiter Stationen
    im
    DOD

    19760017

    17.02.1937 bis 22.04.1937

    Prof. Dr. Albert Defant

    402

  • 07.06.1937 - 30.06.1937 Doggerbank - Vermessung

  • 06.01.1938 - 21.08.1938 Nordatlantik Expedition
    Ref-Nummer Fahrtdauer Fahrtleiter Stationen
    im
    DOD

    19760005

    06.02.1938 bis 07.05.1938

    Prof. Dr. O. v. Schubert

    81


  • 08.09.1939 Außerdienststellung in Wilhelmshaven.

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: Mar 10, 2011 1:33:27 PM  
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