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Projekt Baltic Scope

Baltic SCOPE – Towards coherence and cross-border solutions in Baltic Maritime Spatial Plans

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  • Laufzeit: März 2015 – Februar 2017
  • Förderung: Generaldirektion Maritime Angelegenheiten und Fischerei (DG MARE)
  • Lead Partner: Swedish Agency for Marine and Water Management (SwAM)
  • Gesamtbudget: 2,6  Mio. €
  • Webseite: balticscope.eu

Hintergrund

Mit Verabschiedung der Europäischen Richtlinie 2014/89/EU zur Schaffung eines Rahmens für die maritime Raumordnung im Sommer2014 sind alle Mitgliedstaaten aufgefordert, bis 2016 die jeweilige nationale Gesetzgebung zur Umsetzung der Richtlinie zu schaffen sowie bis 2021 für ihre Seegebiete maritime Raumordnungspläne aufzustellen. Die Richtlinie fordert eine inhaltliche Abstimmung unter den Nachbarstaaten, um zwischen den einzelnen nationalen maritimen Raumordnungsplänen eine konsistente und kohärente Planung zu ermöglichen.

Projektziel

Vor dem Hintergrund der neuen Richtlinie zur maritimen Raumordnung (MSP) zielt das Projekt Baltic SCOPE darauf ab, eine engere Zusammenarbeit zwischen den Meeresraumordnungsbehörden im Ostseeraum zu implementieren und kohärente grenzüberschreitende raumplanerische Lösungen für den Ostseeraum zu entwickeln. Die einzelnen Ostseeanrainer sind auf einem unterschiedlichen Entwicklungsstand, was die Aufstellung maritimer Raumordnungspläne betrifft. Durch die Koordinierung der einzelnen Pläne können alle Länder von dem Erfahrungsaustausch profitieren und eine kohärente Planung sicherstellen. Ein enger Austausch zwischen den einzelnen Ländern ist erforderlich, um Interessenskonflikte zu lösen und auch mögliche Synergien zu nutzen.

Projektpartner

Das Projekt Baltic SCOPE bezieht hauptsächlich staatliche Behörden ein. Projektpartner sind neben den nationalen, für die Meeresraumordnung zuständigen Behörden aus den sechs beteiligten Ostseeanrainerstaaten Vertreter der regionalen Organisationen HELCOM (Helsinki-Kommission für den Schutz der Meeresumwelt im Ostseeraum) und VASAB (Vision and Strategies around the Baltic Sea) sowie Wissenschaftler von Nordregio und des finnischen Umweltinstituts SYKE.

Projektbausteine

Im Zentrum des Projektes stehen zwei grenzüberschreitende Planungsfälle,

  1. Südwestliche Ostseeregion (Southwest Baltic Case) – Schweden, Dänemark, Deutschland und Polen
  2. lettisches Seegebiet (Central Baltic Case) – Lettland, Estland und Schweden

Die beiden Teilprojekte sollen dazu beitragen, dass die für die Meeresraumordnung zuständigen Behörden enger zusammenarbeiten und sich gegenseitig frühzeitig bei den Planungen beteiligen. In einer Reihe von Planungstreffen werden Planer mit relevanten institutionellen Interessensvertretern grenzüberschreitende Konsultationen durchführen. Die Konsultationen erfolgen zu den planerisch relevanten Themen Schifffahrt, Energie, Fischerei und Naturschutz. Das BSH ist im Projekt federführend für das Thema (Wind-)Energie zuständig. Im Rahmen der Workshops sollen gemeinsam realistisch umsetzbare Planungslösungen für grenzüberschreitend relevante Themen erarbeitet werden – insbesondere für einige planerisch besonders anspruchsvolle "Hot Spots", z.B. im Bereich Kriegers Flak.

Neben der Entwicklung von Planungslösungen, die in die nationalen Pläne integriert werden sollen, wird das Projekt zudem auf Grundlage der Ergebnisse der zwei Fallstudien praxisorientierte Empfehlungen für zukünftige grenzüberschreitende MSP-Prozesse geben. Zusätzlich wird ein Monitoring- und Evaluationsrahmen für MSP-Prozesse entwickelt.

Zwischenergebnisse

Zu den vier Hauptthemen Schifffahrt, Fischerei, Energie und Naturschutz wurden grenzüberschreitende Daten und Informationen zusammengestellt sowie thematische Karten und Themenpapiere erarbeitet. Auf dieser Basis wurden im Fallbeispiel "Südwestliche Ostseeregion", in dem das BSH beteiligt ist, einige grenzüberschreitende Schwerpunkt-Gebiete für die weitere Arbeit ausgewählt (siehe Karte).

grenzüberschreitende Schwerpunkt-Gebiete für die weitere Arbeit

Für die einzelnen "Hot Spots" werden im Rahmen von bi- bzw. trilateralen Treffen die nationalen und transnationalen räumlichen Interessen bestimmt und mögliche Konflikte und Synergien diskutiert. Ziel ist es, für die einzelnen Gebiete gemeinsame Planungslösungen zu entwickeln. Durch dieses schrittweise Vorgehen werden die Planer in die Lage versetzt, transnationale Gesichtspunkte bei der Entwicklung nationaler Pläne besser zu berücksichtigen, mit dem Ziel einer verbesserten Abstimmung und Kohärenz der nationalen Pläne.

Am 29.09.2015 fand in Riga die öffentliche "Kick-Off"-Konferenz statt, auf der erste Ergebnisse einer breiteren Fachöffentlichkeit vorgestellt und diskutiert wurden
(Veranstaltungsseite unter www.balticscope.eu).

Nach nationalen Stakeholder-Konsultationen zu den einzelnen Schwerpunktthemen hat Ende Januar 2016 ein großes internationales Stakeholder-Treffen in Malmö stattgefunden. Auf der Veranstaltung wurden folgende Fragen mit den Interessenvertretern aus den Sektoren Schifffahrt, Energie, Fischerei und Naturschutz diskutiert: Status der jeweiligen Sektoren in den einzelnen Ländern, Zukunftstrends der jeweiligen Sektoren, Hauptkonflikte und Synergien mit anderen Interessen und Lösungsansätze, Bedarf an transnationaler Koordination zwischen nationalen Raumordnungsplänen und Empfehlungen aus Sicht der Sektoren an die Planer.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass ein strategischer Ansatz, wie ihn die maritime Raumordnung verfolgt, für Sektor-Akteure häufig schwer zu erfassen ist, da diese zumeist sektoral und nicht ganzheitlich denken. Insgesamt kamen die Vertreter aller Sektoren zu ähnlichen Schlussfolgerungen, u.a. wurde der Bedarf nach engerer Kooperation genauso wie die Bedeutung einer ausreichenden Datengrundlage herausgestellt und Co-Nutzung als eine Möglichkeit zum Umgang mit Nutzungskonflikten identifiziert
(Veranstaltungsseite unter www.balticscope.eu).

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 22.06.2016 10:25:36  
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