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Begriffe aus der Gezeitenkunde

   
 
 


 

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A:

Anschlußort ist ein Ort, für den in den Gezeitentafeln keine ausführlichen Gezeitenvorausberechnungen, sondern nur Gezeitenunterschiede gegen einen Bezugsort angegeben sind.

Astronomische Tide ist eine harmonische Teiltide der Gezeiten, die durch ein harmonisches Glied der gezeitenerzeugenden Kräfte mit der gleichen Winkelgeschwindigkeit verursacht ist. Die Gezeiten tiefer Gewässer sind fast ausschließlich aus astronomischen Tiden zusammengesetzt.

B:

Bezugsort ist ein Ort, für den in den Gezeitentafeln ausführlich berechnete Eintrittszeiten und Höhen der Hoch- und Niedrigwasser angegeben sind.

D:

Deklinationsungleichheit ist der Teil der gesamten Ungleichheit in Zeit oder Höhe, der nur vom Betrag, also nicht vom Vorzeichen, der Monddeklination abhängt, genauer: der mittlere zu jedem einzelnen Grad des Deklinationsbetrages gehörige Wert der betreffenden Ungleichheit. Eine Deklinationsungleichheit nimmt jeweils nach Ablauf eines halben tropischen Monats oder von 13,66 Tagen wieder den gleichen Wert an. Die Deklinationsungleichheiten in Hoch- und Niedrigwasserhöhe haben bei halbtägigen Gezeiten eine Abnahme des Tidenhubs mit wachsender Deklination des Mondes zur Folge.

Differenzenverfahren zur Berechnung der Gezeiten ist ein Verfahren, bei dem die Eintrittszeiten und Höhen der Hoch- und Niedrigwasser eines Ortes aus den bereits vorliegenden Eintrittszeiten und Höhen für einen anderen Ort durch Anbringen von Verbesserungen berechnet werden, die aus den Differenzen der mittleren Intervalle und Höhen an den beiden Orten sowie aus den Differenzen der halbmonatlichen Ungleichheiten oder weiteren Ungleichheiten in Zeit oder Höhe gebildet sind.

E:

Ebbe ist das Fallen des Wassers von einem Hochwasser bis zum folgenden Niedrigwasser.

Eintägige Gezeiten sind solche, bei denen im Laufe eines Tages (Mondtages) ein Hochwasser und ein Niedrigwasser eintreten.

F:

Falldauer (FD) oder Ebbdauer ist der Zeitraum von einem Hochwasser bis zum folgenden Niedrigwasser.

Flut ist das Steigen des Wassers von einem  Niedrigwasser bis zum folgenden Hochwasser.

G:

Gemischte Gezeiten sind solche, bei denen die beiden im Laufe eines Tages eintretenden Hoch- und Niedrigwasser sich in ihren Höhen oder ihren Intervallen stark voneinander unterscheiden.

Gezeitenkurve ist die zeichnerische Darstellung der Wasserstands- oder Höhenänderungen während mehrerer aufeinanderfolgender Tiden.

Gezeitenunterschiede (G.U.) sind die Verbesserungen, die man an den Hoch- und Niedrigwasserzeiten und -höhen eines Bezugsortes anzubringen hat, um die Hoch- und Niedrigwasserzeiten und -höhen für einen Anschlußort zu erhalten. In den Gezeitentafeln werden gewöhnlich angegeben:

  • Mittlere Hochwasser-Zeitunterschiede

  • Mittlere Niedrigwasser-Zeitunterschiede

ferner:

  • Hochwasser-Höhenunterschiede zur Springzeit

  • Hochwasser-Höhenunterschiede zur Nippzeit

  • Niedrigwasser-Höhenunterschiede zur Springzeit

  • Niedrigwasser-Höhenunterschiede zur Nippzeit.

H:

Halbmonatliche Ungleichheit (bei halbtägiger Gezeitenform) ist der Teil der gesamten Ungleichheit in Zeit oder Höhe, der von der Phase des Mondes abhängt, genauer: der mittlere zu jeder einzelnen Meridiandurchgangszeit des Mondes gehörige Wert der betreffenden Ungleichheit. Dabei ist die Meridiandurchgangszeit des Mondes in UTC auszudrücken und zwischen Vormittags- und Nachmittagsstunden nicht zu unterscheiden, also von den nach 11.59Uhr fallenden Meridiandurchgangszeiten der Betrag von 12 h 00 min abzuziehen. Die halbmonatliche Ungleichheit nimmt jeweils nach Ablauf eines halben synodischen Monats oder von 14,77 Tagen wieder den gleichen Wert an. Dem Voll- oder Neumond entspricht durchschnittlich die Meridiandurchgangszeit 0 Uhr (oder 12Uhr), dem ersten oder letzten Viertel die Meridiandurchgangszeit 6 Uhr (oder 18 Uhr). - Bei eintägiger Gezeitenform hängt die halbmonatliche Ungleichheit von der Deklination des Mondes ab, ihre Periode beträgt 13,61 Tage.

Halbtägige Gezeiten sind solche, bei denen im Laufe eines Tages (Mondtages) zwei Hochwasser und zwei Niedrigwasser eintreten.

Harmonische Analyse der Gezeiten ist ein Verfahren zur Untersuchung der Gezeiten, nach dem diese in eine größere Anzahl streng periodischer harmonischer Teiltiden von der Form A*cos U zerlegt werden. Die Winkel U der einzelnen harmonischen Tiden nehmen gleichmäßig mit der Uhrzeit t am Ort zu, da sie je gleich einem Ausdruck von der Gestalt (P+T+i*t) mit festen Werten P, T und i sind. Die verschiedenen Perioden der einzelnen Tiden sowie die verschiedenen Werte T ergeben sich aus der Lehre von den Bewegungen des Mondes und der Sonne; sie sind für alle Orte der Erde die gleichen. Die Amplituden A und die Phasen P der einzelnen Tiden sind dagegen im allgemeinen von Ort zu Ort verschieden und kennzeichnen den verschiedenartigen Verlauf der Gezeiten an den einzelnen Orten. - Die harmonische Analyse der Gezeiten beruht auf einer gleichartigen Zerlegung der gezeitenerzeugenden Kräfte in harmonische Glieder.

Harmonische Darstellung der Ungleichheiten ist ein Verfahren zur Berechnung der Gezeiten, das dem nonharmonischen Verfahren ähnelt, bei dem jedoch die Ungleichheiten der Hoch- und Niedrigwasser in Zeit und Höhe ähnlich wie beim harmonischen Verfahren durch Zusammensetzen aus periodischen Gliedern berechnet wird.

Harmonische Gezeitenkonstanten eines Ortes sind die Höhe des mittleren Wasserstandes Z0 sowie die Amplituden A und die Phasen P der einzelnen harmonischen Teiltiden, wie sie sich nach der harmonischen Analyse der Gezeiten an diesem Ort ergeben

Harmonisches Verfahren zur Berechnung der Gezeiten ist ein Verfahren, bei dem die Gezeiten durch Zusammensetzen aus einer Anzahl harmonischer Teiltiden berechnet werden. Als Grundlage dienen dabei die harmonischen Gezeitenkonstanten des Ortes.

Hochwasser (HW) ist der Eintritt des höchsten Wasserstandes einer Tide beim Übergang vom Steigen zum Fallen.

Hochwasser-Intervall (HWI) ist der Zeitunterschied zwischen einem unteren oder oberen Durchgang des Mondes durch den Ortsmeridian (gelegentlich auch durch den Nullmeridian) und dem nächstfolgenden Hochwasser,
siehe auch Hoch- und Niedrigwasserintervalle gegen den Durchgang des Mondes durch den Nullmeridian.

Hochwasserstand ist der Wasserstand beim Hochwasser.

Hochwasserhöhe (HWH) ist die Höhe der Gezeit beim Hochwasser.

Hochwasserzeit (HWZ) ist die Zeit, zu der das Hochwasser eintritt.

Höhe (der Gezeit) ist ein Wasserstand (Gezeitenwasserstand), der auf das örtliche Seekartennull bezogen ist.

Höhe des Mittelwassers ist der Abstand des Mittelwassers vom Seekartennull oder das arithmetische Mittel aus einer Hochwasserhöhe und der vorhergehenden oder folgenden Niedrigwasserhöhe.

L:

Lowest Astronomical Tide (LAT) ist die Höhe des niedrigsten Niedrigwassers, das für einen Pegel allein auf der Grundlage der ermittelten, örtlich herrschenden Gezeitenbedingungen vorausberechnet werden kann.

M:

Mittelwasser ist der in der Mitte zwischen einem Hochwasserstand und dem vorhergehenden oder folgenden Niedrigwasserstand gelegene Wasserstand; er liegt im allgemeinen bei der Ebbe und Flut einer Tide sowie auch von Tide zu Tide verschieden hoch.

Mittlerer . . . , der Bezeichnung eines Gezeitenwertes vorgesetzt, bedeutet den bestbekannten Mittelwert dieser Größe, der im allgemeinen aus einer längeren Beobachtungsreihe nach besonderen Vorschriften bestimmt ist.

Mittleres Hochwasser (MHW) ist eine abgekürzte Bezeichnung für den aus einer hinreichend langen Beobachtungsreihe abgeleiteten mittleren Hochwasserstand oder die entsprechend abgeleitete mittlere Hochwasserhöhe (MHWH).

Mittleres Niedrigwasser (MNW) ist eine abgekürzte Bezeichnung für den aus einer hinreichend langen Beobachtungsreihe abgeleiteten mittleren Niedrigwasserstand oder die entsprechend abgeleitete mittlere Niedrigwasserhöhe (MNWH).

Mittleres Nipphochwasser (MNpHW) ist eine abgekürzte Bezeichnung für den mittleren Nipphochwasserstand oder die mittlere Nipphochwasserhöhe (MNpHWH).

Mittleres Nippniedrigwasser (MNpNW) ist eine abgekürzte Bezeichnung für den mittleren Nippniedrigwasserstand oder die mittlere Nippniedrigwasserhöhe (MNpNHW).

Mittlerer Nipptidenhub (MNpTH) ist gleich dem Unterschied zwischen der mittleren Nipphochwasserhöhe (MNpHWH) und der mittleren Nippniedrigwasserhöhe (MNpNWH) und nur dort gleich dem Mittel der Nipptidenhübe, wo das Nippniedrigwasser der Nipptide angehört.

Mittleres Springhochwasser (MSpHW) ist eine abgekürzte Bezeichnung für den mittleren Springhochwasserstand oder die mittlere Springhochwasserhöhe (MSpHWH), die um den größten positiven Wert der halbmonatlichen Ungleichheit in Hochwasserhöhe über der mittleren Hochwasserhöhe liegt.

Mittleres Springniedrigwasser (MSpNW) ist eine abgekürzte Bezeichnung für den mittleren Springniedrigwasserstand oder die mittlere Springniedrigwasserhöhe (MSpNWH), die um den größten negativen Wert der halbmonatlichen Ungleichheit in Niedrigwasserhöhe unter der mittleren Niedrigwasserhöhe liegt.

Mittlerer Springtidenhub (MSpTH) ist gleich dem Unterschied zwischen der mittleren Springhochwasserhöhe (MSpHWH) und der mittleren Springniedrigwasserhöhe (MSpNWH) und nur dort gleich dem Mittel der Springtidenhübe, wo das Springniedrigwasser der Springtide angehört.

Mittlerer Wasserstand ist der mittlere Stand des Wassers während eines längeren Zeitraums und wird berechnet als arithmetisches Mittel gleichabständiger, meist stündlicher, Wasserstände über diesen Zeitraum.

Mittzeit ist die in der Mitte zwischen Spring- und Nippzeit oder zwischen Nipp- und Springzeit liegende Zeit.

N:

Niedrigwasser (NW) ist der Eintritt des niedrigsten Wasserstandes zwischen zwei aufeinanderfolgenden Tiden beim Übergang vom Fallen zum Steigen.

Niedrigwasser-Intervall (NWI) ist der Zeitunterschied zwischen einem unteren oder oberen Durchgang des Mondes durch den Ortsmeridian (gelegentlich auch durch den Nullmeridian) und dem Niedrigwasser, das auf das zunächst folgende Hochwasser folgt. Das Niedrigwasser-Intervall ist also um die Falldauer größer als das Hochwasser-Intervall.
Siehe auch Hoch- und Niedrigwasserintervalle gegen den Durchgang des Mondes durch den Nullmeridian.

Niedrigwasserhöhe (NWH) ist die Höhe der Gezeit beim Niedrigwasser.

Niedrigwasserstand ist der Wasserstand beim Niedrigwasser.

Niedrigwasserzeit (NWZ) ist die Zeit, zu der das Niedrigwasser eintritt.

Nipphochwasser (NpHW) ist das Hochwasser, das der Nippzeit am nächsten liegt.

Nippniedrigwasser (NpNW) ist das Niedrigwasser, das die größte Erhöhung durch die halbmonatliche Ungleichheit aufweist. Das Nippniedrigwasser gehört nicht überall der Nipptide an, sondern tritt im oberen Teil des Gezeitengebiets mancher Flüsse sogar zur Springzeit ein.

Nipptide ist die Tide, welche das Nipphochwasser enthält.

Nipptidenhub (NpTH) ist der Hub der Nipptide.

Nippverspätung ist bei halbtägiger Gezeitenform der Zeitunterschied zwischen dem Eintritt des ersten oder letzten Mondviertels und der Nippzeit, bei eintägiger Gezeitenform der Zeitunterschied zwischen dem Äquatordurchgang des Mondes und der Nippzeit.

Nippzeit ist die Zeit, zu der die halbmonatliche Ungleichheit in Hochwasserhöhe ihren größten negativen Wert annimmt. Wenn die halbmonatliche Ungleichheit alle anderen Ungleichheiten übertrifft, was bei halbmonatliche Ungleichheit mit Ausnahme weniger Gebiete auf der Erde der Fall ist, so treten also zur Nippzeit durchschnittlich die niedrigsten Hochwasser ein. Bei eintägiger Gezeitenform ist dies kurz nach dem Äquatordurchgang des Mondes der Fall.

Nonharmonisches Verfahren zur Berechnung der Gezeiten (von halbtägiger Form) ist ein Verfahren, bei dem man die Hoch- und Niedrigwasserzeiten eines Ortes erhält, indem man zu den Meridiandurchgangszeiten des Mondes die mittleren Hoch- und Niedrigwasser-Intervalle sowie die Ungleichheiten in Hoch- und Niedrigwasserzeit hinzufügt, und die Hoch- und Niedrigwasserhöhen, indem man zu den mittleren Hoch- und Niedrigwasserhöhen die Ungleichheiten in Hoch- und Niedrigwasserhöhe hinzufügt. Die vier Ungleichheiten in Zeit und Höhe werden ihrerseits aus je einer halbmonatlichen, parallaktischen, Deklinations- und täglichen Ungleichheit sowie gegebenenfalls auch noch weiteren Verbesserungen zusammengesetzt.

Normalhöhennull (NHN) oder Normalnull (NN)
Die Angaben der Landkarten über die Höhen der Bodenerhebungen sind auf eine überall waagerecht verlaufende Fläche, eine sog. Niveaufläche, bezogen. In den verschiedenen Staaten sind diese Nullflächen zwar im allgemeinen nicht genau in der gleichen Höhe festgesetzt, doch weicht eine solche Nullfläche gewöhnlich nur wenig vom mittleren Wasserstand an der Küste des betreffenden Staates ab; eine Ausnahme bildet z.B. Belgien, wo die Nullfläche erheblich tiefer liegt. Die Fläche des mittleren Wasserstandes verläuft entlang der Küste im allgemeinen nicht genau waagerecht. - In Deutschland sind die Höhenangaben der Landesvermessung auf das sog. Normalhöhennull (NHN) bezogen, dessen Lage durch eine Anzahl Höhenfestpunkte in der Nähe von Potsdam festgesetzt ist. An der deutschen Nordseeküste weicht das Normalhöhennull nur um geringe Beträge vom mittleren Wasserstand ab.

P:

Parallaktische Ungleichheit ist der Teil der gesamten Ungleichheit in Zeit oder Höhe, der von der Entfernung zwischen Erde und Mond abhängt, genauer: der mittlere zu jedem einzelnen Wert der Entfernung oder Horizontalparallaxe des Mondes gehörige Wert der betreffenden Ungleichheit. Bei genaueren Untersuchungen müssen die Werte der parallaktischen Ungleichheit auch noch getrennt für die verschiedenen Kulminationszeiten des Mondes bestimmt werden. Eine parallaktische Ungleichheit nimmt durchschnittlich nach Ablauf eines anomalistischen Monats von 27,55 Tagen wieder den gleichen Wert an. Die parallaktischen Ungleichheiten in Hoch- und Niedrigwasserhöhe haben eine Zunahme des Tidenhubs mit wachsender Annäherung des Mondes an die Erde zur Folge.

Pegel dienen zur Messung der Wasserstandsschwankungen. Sie sind von Belang für Seebauwesen, die Schifffahrt, die Land- und Seevermessung und die Gewässerkunde. Je nach Zweck lassen Sie sich in die Gruppe der Küsten- und Hochseepegel ordnen.

Pegelnullpunkt (PNP) oder Pegelnull (PN). Der Pegelnullpunkt der deutschen Küstenpegel liegt im Allgemeinen 5 m unter Normalhöhennull

S:

Seekartennull (SKN) ist die Nullfläche, auf welche die Tiefenangaben einer Seekarte bezogen sind. In Gezeitengebieten stimmt das Seekartennull im allgemeinen nicht mit der Nullfläche der Landesvermessung (in Deutschland: Normalhöhennull, NHN) überein, und der Höhenunterschied zwischen diesen Nullflächen und dem Seekartennull ist entlang der Küste von Ort zu Ort verschieden.

Seichtwassertide ist eine harmonische Teiltide der Gezeiten, die in seichterem Wasser durch das Auftreten einer oder mehrerer astronomischer Tiden zusätzlich hervorgerufen wird. Die Winkelgeschwindigkeiten der Seichtwassertiden sind entweder ganzzahlige Vielfache der Winkelgeschwindigkeiten der astronomischer Tiden oder sie setzen sich mit ganzzahligen Beiwerten aus den Winkelgeschwindigkeiten mehrerer astronomischer Tiden zusammen. Die Winkelgeschwindigkeiten mancher Seichtwassertiden stimmen mit der Winkelgeschwindigkeit einer astronomischer Tiden überein, so daß eine Trennung der betreffenden Tiden nicht möglich ist; doch kann gewöhnlich entschieden werden, ob eine bestimmte Tide vorwiegend als astronomische oder als Seichtwassertide anzusehen ist.

Steigdauer (SD) oder Flutdauer ist der Zeitraum von einem Niedrigwasser bis zum folgenden Hochwasser.

Springhochwasser (SpHW) ist das Hochwasser, das der Springzeit am nächsten liegt.

Springniedrigwasser (SpNW) ist das Niedrigwasser, das die größte Erniedrigung durch die halbmonatliche Ungleichheit aufweist. Das Springniedrigwasser gehört nicht überall der Springtide an, sondern tritt im oberen Teil des Gezeitengebiets mancher Flüsse sogar zur Nippzeit ein.

Springtide ist die Tide, welche das Springhochwasser enthält.

Springtidenhub (SpTH) ist der Hub der Springtide.

Springverspätung (bei halbtägiger Gezeitenform) ist der Zeitunterschied zwischen dem Eintritt des Voll- oder Neumondes und der Springzeit. Bei eintägiger Gezeitenform ist die Springverspätung der Zeitunterschied zwischen dem Eintritt der größten nördlichen oder südlichen Deklination des Mondes und der Springzeit

Springzeit (bei halbtägiger Gezeitenform) ist die Zeit, zu der die halbmonatliche Ungleichheit in Hochwasserhöhe ihren größten positiven Wert annimmt. Wenn die halbmonatliche Ungleichheit alle anderen Ungleichheiten übertrifft, was bei halbtägiger Gezeitenform mit Ausnahme weniger Gebiete auf der Erde der Fall ist, so treten also zur Springzeit durchschnittlich die höchsten Hochwasser ein. Bei eintägiger Gezeitenform ist dies kurz nach dem Eintritt der größten nördlichen oder südlichen Deklination des Mondes der Fall.

Stillstand der Gezeit ist der Zeitraum im Verlauf einer Tide, während dessen sich der Wasserstand nicht merklich ändert.

T:

Tägliche Ungleichheit (bei halbtägiger Gezeitenform) ist die Verschiedenheit zwischen den Werten einer Ungleichheit in Zeit oder Höhe bei zwei aufeinanderfolgenden Hoch- oder Niedrigwassern, soweit sie von der Mond- (und Sonnen-)Deklination einschl. der Vorzeichen abhängt. Im engeren Sinne versteht man unter täglicher Ungleichheit den zu jedem einzelnen Wert der Monddeklination gehörigen mittleren halben Unterschied zwischen den Höhen oder Intervallen je zweier aufeinanderfolgender Hoch- oder Niedrigwasser. Eine tägliche Ungleichheit nimmt jeweils nach Ablauf eines tropischen Monats oder von 27,32 Tagen wieder den gleichen Wert an. Sie nimmt mit wachsender Deklination des Mondes zu und kehrt nach jedem Durchgang des Mondes durch den Äquator ihr Vorzeichen um.

Tide ist eine einzelne, im allgemeinen noch näher zu bezeichnende Gezeit, die sich aus einer Flut und der nachfolgenden Ebbe zusammensetzt, also von einem Niedrigwasser bis zum folgenden Niedrigwasser reicht. - Als harmonische (Teil-) Tiden werden die streng periodischen Ausdrücke A*cosU bezeichnet, in die sich die Gezeiten nach dem harmonischen Verfahren zerlegen und aus denen sie sich auch wieder zusammensetzen lassen.

Tidenfall (TF) ist der Betrag, um den das Wasser während der Ebbe fällt, also der Unterschied zwischen einem Hochwasserstand und dem folgenden Niedrigwasserstand oder der Unterschied zwischen einer Hochwasserhöhe und der folgenden Niedrigwasserhöhe.

Tidenhub (TH) ist das arithmetische Mittel aus dem Tidenstieg und dem Tidenfall.

Tidenkurve ist die zeichnerische Darstellung einer bestimmten Tide, in der die Zeiten als Abzissen und die zugehörigen Wasserstände oder Höhen als Ordinaten aufgetragen sind.

Tidenstieg (TS) ist der Betrag, um den das Wasser während der Flut steigt, also der Unterschied zwischen einem Niedrigwasserstand und dem folgenden Hochwasserstand oder der Unterschied zwischen einer Niedrigwasserhöhe und der folgenden Hochwasserhöhe.

U:

Ungleichheit ist die astronomisch bedingte Abweichung eines einzelnen, d.h. zu einer einzelnen Tide gehörigen, Gezeitenwertes von dem entsprechenden Mittelwert. Man unterscheidet Ungleichheiten in Zeit und Ungleichheiten in der Höhe.

Ungleichheit in Hoch- oder Niedrigwasserhöhe ist die astronomisch bedingte Abweichung einer einzelnen Hoch- oder Niedrigwasserhöhe von der mittleren Hoch- oder Niedrigwasserhöhe.

Ungleichheit in Hoch- oder Niedrigwasserzeit (bei halbtägiger Gezeitenform) ist die astronomisch bedingte Abweichung eines einzelnen Hoch- oder Niedrigwasser-Intervalls vom mittleren Hoch- oder Niedrigwasser-Intervall.

W:

Wasserstand ist der senkrechte Abstand der Wasseroberfläche von einer festen Nullmarke. Liegt die Wasseroberfläche oberhalb der Nullmarke, so wird der Wasserstand positiv gerechnet; liegt die Wasseroberfläche unterhalb der Nullmarke, so wird der Wasserstand negativ gerechnet.

Z:

Zentralkraft ist die Kraft, die notwendig ist, um einen Körper auf einer Kreisbahn zu führen.


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 © 2016 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: Jan 28, 2016 8:33:43 AM  
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