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MARPOL Übereinkommen

   
 
 

Informationen zum Internationalen Übereinkommen zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe

Das MARPOL- Übereinkommen

Das MARPOL-Übereinkommen vom 02.11.1973 ist ein internationales Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt. Das Übereinkommen enthält in 20 Artikeln allgemeine Verpflichtungen der Vertragsstaaten sowie Verfahrenshinweise und grundsätzliche Regelungen. Die praktisch relevanten Festsetzungen zur Verhütung der Verschmutzung der Meeresumwelt mit Bezug zu den unterschiedlichen schiffsbetriebsbedingten Abfällen sind in den Anlagen I bis VI enthalten.

Auf Grundlage des § 15 des Gesetzes über die Aufgaben des Bundes auf dem Gebiet der Seeschiffahrt (SeeAufgG) hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur die Verordnung über das umweltgerechte Verhalten in der Seeschifffahrt (SeeUmwVerhV) erlassen, auf deren Basis Verstöße gegen das MARPOL-Übereinkommen, gegen weitere internationale Umweltübereinkommen und sonstige Verhaltensvorschriften zum Schutz der Umwelt in der Schifffahrt geahndet werden können. Das BSH ist die zuständige Behörde für die Verfolgung der überwiegenden Anzahl von Ordnungswidrigkeiten nach § 23 SeeUmwVerhV.

Statistiken über die Verfolgung von Umweltverstößen gegen MARPOL-Übereinkommen

Anlage I     Verhütung der Verschmutzung durch Öl:

Die Anlage I (am 02.10.1983 international in Kraft getreten) enthält neben schiffsbaulichen Vorschriften zum Schutz der Meeresumwelt ein grundsätzliches Einleitverbot für Öl. Das Einleiten von ölhaltigen Gemischen ist jedoch unter Einhaltung der Einleitbestimmungen zulässig. Außerdem sind alle wichtigen Betriebsvorgänge an Bord, insbesondere die Behandlung und der Verbleib von Ölrückständen und ölhaltigem Bilgenwasser, in einem Öltagebuch aufzuzeichnen.

Einleitbedingungen zu Anlage I

Anlage II     Verhütung der Verschmutzung durch schädliche flüssige Stoffe:

Die Anlage II (am 02.10.1983 international in Kraft getreten) betrifft den Transport von schädlichen flüssigen Stoffen, die als Massengut befördert werden sowie das Einleiten von flüssigen Rückständen mit schädlichen flüssigen Stoffen. Auch die Vorschriften dieser Anlage gehen von einem grundsätzlichen Einleitverbot von diesen Rückständen aus. Ausnahmen, die sich nach der Eingruppierung des jeweiligen Stoffes in die Gefahrenklasse X, Y oder Z richten, sind zulässig. In einem Ladungstagebuch sind alle wichtigen in Bezug auf einen schädlichen Stoff an Bord stattfindende Vorgänge einzutragen.

Einleitbedingungen zu Anlage II

Anlage III     Verhütung der Verschmutzung durch Schadstoffe, die in verpackter Form befördert werden:

Die Anlage III (am 01.07.1992 international in Kraft getreten) sieht vor, dass zur Verhütung der Meeresverschmutzung Schadstoffe in verpackter Form nur nach Maßgabe dieser Anlage befördert werden dürfen. National sind diese Vorschriften durch die Gefahrgutverordnung-See umgesetzt  (z.B. gefährliche Güter in Containern).

Anlage IV     Verhütung der Verschmutzung durch Schiffsabwasser:

Die Anlage IV (am 27.09.2003 international in Kraft getreten) regelt die Verhütung bzw. Einschränkung von Verschmutzungen des Meeres durch Schiffsabwässer. Danach ist das Einleiten von Schiffsabwasser grundsätzlich verboten. Ausnahmen sind nur nach Maßgabe von Regel 11 Anlage IV zum MARPOL-Übereinkommen zulässig.

Einleitbedingungen zu Anlage IV

Anlage V     Verhütung der Verschmutzung durch Schiffsmüll:

Die Anlage V (am 31.12.1988 international in Kraft getreten) enthält Bestimmungen zur Verhütung von Verschmutzungen durch Schiffsmüll. Die Voraussetzungen für eine Einbringung bestimmen sich nach der jeweiligen Art des Schiffsmülls. In einem Mülltagebuch sind alle Vorgänge in Bezug auf den an Bord anfallenden Müll zu dokumentieren.

Einleitbedingungen zu Anlage V

Anlage VI     Regeln zur Verhütung der Luftverunreinigung durch Seeschiffe:

Die Anlage VI (am 19.05.2005 in Kraft getreten) dient der Verhütung der Verschmutzung der Luft durch Seeschiffe. In dieser Anlage wurden u.a. Grenzwerte für Stickoxide und Schwefeloxide festgelegt.

Schwefelgrenzwerte in Schiffskraftstoffen

MARPOL Anlage VI, Regel 14
Schwefeloxide (SOx) und Partikelmasse und Schwefelrichtlinie nach 2012/33/EU (SchwefelRL)

Schwefelnormen

2012

2015

2020

Außerhalb (S)ECA nach SchwefelRL und Anlage VI MARPOL

3,50 % m/m

3,50 % m/m

0,50 % m/m

Innerhalb (S)ECA nach SchwefelRL und Anlage VI MARPOL

1,00 % m/m (seit 01.01.2010)

0,10 % m/m

0,10 % m/m

Spezialfall EU-weit: Fahrgastschiffe (Linienverkehr zwischen EU-Häfen) nach SchwefelRL

1,50 % m/m (in SECA 1,00 % m/m)

1,50 % m/m (in SECA 0,10 % m/m)

0,50 % m/m

Spezialfall EU-weit: EU-Häfen (mehr als zwei Stunden am Liegeplatz) nach SchwefelRL

0,10 % m/m

0,10 % m/m

0,10 % m/m

% m/m = Massenhundertteile im Schiffskraftstoff

Seit 01.01.2015 gilt in der deutschen Nord- und Ostsee demnach ein Grenzwert für den Schwefelgehalt im Schiffskraftstoff von 0,10 % m/m. Sofern innerhalb deutscher Gewässer (inkl. deutsche AWZ) Abgasreinigungssysteme verwendet werden, gelten für das Einleiten von Waschwasser die Einleitbedingungen gemäß § 13 Abs. 7 SeeUmwVerhV und CDNI.

 

Industry Guidance on Compliance with the Sulphur ECA Requirements

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat anlässlich des seit 01.01.2015 geltenden Schwefelgrenzwertes von 0,10% in einem Emissions-Überwachungsgebiet (ECA) eine Handlungsempfehlung zur Einhaltung dieses Schwefelgrenzwertes (Industry Guidance on Compliance with the Sulphur ECA Requirements) herausgegeben. Diese beinhaltet insbesondere Hinweise zum Umstellungsvorgang von Schweröl auf niedrigschweflige Schiffkraftstoffe sowie Hinweise zur Nutzung von neuen schwefelarmen Schiffskraftstoffen (z.B. HDME50).

Verfügbarkeit von schwefelarmem Schiffskraftstoff

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie führt gem. Anlage VI Regel 18 Abs. 9 Nr. 1 des MARPOL-Übereinkommens ein Verzeichnis der örtlich tätigen Schiffskraftstofflieferanten.
Liste der örtlich tätigen Schiffskraftstofflieferanten (PDF Datei) - Stand 10/2016

Für den Fall, dass ein Schiff mangels Verfügbarkeit keinen schwefelarmen Schiffskraftstoff erwerben konnte und dennoch deutsche Gewässer befahren wird, gilt folgendes zu beachten:
Verfahren, wenn kein schwefelarmer Schiffskraftstoff verfügbar (PDF Datei)

Weitere Informationen:
Die aktuelle Liste der MARPOL-Vertragsstaaten, die das MARPOL-Übereinkommen ratifiziert haben, ist im Internet unter „www.imo.org "abrufbar. (www.imo.org - Marine Environment - Marine Environment Conventions - MARPOL - Status of Conventions by country).

MARPOL-Vordruck zur Meldung über angebliche Unzulänglichkeiten von Auffanganlagen in Häfen (PDF Datei)

 

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Kontakt

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Carolin Abromeit, Telefon 040 3190 - 7410 oder per Email an marpol@bsh.de

Links

Mehr dazu auf www.bsh.de:
Ölidentifizierung

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 24.11.2016 09:17:07  
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