|
Immer wieder wird die Frage gestellt, warum der Meeresboden ständig neu vermessen werden muss. Daher soll im folgenden kurz auf die Veränderlichkeit des Meeresbodens eingegangen werden. Insbesondere im küstennahen Bereich der deutschen Nordsee ist die Morphologie des Seegrundes durch Gezeiten und andere Strömungen ständigen Änderungen unterworfen. Das folgende Beispiel zeigt ein Gebiet in der Elbmündung bei Gelbsand.
In der Zeit von 1994 bis 1998 wurde jedes Jahr eine Vermessung durchgeführt. Die Graphik zeigt einen Schnitt für 1994 (blau) und 1998 (rot) zum Vergleich.
Wo 1994 noch ein Fahrwasser mit bis über 8m Tiefe vorhanden war, hat sich innerhalb von fünf Jahren eine Wattfläche gebildet. Die stärkste Änderung (nicht in der Graphik sichtbar), betrug fast 10 Meter!
Ein flächenhafter Vergleich desselben Gebietes aus den Jahren 1997 und 2000 zeigt ähnliche Veränderungen.
Differenzenmodell
Digitales Differenzmodell des Gebietes Gelbsand der Vermessungen von 1997 und 2000. Die Farben zeigen den maximalen Auftrag von +7m in dunkelrot über
minimale Änderungen in grün bis hin zum maximalem Abtrag von -8m in dunkelblau.
Das geschilderte Beispiel zeigt, dass in vielen, häufig flachen Gebieten Veränderungen auftreten, die Wiederholungsvermessungen in einem Abstand von ein bis drei Jahren erfordern. Da der veränderliche Meeresboden im allgemeinen nicht zu sehen ist, muss die Vermessung systematisch (linienhaft oder flächendeckend) durchgeführt werden, um die Topographie des Seegrundes plausibel zu erfassen.
Zur Seevermessung zurück
|