Logo des Bundesamtes fuer Seeschifffahrt und Hydrographie    
 

Ökologische Begleitforschung

   
 
 

 

Die in allen Genehmigungen festgeschriebenen ökologischen Untersuchungen gemäß dem „Standard zur Untersuchung der Auswirkungen von Offshore-Windenergieanlagen auf die Meeresumwelt“ (StUK3) des BSH werden im Testfeld alpha ventus durch das Forschungsprojekt StUKplus ergänzt. Ziel des Projektes ist neben der Erweiterung des Kenntnisstandes zu den ökologischen Auswirkungen von Offshore-Windparks die Evaluierung des bisher gültigen StUK3. Hierfür wurden bzw. werden vor, während und nach der Errichtung der Windenergieanlagen ökologische Untersuchungen durchgeführt, um den „Zustand ohne Windpark“ mit dem „Zustand mit Windpark“ zu vergleichen.
 

Benthos (Bodenlebewesen)

Fische

Rastvögel

Vogelzug

Marine Säuger und Unterwasserschall

 

          

                                    

Projekthomepage: www.bsh.de/stukplus

 

 

Benthos (Bodenlebewesen)

Im Nahbereich der Fundamente (bis max. 15 m Entfernung) beobachten Taucher auf dem sonst feinsandigen Meeresboden eine massive Muschelschillbedeckung. Die Veränderungen des Bodens als Lebensraum des Benthos lassen bereits jetzt Änderungen der Artzusammensetzung erkennen. Hartsubstratliebende Arten wie z. B. Taschenkrebs und Samtkrabbe siedeln sich in hohen Anzahlen an. Auch der Bewuchs an den Anlagen ist mittlerweile drei Jahre nach der Errichtung stark ausgeprägt. Miesmuscheln, Flohkrebse, Seenelken und Taschenkrebse finden hier neue Lebensräume.

 

Tripod-Fundament mit Samtkrabbe und Seenelken
(Copyright: BSH / S. Fuhrmann)

Bewuchs der nahe gelegenen Forschungsplattform FINO1
in rund 5 m Wassertiefe (Copyright: BSH / R. Krone)

 

 

Seitenanfang

 

Fische

Die Vermutung, dass sich die Fischbestände aufgrund des Fischereiverbots im Windpark erholen und vom zusätzlichen Nahrungsangebot profitieren, liegt nahe. Ein verbindlicher Nachweis dieses längerfristigen Effekts konnte anhand der Untersuchungen im ersten und zweiten Betriebsjahr (2010 + 2011) jedoch noch nicht gelingen. Erste Anzeichen sind den Untersuchungen mit Stellnetzen zu entnehmen: Im Mai 2011 wurden mehr Fischarten (18) als im Vorjahr (14) gefunden. Ob sich dieser Trend bestätigt, werden die Ergebnisse der nächsten Jahre zeigen.

 

Lokale Akkumulationen von Makrelen an der FINO1
(Copyright: BSH / L. Gutow)

 

Seitenanfang

 

Rastvögel

Wie reagieren die Seevögel auf den Windpark in ihrem Lebensraum? Meiden sie den Bereich zukünftig oder werden sie sogar angelockt? Diese Fragen sollen anhand von Flugzeug- und Schiffszählungen beantwortet werden. Erste Ergebnisse zeigen, dass jede Art unterschiedlich reagiert. Zwei Beispiele:
1) Die Trottellumme und der Tordalk zeigten im Winterhalbjahr 2009/2010 eine Verbreitungslücke in unmittelbarer Umgebung des Windparks innerhalb des ansonsten sehr regelmäßigen Vorkommens der Arten im Gebiet. Im Herbst 2011 konnten dann die ersten Trottellummen im Testfeld beobachtet werden.
2) Die Zwergmöwe, die möglicherweise von einem erhöhten Nahrungsangebot im Bereich von Windparks profitiert, deuten im Winterhalbjahr 2009/2010 und 2010/2011 eine gewisse Konzentration des Vorkommens in der Umgebung von alpha ventus an.

    Ornithologische Erfassungen auf dem Schiff
    (Copyright: BSH)

 

 

 

 

 

 

 

 

     Verteilung der Tordalke/Trottellummen in der südlichen Nordsee 

Seitenanfang

 

Vogelzug

Der Vogelzug wird im Testfeld mit Video- und Wärmebildkameras sowie verschiedenen Radargeräten untersucht. Ziel der Untersuchungen ist es festzustellen, inwieweit die 150 m hohen Windenergieanlagen mit 120 m Rotordurchmesser ein Hindernis für die im Frühjahr und Herbst ziehenden Vögel über der Deutschen Bucht darstellen. Der Vogelzug findet vermehrt nachts statt und ist stark wetterabhängig. Eine Meidung des Windparks bzw. großräumige Ausweichmanöver wurden bislang nicht beobachtet. Todfunde auf FINO1 und den Anlagen werden registriert und dokumentiert. Diese sind sehr selten. Allerdings kann es bei ungewöhnlichen Wetterkonstellationen zu vermehrtem Vogelschlag kommen.

Umspannwerk mit Video- und Wärmebild-
kamera mit Ausrichtung auf den Rotorbereich
(Copyright: BSH)

Beispielbilder zu den Videoaufnahmen aufgenommen vom Umspannwerk
A) Einzelner Vogeltrack; B) Mehrere Vogeltracks; C) Identifikation von Großmöwen (Herings- oder Mantelmöwe); D) Mögliches Ausweichmanöver eines Vogels

Seitenanfang

 

Marine Säuger und Unterwasserschall

Schweinswale kommunizieren mit Klickgeräuschen. Daher werden sie unter Wasser mit stationären Klickdetektoren (sog. PODs) sowie optisch von Flugzeugen und Schiffen erfasst. Anhand der POD-Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass die Tiere den Baustellenbereich während der schallintensiven Rammung bis maximal 20 km Entfernung meiden. In den Pausen zwischen den Rammungen wurden vereinzelt Schweinswale im Windpark gesichtet. Schweinswalzählungen im ersten und zweiten Betriebsjahr (2010 + 2011) zeigen, dass sich die Tiere im Bereich nördlich von Borkum sowie rund um das Testfeld alpha ventus vermehrt aufhalten. Ob sich dieser Trend bestätigt, werden die Ergebnisse der nächsten Jahre zeigen.

Der Unterwasserschall wird vor, während der Rammarbeiten sowie im Normalbetrieb der Anlagen mit auf dem Meeresboden abgesetzten Hydrophonen gemessen. Die aktuell durchgeführten Messungen während des Normalbetriebs der Windenergieanlagen zeigen, dass die Betriebsgeräusche nur bis in eine Entfernung von maximal 100 m von Schweinswalen hörbar sind. Dieses Messergebnis belegt, dass sobald die schallintensive Pfahleinbringung in den Meeresboden abgeschlossen ist, von den Windenergieanlagen keine weitreichenden Schallemissionen ausgehen.

Untersuchungsdesign aus einem Netz von stationären
Klickdetekoren (PODs)

Schweinswal nahe Umspannwerk in einer Rammpause
(Copyright: BSH)

 

Seitenanfang

 

Suche


Wenn Sie Informationen zu bestimmten Begriffen suchen, können Sie sich hier alle Seiten anzeigen lassen, die diese Begriffe enthalten.





Verknüpfung der Begriffe mit

Druckversion

Seite drucken

Links

Mehr dazu auf www.bsh.de:
StUKplus
FINO

MARNET
Seegang

Externe Links:
Forschungsinitiative RAVE
www.rave-offshore.de

www.alpha-ventus.de

Kontakt

Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an
rave@bsh.de

English Version

 
go...
 
 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 17.08.2012 09:41:33  
 Druckversion

Home • English Version • Kontakt • Hilfe •  Informationsfreiheitsgesetz • Bundesgremienbesetzungsgesetz • Impressum