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Kara-See

   
 
 

Versenkung von radioaktiven Abfällen durch die frühere UdSSR in der Karasee


Anfang der 90er Jahre gab die russische Regierung bekannt, daß die ehemalige Sowjetunion ab etwa 1959 große Mengen fester und flüssiger radioaktiver Abfälle in der Arktis, vor allem in der Karasee versenkt hat. Hierzu gehörten Behälter und Container mit schwach radioaktiven Abfällen, aber auch ganze Atomreaktoren, teilweise mit dem dazugehörigen Kernbrennstoff. Die Versenkung erfolgte in krassem Widerspruch zu den internationalen Regeln, insbesondere was die Art des Abfalls, den Abstand zur Küste und die Versenkungstiefe betrifft. So wurden beispielsweise abgewrackte und beschädigte atomgetriebene U-Boote in Nähe der Küste von Novaya Semlya in weniger als 50 m Wassertiefe versenkt.

Versenkungsgebiete von radioaktiven Abfällen in der Karasee

Nach Bekanntwerden dieser Versenkungen wurde das Gesamtinventar an Radioaktivität aber zunächst erheblich überschätzt. Durch den entstandenen internationalen Druck und die offenere Informationspolitik Rußlands liegen inzwischen recht genaue Daten bezüglich dieser Versenkungen vor. Bei den versenkten Objekten handelt es sich im wesentlichen um 17 atomgetriebene Schiffsreaktoren, wovon sieben den Kernbrennstoff noch in sich tragen. Die Hauptversenkungsgebiete sind drei Fjorde entlang der Ostküste Novaya Semlyas sowie der Novaya Semlya Graben mit einer maximalen Tiefe von 420 m. Das radioaktive Gesamtinventar betrug zum Zeitpunkt der Versenkungen etwa 37 PBq. Es ist aufgrund der radioaktiven Zerfallszeit bis 1994 auf ca. 4.7 PBq gesunken. Die wesentlichen Bestandteile sind 90Sr, 137Cs, 63Ni und 241Pu.

Einheiten:
1 Bq = 1 Becquerel = 1 Zerfall pro Sekunde
1 PBq = 1 Peta Becquerel = 1015 Bq
1 TBq = 1 Tera Becquerel = 1012 Bq

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 23.03.2007 11:17:30  
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