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Kara-See

   
 
 

Aktuelle Radioaktivitätsmessungen im Nordatlantik und im Arktischen Ozean


Während des Projektes wurde ein intensives Meßprogramm durchgeführt, um die gegenwärtige Belastung durch künstliche Radioaktivität in den Arktischen Meeren zu ermitteln. Im Rahmen des Projektes wurde eine Seereise mit dem Forschungsschiff GAUSS in die Nordsee, Norwegische See, Barentssee sowie die Grönlandsee vom 15. Juni bis zum 27. Juli 1995 durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Reise zeigen die aktuelle Belastungssituation infolge der früheren und aktuellen Einleitungen durch die Wiederaufbereitungsanlage Sellafield. Außerdem können anhand von Proben, die in der Karasee und Nahe der Kola-Halbinsel genommen wurden, eventuelle Freisetzungen von Radioaktivität durch dort gelagerten Atommüll aufzeigen.

Derzeitige Belastung durch Cäsium 137 in der Nordsee

Die Wasserproben in der Nordsee zeigen derzeit eine Belastung zwischen 3,1 und 25,5 Bq/m3 für 137Cs, wobei die hohen Aktivitäten über 20 Bq/m3 im Bereich des Skagerrak gefunden werden. Hier gelangt kontaminiertes Wasser aus der Ostsee, die auch heute noch durch den Chernobyl-Unfall belastet ist, in die Nordsee. Die Wiederaufbereitungsanlage Sellafield stellt ansonsten die dominante Quelle für Radioaktivität in der Nordsee dar. Das Europäische Nordmeer spiegelt ebenso wie die Barentssee den Einfluß des radioaktiven Fallouts aus den Kernwaffenversuchen wieder. Das großflächige Niveau beträgt hier etwa 2 bis 3 Bq/m3. Entlang der Norwegischen Küste, am Nordkap und bis in die südliche Karasee sind erhöhte Aktivitäten (bis 8.6 Bq/m3) zu finden, die aus den Freisetzungen von Sellafield stammen. Dieser Ausbreitungsweg folgt der vorherrschenden, durch den Golfstrom induzierten Stömung. In direkter Nähe des Atom-U-Boot-Wracks "Komsomolets" sowie in der Karasee sind keine registrierbaren Belastungen aufgetreten. In unmittelbarer Nähe der russischen Atomflotte, die in dem Fjordengebiet um Murmansk liegt, lassen sich nahe der Küste erhöhte Aktivitäten (8 Bq/m3) feststellen, die vermutlich aus Freisetzungen mit geringem Umfang aus nuklearen Anlagen stammen.

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß die Belastung der Nordsee und der Arktischen Meere durch Radioaktivität seit den achtziger Jahren drastisch zurückgegangen ist. Eine Gefährdung der Ökosysteme oder des Menschen (indirekt, durch Fischverzehr), wird ausgeschlossen. Eine Freisetzung von Radioaktivität aus den Versenkungsgebieten in der Karasee ist nicht feststellbar.

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 23.03.2007 11:17:30  
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