Im BSH wurde eine Schnellmethode zur Bestimmung der
Aktivitäts-Konzentration von Cs-137/134 entwickelt. Sie ermöglicht an Standorten, wo kein Halbleiterspektrometer für die genaue Aktivitäts-Bestimmung zur Verfügung steht, eine schnelle Abschätzung der in der Probe enthaltenen Cs-Aktivitäts-Konzentration.
Die Wasserprobe wird am Unfallort entnommen und per Hubschrauber bzw. Kfz zur Analyse ins BSH gebracht. Zur selektiven Anreicherung von Cs-137/134 dient ein Ionenaustauschprozess an Kaliumhexacyanokobaltat-II-ferrat-II (KCFC). Das Meerwasser (40 l) wird durch eine mit 10 g KCFC beschickte Austauschersäule geleitet (400 ml/min).
Anschließend wird das angereicherte KCFC in eine Mess-Schale überführt und mit einem NaI-Detektor spektrometrisch analysiert.

Im Spektrum ist der Cs-137-Peak ( 662 keV ) stark vergrößert erkennbar (zum Vergleich ohne Cs-Anreicherung, das Tages-Spektrum der Mess-Station "Kühlungsborn" unter "
Messdaten"). Es stammt vom Tschernobyl-Fallout 1986 und ist verglichen zum natürlichen Kalium-40 (1460 keV) vernachlässigbar klein. Die Netto-Peakfläche ist ein Maß für die Höhe der Aktivität.
Diese Messung wird im BSH Rostock seit März 1999 monatlich mit einer Wasserprobe von der Seebrücke Kühlungsborn durchgeführt. Die regelmäßige Analyse des Ostseewassers erlaubt so einen direkten Vergleich zu eventuellen Einträgen künstlicher Radionuklide.
Spektrum:
Die rote Cs-Netto-Peakfläche im Spektrum ergab am 29.02.2012 eine Aktivitäts-Konzentration von 26 mBq/l in der Ostsee.
Daten-Reihe seit März 1999:
Aktivitäts-Konzentration von Cs-137 in der Ostsee (Kühlungsborn)
Startseite
|