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Nährstoffe

   
 
 

Verlässliche Werte seit den 30er Jahren

Nährsalze wie Phosphat und anorganische Stickstoffverbindungen (Nitrat, Nitrit, Ammonium) sowie Silikat sind für das Leben im Meer von grundlegender Bedeutung. Sie sind lebensnotwendige Substanzen für den Aufbau des Phytoplanktons (der im Meer treibenden mikroskopisch kleinen einzelligen Algen), auf dessen Biomasseproduktion die gesamte marine Nahrungskette basiert. Da diese Spurenstoffe das Wachstum fördern, werden sie als Nährstoffe bezeichnet. Zu hohe Einträge können zur Überdüngung eines Gewässers führen.

Strukturen

Die Nährstoffe in der Nordsee haben alle eine ähnliche Verteilungsstruktur, sie unterscheiden sich jedoch im Konzentrationsbereich. Die Struktur ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Eintragsorten, Quellenstärken, dem Wasseraustausch und der mittleren Strömung. Man findet die höchsten Konzentrationen im kontinentalen Küstenwasser, mittlere Konzentrationen treten in der nördlichen Nordsee im Atlantikwasser auf. In der zentralen Nordsee kommen die niedrigsten Werte vor; sie sind nur noch halb so groß wie im Atlantikwasser oder ein Viertel von dem im Küstenwasser.

Verteilung von Phosphat im Meerwasser der Deutschen Bucht

Jahresgang

Nährstoffe zeigen einen ausgeprägten Jahresgang. Die höchsten Konzentrationen treten zum Winterende auf, wenn der Verbrauch durch das Plankton wegen Lichtmangel und niedriger Temperaturen gering und die Freisetzung von Nährstoffen aus organischem Material (= Remineralisierung der Biomasse) des vorausgegangenen Sommers fortgeschritten ist. Mit zunehmender Sonneneinstrahlung im Frühjahr beginnt das Algenwachstum und die gelösten Nährstoffe werden aus der Wassersäule aufgenommen. Sobald einer der Nährstoffe aufgezehrt ist, gibt es kein weiteres Wachstum mehr, der Stoff wirkt begrenzend.

Nährstofftrends

Die vom Menschen durch Landwirtschaft, Industrie und Verkehr zusätzlich in die Nordsee eingetragenen Nährstoffe wirken sich heute hauptsächlich noch in der Küstenzone (Salzgehalt = 30 (Promille)) aus. Die Phosphatkonzentration hat zwar abgenommen, der Vergleichswert aus dem Jahre 1936 mit 0,56 ± 0,13 µmol/L (= mikromol pro Liter ist eine Konzentrationsangabe, die für Nährstoffe am häufigsten verwendet wird) ist jedoch noch nicht erreicht. Anfang 1978 war der Phosphatwert mit 2,40 ± 0,52 µmol/L hier noch viermal so hoch wie der 1936er Vergleichswert.

Nährstofftrend Küstennähe

In der Deutschen Bucht (Salzgehalt = 33) lag der Phosphatgehalt 1936 bei 0,53 ± 0,13 µmol/L und unterscheidet sich kaum von heutigen Werten. Das Gleiche gilt für die Silikatkonzentrationen mit 10 ± 3 µmol/L. Der gebundene Stickstoff liegt hier derzeit bei 14 ± 9 µmol/L. Vergleichswerte von 1936 liegen nicht vor.

Nährstofftrend Deutsche Bucht

Der in der heutigen Zeit wesentlich höhere Nitrateintrag in die Umwelt bleibt nur in der zentralen Nordsee durch den Verdünnungseffekt ohne erkennbare Auswirkung. Während hier die Konzentrationen sehr gering sind, werden im küstennahen Bereich noch Konzentrationen um 31 + 9 µmol/L gemessen.

Sauerstoff im Meerwasser

Gelöster Sauerstoff im Wasser ist die Voraussetzung für alles höhere Leben im Meer.Der Vorrat des gelösten Sauerstoffs im Wasser ist sehr viel kleiner als der in der Luft. In einem Liter Luft sind 300 mg Sauerstoff enthalten gegenüber nur 6,25 mg in einem Liter von gesättigtem Seewasser.

Das Oberflächenwasser ist durch seinen unmittelbaren Kontakt mit der Luft in der Regel gut mit Sauerstoff versorgt. Während dem Algenwachstum im Frühjahr kann es bei anhaltend ruhigem Wetter zur Sauerstoffübersättigung kommen. In seltenen Fällen wurden Übersättigungen bis 200% gemessen. Die Übersättigung ist unschädlich und wird durch Seegang aufgelöst.

Im Sommer kann der Sauerstoffvorrat im Bodenwasser durch den mikrobiellen Abbau (= Abbau durch Mikroorganismen – kleine einzellige Organismen wie z.B. Bakterien) von Biomasse aufgezehrt werden, wenn durch eine starke vertikale Temperaturschichtung oder Salzgehaltssprungschicht der Nachtransport aus der Luft behindert wird. Dadurch entstehen Sauerstoffdefizite, die jedoch durch die Herbststürme immer wieder vollständig aufgefüllt werden. Schwerwiegende Sauerstoffdefizite waren in der Nordsee bisher selten.

Im Bodenwasser der Ostsee tritt Sauerstoffmangel häufig und anhaltend auf. Durch Nordseewasser, das in die Ostsee strömt, kann der Sauerstoffmangel vorübergehend behoben, aber nicht grundsätzlich verhindert werden. Erst anhaltende, stürmische, westliche Winde können zu einer weitreichenden Erneuerung des Bodenwassers in der Ostsee führen.

In der Ostsee sind die jahreszeitlichen Unterschiede der Sauerstoffkonzentration ausgeprägter, da die anhaltende Salzgehaltssprungschicht die vertikale Durchmischung behindert.

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 © 2012 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 12.01.2007 14:27:14  
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