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MURSYS - Ostsee

   
 
 

Hydrographisch-chemische Bedingungen in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Ostsee im Jahre 2008

  Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW), Warnemünde
im Auftrage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Hamburg, Rostock

(http://www.io-warnemuende.de)

(Zusammenfassung der vorläufigen Ergebnisse aus dem Ostsee-Monitoring)

Der Bericht beschreibt die hydrographisch-chemischen Bedingungen in der westlichen Ostsee von der Kieler Bucht bis zum Arkonabecken für das Jahr 2008. Basierend auf den meteorologischen Verhältnissen werden die horizontalen und vertikalen Verteilungsmuster von Temperatur, Salzgehalt, Sauerstoff und Nährstoffen mit saisonaler Auflösung dargestellt.

Der Winter 2007/2008 war mild und kurz und lag mit der Kältesumme 20,0 K d von Warnemünde auf Platz 8 der mildesten seit Beginn der Vergleichsdaten im Jahr 1948. Die Eisbildung im deutschen Hoheitsgebiet beschränkte sich auf Küstengewässer und Häfen, die offene See blieb im Winter 2007/2008 eisfrei. Nur acht Winter seit 1896/1897 waren in Deutschland noch schwächer als der Eiswinter 2007/2008. Die Jahreswärmesumme 2008 von 196 K d lag deutlich höher als der Mittelwert von 146 K d der Beobachtungsreihe seit 1948, aber weit unter dem Rekordwert 355 K d des Jahrs 2006.

Das Jahr 2008 war in der Wasseroberflächentemperatur, wie schon 2007, durch ein sehr warmes erstes Halbjahr und einen milden Spätherbst gekennzeichnet. Das trug dazu bei, dass die Jahresmitteltemperatur der gesamten Ostsee mit 8.5 °C die höchste seit 1990 war. Außer in den Monaten August und September lagen die Monatsmittelwerte in weiten Teilen der Ostsee über dem langjährigen Mittelwert. Insbesondere die Monate Januar bis Mai gehörten zu den wärmsten im Untersuchungszeitraum 1990 - 2008. Die höchsten Temperaturen des Jahres traten am 31. Juli auf; ab 1. August erfolgte eine Abkühlung.

Barotrope Einstromereignisse mit geschätzten Volumen um je 200 km³ fanden in der Ostsee 2008 fünf Mal statt, im Januar, im Februar/März, im Juni, im September/Oktober und November. Die kleinen barotropen Einstromprozesse erfolgten hauptsächlich durch den Öresund in das Arkonabecken, blieben jedoch wegen ihres geringen Volumens und ihrer bevorzugten Ausbreitung entlang des Beckenrands der Registrierung durch die MARNET-Station "Arkonaboje" weitgehend verborgen. Diese barotropen sowie vier barokline Einströme im Januar, Mai, August und September erreichten nur zum Teil in einzelnen Schüben und mit unterschiedlichen Eigenschaften die zentrale Ostsee.

Die Sauerstoffsättigung des Oberflächenwassers zeigte 2008 den typischen Jahresgang. Im Februar verursachte die nur sehr geringe Produktion und die Dominanz von Zehrungsprozessen eine leichte Untersättigung. Die Frühjahrsblüte führte zu einer Zunahme des Sauerstoffgehaltes. Die Sättigungswerte lagen bis zum Ende des Sommers bei 100 % oder leicht darüber. Im Herbst kam es zu einem vermehrten Abbau der organischen Substanz und in beiden Untersuchungsgebieten lag die Sättigung bei 95 %.
Auch in Bodennähe war im Untersuchungsgebiet ein ausgeprägter Jahresgang zu beobachten. Im Winter findet häufig eine tief greifende vertikale Durchmischung statt, eine stabile Schichtung kann sich in der Regel nicht aufbauen. So liegt die Sättigung, besonders in der westlichen Ostsee, nur relativ wenig unter der des Oberflächenwassers. Die niedrigsten Sättigungswerte werden in der Regel im September ermittelt. Das Landesamtes für Natur und Umwelt Schleswig-Holstein (LANU) führt deshalb seit 2001 flächenhafte Aufnahmen der Sauerstoffsituation im Spätherbst in der westlichen Ostsee durch. Im Tiefenwasser wiesen 2008 62 % aller Messwerte einen Sauerstoffgehalt <2 mg/l = 1.40 ml/l auf. Im Jahr 2007 war dieser Anteil mit 43 % deutlich geringer. Der Sauerstoffmangel erweist sich aber insgesamt als nicht so weit verbreitet wie im Extremjahr 2002.

Die Nährstoffe Phosphat und Nitrat wiesen in der Oberflächenschicht den typischen Jahresgang auf. Allerdings war das für die zentrale Ostsee charakteristische Winterplateau, das für Trendaussagen genutzt werden kann, in der westlichen Ostsee und im Arkonabecken kaum sichtbar, da die Frühjahrsblüte des Planktons bereits sehr zeitig einsetzt. Schon Ende März war das Nitratreservoir vollständig erschöpft, während noch ausreichend Phosphat vorhanden war. Nachdem Nitrat völlig aufgebraucht war, brach die Frühjahrsblüte auf Grund der Stickstofflimitation zusammen. Die Phosphatkonzentrationen gingen dagegen erst allmählich zurück und erreichten im Sommer die Nachweisgrenze. Im Herbst kam es infolge der verstärkten Mineralisation der organischen Substanz zu einem langsamen Anstieg der Nährstoffkonzentrationen bis dann im Februar 2009 wieder die Winterkonzentrationen erreicht wurden.

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 08.05.2013 14:47:39  
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