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MURSYS - Ostsee retrospektiv

   
 
 

Biologische Zustandseinschätzung der Ostsee im Jahre 2003 (Kurzfassung)

  Institut für Ostseeforschung, Warnemünde;
im Auftrage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg, Rostock

(http://www.io-warnemuende.de)

Die 1979 begonnene HELCOM-Datenreihe der Artenzusammensetzung und Biomasse bzw. Abundanz des Phyto- und Zooplanktons sowie des Makrozoobenthos wurde im Jahre 2003 in der Beltsee und der eigentlichen Ostsee fortgesetzt.

Die Phytoplankton (Skeletonema costatum)-Frühjahrsblüte entwickelte sich in der Mecklenburger Bucht und der Arkonasee extrem früh (im Februar 2003), wahrscheinlich wegen des eingeströmten salzreichen Bodenwassers, das die Pycnocline angehoben hat. In der Bornholmsee und der südlichen Gotlandsee fand die Frühjahrsblüte erst in der zweiten Märzhälfte statt. Die von großen Kieselalgen gebildende Sommerblüte wurde in der Mecklenburger Bucht von Guinardia flaccida und Dactyliosolen fragilissimus dominiert. Die typische Cyanobakterienblüte (Nodularia spumigena, Aphanizomenon sp.) breitete sich in der ersten Julihälfte von der nördlichen Gotlandsee in südliche Richtung bis in die südliche Arkonasee aus und drang Anfang August in die Mecklenburger Bucht vor. Die Herbstblüte ist in der Mecklenburger Bucht durch die Koexistenz von Dinoflagellaten (Ceratium spp.) und Kieselalgen (Proboscia alata) gekennzeichnet.

Während der Anteil der Kieselalgen an der Frühjahrsblüte in der 1990er Jahren in der südlichen Ostsee sehr gering war, nimmt er seit dem Jahr 2000 wieder zu. Andereseits reduzierte sich der Anteil der Dinoflagellaten und des Ciliaten Mesodinium rubrum in diesen Gebieten.

Im März, im späten Sommer und Herbst 2003 stieg die Anzahl taxonomischer Gruppen des Mesozooplanktons im Vergleich der letzten 5 Jahre leicht an, infolge der vorangegangenen Salzwassereinrüche. Einige Arten, beispielsweise Oithona similes, indizierten die Ausbreitung des salzreichen Wassers bis in die Tiefen der Gotlandsee. Bei Polycheaten- und Muschellarven wurden im März bzw. Oktober in höchsten Abundanzen seit 1991 beobachtet. Die Gesamt—Abundanz blieb gegenüber den Vorjahren deutlich unter deren Niveau durch das Ausbleiben typischer Massenentwicklungen von Rotatorien bzw. Cladoceren auf den untersuchten Stationen. Die Abundanz calanoider Copepoden blieb erwartungsgemäß gleich, trotz relativer Verschiebungen innerhalb der Gruppe.

Die schnelle Erholung des Makrozoobenthos nach den Sauerstoffmangelereignissen im Jahre 2002 in der westlichen Ostsee und die nach fünf Jahren erstmalige Besiedlung der Bornholmsee sind bemerkenswert. Seit Beginn des Benthos-Monitorings im Jahre 1991 konnten an den sechs Stationen insgesamt 156 Taxa nachgewiesen werden. Drei Arten (Halicryptus spinulosus, Bylgides sarsi, Diastylis rathkei) zeigten über die Jahre an allen Stationen eine hohe Präsenz. Die Langzeitentwicklungen der Artenzahl und des Shannon-Wiener-Index seit 1980 werden für eine Station im Arkonabecken dargestellt. Für Pygospio elegans und Macorna balthica wird die Entwicklung der Abundanz in der südöstlichen Arkonasee von 1991 bis 2003 gezeigt.

Den vollständigen Bericht finden Sie im Internet unter:
(http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Beobachtungen/MURSYS-Umweltreportsystem/PDF/osretro042004.pdf (895 KB))

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 11.03.2009 09:47:02  
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