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MURSYS - Ostsee retrospektiv

   
 
 

Die Schwermetall-Situation in der Ostsee im Jahre 2003 (Zusammenfassung)

  Institut für Ostseeforschung, Warnemünde;
im Auftrage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg, Rostock

(http://www.io-warnemuende.de)

Wie in den Vorjahren wies die Schwermetallverteilung im Ostseewasser im Jahr 2003 keine deutlichen oder gesundheitsgefährdenden Veränderungen auf. Regionale Konzentrationserhöhungen wie sie z.B. in den letzten Jahren in der westlichen Ostsee zu beobachten sind, werden auf den sehr variablen Schwebstoffanteil in der Wassersäule zurückgeführt.

Eine weitere Erkenntnis lieferte der Salzwassereinbruch vom Januar 2003. Nicht nur Flüsse und Atmosphäre dürfen als potentielle Eintragsquellen für Schwermetalle in die Ostsee gewertet werden. Auch die höheren Cadmium- und Kupferkonzentrationen des sauerstoffreichen Salzwassers aus der Nordsee, das den Tiefenwasseraustausch in der Ostsee bewirkte, trugen zu einer Erhöhung der Cddiss- und Cudiss-Konzentrationen im Tiefenwasser bei. Mit den 200 km³ Nordseewasser, die im Januar 2003 in die Ostsee einströmten wurden 3.000 kg (3 t) Cadmium und 60.000 kg (60 t) Kupfer in die Ostsee eingetragen.

Bei einer weiterführenden quantitativen Abschätzung wurde der Frage nachgegangen, ob die Langzeit-Änderungen der Schwermetall-Trends im Oberflächen- und Tiefenwasser der zentralen Ostsee das Ergebnis von fluktuierenden anthropogenen Einträgen aus der Atmosphäre und den Flüssen sind, oder ob diese Ergebnisse auf einen "Rückkopplungsmechanismus" zurückzuführen sind, der die Stabilisierung des anoxischen Tiefenwasserkörpers sowie die irreversiblen diffusiven Schwermetallflüsse über die Redoxgrenzschicht einschließt. Am Beispiel des Cadmiums konnte gezeigt werden, dass der interne diffusive Cd-Export (0,764 nmol/m² * d) über die Redoxkline und der partikuläre Cd-Export (0,8 nmol/m² * d) vergleichbar sind. Externe atmosphärische Cd-Einträge (1,6 nmol/m² * d, HELCOM 1997) und Cd-Einträge über die Flüsse (1,4 nmol/m² * d, HELCOM 1998) sind um den Faktor 2 höher als die internen Export-Flüsse.

Zusammenfassend wurde hier die Erkenntnis gewonnen, dass ca. 50 % der Cadmiumeinträge in die Ostsee durch interne geochemische Prozesse an der Redox-Grenzschicht eliminiert werden und im Sediment angereichert werden.
Somit ist die Verringerung der Cadmiumkonzentrationen nicht! alleine das Resultat von möglicherweise verminderten Einträgen in die Ostsee, sondern eindeutig auch ein Ergebnis der internen geochemischen Kreisläufe, die sich aus der Stabilisierung des anoxischen Tiefenwassers ergeben.

Den vollständigen Bericht finden Sie im Internet unter:
(http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Beobachtungen/MURSYS-Umweltreportsystem/PDF/osretro032004.pdf (8,63 MB))

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 11.03.2009 09:47:03  
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