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MURSYS - Ostsee retrospektiv

   
 
 

Biologische Zustandseinschätzung der Ostsee im Jahre 2004 (Kurzfassung)

  Institut für Ostseeforschung, Warnemünde;
im Auftrage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg, Rostock

(http://www.io-warnemuende.de)

Die 1979 begonnene HELCOM-Datenreihe der Artenzusammensetzung und Biomasse bzw. Abundanz des Phyto- und Zooplanktons sowie des Makrozoobenthos wurde im Jahre 2004 in der Beltsee und der eigentlichen Ostsee fortgesetzt.

Die Phytoplankton-Frühjahrsblüte fand in der Mecklenburger Bucht (Thalassiosira nordenskioeldii, Porosira glacialis, Skeletonema costatum) und Arkonasee (Skeletonema costatum, Melosira arctica) im März statt, in der Bornholmsee und der östlichen Gotlandsee aber erst im April bis Anfang Mai statt. Die Sommerblüte wurde in der Mecklenburger Bucht von Cerataulina pelagica, Ceratium tripos und Proboscia alata dominiert. In der östlichen Gotlandsee trat im Juni eine bislang nicht beobachtete Blüte von Chrysochromulina sp. auf. Die typische Cyanobakterienblüte war im Jahre 2004 kaum ausgeprägt. Die Herbstblüte war in der Mecklenburger Bucht durch Ceratium spp. und in der Bornholmsee und südöstlichen Gotlandsee durch Coscinodiscus granii gekennzeichnet.

Das Sedimentationsmaximum im Frühjahr 2003 (März/April) wurde wieder fast ausschließlich von Diatomeen (Skeletonema costatum, Thalassiosira levanderi, Chaetoceros sp., Achnanthes taeniata) gebildet. Der Hauptexport von Silikat fand im Sommer statt aufgrund der Besiedlung von Cyanobakterienaggregaten durch die Diatomee Nitzschia paleacea. Die Sommer-Cyanobakterien dominierten auch die vertikalen Flüsse von Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor, die in diesem Jahr weit über dem langjährigen Durchschnitt lagen. Darüber hinaus kam es im Sommer 2003 zu einer starken Sedimentation von Partikeln aus Manganoxid und Eisensulfat.

Die mit den Salzwassereinbrüchen 2003 zu verzeichnenden Folgen für das Mesozooplankton waren 2004 bereits wieder im Abklingen, mit Ausnahme des Gotlandbeckens. Die maximale Abundanz aller einbezogenen Taxa erreichte nur 44 % der zwischen 1991 und 1995 erzielten Konzentration. Die Pseudocalanus spp. Abundanz, einer wichtigen Nahrungskomponente der adulten Heringe, blieb um den fünffachen Betrag unter den Erwartungen. Die Abnahme von Bosmina spp. wurde durch den zu kühlen Juli sowie möglicherweise durch das Auftreten des carnivoren Wasserflohs Cercopagis pengoi, eventuell auch durch den frühen Beprobungstermin (Juli anstelle von August) verursacht. Die calanoiden Copepoden bleiben in ihrer maximalen Gesamt–Abundanz von Jahr zu Jahr fast unverändert bei ca. 30.000 Ind./m³. Unter ihnen war Centropages hamatus am stärksten vertreten, der im Gegensatz zu Acartia tonsa und Eurytemora affinis vom kühleren Sommer profitierte.

Im Makrozoobenthos konnte im Jahre 2004 im Vergleich zu den letzten Jahren mit insgesamt 107 Arten die bislang höchste Artenzahl an den sieben Monitoringstationen des IOW festgestellt werden. Hervorzuheben ist die schnelle Erholung der durch die Sauerstoffmangelereignisse im Jahre 2002 gezeichneten Stationen der westlichen Ostsee. Die im Jahre 2003 nach fünf Jahren erstmalige Besiedlung der Bornholmsee war im Jahr 2004 quasi wieder erloschen. Nur ein Individuum von Nephtys hombergiikonnte nachgewiesen werden. Seit Beginn des Benthos-Monitorings im Jahre 1991 wurden für das Gebiet insgesamt 164 Taxa nachgewiesen. Der negative Trend in der Entwicklung der Gesamt-Abundanz und -Biomasse setzte sich nur teilweise fort. Während die westlichen Stationen Zunahmen aufwiesen, wurden im Osten abnehmende Abundanzen und Biomassen registriert.

Den vollständigen Bericht finden Sie im Internet unter:
http://www.bsh.de/de/Meeresdaten/Beobachtungen/MURSYS-Umweltreportsystem/PDF/osretro012005.pdf

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 11.03.2009 09:47:03  
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