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MURSYS - Ostsee retrospektiv

   
 
 

Die Schwermetall-Situation in der Ostsee im Jahre 2009

  Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW), Warnemünde
im Auftrage des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Hamburg, Rostock

(http://www.io-warnemuende.de)

Von C. Pohl, U. Hennings, T. Leipe, D. Schulz-Bull

Wie in den vorangegangenen Jahren konzentrierten sich auch 2009 die Untersuchungen auf die gelösten und partikulären Anteile der Metalle Cadmium, Kupfer, Blei und Zink, auf die Quecksilberkonzentrationen (gesamt).

Im Januar/Februar 2009 variierte der Schwebstoffanteil in der westlichen Ostsee vergleichbar zum Vorjahr zwischen 0,2 - 0,6 mg/dm³. Eine Ausnahme bildet die Station "OB Boje" (Oderbank) in der Pommerschenbucht. An dieser Station wurden für die hier gemessenen Metalle sehr variable Werte zwischen Sommer und Winter beobachtet. Diese Station wird in Abhängigkeit von der vorherrschenden Windrichtung mehr oder weniger stark durch den Oderausstrom beeinflusst.

Wie in den Vorjahren wies die Schwermetallverteilung im Ostseewasser im Jahr 2009 keine deutlichen oder gesundheitsgefährdenden Veränderungen auf.
Regionale Konzentrationserhöhungen wie sie z. B. in den letzten Jahren immer wieder in der westlichen Ostsee zu beobachten sind und in 2006 für die gelösten Kupferkonzentrationen beobachtet wurden, werden auf eine windinduzierte, bodennahe Durchmischung und den damit verbundenen sehr variablen Schwebstoffanteil in der Wassersäule zurückgeführt. Durch die Filtration der Proben werden Partikel >0,4 µm zurückgehalten, während Partikel <0,4µm das Filter passieren. (Für Blei wurden vereinzelt sehr hohe Konzentrationen gemessen, die auf eine Probenkontamination schließen lassen.)
Veränderungen, die kurzzeitig durch den Salzwassereinbruch im Februar 2003 hervorgerufen wurden, spiegeln sich in den Langzeittrends kaum wieder.

Die Spurenmetall-Verteilungen in der Wasserphase im Februar und Juni 2009 an Stationen in der westlichen Ostsee:

Die gelösten Cadmiumkonzentrationen (Cddiss) variierten im Februar 2009 zwischen 8 - 14 ng/kg in der westlichen Ostsee und sind damit tendenziell etwas höher als im Juli 2009 mit 7-11 ng/kg. Für das partikulär gebundene Cadmium liegt eine umgekehrte Situation vor. Hier variieren die meisten Werte zwischen 0,2 - 0,4 ng/ dm³ im Sommer. Eine Erklärung hierfür ist die Tatsache, dass Cd im Frühjahr und Sommer während der Algenblüten aus der gelösten Phase eliminiert wird und sich in der partikulären Phase anreichert.

Die gelösten Kupferkonzentrationen (Cudiss) im Februar und Juli 2009 waren mit durchschnittlich 400 ng/kg vergleichbar. Für die partikulären Kupferkonzentrationen Cu (SPM) wurden mit 6 - 9 Pbdiss) in der westlichen Ostsee zwischen 10 - 20 ng/kg mit einem maximalen Wert von 30 ng/kg an der Station "OB Boje" Die partikulären (PbSPM) Bleikonzentrationen liegen zwischen 5 - 20 ng/ dm³ wurde im Februar 2009 an der Station "OB Boje" im Einflussbereich des Oderausstromes beobachtet.

Die gelösten Zinkkonzentrationen (Zndiss) ähnlich dem Vorjahr zwischen 200 - 1000 ng/kg. Maximale Konzentrationen mit ~1400 ng/kg wurden an der Station "OB Boje" angetroffen. Vergleichbar zum Vorjahr sind die volumenbezogenen partikulären Zinkgehalte (ZnSPM) im Jahre 2009 am häufigsten im Bereich zwischen 20 - 150 ng/ dm³ am häufigsten angetroffen. Die Konzentrationen im Oberflächenwasser sind in 2009 in der westlichen Ostsee vergleichbar zum Vorjahr. Auch für Hg wurden maximale Konzentrationen von ~750 Cu) zum Beispiel, lässt sich in allen drei Fällen kein Trend erkennen. Die einmalig erhöhten Werte für die Stationen M2/Mecklenburger Bucht (2002) und K8/Darßer Schwelle (2004) lassen sich nur als Extremwerte interpretieren, welche auf eine lokale Kontamination am Meeresboden zurückgeführt werden können. Zumindest für Blei (Pb) und Quecksilber (Hg) lässt sich für die Stationen M2 und K8 eventuell eine generell abnehmende Tendenz erkennen, wobei starke Schwankungen zu verzeichnen sind, die dieses Bild zeitweilig stören. Für die Station K4/östliches Arkona-Becken lässt sich auch für die Elemente Pb und Hg noch keine Trendaussage treffen. Aber auch das ist ja ein verwertbares Ergebnis des Untersuchungsprogramms.

Den vollständigen Bericht mit Stationskarten und Tabellen finden sie unter:
PDF-Datei, 712 kB

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