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MURSYS - Ostsee retrospektiv

   
 
 

Der Zustand der Ostsee im Jahr 2003

  Helsinki Commission (HELCOM)

(http://www.helcom.fi/environment.html)

Auf ihrer 6. Sitzung in Gdynia, Polen fasste die Arbeitsgruppe MONAS (Monitoring and Assessment) der Helsinki-Kommission den Zustand der Ostsee 2003 wie folgt zusammen:

Die wichtigste Meldung aus der Ostsee im Jahr 2003 war der Salzwassereinbruch im Januar.

Das Tiefenwasser der zentralen Ostsee war infolge der stagnierenden Bedingungen seit dem letzten großen Salzwassereinbruch von 1993 sehr sauerstoffarm. Diese Stagnationsperiode wurde im Januar 2003 beendet durch das Eindringen von ca. 200 km³ kaltem, salzreichem (>17) und sauerstoffreichem Wasser aus dem Kattegat.
Der Effekt des Januar-Einstroms wurde verstärkt durch vorangegangene kleinere Einstromereignisse im Herbst 2002 und außergewöhnliche Wasserumschichtungen im Spätsommer 2002. Ungewöhnliche Wetterbedingungen hatten im Spätsommer 2002 bewirkt, dass extrem warmes Wasser in Schichten an und unterhalb der permanenten Dichtesprungschicht transportiert wurde. Obwohl dieses warme Wasser nur wenig Sauerstoff enthielt, konnte dadurch der gesamte Schwefelwasserstoff aus dem Danziger Becken bis November 2002 abgebaut werden und sogar weiter bis zum Gotlandbecken die H2S-Konzentration erheblich gesenkt werden.
Die Ausbreitung des Januareinstroms in den tiefen Ostseebecken wurde während des Jahres genauestens verfolgt. Ende Januar wurde das westliche Bornholmbecken erreicht, und Mitte Februar waren das gesamte Bornholmbecken und die Hanö-Bucht gut mit Sauerstoff angereichert. Im Danziger Tief wurden die ersten Anzeichen im April entdeckt, und im Mai wurden an der zentralen Station im Gebiet des Gotlandtiefs in einer Tiefe von 200 m bis zum Boden ungewöhnlich hohe Sauerstoffkonzentrationen gemessen, bis zu 4 ml/l (5,7 mg/l). Die anfänglichen Effekte des Januar-Einstroms in den westlichen Gebieten der zentralen Ostsee bis zum Danziger Tief wurden verstärkt durch schwächere Einstromereignisse im März und Mai 2003. Im August setzte sich die Ausbreitung des Haupt-Wasserkörpers vom Januar-Einbruch bis in das zentrale Gotlandbecken fort und führte zu einer rasch voranschreitenden Durchlüftung der Wasserschichten unterhalb der Salzgehaltssprungschicht. Im westlichen Teil des östlichen Gotlandbeckens wurden allerdings noch anoxische Bereiche beobachtet. Das westliche Gotlandbecken wurde erst in der letzten Septemberdekade von dem Einstrom beeinflusst, als die tieferen Schichten des Färotiefs noch völlig anoxisch waren, allerdings geringere Schwefelwasserstoffkonzentrationen aufwiesen.
Ein weiteres Einstromereignis im Sund wurde während einer Überwachungsfahrt des R/V "Argos" am 23. September beobachtet.

Im Frühjahr 2003 wurde in allen Gebieten der Ostsee die nach dem Intensitätsindex stärkste Algenblüte seit 1992 beobachtet. Der Intensitätsindex war überall höher als im ungewöhnlichen vergangenen Jahr 2002 und lag auch über dem langjährigen Mittelwert. Die Blüte begann Anfang März im Arkonabecken und im Finnischen Meerbusen sowie Mitte März in der nördlichen zentralen Ostsee, obwohl NERI (National Environmental Research Institute, DK) bereits im Monitoring-Fahrtbericht vom 10. bis 19. Februar von einer sehr frühen Blüte in der Beltsee berichtet, mit einem Chlorophyll-a-Maximum von 17 µg/l. Die Intensität der Blüte nahm von West nach Ost zu, ebenso wie ihre Dauer, die von 37 Tagen im Arkonabecken über 56 Tage in der nördlichen zentralen Ostsee bis zu 73 Tagen im Finnischen Meerbusen betrug.

Im Sommer, besonders im sehr warmen August, entwickelten sich starke Blaualgenblüten in der gesamten westlichen und östlichen Gotlandsee sowie im Danziger Becken (hier besonders in der Danziger Bucht) und in der nördlichen Bornholmsee, der Arkonasee und in der Mecklenburger Bucht. Die Blaualgen trieben als gelblichbraune Teppiche auf der Wasseroberfläche.
In der zweiten Augusthälfte betrug die Ausdehnung des nach dänischem Standard sauerstoffarmen (<4 mg/l) und sehr sauerstoffarmen Gebiets (<2 mg/l) im Kattegat und Sund sowie der Beltsee mit ihren Ästuaren (ohne Arkonabecken) nur 1/5 der im entsprechenden Vorjahreszeitraum betroffenen Fläche.
Auch in den polnischen Küstengewässern, d.h. in der inneren Danziger Bucht und im Stettiner Haff, kam es im August 2003 im bodennahen Wasser teilweise zu schwerem Sauerstoffmangel.

Der Bericht basiert auf den folgenden Grundlagen:

  • Polish monitoring data collected within the HELCOM COMBINE programme; Cruise Reports of R/V "Baltica"; (http://baltyk.imgw.gdynia.pl)
  • Indicator Reports: Water exchange between the Baltic Sea and the North Sea and conditions in the deep basins; Rainer Feistel and Günther Nausch (eds.)IOW; (http://www.helcom.fi/environment/indicators2003/inflow.html)
  • Indicator Reports: Phytoplankton spring bloom biomass in the Gulf of Finland, Northern Baltic Proper and Arkona Basin in 2003; Vivi Fleming and Seppo Kaitala (eds.)FIMR; (http://www.helcom.fi/environment/indicators2003/springbloom.html),
  • Baltic Sea Research Institute Warnemünde, Cruise Report, R/V "Alexander v. Humboldt"
  • Cruise Reports of from R/V "Argos", SMHI-Oceanographical Laboratory
  • Monitoring Cruise Reports, Ministry of Environment, NERI, Denmark.

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