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MURSYS - Nord- und Ostsee

   
 
 

Seevögel

 

Vorhandene Berichte :    Juli 2012    Dezember 2012   

Dez.
2012

  Forschungs- und Technologiezentrum Westküste (FTZ) der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Büsum

(http://www.uni-kiel.de/ftzwest/)

Nahrungswahl von Vogelarten der deutschen Nordseeküste

Kurzinformation zur Veröffentlichung: Schwemmer, P., Güpner, F., Guse, N. und Garthe, S. (2012). Nahrungswahl von Vogelarten der deutschen Nordseeküste. Vogelwarte, 50: 141 - 154.

Zusammenfassung:

Informationen über die Nahrungswahl von See- und Küstenvögeln liefern einen essentiellen Beitrag zum Verständnis mariner Nahrungsnetze. In der vorliegenden Studie wurden Mageninhalte von toten Küstenvögeln ausgewertet, die als Spülsaumfunde entlang der deutschen Nordseeküste gesammelt wurden. Das erste Ziel dieser Studie bestand darin, aktuelle Informationen über die Nahrungswahl von Austernfischern (Haematopus ostralegus), Großen Brachvögeln (Numenius arquata), Knutts (Calidris canutus) und Lachmöwen (Chroicocephalus ridibundus) zu erhalten. Das zweite Ziel der Studie war es, zu prüfen, ob Spülsaumfunde brauchbare Informationen zur Nahrungswahl von Küstenvögeln liefern können. Hierzu wurden insgesamt 59 tote Individuen der vier Arten entlang der deutschen Nordseeküste eingesammelt und anschließend seziert.
Alle Mägen enthielten bestimmbare Reste. Austernfischer und Lachmöwen zeigten ein sehr ähnliches und gleichzeitig das breiteste Nahrungsspektrum. Es bestand vor allem aus Mollusken, Polychaeten (Vielborster), Regenwürmern und Insekten. In den Austernfischermägen traten zu allen Jahreszeiten fast immer marine und terrestrische Nahrungsreste gemeinsam auf, während Lachmöwen zur Brutzeit verstärkt marine Nahrung aufnahmen, außerhalb der Brutzeit aber fast ausschließlich eine terrestrische Ernährungsweise aufwiesen. Große Brachvögel ernährten sich überwiegend von Polychaeten und Krebstieren sowie weniger häufig von Muscheln. Die Ernährung der Knutts unterschied sich am deutlichsten von den anderen Arten und wies die höchste Spezialisierung auf. In allen Mägen wurden Wattschnecken (Hydrobia ulvae) und in einem weiteren hohen Anteil von Mägen Strandschnecken (Littorina littorea) und Muscheln gefunden.
Außer beim Großen Brachvogel befanden sich bei allen Arten in einzelnen Mägen kleine Müllpartikel aus Plastik, die wahrscheinlich im marinen Bereich aufgenommen wurden. Bei Lachmöwen stimmen die gefundenen Ergebnisse gut mit bereits veröffentlichten Studien aus Speiballenuntersuchungen überein. Auch die Nahrung der übrigen Arten ähnelt den Ergebnissen aus früheren Studien. Es wird gefolgert, dass die Analyse von Mageninhalten toter Vögel im Spülsaum geeignet ist, um aktuelle Informationen über die Nahrungswahl von Küstenvögeln zu erlangen. Um zuverlässige Erkenntnisse über räumliche und zeitliche Unterschiede in der Nahrungswahl zu erhalten, sollte jedoch die Stichprobe erhöht werden. Darüber hinaus kann ein Vergleich zwischen Mageninhalten und stabilen Isotopen aus Muskelgewebe helfen, die Ergebnisse abzusichern.

Die vollständige Veröffentlichung findet sich im Internet unter:
(http://www.uni-kiel.de/ftzwest/ag4/publ/Schwemmer%20_2012-Vogelwelt_Nahrungswahl_von_Vogelarten_der_deutschen_Nordseekueste.pdf)

bzw. auf der Seite:
(http://www.uni-kiel.de/ftzwest/ag4/publ/downloads.shtml)

Juli
2012

  Institut für Vogelforschung "Vogelwarte Helgoland", Inselstation

(http://www.ifv-vogelwarte.de)

Flight call rates of migrating thrushes: effects of wind conditions, humidity and time of day at an illuminated offshore platform

(Zugrufraten von Drosseln während des Vogelzugs: Auswirkungen von Windbedingungen, Luftfeuchtigkeit und Tageszeit an einer beleuchteten Offshore-Plattform)

Kurzinformation zur Veröffentlichung: Hüppop, O. and Hilgerloh, G. (2012). Flight call rates of migrating thrushes: effects of wind conditions, humidity and time of day at an illuminated offshore platform. Journal of Avian Biology, 43: 85-90. doi: 10.1111/j.1600-048X.2011.05443.x

Zusammenfassung:

Die Rufhäufigkeit vieler Vögel während des Vogelzugs deutet nicht unbedingt auf die Intensität des Vogelzuges hin, sondern scheint vielmehr unter sich verschlechternden Flugbedingungen (schwierige Wind- und Wetterbedingungen) zuzunehmen. Oft gehen nächtliche Massenkollisionen an beleuchteten Strukturen mit solchen Bedingungen einher und sind von hohen Rufraten der Zugvögel begleitet. Daher können Zugrufraten als Indikator für Situationen hoher Kollisionsgefahr dienen, besonders bei solchen Offshore Hindernissen, die kaum Alternativen zum Landen bieten. Angesichts einer steigenden Zahl von Windenergieanlagen ist die Kenntnis über Umweltbedingungen nötig, bei denen maximale Zugrufraten auftreten, um Vermeidungsmaßnahmen treffen zu können.

In dieser ersten Langzeitstudie an einem Offshore-Standort in der südlichen Nordsee wurde für drei Drosselarten (Amsel, Singdrossel, Rotdrossel) untersucht, welche Auswirkungen das Wetter auf die Zugrufhäufigkeit während des Vogelfluges an erleuchteten Plattformen hat. Die Zugrufe wurden über drei Herbstsaisons automatisch registriert. Ein Überwachungsprogramm wird vorgeschlagen, um Massensterben von Zugvögeln an beleuchteten Strukturen zu verhindern.

Die vollständige Veröffentlichung findet sich im Internet unter:
(http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1600-048X.2011.05443.x/full)

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 18.12.2012 13:41:59  
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