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MURSYS - Nord- und Ostsee

   
 
 

Robben

 

Vorhandene Berichte :    2009    Januar 2010    April 2010    Oktober 2010   

Okt.
2010

  Common Wadden Sea Secretariat, Wilhelmshaven;
  UNEP/CMS Secretariat:
(Kurzfassung der Pressemitteilung vom 15.10.2010)

(www.waddensea-secretariat.org)
(www.cms.int)

20 Jahre Schutz der Seehunde im Wattenmeer

Das Abkommen zur Erhaltung der Seehunde im Wattenmeer wurde vor 20 Jahren abgeschlossen, als erstes Regionalabkommen basierend auf dem Übereinkommen von Bonn (Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wild lebenden Tierarten; engl.: Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals, CMS).
Dies war Anlass, auch von Seiten des CWSS auf die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Dänemark, Deutschland und den Niederlanden bei dem grenzüberschreitenden Schutz der Seehunde hinzuweisen. Mit den für 2009 gezählten rund 21.600 Seehunden war nach der letzten Epidemie von 2002 eine schnelle Erholung der Bestände erreicht worden. Das wird auch als Erfolg des gemeinsam durchgeführten sogenannten Seal Management Plan gewertet.
Auch die im Jahr 2009 im gesamten Wattenmeer gezählten rund 2.800 Kegelrobben haben von diesem Plan profitiert, selbst wenn diese Art formal nicht von dem Abkommen zur Erhaltung der Seehunde im Wattenmeer erfasst ist.

Die vollständige Pressemitteilung findet sich im Internet unter:
(http://www.waddensea-secretariat.org/news/CMS_Wadden_Sea_ %20Press_Release_20Anniversary.pdf)

Apr.
2010

  Nationalpark Wattenmeer Schleswig-Holstein:
(Kurzfassung der Pressemitteilung vom 12.4.2010)

(http://www.wattenmeer-nationalpark.de/)

Seehunde im Wattenmeer: Mehr Totfunde bei Jungtieren

Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer sind im vergangenen Jahr über 900 Seehunde gestorben, wesentlich mehr als in den Vorjahren. Die meisten davon waren Jungtiere. Bei über 200 untersuchten Tieren war besonders häufig Lungenwurmbefall festgestellt worden, sonst lagen keine auffälligen Krankheitsbilder vor. Das Seehundstaupevirus, das 1988 und 2002 zu einem Massensterben führte, war diesmal nicht beteiligt. Hochgradiger Lungenwurmbefall bei Seehunden wurde auch aus Niedersachsen und den Niederlanden gemeldet.
Aufgrund der Fundzahlen und von Modellrechnungen wird angenommen, dass der größte Teil des Geburtsjahrgangs 2009 gestorben ist.

2009 gab es so viele Seehunde in Schleswig-Holstein wie noch nie seit Beginn der Zählungen im Jahr 1975: Bei den Zählflügen im Sommer wurden 8415 Seehunde gesichtet, knapp fünfmal so viele wie vor 35 Jahren. 2263 davon waren Jungtiere. In den Jahren nach den Seehundepidemien gab es jährlich rund 10 bis 20 Prozent Bestandszuwächse, in den vergangenen Jahren aber weniger. So deutete sich bereits an, dass der Bestand an Grenzen stoßen könnte.

Über die Ursachen für die vielen Todfunde im vergangenen Halbjahr gibt es aber noch Uneinigkeit unter den Forschern. Möglicherweise könnte auch kurzzeitiger Nahrungsengpass die jüngsten Seehunde besonders geschwächt haben. Weitere Untersuchungen des Ökosystems im Rahmen entsprechender Forschungsprogramme laufen an.

Die vollständige Pressemitteilung findet sich im Internet unter:
(http://www.wattenmeer-nationalpark.de/main.htm)
unter der Rubrik Aktuelles

Jan.
2010

  Nationalpark Wattenmeer Schleswig-Holstein
(Kurzfassung der Pressemitteilung vom 27.1.2010)

(http://www.wattenmeer-nationalpark.de/)

Trotz Eiswinter deutlicher Zuwachs bei den Kegelrobben im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer

Anders als bei Seehunden ist bei den Kegelrobben der Winter Wurfsaison. Bereits am 15. Dezember 2009 wurden auf dem Jungnamensand, westlich der Insel Amrum, 54 Alttiere und 28 Jungtiere beobachtet. Bis Ende Januar 2010 wurden bei den Zählungen insgesamt bis zu 41 Jungtiere beobachtet, ein neuer Geburtenrekord bei Kegelrobben für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Der bisherige Höchststand war im Winter 2004/2005 mit 30 Jungtieren festgestellt worden. Danach war die Geburtenzahl zurückgegangen. Durch die vielen Stürme waren die Kegelrobben in den letzten Jahren nach Helgoland abgewandert. Im Jahr 2009 wurden vor der schleswig-holsteinischen Nordseeküste insgesamt 448 Kegelrobben gezählt.

Die winterliche Kälte in den vergangenen Wochen hat den jungen Kegelrobben nichts anhaben können. Durch ihre Fettschicht sind sie bestens geschützt. Da in diesem Jahr starke Stürme aus Westen ausblieben, sind die Kegelrobben mit ihren Jungtieren meist auf dem Jungnamensand geblieben. Drei Wochen nach der Geburt sind die Jungtiere abgestillt und verlassen die Sandbank, z.B. in Richtung Helgoland.

Die vollständige Pressemitteilung findet sich im Internet unter:
(http://www.wattenmeer-nationalpark.de/main.htm)
unter der Rubrik Aktuelles

2009

  Common Wadden Sea Secretariat, Wilhelmshaven

(http://www.waddensea-secretariat.org/)

Anzahl der Seehunde im Wattenmeer im Jahr 2009
(Common Seals/Harbour Seals in the Wadden Sea in 2009)

Entsprechend dem "Trilateral Seal Mangement Plan" wurden während der jährlich durchgeführten Seehundzählungen in den drei Wattenmeerstaaten anhand von Überfliegungen die Seehunde (Phoca vitulina) zur Zeit des Fellwechsels auf den Sandbänken erfasst. Insgesamt wurden 21.571 Tiere gezählt (DK: 3.063; SH: 6.880; Nds/HH: 5.289; NL: 6.339). Die Gesamtzahl der Jungtiere betrug 5.146 (davon in DK 490; SH: 2.263, Nds/HH: 1.446 und NL: 1.249).
Damit hat die Gesamtzahl der Seehunde von 2008 zu 2009 um 6,5 % zugenommen; diese Rate ist geringer als diejenige der Zeit von 2006 bis 2008 (12,4 %). Diese allmähliche Abnahme der Zuwächse könnte ein Hinweis auf die Normalisierung der Populationsstruktur nach der Epidemie von 2002 sein. Möglich wäre auch, dass die Kapazität des Habitats zunehmend erreicht wird. Da der prozentuale Anteil der Jungtiere an der Gesamtzahl der Seehunde mit 23,9 % aber in etwa gleich geblieben ist (2006 - 2008: 25,4 %), scheint die letzte Annahme nicht zu gelten.

Da nur die Seehunde auf Sandbänken bei den Zählungen erfasst werden, wurde für die wirkliche Populationsgröße für den dänischen Teil des Wattenmeeres noch ein Korrekturfaktor (1,47) berechnet. Unter der Annahme, dass dieser Faktor für das gesamte Wattenmeer gilt, könnte man von 32.000 Tieren ausgehen; diese Anzahl liegt in der Größenordnung der für das Jahr 1900 berechneten Anzahlen.

Die seit einigen Jahren absinkenden Zuwachsraten sind nicht alarmierend. Experten gehen davon aus, dass mit dem Erreichen des Fassungsvermögens des Lebensraums die Geburtenrate bei Seehunden abnehmen wird und auch höhere Mortalitäten auftreten können. Es wird darauf hingewiesen, dass weitere Einflüsse hinzukommen können, wie: Veränderungen in den Küstengebieten, Meeresspiegelanstieg, globale Erwärmung, Populationswachstum bei Nahrungskonkurrenten, Störungen in den Nahrungsgründen.

GIF-Graphik, 30 kB

Abbildung 1: Anzahl der Seehunde im Wattenmeer seit 1975

Die vollständige Information mit weiterer Diskussion der Daten findet sich im Internet unter:
(http://www.waddensea-secretariat.org/news/news/Seals/Annual-reports/seals2009.html)


  Common Wadden Sea Secretariat, Wilhelmshaven

(http://www.waddensea-secretariat.org/)

Anzahl der Kegelrobben im Wattenmeer im Jahr 2009
(Common Seals/Harbour Seals in the Wadden Sea in 2009)

Nachdem die Kegelrobben (Halichoerus grypus) im Neolithicum (Jungsteinzeit) und der frühen Bronzezeit an den Küsten Kontinentaleuropas noch verbreitet waren, verschwanden sie später nahezu aus dem Wattenmeer. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts begann die Wiederbesiedlung. Dauerhafte Kolonien wurden sich seit den 1960er Jahren vor Amrum und in den 1980er Jahren im westlichen niederländischen Wattenmeer beobachtet.
Seit 2006 werden - trilateral koordiniert - zwei Bestandsuntersuchungen per Flugzeugüberwachung während der Zeit des Fellwechsels (März - April) durchgeführt, ergänzt durch mehrere Zählungen während der Brutsaison (November - Januar) meist von Booten oder Flugzeugen aus. Im dänischen Wattenmeer werden wegen geringer Anzahlen keine verlässlichen Zählungen durchgeführt; allerdings wurden 2009 bei Sommerzählungen 30 Kegelrobben beobachtet.

Im Jahr 2008 betrug die Gesamtanzahl der im Wattenmeer erfassten Kegelrobben während des Fellwechsels 2.194 Tiere (NL: 1.716; Nds: 174; SH: 98 und 206 auf Helgoland). Die entsprechenden Zahlen für 2009 lagen bei 2.756 (NL: 2.108; Nds: 200; SH: 138 und 310 auf Helgoland). Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr betrug 26 %. Es gibt allerdings keinen Korrekturfaktor für die Tiere, die sich möglicherweise während der Zählungen im Wasser aufhielten, so dass wirkliche Populationsgrößen nicht angegeben werden können. Anders als z.B. im Vereinigten Königreich sind die Voraussetzungen für solche genauen Bestandsangaben im Wattenmeer zur Zeit nicht gegeben.
Von November 2007 bis Januar 2008 wurden insgesamt 196 neugeborene Kegelrobben beobachtet (NL: 107, Nds: 25, SH: 12 und Helgoland: 52). Im Winter 2008/2009 waren es 387 (NL: 272, Nds: 29, SH: 16 und Helgoland: 70). Diese hohe Steigerungsrate (97 %) könnte auch durch den sehr milden Winter 2008/2009 beeinflusst worden sein.
Die zunächst regional begrenzte Verbreitung der Kegelrobben hat sich zu einer gleichmäßigen Verteilung im gesamten Wattenmeer ausgedehnt. Untersuchungen hatten ergeben, dass die Populationen aus dem Vereinigten Königreich mit denen im Wattenmeer in Kontakt stehen, man muss also davon ausgehen, dass die nordseeweite Meta-Population durch die Entwicklungen in den Unterregionen beeinflusst wird.

Die vollständige Information mit weiterer Diskussion der Daten findet sich im Internet unter:
(http://www.waddensea-secretariat.org/news/news/Seals/Annual-reports/greyseals2009.html)

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 18.11.2010 15:36:57  
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