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MURSYS - Ostsee retrospektiv

   
 
 

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen

 

Vorhandene Berichte :   
Januar-Juni 2003  ,   Juli-Dezember 2003    Januar-Juni 2004  ,   Juli-Dezember 2004   
Januar-Juni 2005  ,   Juli-Dezember 2005    Januar-Juni 2006  ,   Juli-Dezember 2006   
Januar-Juni 2007  ,   Juli-Dezember 2007    Januar-Juni 2008  ,   Juli-Dezember 2008   
Januar-Juni 2009  ,   Juli-Dezember 2009    Januar-Juni 2010  ,  

Jan.
bis
Juni
2010

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Januar bis Juni 2010)

Witterung

Im Januar 2010 bewegten sich die Monatsmitteltemperaturen zwischen –2,5 °C (Inseln) und -5,2 °C (Stettiner Haff) und lagen damit um rund 3 bis 4 K unter den vieljährigen Mittelwerten des Bezugszeitraumes von 1961 bis 1990. Den ganzen Monat über kam es immer wieder zu Schneefällen und örtlich zu starken Schneeverwehungen. Insgesamt lagen die monatlichen Niederschlagshöhen zwischen 30 und 55 mm und damit im Bereich der Mittelwerte, vereinzelt um bis zu 50 % darüber. Die Sonnenscheindauer erreichte, meist nur auf wenige Tage verteilt, 30 bis 35 Stunden, was 70 bis 95 % der Mittelwerte entspricht. Zu Jahresbeginn waren die Boddengewässer mit Eis bedeckt, bis zum Monatsende hatte sich in Häfen, Förden und inneren Fahrgewässern der Kieler und Mecklenburger Bucht 10 bis 25 cm Eis gebildet. Auch im Bereich von Stralsund und an den Außenküsten der Inseln Rügen und Usedom fand sich stellenweise Festeis. Kräftigen Wind gab es um den 9./10. und in den letzten Januartagen, teilweise mit Sturmstärke.
Der Februar blieb mit Monatsmitteltemperaturen zwischen -1 und -0,5 °C um weniger als 2 K zu kalt. Die vieljährigen Mittelwerte bei den Frost- und Eistagen wurden um rund 3 bis 9 Tage überschritten. Den gesamten Februar hindurch bestand eine geschlossene Schneedecke. Temperaturmilderung und Regen am Monatsende ließen die Schneedecke verstärkt tauen. Mit 25 bis 40 Sonnenstunden wurde vielfach weniger als die Hälfte des üblichen Monatsmittels erreicht. An der Eisbedeckung im Bereich der Kieler und Mecklenburger Bucht, in den Boddengewässern und am Haff, sowie im Südosten der Pommerschen Bucht änderte sich zunächst kaum etwas. Erst am Monatsende nahm die Eisdicke etwas ab. Kräftigen Wind mit stürmischen Böen brachte ein Tief am Monatsanfang.
Der März fiel mit Monatsmitteltemperaturen von 3 bis 4 °C um rund 1 K zu mild aus. Die 8 bis 14 Frosttage und die 1 bis 4 Eistage lagen im Bereich der Mittelwerte. Die Niederschlagshöhen bewegten sich meist bei 30 bis 40 mm, an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste bei 50 bis 60 mm und damit um +/-20 % um die Monatsmittel. Nach anfänglichem Schneefall tauten die Schneedecken meist bis zum Ende des ersten Märzdrittels ab. Mit meist 125 bis 145 Sonnenstunden wurden um bis zu 25 % mehr als im Mittel erreicht. Nach zögerlichem Beginn beschleunigte sich die Eisabnahme in den Küstengewässern nach der Monatsmitte. Nach anfänglich stürmischem Wind mit Böen, traten stärkere Winde im Monatsverlauf nur noch vereinzelt auf.
Im April lagen die Monatsmitteltemperaturen mit 7 bis 8 °C um 1 bis 2 K über den Normalwerten. Mit maximal 4 Frosttagen am Stettiner Haff blieb die Anzahl der Frosttage um 2 bis 3 Tage unter den vieljährigen Mittelwerten. Die Niederschläge brachten zwischen 10 und 20 mm, nicht einmal die Hälfte der für April üblichen Monatsmittel. Mit rund 200 bis 250 Sonnenstunden wurden die Sollwerte um etwa 15 bis 35 % überschritten. Kräftiger Wind mit stürmischen Böen trat nur vereinzelt auf.
Im Mai war es mit Mitteltemperaturen zwischen 8,5 und 10,5 °C um 1 bis 2 K zu kalt. Niederschläge zwischen 75 und 115 mm brachten teilweise mehr als das Doppelte der üblichen Monatsmittel. Die Sonne schien rund 110 bis 160 Stunden, die Sollwerte wurden damit um mehr als 30 % unterschritten. Gelegentlich trat kräftiger Wind mit starken Böen auf.
Im Juni bewegten sich die Monatsmitteltemperaturen mit Werten zwischen rund 14 und 16 °C im Bereich der vieljährigen Mittelwerte. Meist gab es einen (am Kleinen Haff 4) Sommertag (Tageshöchsttemperaturen über 25 °C), im Schnitt einer weniger als im Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Verbreitet fielen 30 bis 40 mm Niederschlag und damit rund 50 bis 70 % der Monatsmittel (in Boltenhagen mit 86 mm um bis zu 50 % mehr als üblich). Die Sonne schien zwischen 260 und 320 Stunden und überschritt die Mittelwerte vielfach um rund 10 bis 20 %. Meist wehten nur schwache Winde, vereinzelt traten stürmische Böen auf.

Wassertemperatur

Die mittleren Wassertemperaturen (gemessen in 3 m Tiefe) an der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste lagen im Januar 2010 vor Warnemünde bei 2,3 °C und damit um 0,4 K unter den Werten der Vergleichsreihe (1997 bis 2009).
Im Februar blieben die mittleren Wassertemperaturen vor Warnemünde mit -0,2 °C und vor Koserow mit -0,4 °C um 2,4 bzw. 1,7 K unter den Werten der Vergleichsreihe (1997 bis 2009).
Die mittleren Wassertemperaturen im März betrugen vor Warnemünde 1,7 °C und vor Koserow 0,8 °C und lagen damit um 1,5 K sowie 1,7 K unterhalb der langjährigen Vergleichsreihen.
Im April erreichten die mittleren Wassertemperaturen in Warnemünde 5,4 °C und in Koserow 6,0 °C und blieben noch um 0,4 K und um 0,1 K unter den Werten der Vergleichsreihe.
Auch im Mai blieben die Temperaturen in Warnemünde mit 8,7 °C um 1,7 K und in Koserow mit 10,5 °C um 1,2 K unter den Werten der Vergleichsreihen.
Im Juni betrugen die Wassertemperaturen im Mittel in Warnemünde 14,1 °C und in Koserow 14,4 °C und blieben damit um 0,8 bzw. um 1,2 K weiterhin unter den langjährigen Vergleichswerten.

Wasserstand

Die Messungen der Wasserstände an der schleswig-holsteinischen sowie an der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste ergaben für den Januar 2010 Monatsmittelwerte, die in Kiel um 2 cm unter den Werten der Vergleichsreihe (die Jahre 1996 bis 2005) und in Koserow um 21 cm unter den Werten der Vergleichsreihe (1998 bis 2007) lagen. Bei den Extremwerten wurde der niedrigste Pegelstand am 27.1. in Flensburg mit 355 cm und der höchste Stand in Kiel-Holtenau am 10.1. mit 637 cm verzeichnet.
Im Februar lagen die mittleren Wasserstände in Schleswig-Holstein um 6 cm (Kiel) und in Mecklenburg-Vorpommern um 23 cm (Koserow) unter denen der Vergleichsreihe. Der niedrigste Pegel fand sich in Flensburg mit 414 cm (3.2.), der höchste wurde mit 551 cm am 12.2. in Wismar registriert.
Für den Monat März wurden in Schleswig-Holstein für Kiel Monatsmittelwerte um 1 cm unter den Wasserstandsvergleichswerten, in Mecklenburg-Vorpommern für Koserow um 2 cm unter den Vergleichswerten ermittelt. Die niedrigsten Pegelwerte hatten Flensburg mit 459 cm (am 11.3.) und Wismar (am 10.3.) mit 461 cm zu verzeichnen, der höchste wurde in Rostock am 14.3. mit 575 cm registriert.
Im April lagen die mittleren Wasserstände für Kiel um 2 cm über den Werten der Vergleichsreihe, in Koserow um 1 cm über den entsprechenden Werten. Der niedrigste Wasserstand wurde am 17.4. mit 454 cm in Flensburg registriert, der höchste am 11.4. in Lübeck mit 538 cm.
Im Mai erreichten die Wasserstände im Monatsmittel in Kiel Werte um 16 cm und in Koserow um 14 cm über denen der Vergleichsreihe. Der niedrigste Wasserstand wurde mit 439 cm am 23.5. in Flensburg registriert, der höchste Stand mit 591 cm am 7.5. in Eckernförde.
Die Monatsmittel der Wasserstände im Juni überstiegen die jeweiligen Werte der Vergleichsreihen für Schleswig-Holstein in Kiel um 8 cm, für Mecklenburg-Vorpommern in Koserow um 5 cm. Der niedrigste Wasserstand des Monats wurde am 12.6 mit 448 cm in Flensburg gemessen, der höchste mit 578 cm am 1.6. in Greifswald.

Oberflächenabfluss

Die Abflussmengen für die Oder (Pegel Hohensaaten-Finow) im 1. Halbjahr 2010 konnten für Januar und Februar wegen Eisgangs noch nicht festgestellt werden. Im März lagen die Abflussmengen im Mittel um rund 30 % höher als der Abflussmittelwert der Vergleichsreihe der Jahre 1941 bis 2004, im April waren die Abflussmengen dann etwas höher als der Mittelwert der Vergleichsreihe. Deutlich höher als in der Vergleichsreihe war die Abflussmenge im Mai (um gut 50 %). Im Juni erreichte die mittlere Abflussmenge gut das Dreifache des Abflussmittelwertes der Vergleichsreihe.

Eisverhältnisse

Der Eiswinter 2009/2010 liegt in Hinblick auf die erzeugte Eismenge und die Dauer der Eisbedeckung an den deutschen Küsten im Bereich zwischen mäßigen (in Schleswig-Holstein) und starken (in Mecklenburg-Vorpommern) Eiswintern. Dies war der erste Winter seit 13 Jahren (seit dem Winter 1995/1996), in dem Eisbildung auch im Seebereich der westlichen Ostsee aufgetreten ist.
Der Winter bestand aus einer von Mitte Dezember bis Ende Februar dauernden Kälteperiode, die kurzzeitig um die Jahreswende unterbrochen wurde. Das erste Eis im Bereich der deutschen Ostseeküste bildete sich in den östlichen Boddengewässern am 16. Dezember 2009 und in den inneren Fahrwassern der westlichen Ostsee um den 20. Dezember. Die Eisbildung begann erneut Anfang Januar im Osten und breitete sich rasch westwärts auf geschützt liegende innere Bereiche aus. Zum Zeitpunkt der maximalen Eisentwicklung am 17. Februar 2010 waren alle inneren Gewässer der deutschen Nord- und Ostseeküsten mit Eis bedeckt. Weiter außerhalb trat Eis in der Pommerschen Bucht , in der Lübecker Bucht, im Fehmarnsund (und in den Wattenbereichen der Nordsee) auf. Die maximalen Eisdicken an der Ostseeküste erreichten zwischen 15 und 35 cm in den östlichen Boddengewässern, zwischen 10 und 30 cm in den westlichen inneren Fahrwassern und zwischen 5 und 15 cm im Nord-Ostsee-Kanal sowie im Seegebiet. In der dritten Februardekade leitete wärmere Witterung den Eisrückgang ein.
Die Schifffahrt musste in den westlichen inneren Fahrwassern nur an wenigen Tagen unterstützt werden. Größere Probleme bereitete das Eisvorkommen in den Küstengewässern Vorpommerns, wo die Fahrrinnen aufgebrochen werden mussten. Einige Hafenzufahrten wurden von Anfang Januar bis Ende März für die Schifffahrt gesperrt.

Im Skagerrak waren kleiner Fjorde an der norwegischen Küste von Anfang Januar bis Ende März vollständig mit Eis bedeckt. Auch im Oslofjord trat Eis auf.
In den dänischen und schwedischen Gewässern der westlichen Ostsee und des Kattegats trat in den kleineren Häfen und flachen geschützt liegenden Küstenabschnitten bis zu 10 - 30 cm dickes Eis auf.

Die Eisbildung im nördlichen Ostseeraum begann in den Schären der nördlichen Bottenwiek Ende November, etwa 2 Wochen später als normal. Im östlichen Teil des Finnischen Meerbusens begann die Eisbildung in der 2. Dezemberdekade. Die Eisbedeckung und die Eisdicken nahmen bis Mitte März kontinuierlich zu und entsprachen zu jeder Zeit der Eisentwicklung einem mäßigen Eiswinter. Der Höhepunkt des Eisvorkommens im nördlichen Ostseeraum wurde um den 8. März erreicht: Der Bottnische, Finnische und Rigaische Meerbusen waren vollständig mit Eis bedeckt (Eisgrenze auf etwa der Breite 58°30' N). Entlang der schwedischen und lettischen Küsten erstreckten sich bis zu 40 Seemeilen breite Gürtel mit dünnem Eis weiter nach Süden. Die Schifffahrt wurde in allen diesen Seebereichen erschwert , 30 Eisbrecher waren im Einsatz. Anfang März saßen in der Alandsee trotz Warnungen der Eisdienste Schiffe fest.
Ende März setzte von Süden her langsam der Eisrückgang ein, letztes Treibeis in der zentralen Bottenwiek löste sich Ende Mai auf.
Im Eiswinter 2009/2010 wurde in der Ostsee eine maximale Eisausdehnung von ca. 240 000 km² erreicht.

Juli
bis
Dez.
2009

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Juli bis Dezember 2009)

Witterung

Mit Monatsmitteltemperaturen von 18 bis 19 °C war der Juli 2009 im Gegensatz zum Vormonat wieder wärmer als normal und übertraf die vieljährigen Mittelwerte des Bezugszeitraumes von 1961 bis 1990 um 1,5 bis 2 K. Die Zahl der Sommertage (Tageshöchsttemperatur 25 °C und höher) lag meist über dem vieljährigen Durchschnitt. Die Niederschlagssummen schwankten zwischen 50 und 100 mm und lagen damit teilweise bis knapp 50 % über dem vieljährigen Durchschnitt, stellenweise aber auch um bis zu 10 % darunter. Mit 220 bis 265 Stunden Sonnenscheindauer wurden die Sollwerte meist erreicht. Vor allem in der zweiten Monatshälfte trat kräftiger Wind mit stürmischen Böen auf.
Auch der August lag mit mittleren Temperaturen von 18 bis 19 °C um rund 2 bis 2,5 K über den vieljährigen Mittelwerten, mit 13 Sommertagen wurde der vieljährige Mittelwert um bis zu 7 Tage übertroffen. Mit Niederschlagshöhen zwischen 20 und 40 mm wurden nur 30 bis 80 % der Monatsmittel erreicht. Die Sonnenscheindauer von 240 bis 290 Stunden überschritt die Sollwerte um bis zu 25 %. Um die Monatsmitte und Monatsende trat örtlich kräftiger Wind mit stürmischen Böen auf.
Im September blieb die zu warme, zu trockene und sonnescheinreiche Witterung erhalten. Die Monatsmitteltemperaturen lagen mit 15 - 16 °C um 1,5 bis 2 K über den vieljährigen Bezugswerten und mit bis zu 3 Sommertagen wurden zwei mehr als im Mittel der Jahre verzeichnet. Es fielen nur rund 30 bis 40 mm Niederschlag, das waren 60 bis 80 % vom Monatsmittel (Fehmarn erreichte mit 17 mm nur 32 %). Die Sonnenscheindauer überschritt mit 180 bis 223 Stunden die Monatsmittel um rund 15 bis 30 %. Der September verlief meist windschwach.
Der Oktober war zu kühl, zu nass und weniger sonnig. Die Monatsmitteltemperaturen von 7,5 bis 9,5 °C lagen um rund 0,5 bis 1,5 K unter den vieljährigen Durchschnittswerten. Die monatlichen Niederschläge von rund 50 bis 80 mm übertrafen die langjährigen Mittelwerte um 15 bis 125 %. Mit 70 bis 110  Sonnenstunden wurde meist nur 70 bis 90 % der zu erwartenden Sonnenscheindauer erreicht. Während der ersten Monatshälfte traten immer wieder Böen der Stärke Bft 8 bis 9 auf.
Im milden November betrugen die Monatsmitteltemperaturen 7 bis 8 °C und bewegten sich um 2 bis 3K über den vieljährigen Bezugswerten. Es war weiterhin zu nass, mit Niederschlägen von etwa 60 bis 100 mm wurden die Mittelwerte meist um 30 bis 50 %, vereinzelt bis zu 80 % überschritten. Die Sonnenscheindauer nahm nach Osten hin von 20 auf 42 Stunden zu und überschritt die Sollwerte um etwa 30 bis 70 %. Mitte des Monat brachte der erste Herbststurm Böen von Bft 9 bis 11.
Im zu kühlen und zu trockenen Dezember bewegten sich die Monatsmitteltemperaturen mit 0 bis 2 °C vielfach um 1 K unter dem Durchschnitt. Die 8 (Fehmarn) bis 17 (Kleines Haff) Frosttage (Lufttemperaturminimum unter 0°C) und die 4 bis 6 Eistage (Lufttemperatur nicht über 0 °C) lagen jeweils im Bereich der Mittelwerte. Mit Niederschlägen zwischen 20 und 60 mm lagen die Defizite bei 15 bis 50 %, ab der Monatsmitte fiel der Niederschlag als Schnee. Meist lag die Sonnenscheindauer von 30 Stunden um 10 bis 25 % unterhalb der Sollwerte. Kräftigen Wind mit stürmischen Böen der Stärke Bft 8 bis 9 gab es am 26. des Monats.

Wassertemperatur

Die mittleren Wassertemperaturen (gemessen in 3 m Tiefe) erreichten an der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste im Juli 2009 vor Warnemünde und vor Koserow jeweils 18,1 °C und waren damit bei den Werten der Vergleichsreihe (1997 bis 2008 für Warnemünde und 1998 bis 2008 für Koserow).
Im August lagen die mittleren Wassertemperaturen vor Warnemünde mit 18,7 °C um 0,7 K und vor Koserow mit 19,4 °C um 0,4 K über den Werten der Vergleichsreihe.
Die mittleren Wassertemperaturen blieben im September mit 16,5 °C vor Warnemünde und 17,2 °C vor Koserow jeweils um 0,6 K über den Vergleichswerten.
Im Oktober fielen die mittleren Wassertemperaturen unter die Werte der Vergleichsreihe, vor Warnemünde wurden mit 12,0 °C um 0,3 K weniger und vor Koserow mit 10,7 °C um 1,3 K weniger als üblich registriert.
Die mittleren Wassertemperaturen lagen im November in Warnemünde bei 9,3 °C um 1 K über und in Koserow bei 7,1 °C um 0,2 K unter den Werten der Vergleichsreihe.
Im Dezember wurden im Mittel vor Warnemünde Wassertemperaturen von 5,8 °C und vor Koserow von 4,2 °C erreicht, die Werte lagen um 0,7 K bzw. 0,3 K über den Vergleichswerten.

Wasserstand

Die Messungen der Wasserstände an der schleswig-holsteinischen und mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste ergaben für den Juli 2009 Monatsmittelwerte, die in Kiel um 1 cm und in Warnemünde um 4 cm unter den Werten der Vergleichsreihe (dies sind die Jahre 1996 bis 2005 für Schleswig-Holstein und 1998 bis 2007 für Mecklenburg-Vorpommern) lagen. Bei den Extremwerten wurde der niedrigste Pegelstand am 20.7. in Flensburg mit 449 cm und der höchste Stand in Warnemünde und Koserow mit je 537 cm (in Rostock kurzfristig 556 cm) verzeichnet. Insgesamt bewegten sich die Wasserstände überwiegend um den Mittelwasserbereich.
Die Monatsmittelwerte des Wasserstands lagen im August in Kiel mit 507 cm um 1 cm über und in Koserow mit 511 um 3 cm unter den jeweiligen Vergleichswerten. Die niedrigsten Wasserstände wurden mit 460 cm in Kiel und Eckernförde, der höchste Stand mit 544 in Flensburg erreicht. Der Wasserstand an der gesamten Außenküste schwankte insgesamt im Bereich von 40 cm unter und 40 cm über dem mittleren Wasserstand.
Im September lagen die Monatsmittelwerte in Kiel mit 503 cm um 3 cm und in Koserow mit 511 cm um 1 cm unter den Werten der jeweiligen Vergleichsreihe. Mit 403 cm wurde in Eckernförde der niedrigste Pegelstand gemessen, mit 590 cm in Kiel-Holtenau der höchste.
Die mittleren Wasserstände im Monat Oktober lagen für Kiel mit 521 cm um 20 cm über dem Wert der Vergleichsreihe, für Koserow betrug der Wert 529 cm, damit 25 cm mehr als üblich. Bei den Extremwerten wurde das Minimum für Flensburg mit 395 cm ermittelt, das Maximum in Koserow mit 639 cm.
Im November lagen die Monatsmittelwerte für den Wasserstand in Kiel bei 487 cm und damit 19 cm unter den Werten der Vergleichsreihe. Auch in Koserow lag der Mittelwert mit 490 cm um 21 cm unter der entsprechenden Reihe. Unter den Extremwerten beiden Wasserständen wurde in Flensburg das Minimum mit 371 cm und in Kiel-Holtenau das Maximum mit 554 cm erreicht.
Die Wasserstände im Dezember erreichten Mittelwerte für Kiel von 507 cm , 8 cm über dem Werte der Vergleichsreihe, und für Koserow wurden mit 509 cmcm mehr als in der Vergleichsreihe registriert. Bei den Extremwerten wurden sowohl der Minimalwert von 427 cm als auch der Maximalwert von 601 cm in Flensburg erreicht.

Oberflächenabfluss

Im 2. Halbjahr 2009 erbrachten die Abflussmengen an der Oder (Pegel Hohensaaten-Finow) für Juli rund 178 % des entsprechenden Abflussmittelwertes der Vergleichsreihe der Jahre 1941 bis 2004, im August lagen die Mengen etwas unter dem entsprechenden Vergleichswert, im September (mit 69 %) und im Oktober (mit 84 %) deutlich darunter. Im November und Dezember waren die Abflussmengen höher als im Mittel der jeweiligen Vergleichsreihe.

Eisverhältnisse

Das erste Eis der Eissaison 2009/2010 hatte sich Ende November 2009 in den nördlichsten inneren Schären der Bottenvik gebildet. Bis Mitte Dezember hatte auch im Finnischen Meerbusen die Eisbildung begonnen und weitete sich langsam auch auf innere geschützte Küstengewässer und Häfen des Rigaischen Meerbusens und der Baltischen Küste aus. Ende Dezember setzte sich unter Hochdruckeinfluss die Eisbildung dann verstärkt fort. Auch im südlichen Ostseeraum begann dann zum Jahresende Eisbildung.

Jan.
bis
Juni
2009

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Januar bis Juni 2009)

Witterung

Im Januar 2009 lagen die Monatsmitteltemperaturen zwischen +1,1 °C und -1,1 °C und damit meist im Bereich der vieljährigen Mittelwerte des Bezugszeitraumes von 1961 bis 1990. Es wurden , von West nach Ost zunehmend 14 bis 26 Frosttage registriert, im Osten 5 - 6 Tage mehr als üblich. Die Anzahl der Eistage blieb mit 4 bis 9 um 1 - 3 Tage unter den Vergleichswerten. Die Niederschlagshöhen von 10 bis 20 mm entsprachen nur 25 bis 50 % der Monatsmittel. Die Sonnenscheindauer überschritt mit 55 bis 65 Stunden die Monatsmittelwerte um 30 bis 70 %. Zu Jahresbeginn kam es zur Eisbildung in den inneren Boddengewässern, zum Ende des Monats führte Neueisbildung noch zu einem Anwachsen der Eisdicke.
Der Februar war mit einer Monatsmitteltemperatur zwischen 0 und 1,3 °C um bis zu 1 K milder als gewöhnlich. Es gab bis zu 6 Eistage, 2 bis 4 weniger als im Mittel. Die 9 (Fehmarn) bis 21 (östlich von Rügen) Frosttage unterschritten die Mittelwerte im westlichen Teil um 5, östlich von Rügen waren es 2 mehr als im Mittel. Mit Niederschlagshöhen zwischen 28 und 41 mm wurden die Monatsmittelwerte um bis zu 80 % überschritten. Die Sonne schien meist nur 30 bis 40 (Fehmarn 47) Stunden, damit wurden die vieljährigen Mittelwerte um 40 bis 50 % (Fehmarn 30 %) verfehlt. Kräftiger Wind war selten, regional traten Sturmböen auf. Eisreste schmolzen zum Monatsende ab (Ausnahme Kleines Haff).
Der März fiel mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 3 und 5 °C um 1 bis 2 K zu mild aus. Die monatlichen Niederschlaghöhen von rund 40 bis 50 mm überschritten die Mittelwerte um bis zu 30 %. Mit rund 90 bis 100 Sonnenstunden wurden die Sollwerte um 10 bis 30 % verfehlt. Stürmischer Wind war selten, nur vereinzelt traten stürmische Böen auf.
Der April 2009 war deutschlandweit der wärmste seit Beginn der regelmäßigen Messungen vor rund 120 Jahren. An der Ostsee lagen die Monatsmitteltemperaturen zwischen 7,7 °C (Kap Arkona) und 11 °C (Kleines Haff) und damit um 3 bis 4 K über den Vergleichswerten des Bezugszeitraumes 1961 - 1990. Mit Niederschlagshöhen von unter 10 mm war der Monat sehr trocken. In diesem sonnenscheinreichsten April wurden mit 284 bis 333 Sonnenstunden die vieljährigen Mittelwerte um 65 bis 100 % überschritten. Meist war es windschwach.
Mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 11 und knapp 13 °C fiel der Mai nur noch um 0,5 bis 1,7 K zu warm aus. Es fielen meist 40 bis 60 mm (östlich vom Darß bis zu 65 mm) Niederschlag, womit die Mittelwerte meist bis zu 10 %, regional aber um bis zu 70 % überschritten wurden. Mit 233 (Kleines Haff) bis 304 (Fehmarn) Sonnenstunden wurden die Sollwerte um 25 bis 40 % überschritten. Es gab immer wieder kräftigen Wind, teilweise mit stürmischen Böen.
Der Juni fiel mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 13 und 14,5 °C um bis zu 1 K zu kühl aus. Es konnte nur ein Sommertag verzeichnet werden, vier weniger als im Mittel. Die Niederschlagshöhen bewegten sich zwischen 42 mm (Rügen) und 76 mm (Rostock) und lagen vielfach im Bereich der Mittelwerte, teils um bis zu 30 % darüber. Die Sonnenscheindauer lag zwischen 214 Stunden (Kleines Haff) und 273 Stunden (Fehmarn), womit die Sollwerte meist um bis zu 10 % unterschritten wurden. Kräftigen Wind mit stürmischen Böen gab es nur an wenigen Tagen.

Wassertemperatur

Die mittleren Wassertemperaturen (gemessen in 3 m Tiefe) an der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste lagen im Januar 2009 vor Warnemünde bei 2,5 °C und damit um 0,3 K unter den Werten der Vergleichsreihe (1997 bis 2008), vor Koserow betrug die mittlere Temperatur 1,2 °C und lag ebenfalls um 0,3 K unter dem Wert der Vergleichsreihe (1998 bis 2008).
Im Februar blieben die mittleren Wassertemperaturen vor Warnemünde mit 1,6 °C und in Koserow mit 0,3 °C um jeweils rund 1 K unter den Werten der Vergleichsreihe.
Die mittleren Wassertemperaturen im März lagen sowohl in Warnemünde mit 3,2 °C als auch in Koserow mit 2,7 °C bei den Werten der langjährigen Vergleichsreihen.
Im April betrugen die mittleren Wassertemperaturen in Warnemünde 6,0 °C und in Koserow 6,5 °C und lagen um 0,2 K und um 0,4 K über den Werten der Vergleichsreihe.
Auch im Mai lagen die Temperaturen in Warnemünde mit 11 °C und in Koserow mit 12,1 °C um 0,4 K und 0,3 K höher als die Vergleichsreihen.
Im Juni betrugen die Wassertemperaturen im Mittel in Warnemünde 14,1 °C und in Koserow 15,5 °C und blieben damit um 0,8 bzw. um 0,2 K unter den langjährigen Vergleichswerten.

Wasserstand

Die Messungen der Wasserstände an der schleswig-holsteinischen und mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste ergaben für den Januar 2009 Monatsmittelwerte, die in Kiel 6 cm und in Koserow 11 cm unter den Werten der Vergleichsreihe (dies sind die Jahre 1996 bis 2005 für Schleswig-Holstein und 1998 bis 2007 für Mecklenburg-Vorpommern) lagen. Bei den Extremwerten wurde der niedrigste Pegelstand am 7.1. (frühmorgens) in Flensburg mit 394 cm und der höchste Stand ebenfalls am 7.1. (spätabends) in Flensburg mit 591 cm verzeichnet.
Im Februar lagen die mittleren Wasserstände in Schleswig-Holstein um 1 cm (Kiel) über und in Mecklenburg-Vorpommern um 6 cm (Warnemünde) unter denen der Vergleichsreihe. Der niedrigste Pegel fand sich in Flensburg mit 449 cm (22.2.), der höchste wurde mit 585 cm ebenfalls in Flensburg am 1.2. registriert.
Für den Monat März wurden in Schleswig-Holstein für Kiel Monatsmittelwerte um 1 cm über den Wasserstandsvergleichswerten, in Mecklenburg-Vorpommern für Warnemünde um 1 cm unter den Vergleichswerten ermittelt. Den niedrigsten Pegelwert hatte Flensburg mit 444 cm am 20.3. zu verzeichnen, den höchsten Wismar am 24.3. mit 599 cm.
Im April lagen die mittleren Wasserstände für Kiel bei 3 cm über den Werten der Vergleichsreihe, in Warnemünde um 2 cm unter den entsprechenden Werten. Der niedrigste Wasserstand wurde am 19.4. mit 448 cm in Rostock registriert, der höchste am 16.4. in Schleswig mit 554 cm.
Im Mai lagen die Wasserstände im Monatsmittel in Kiel um 2 cm über, in Warnemünde um 1 cm unter den Werten der Vergleichsreihe. In Flensburg wurde der niedrigste Wasserstand mit 439 cm am 27.5. registriert, der höchste Stand mit 558 cm am 29.5. in Koserow.
Im Juni überstiegen die mittleren Wasserstände die jeweiligen Werte der Vergleichsreihen, für Schleswig-Holstein in Kiel um 12 cm, für Mecklenburg-Vorpommern in Warnemünde um 9 cm. Der niedrigste Wasserstand des Monats wurde am 12.6. mit 405 cm in Flensburg gemessen, der höchste mit 587 cm am 11.6. in Rostock.

Oberflächenabfluss

Die Abflussmengen für die Oder (Pegel Hohensaaten-Finow) fielen im 1. Halbjahr 2009 im Januar etwas und im Februar deutlich niedriger aus als die Abflussmittelwerte der Vergleichsreihe der Jahre 1941 bis 2004, im März lagen die Mengen etwas höher und im April etwa beim Mittelwert. Deutlich niedriger als im Mittel waren die Abflussmengen im Mai (um gut 40 %) und im Juni.

Eisverhältnisse

Der Eiswinter 2008/09 an den deutschen Nord- und Ostseeküsten war der dritte schwache Eiswinter in Folge. In der Ostsee erreichte die flächenbezogene Eisvolumensumme 0,13 m.
Im Verlauf des Winters 2008/2009 gab es zwei Kälteperioden: vom 30. Dezember bis zum 11. Januar und von Ende Januar bis Mitte Februar.
Die Eisbildung in den inneren Gewässern der deutschen Ostseeküste begann in den letzten Dezembertagen, aber es kam im Verlauf des Winters zu keiner flächendeckenden Vereisung. An den Küsten Schleswig-Holsteins und Mecklenburgs trat meist nur an wenigen Tagen Eis auf (Ausnahmen: innere Schlei mit 39 Tagen , Rostocker Stadthafen mit 30 Tagen).
In den Boddengewässern südlich von Darß und Zingst wurde an etwa 60 Tagen Eis beobachtet; in den Fahrwassern nach Stralsund trat Neueis oder dünnes Eis an etwa 20 Tagen auf.
Am längsten dauerte die Eissaison 2008/2009 an der ostvorpommerschen Küste. Auf dem südlichen Peenestrom, im Achterwasser und im Kleinen Haff blieb das Eis zwei Monate lang bis Anfang März liegen. Für die Eisbildung an der deutschen Außenküste und im offenen Seebereich reichte die Kälte des Winters 2008/2009 nicht aus.
In den dänischen und schwedischen Gewässern der westlichen Ostsee und des Kattegats trat in den kleineren Häfen und flachen geschützt liegenden Küstenabschnitten während der beiden Kälteperioden Neueis und dünnes Eis auf.
Auch im nördlichen Ostseeraum war der Eiswinter 2008/2009 schwach ausgeprägt. Zum Zeitpunkt der maximalen Eisausdehnung um den 20. Februar bedeckte das Eis ca. 112 000 km², etwa die doppelte Fläche verglichen mit dem Eiswinter 2007/2008.
Die Eisbildung begann in den Schären der nördlichen Bottenwiek Ende November, etwa 2 Wochen später als normal und im östlichen Teil des Finnischen Meerbusens am 16. Dezember, etwa 3 Wochen später als gewöhnlich. Anfang Januar nahm bei zeitweise strengem Dauerfrost das Eis im nördlichen Ostseeraum zu und intensivierte sich bis Mitte Februar. Um den 20. Februar wurde die maximale Ausdehnung der Eisbedeckung erreicht: die Bottenwiek war vollkommen mit Eis bedeckt, entlang der Bottenseeküsten erstreckte sich ein 10 bis 15 Seemeilen breiter Gürtel aus dünnem Eis. Im Finnischen Meerbusen lag auf See teilweise kompaktes dickes Eis, weiter westwärts dünnes Eis.
Die Eissaison 2008/2009 endete in nördlichen Ostseeraum Ende Mai, zum langjährigen durchschnittlichen Termin.

Juli
bis
Dez.
2008

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Juli bis Dezember 2008)

Witterung

Im Juli 2008 bewegten sich die Monatsmitteltemperaturen mit rund 18 °C um 1 - 2 K über den Mittelwerten des Referenzzeitraums 1961 - 1990, bei hochsommerlicher Witterung zu Beginn und am Ende des Monats. Anders als an der Nordsee setzte sich die Trockenheit der beiden Vormonate fort, mit Niederschlagshöhen zwischen 20 und 50 mm wurden nur 30 bis 75 % der Monatsmittel erreicht. Mit 265 bis 317 Sonnenstunden wurden die Monatsmittel um 15 - 20 % überschritten. Der Wind frischte im Bereich von Schauern und Gewittern zeitweise böig auf.
Der August fiel unter vorherrschendem Tiefdruckeinfluss zu warm, niederschlagsreich und sonnenscheinarm aus. Die Monatsmitteltemperaturen um 18 °C bewegten sich um 1 K über den Mittelwerten. Das Niederschlagaufkommen nahm von West nach Ost deutlich ab. An der westlichen Ostsee fielen zwischen 110 und 160 mm Niederschlag, mehr als das Doppelte der Monatsmittel; östlich von Rügen wurden mit rund 60 mm die Mittelwerte nur um bis zu 20 % überschritten. Die Sonnenscheindauer blieb mit meist nur 150 bis 170 Stunden um rund 20 - 30 % unter den Mittelwerten. Vor allem in der ersten Augusthälfte zeigten sich hohe Windgeschwindigkeiten, in Böen wurde auch Sturmstärke erreicht.
Im September bewegten sich die Monatsmitteltemperaturen mit 14 °C im Bereich der 30-jährigen Referenzwerte. Verbreitet fiel der Monat zu trocken aus mit 20 bis 40 mm Niederschlag (40 - 75 %), östlich von Rügen brachten 50 bis 60 mm Niederschlag Überschüsse bis um 10 %. Infolge häufiger Hochnebelbildung verfehlte die Sonnenscheindauer mit 120 - 140 Stunden die Monatsmittel um 15 - 25 %. Der Wind wehte vielfach nur schwach bis mäßig.
Die Monatsmitteltemperaturen im Oktober lagen zwischen 9 und 11 °C und damit fast durchweg im Bereich der vieljährigen Mittelwerte. Niederschlagshöhen von rund 50 bis 100 mm bedeuteten einen Überschuss von bis zu 85 % (Ausnahme: auf Fehmarn war es zu trocken). Die Sonne schien 95 bis 114 Stunden und bewegte sich damit im Bereich der vieljährigen Mittelwerte. Kräftiger Wind wehte vor allem zu Monatsbeginn und um die Monatsmitte, in Böen trat Sturmstärke auf.
Der November fiel mit Mitteltemperaturen zwischen rund 6 bis 7 °C um 1 - 2 K zu mild aus. Es gab meist nur bis zu 2 Frosttage, rund 3 Tage weniger als im Mittel, nur östlich von Rügen gab es übliche 5 - 8 Frosttage. Die Niederschlagshöhen lagen mit 25 bis 45 mm um 20 bis 40 % unter den Mittelwerten. Auch die Sonnenscheindauer verfehlte die vieljährigen Mittelwerte und lag mit rund 30 bis 45 Stunden um 10 bis 45 % darunter. Im zweiten Monatsdrittel wehte kräftiger, teils auch stürmischer Wind.
Der Dezember war mit Mitteltemperaturen von 2 bis 3,5 °C um rund 1 K zu mild. Mit bis zu 2 Eistagen wurden die vieljährigen Mittel um 3 - 5 Tage unterschritten. Auch mit 3 bis 11 Frosttagen wurden die Mittelwerte des Zeitraums 1961 - 1990 um 6 bis 8 Tage (auf Rügen um 11 Tage) verfehlt. Niederschlagshöhen um 30 bis 40 mm entsprachen einem Defizit von 10 bis 25 %. Die Sonnenscheindauer lag mit 20 bis 40 Stunden um 20 bis 30 % unter den Mittelwerten (Ausnahme: Kleines Haff mit überdurchschnittlichen Werten). Der Wind wehte überwiegend schwach bis mäßig.

Wassertemperatur

Die Wassertemperaturen (in 3 m Tiefe) an der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste vor Warnemünde lagen im Juli 2008 im Mittel bei 18,0 °C und vor Koserow bei 18,4 °C und damit um 0,4 bzw. 0,2 K über den Werten der Vergleichsreihe (1997 bis 2008 für Warnemünde; 1999 bis 2008 für Koserow).
Die mittleren Wassertemperaturen im August erreichten vor Warnemünde 18,3 °C, vor Koserow 18,6 °C und lagen im Bereich der Vergleichswerte.
Auch im September blieben die Wassertemperaturen mit 15,7 °C vor Warnemünde und 16,3 °C vor Koserow bei den Werten der Vergleichsreihe.
Im Oktoberbewegten sich die Temperaturen mit 12,4 °C (Warnemünde) bzw. 12,3 °C (Koserow) ebenfalls im Bereich der Vergleichsreihe.
Im November lagen die mittleren Wassertemperaturen mit 9,1 °C vor Warnemünde und 8,3 °C vor Koserow jeweils um 1 K über den Werten der Vergleichsreihe.
Die mittleren Wassertemperaturen im Dezember betrugen vor Warnemünde 5,8 °C und vor Koserow 4,5 °C und lagen damit um 0,8 bzw. 0,6 K über den Werten der Vergleichsreihe.

Wasserstand

Die Wasserstände an der schleswig-holsteinischen und mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste erreichten im Juli 2008 Monatsmittelwerte, die in Schleswig-Holstein (Travemünde) mit 514 cm um 4 cm über den Werten der Vergleichsreihe (1996 - 2005) und in Mecklenburg-Vorpommern (Warnemünde) mit 514 cm um 2 cm über den Vergleichswerten (1997 - 2006) lagen. Die höchsten Wasserstände wurden in Lübeck (3.7.2008) mit 557 cm und in Rostock mit 553 cm (6.7.2008) gemessen, die niedrigsten Wasserstände traten am 9.7.2008 auf: Flensburg 470 cm und Rostock 475 cm. Im Juli traten keine Hochwasser- oder Niedrigwasserereignisse auf.
Für August lagen die mittleren Wasserstände in Travemünde mit 506 cm um 3 cm und in Warnemünde um 2 cm unter den Werten der Vergleichsreihe. Die niedrigsten Pegelstände wurden am 14.8. registriert infolge südwestlicher Strömung mit 421 cm in Lübeck, und 423 cm in Wismar. Die höchsten Pegelwerte erreichten 546 cm in Kiel (28.8.) und 555 cm in Koserow am 17.8.).
Auch im September blieben die mittleren Wasserstände unter den Werten der Vergleichsreihe:
In Travemünde um 4 cm und in Koserow um 9 cm. Die niedrigsten Wasserstände wurden am 28.9. gemessen mit 449 cm in Flensburg und 460 cm in Warnemünde und Koserow. Die höchsten Werte traten am 12.9. auf mit 592 cm in Schleswig und 554 cm in Wismar.
Im Oktober lagen die Monatsmittelwerte für den Wasserstand in Schleswig-Holstein um 7 cm (Kiel) unter und in Mecklenburg-Vorpommern um 3 cm (Koserow) über den Werten der Vergleichsreihe. Der maximale Wasserstand wurde am 30.10. in Koserow mit 618 cm erreicht, für Schleswig-Holstein lag der Wert bei 602 cm (Kiel). Die niedrigsten Werte traten am 5.10. auf mit 391 cm in Flensburg und 396 cm in Wismar.
Die Monatsmittelwerte für November übertrafen die Werte der Vergleichsreihe in Kiel um 6 cm und in Koserow um 13 cm. Die höchsten Pegelstände wurden am 23.11. in Wismar mit 602 cm und am 22.11. in Kiel mit 586 cm gemessen. Die niedrigsten Werte gab es am 18.11. in Flensburg mit 420 cm und in Wismar mit 436 cm.
Die mittleren Wasserstände im Dezember lagen auch über den Werten der Vergleichsreihe, um 11 cm in Kiel und um 10 cm in Koserow. Den höchsten Stand erreichte Wismar mit 592 cm am 2.12., für Schleswig-Holstein lag der Maximalwert in Kiel bei 564 cm am 23.12. Die niedrigsten Wasserstände des Monats lagen bei 424 cm in Flensburg (22.12.) und bei 454 cm in Wismar (19.12).

Oberflächenabfluss

Die Abflussmengen für die Oder (Pegel Hohensaaten-Finow) fielen in allen Monaten des zweiten Halbjahres 2008 deutlich geringer aus als die jeweiligen Abflussmittel der Jahre 1941 bis 2004. Es wurden nur 54 % (Juli) bis 83 % (November) der Mittelwertreihe erreicht.

Eisverhältnisse

Das erste Eis der Eissaison 2008/09 hatte sich um den 20. November in den nördlichsten inneren Schären der Bottenvik gebildet und die Vereisung der Küstengewässer im nördlichen Bottnischen Meerbusen setzte sich fort. Mitte Dezember fand in der Kronstadtbucht und in der inneren Vyborgbucht Eisbildung statt. Bis Ende Dezember hatten sich die Eisverhältnisse im nördlichen Ostseeraum nicht wesentlich verändert.

Jan.
bis
Juni
2008

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Januar bis Juni 2008)

Witterung

Der Januar 2008 war noch milder als der Vormonat und erreichte an der Ostsee Monatsmitteltemperaturen zwischen 3 und 4 °C, diese lagen um 3 bis 4 K über den Mittelwerten des Bezugszeitraumes von 1961 bis 1990. Mit Ausnahme von Fehmarn und Rügen fielen rund 45 bis 70 mm Niederschlag, womit die Mittelwerte um bis zu 30 %, im Osten um 60 bis 70 % überschritten wurden. Der Wind wehte immer mal wieder stark bis stürmisch, erreichte teilweise in Böen Sturmstärke.
Der Februar war der mildeste und sonnigste Wintermonat, die gewöhnlichen Monatsmitteltemperaturen von null bis 1 °C wurden um 4 bis 5 K überschritten. Es gab keine Eistage. Die Niederschlagshöhen bewegten sich zwischen rund 20 und knapp 40 mm und lagen auf den Ostseeinseln um 30 bis 40 % unter dem Durchschnitt, sonst im Bereich der Mittelwerte, bzw. lokal (Boltenhagen, Ueckermünde) um bis zu 60 % darüber. Die Sonnenscheindauer lag mit 80 bis 96 Stunden um bis zu 50 % über den Mittelwerten, östlich von Rügen und am Kleien Haff war es weniger sonnig. Höchste Windgeschwindigkeiten wurden um den 22. registriert, verbreitet mit Böen in Orkanstärke.
Der März brachte mehr Schnee als der gesamte Winter 2007/2008, der um 3 bis 4 K zu warm war. Dennoch lagen die Monatsmitteltemperaturen mit 4 bis 5 °C um rund 2 K über den vieljährigen Bezugswerten. Monatshöhen von 50 bis 60 mm Niederschlag an den Küsten überschritten die Mittelwerte um 40 bis 70 % (um 10 % auf den Ostseeinseln mit rund 37 mm). Eine geschlossene Schneedecke gab es an maximal sechs Tagen. Mit dennoch 120 bis 150 Stunden Sonnenschein wurden die Mittelwerte um bis zu knapp 40 % überschritten (Ausnahme Kleines Haff mit nur 87 Stunden). Anfang und Mitte des Monats gab es viel Wind mit starken und orkanartigen Böen.
Trotz zunächst kühler Witterung fiel der April mit Monatmitteltemperaturen zwischen 7 und 8 °C um 1 bis 2 K zu warm aus. Das Niederschlagsaufkommen lag an der westlichen Ostsee mit 40 bis 50 mm um bis zu 20 % über den vieljährigen Mittelwerten, östlich vom Darß mit 70 bis 100 mm fast beim Doppelten. Die Sonnenscheindauer lag mit rund 180 bis 210 Stunden um bis zu 20 % über den Mittelwerten, östlich von Rügen gab es nur 140 bis 150 Sonnenstunden, die Sollwerte wurden um 15 % unterschritten.
Der sonnige und trockene Mai fiel mit Mitteltemperaturen zwischen 12 und 13,5 °C insgesamt um 1 bis 2,5 K zu warm aus. Meist fielen im gesamten Monat nur 5 bis 20 mm Niederschlag, womit weniger als die Hälfte, teils auch nur 10 bis 20 % der Durchschnittswerte verzeichnet wurden. (Ausnahme: Kap Arkona erreichte mit 37 mm nahezu Mittelwerte). Die Sonnenscheindauer setzte mit 350 bis 400 Stunden und einem Überschreiten der Mittelwerte um 50 bis 60 % neue Rekordwerte für Mai. Im letzten Monatsdrittel gab es kräftige Winde.
Der Juni war mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 15 und 17 °C um rund 1 K zu warm. Nach zunächst fortgesetzter Trockenheit fielen im Monatsverlauf rund 20 bis 40 mm Niederschlag und damit 30 bis 85 % der Monatsmittel. Mit 270 bis 315 Sonnenstunden wurden die Monatsmittel um 15 bis 20 % überschritten. Der Wind frischte zeitweise auf und konnte in Böen Sturmstärke erreichen.

Wassertemperatur

Die mittleren Wassertemperaturen (in 3 m Tiefe) an der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste lagen im Januar 2008 vor Warnemünde bei 4,1 °C und vor Koserow bei 2,1 °C und damit bei Warnemünde 1,3 K über den Werten der Vergleichsreihe (1997 bis 2007) und in Koserow beim Wert der Vergleichsreihe (1998 bis 2007) .
Im Februar lagen die mittleren Wassertemperaturen vor Warnemünde mit 4,0 °C um 1,5 K über den Werten der Vergleichsreihe, in Koserow wurden im Mittel 3,0 °C erreicht, 1,4 K mehr als in der Vergleichsreihe.
Auch im März waren die mittleren Temperaturen höher als die Werte der Vergleichsreihe, vor Warnemünde mit 4,7 °C um 1,3 K, bei Koserow mit 4,3 °C um 1,6 K.
Im April erreichten die mittleren Wassertemperaturen bei Warnemünde 6,8 °C, bei Koserow 6,4 °C und damit 1 K bzw. 0,3 K mehr als in der jeweiligen Vergleichsreihe.
Im Mai wurden mit mittleren Wassertemperaturen von 11,2 °C (Warnemünde) bzw. 13,5 °C (Koserow) die Werte der Vergleichsreihe um 0,7 K bzw. 1,8 K überschritten.
Die mittleren Wassertemperaturen im Juni erreichten vor Warnemünde 15,7 °C, vor Koserow 16,6 °C und lagen um 0,8 K bzw. 0,9 K über den Vergleichswerten.

Wasserstand

Die Wasserstände an der schleswig-holsteinischen und mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste erreichten im Januar 2008 Monatsmittelwerte, die in Travemünde 3 cm und in Warnemünde 3 cm unter den Werten der Vergleichsreihe (1996 bis 2005 für Schleswig-Holstein; 1997 bis 2006 für Mecklenburg-Vorpommern) lagen. Als Extremwerte wurde der niedrigste Pegelstand am 26.1. in Flensburg mit 400 cm, die höchsten am 3.1. in Flensburg und am 27.1. in Koserow mit je 582 cm verzeichnet. br> Im Februar lagen die mittleren Wasserstände um 3 cm (Travemünde) und um 2 cm (Warnemünde) über denen der Vergleichsreihe. Der niedrigste Pegel fand sich in Flensburg mit 408 cm (1.2.), der höchste wurde mit 580 cm in Koserow am 15.2. registriert.
Im März überstiegen die Monatsmittelwerte wiederum die Werte der Vergleichsreihe, in Schleswig-Holstein (Travemünde) um 25 cm und in Mecklenburg-Vorpommern (Koserow) um 27 cm. Den niedrigsten Pegelwert hatte Wismar mit 420 cm am 6.3. zu verzeichnen, aber auch den höchsten am 22.3. mit 640 cm.
Die mittleren Wasserstände im April lagen in Schleswig-Holstein um 11 cm (Travemünde) und in Mecklenburg-Vorpommern um 6 cm (Warnemünde) über den Werten der Vergleichsreihe. Der niedrigste Pegelstand wurde in Flensburg am 26.4. mit 471 cm gemessen, der höchste mit 553 cm am 8.4. in Lübeck.
Im Mai waren die Monatsmittel des Wasserstands in Schleswig-Holstein um 7 cm (Kiel) höher als in der langjährigen Vergleichsreihe, in Mecklenburg-Vorpommern lagen sie um 4 cm (Koserow) darunter. Die niedrigsten Pegelstände fanden sich in Wismar und Kiel am 11.5. mit 473 cm und der höchste Pegelstand von 581 cm am 13.5. in Eckernförde.
Im Monat Juni lagen die mittleren Wasserstände unter denen der Vergleichsreihe, in Schleswig-Holstein um 4 cm (Travemünde) und in Mecklenburg-Vorpommern um 12 cm (Koserow). Am Pegel Flensburg wurden sowohl der niedrigste Wasserstand mit 417 cm am 23.6., als auch der höchste Wasserstand am 3.6. mit 538 cm registriert.

Oberflächenabfluss

Die Abflussmengen für die Oder (Pegel Hohensaaten-Finow) fielen im 1. Halbjahr 2008 nur im Februar höher aus als die Abflussmittelwerte der Vergleichsreihe der Jahre 1941 bis 2004, im Januar und März bis Juni lagen die Mengen unter den langjährigen Mittelwerten.

Eisverhältnisse

Der Eiswinter 2007/2008 wird als mildester Winter in die Statistik (seit 1720) eingehen, gemessen an der Ausdehnung der Eisbedeckung. Die maximale Eisbedeckung der Eissaison 2007/2008 erreichte am 24. März 2008 49.000 km², verglichen mit 52.000 km² in 1989, dem bisherigen unteren Rekord.
Die Bottenwiek, die bisher jedes Jahr ganz zugefroren war, konnte in diesem Jahr nur aufgrund des kalten Wetters um Ostern noch eine vollständige Eisbedeckung am 23. März erreichen.
Hinsichtlich der Schifffahrt bedeutete der milde Winter außergewöhnlich wenig Eisbrechereinsatz. Im Finnischen Meerbusen wurden nur an einem Tag Eisbrecher benötigt, so wenig wie noch nie.
Aufgrund des ungewöhnlich warmen Oktober 2007 hatte die Eisbildung in der nördlichen Bottenwiek und im östlichen Finnischen Meerbusen erst Mitte November, ein bis zwei Wochen später als normal eingesetzt. Auch im milden Dezember hatte es keinen nennenswerten Eiszuwachs gegeben. Erst Anfang Januar brachte kalte Witterung neue Eisbildung an den Küsten der nördlichen Ostsee mit sich und etwas Neueis auch in geschützten und flachen Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns. Nach einer Woche stiegen die Temperaturen aber wieder an, die Eisbildung blieb gering und der Vereisungsgrad der Ostsee blieb mehrere Wochen hinter der durchschnittlichen Entwicklung zurück. Erst Mitte Februar setzte sich bei neuer Kälte die Eisbildung fort. Anfang März und zum Ende des Monats gab es nochmals intensive Eisbildung, so dass am 24.3. die maximale Eisbedeckung erreicht wurde und die Bottenwiek für kurze Zeit vollständig mit Eis bedeckt war. Anschließende milde Witterung ließ ab Anfang April das Eis im nördlichen Ostseeraum zurückgehen. Am 15. Mai war die Bottenwiek eisfrei. Damit war der Eiswinter in diesem Gebiet fast fünf Wochen kürzer als im Durchschnitt.

Der Eiswinter 2007/08 ergab auch an den deutschen Küsten eine sehr schwache Eissaison. Für die Ostsee beträgt die flächenbezogene Eisvolumensumme 0,01 m. Es gab zwar insgesamt mehr Eis als im vergangenen Winter, aber die Eisbildung beschränkte sich auf die flachen und geschützt liegenden Küstengewässer, die See blieb auch in diesem Winter eisfrei.

Juli
bis
Dez.
2007

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Juli bis Dezember 2007)

Witterung

Im Juli 2007 blieben die Monatsmitteltemperaturen mit 16 bis 18 °C um bis zu 1 K über den vieljährigen Bezugswerten (1961 bis 1990). Beim Niederschlag wurden die Mittelwerte mit Monatshöhen von 100 bis 120 mm um 50 bis 100 % überschritten. Die Sonnenscheindauer verfehlte mit rund 170 bis 220 Stunden die Sollwerte um 10 bis 30 %.
Auch der August lag mit mittleren Monatstemperaturen von 17 bis 18 °C um 1 K über den Sollwerten. Das regional sehr unterschiedliche Niederschlagsaufkommen erreichte meist zwischen 70 und 110 mm und damit rund 150 - 200 % des vieljährigen Mittels. Die Sonnenscheindauer von 190 bis 216 Stunden blieb um 10 bis 20 % unter den Sollwerten. Der Wind erreichte in Schauer- und Gewitterböen hin und wieder Sturmstärke.
Der wechselhafte September mit mittleren Temperaturen von 13 - 14 °C lag im Bereich der vieljährigen Mittelwerte. Die Niederschläge zwischen 50 und 75 mm übertrafen die Mittelwerte um bis zu 40 %. Die Sonne schien nur 130 - 140 Stunden, 10 - 20 % weniger als im langjährigen Mittel. Tiefdruckgebiete brachten stärkere Nordwestwinde mit sich. Zu Monatsmitte und -ende wurden 8 bis 10 Bft. erreicht.
Im anfangs sonnigen und trockenen Oktober wurden mit Monatsmitteltemperaturen von 9 - 10 °C die vieljährigen Mittelwerte erreicht. Ab Monatsmitte traten bis zu 4 Frosttage auf. Insgesamt fielen nur 20 - 40 mm Niederschlag, damit 50 - 100 % vom Mittel. Meist wurden 110 bis 120 (Kap Arkona: 137) Sonnenstunden verzeichnet, womit die Sollwerte überwiegend um bis zu 20 % überschritten wurden.
Im November lagen die Monatsmitteltemperaturen insgesamt mit 4 bis 6 °C im Bereich der vieljährigen Mittelwerte. Das Niederschlagsaufkommen brachte meist 40 bis 50 mm , womit die Mittelwerte um bis zu 20 % unterschritten wurden. Teilweise war Regen mit Schnee vermischt. Die Sonne schien meist 55 bis 70 Stunden und überschritt damit die Sollwerte um bis zu 30 %. Der Wind erreichte mehrfach Sturmstärke,.
Der sonnenscheinarme Dezember fiel mit Monatsmitteltemperaturen von 3 bis 4 °C um 1 - 2 K zu mild aus. Es traten zwischen 2 und 10 Frosttage und 1 bis 3 Eistage auf. Mit 40 bis 55 mm Niederschlag wurden die vieljährigen Mittelwerte meist um bis zu 20 % übertroffen. Die Sonnenscheindauer von 10 - 20 Stunden erzielte nur 40 bis 50 % vom langjährigen Mittel. Kräftige oder stürmische Winde traten nur im ersten Monatsdrittel auf.

Wassertemperatur

Die Wassertemperaturen (in 3 m Tiefe) an der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste vor Warnemünde bzw. vor Koserow lagen im Juli 2007 im Mittel bei 17,8 °C bzw. 18,0 °C und damit jeweils im Bereich der Vergleichsreihe (1997 bis 2007 für Warnemünde; 1999 bis 2007 für Koserow).
Auch im August lagen die mittleren Wassertemperaturen vor Warnemünde mit 17,2 °C und vor Koserow mit 19,0 °C bei den Werten der Vergleichsreihe.
Im September blieben die Temperaturen mit 15,1 bzw. 15,6 °C im Mittel um bis zu 1 K unter den Vergleichswerten.
Die mittleren Wassertemperaturen im Oktober erreichten 12,9 bzw. 12,3 °C und bewegten sich im Bereich der Vergleichsreihe.
Das blieb auch im November so, bei mittleren Wassertemperaturen von 8,1 °C vor Warnemünde und 7,2 °C vor Koserow.
Im Dezember lagen die Wassertemperaturen im Mittel bei 5,6 bzw. 4,6 °C und damit leicht über den Werten der Vergleichsreihe.

Wasserstand

Die Wasserstände an der schleswig-holsteinischen und mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste erreichten im Juli 2007 Monatsmittelwerte, die 11 cm (Kiel) bzw.cm (Koserow) über den Werten der jeweiligen Vergleichsreihe (1991 bis 2000 für Schleswig-Holstein; 1996 bis 2005 für Mecklenburg-Vorpommern) lagen. Als Extremwerte wurde der niedrigste Pegelstand am 27.7. in Flensburg mit 466 cm, der höchste am 16.7. in Eckernförde mit 553 cm erreicht.
Für August lagen die mittleren Wasserstände um 10 cm (Kiel) und 9 cm (Koserow) über den jeweiligen Vergleichswerten. Der niedrigste Pegelstand wurde in Flensburg am 17.8. mit 469 cm erreicht, die höchsten Wasserstände am 21.8. in Lübeck mit 595 cm und in Wismar mit 577 cm.
Die mittleren Wasserstände des Monats September lagen um 15 cm (Kiel) und 19 cm (Warnemünde) über den Werten der Vergleichsreihe. Am 28.9. wurden vielerorts Wasserstände über der Warngrenze von 600 cm erreicht, mit einem Maximalwert von 639 cm in Schleswig. Der Minimalwert lag am 2.9. bei 460 cm in Eckernförde.
Im Oktober lagen die Monatsmittelwerte für den Wasserstand um 15 cm (Travemünde) und 10 cm (Warnemünde) über den Werten der Vergleichsreihe. Das Hochwasserereignis vom 12.10. führte am 13.10. zu maximalen Wasserständen von 615 cm in Flensburg und 612 cm in Wismar. Der niedrigste Wasserstand wurde am 12.10. mit 439 cm in Flensburg registriert.
Auch im November lagen die mittleren Wasserstände über der Vergleichsreihe, in Travemünde um 8 cm, in Warnemünde um 14 cm. Die höchsten Pegelstände wurden am 14.11. in Lübeck mit 599 cm und in Greifswald mit 595 cm gemessen. Den niedrigsten Wasserstand hatte am 25.11. Flensburg mit 409 cm.
Die mittleren Wasserstände im Dezember übertrafen die Werte der Vergleichsreihe um 7 cm (Travemünde und Warnemünde). Der höchste Wasserstand wurde am 12.12. in Greifswald mit 571 cm registriert, der niedrigste in Wismar am 28.12. mit 430 cm.

Oberflächenabfluss

Die Abflussmengen für die Oder (Pegel Hohensaaten-Finow) fielen im Juli und August 2007 deutlich geringer aus als die jeweiligen Abflussmittel der Jahre 1941 bis 2004. Im September und Oktober bewegten sich die Abflussmengen im Bereich der jeweiligen Vergleichsreihe, im November und Dezember lagen die Mengen etwas über den langjährigen Mittelwerten.

Eisverhältnisse

Die erste Eisbildung der Eissaison 2007/08 setzte Mitte November in den innersten Schären der nördlichen Bottenvik - hier etwa eine Woche später als der durchschnittliche Termin - und im östlichsten Teil des Finnischen Meerbusens ein - dort etwa 10 Tage früher als im Durchschnitt. Ab Anfang Dezember 2007 wurde die Eisbildung durch mildere Witterung immer wieder unterbrochen, so dass es bis zum Jahresende im nördlichen Ostseeraum zu keiner wesentlichen Eisausdehnung kam.

Jan.
bis
Juni
2007

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Januar bis Juni 2007)

Witterung

Der ungewöhnlich windige und milde Januar 2007 erreichte an der Ostsee Monatsmitteltemperaturen zwischen 5 und 6 °C, sie lagen um 5 bis 6 K über den Mittelwerten des Bezugszeitraumes von 1961 bis 1990. Insgesamt fielen mit 65 mm (vorpommersche Küste) bis 150 mm (schleswig-holsteinische Ostküste) Niederschlag rund das Doppelte der gewöhnlichen Menge. Ende des Monats gab es regional Schneefall. Zu mehr als 80 % der Zeit wehten West- und Südwestwinde, die in Böen vielfach Sturmstärke erreichten. Mit 30 bis 45 Sonnenstunden wurden die Mittelwerte an der westlichen Ostsee meist verfehlt, an der südlichen Ostsee um 20 % überschritten. Auf Rügen gab es 58 Stunden Sonne, ein Plus von 55 %.
Auch an der Ostsee ging mit dem Februar der mildeste Winter seit mehr als 100 Jahren zuende; insgesamt fiel er mit Monatsmitteltemperaturen von 2 bis 3 °C um 2 - 3 K zu mild aus. Verbreitet fielen 50 bis 70 mm Niederschlag und damit das 2 - 3-fache der mittleren Monatshöhen (Ausnahme pommersche Küste und Rügen mit rund 34  mm). Die Sollwerte der Sonnenscheindauer wurden bei 40 bis 55 Stunden um 10 bis 40 % verfehlt. Der meist nicht besonders kräftige Wind frischte nur vereinzelt böig auf.
Der frühlingshafte März lag mit Monatsmitteltemperaturen von 6 bis 7 °C um 3 bis 4 K über den vieljährigen Mittelwerten. Bei Niederschlagshöhen meist um 40 mm wurden die Mittelwerte leicht überschritten, auf Rügen war es zu trocken (28 mm), am Greifswalder Bodden zu nass (über 60 mm). Die zu erwartende Sonnenscheindauer wurde mit 160 bis 190 Stunden um 25 bis 75 % überschritten. Der Wind frischte zeitweise auf, ab Monatsmitte war es auch stürmisch.
Im außergewöhnlich warmen, sonnigen und trockenen April lagen die Monatsmitteltemperaturen mit 8 - 10 °C um 3 - 4 K über den Mittelwerten. Im gesamten Monat fielen meist nur bis zu 3 mm, vereinzelt bis zu 6 mm Niederschlag. Die Sonnenscheindauer lag mit 260 bis 299 Stunden um 50 bis 70 % über den Mittelwerten. Der Wind wehte meist nur schwach. Stürmische Böen traten nur örtlich am 19./20. April auf.
Der Mai lag mit Monatsmitteltemperaturen von 12 bis 14 °C um rund 2 K über den Bezugwerten. Insgesamt fielen überdurchschnittliche Niederschlagshöhen von vielfach 65 bis 110 mm, regional rund das Doppelte der Monatsmittel. Die Sonnenscheindauer blieb mit 230 bis 246 Stunden meist leicht unter den Sollwerten. Im Bereich von Tiefdruckgebieten frischte der Wind böig auf.
Auch der Juni war zu warm und zu nass: die Monatsmitteltemperaturen lagen mit 16 - 17 °C um 1 bis 2 K über den Bezugswerten. Trotz einer meist niederschlagsfreien ersten Monatshälfte fielen mit 100 bis 170 mm Niederschlag etwa 180 bis 280 % der üblichen Monatsmittel. Mit nur 190 bis 235 Stunden Sonnenschein wurden die Sollwerte um 10 bis 20 % unterschritten. Der Wind wehte meist schwach, zum Monatsende stark.

Wassertemperatur

Die Wassertemperaturen (in 3 m Tiefe) an der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste vor Warnemünde bzw. vor Koserow lagen im Januar 2007 im Mittel bei 6,2 °C bzw. 4,6 °C und damit etwa 3 K über den Werten der Vergleichsreihe (1997 bis 2007 für Warnemünde; 1999 bis 2007 für Koserow).
Im Februar lagen die Wassertemperaturen vor Warnemünde 2,7 K über den Werten der Vergleichsreihe, die mittleren Temperaturen dort waren mit 5,1 °C die höchsten für Februar seit Beginn der Messungen. In Koserow wurden im Mittel 2,2 °C erreicht (0,7 K über den Vergleichswerten).
Auch im März waren die mittleren Temperaturen von 5,9 °C (um 2,7 K) bzw. 3,7 °C (um 1,2 K) höher als die Werte der Vergleichsreihe.
Im April erreichten die mittleren Wassertemperaturen bei Warnemünde 8,4 °C, bei Koserow 8,2 °C und damit um 2,7 K bzw. 2,2 K mehr als in der jeweiligen Vergleichsreihe.
Im Mai wurden mit mittleren Wassertemperaturen von 12,1 °C bzw. 12,8 °C die Werte der Vergleichsreihe um 1,6 K bzw. 1,2 K überschritten.
Die mittleren Wassertemperaturen im Juni erreichten 15,2 °C bzw. 18,0 °C und lagen um 0,2 K bzw. 2,3 K über den Vergleichswerten.

Wasserstand

Die Wasserstände an der schleswig-holsteinischen und mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste erreichten im Januar 2007 Monatsmittelwerte, die 15 cm (Kiel) bzw. 32 cm (Koserow) über den Werten der Vergleichsreihe (1991 bis 2000 für Schleswig-Holstein; 1996 bis 2005 für Mecklenburg-Vorpommern) lagen. Als Extremwerte wurde der niedrigste Pegelstand am 1.1. in Eckernförde mit 387 cm, der höchste am 19.1. in Koserow mit 629 cm erreicht.
Auch der Februar brachte mittlere Wasserstände, die über denen der Vergleichsreihe lagen; um 23 cm in Kiel und 13 cm in Koserow. Der höchste Pegel mit 617 cm wurde in Schleswig am 9.2. registriert, der niedrigste in Flensburg mit 448 cm (28.2.).
Im März überstiegen die Monatsmittelwerte wiederum die Werte der Vergleichsreihe, in Schleswig-Holstein (Kiel) um 12 cm und in Mecklenburg-Vorpommern (Warnemünde) um 9 cm. Den niedrigste Pegelwert hatte Flensburg mit 410 cm am 18.3. zu verzeichnen, den höchsten Lübeck am 22.3. mit 636 cm.
Die mittleren Wasserstände im April lagen um 4 cm (Travemünde) bzw. um 8 cm (Koserow) über den Werten der Vergleichsreihe. In Flensburg wurden sowohl der höchste Pegelstand mit 571 cm am 30.4. als auch der niedrigste mit 417 cm am 19.4. gemessen.
Im Mai wurden wiederum höhere Monatsmittel erreicht als in der Vergleichsreihe: in Travemünde um 13 cm und in Warnemünde um 12 cm erhöhte Wasserstände. Wiederum in Flensburg wurde der höchste Pegelstand bei 554 cm (27.5.) und der niedrigste bei 448 cm (10.5.) registriert.
Auch im Juni lagen die mittleren Wasserstände über denen der Vergleichsreihe, in Schleswig-Holstein um 8 cm (Travemünde) und in Mecklenburg-Vorpommern um 1 cm (Warnemünde). Nochmals am Pegel Flensburg wurden sowohl der niedrigste Wasserstand (375 cm am 27.6.) als auch der höchste Wasserstand am 15.6. mit 573 cm registriert.

Oberflächenabfluss

Die Abflussmengen für die Oder (Pegel Hohensaaten-Finow) fielen im Januar, April, Mai und Juni geringer aus als die jeweiligen Abflussmittel der Jahre 1941 bis 2004, im Februar und März lagen die Mengen über den langjährigen Mittelwerten.

Eisverhältnisse

Im nördlichsten Ostseeraum hatte die Neueisbildung zwar Anfang November eingesetzt; wurde aber zum Ende November unterbrochen, und erst in der letzten Dezemberwoche kam es wieder zu Neueisbildung. Im Januar schritt die Eisentwicklung dann kontinuierlich, aber erst langsam voran, intensivierte sich im Februar und erreichte ihren Höchststand in der ersten Märzdekade mit einer Maximalfläche von etwa 120.000 km². Dies entsprach einem milden Eiswinter. Zu diesem Zeitpunkt, Anfang März, war der nördliche Teil des Finnischen Meerbusens, der nördliche Teil des Rigaischen Meerbusens, die Bottenvik, Norra Kvarken und das Schärenmeer mit Eis bedeckt. An den Küsten trat Eis bis nach Südschweden auf, in der Bottensee kam auch in größeren Gebieten auf See dünnes Eis vor. Eine Woche später setzte im nördlichen Ostseeraum vom Süden her der Eisrückgang ein. Die für die Jahreszeit zu milde Witterung herrschte auch im April und Mai vor. Die Eissaison endete am 21. Mai und war (gemessen an der Anzahl von 93 Eisberichten) in allen Gebieten des nördlichen Ostseeraumes die kürzeste Eissaison seit dem Winter 1960/61.
An den deutschen Küsten ergab der Eiswinter 2006/07 infolge außergewöhnlich milder Witterung eine sehr schwache Eissaison. An der deutschen Ostseeküste führten kurze Kälteperioden Ende Januar und im Februar zu einer unbedeutenden Eisbildung in der inneren Schlei sowie in den geschützten und flachen Bereichen der Boddengewässer Mecklenburg-Vorpommerns.

Juli
bis
Dez.
2006

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Juli bis Dezember 2006)

Witterung

Der Juli 2006 war der wärmste und sonnenscheinreichste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen. Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich zwischen 21 und 22 °C und damit um rund 5 K über den Durchschnittswerten. Die Trockenheit setzte sich fort. Mit 6 bis 40 mm Niederschlag fiel nicht einmal die Hälfte der Monatsmittel. Die Sonnenscheindauer erzielte mit 340 bis 390 Stunden verbreitet neue Rekordwerte, die Monatsmittelwerte wurden um 50 bis 70 % überschritten.
Obwohl der August um 3 - 4 K kühler war als der ungewöhnlich heiße Juli, lagen die Mitteltemperaturen mit 17 bis 18 °C noch um bis zu 1,5 K über den Mittelwerten der Jahre 1961 bis 1990. Trotz eines trockenen ersten Monatsdrittels fiel mit rund 90 bis 190 mm Niederschlag meist das 2 bis 3-fache der Monatsmittel. Mit 220 Sonnenstunden wurden auf Fehmarn die Sollwerte nur knapp verfehlt, während am Kleinen Haff mit 146 Stunden die vieljährigen Mittelwerte um nahezu 40 % unterschritten wurden. Der September fiel mit Monatsmitteltemperaturen von rund 17 bis 18 °C um 3 bis 4 K zu warm aus. Mit einem Niederschlagsaufkommen zwischen 25 mm (Keines Haff) und 62 mm (Raum Rügen/Hiddensee) wurden die Monatsmittelwerte um bis zu 50 % unterschritten bzw. um rund 20 % überschritten. Mit 200 bis 240 Sonnenstunden wurden die Mittelwerte meist um 30 bis 40 % überschritten.
Im Oktober wurden mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 12,5 und 13,6 °C neue Rekordwerte erreicht und die vieljährigen Bezugswerte um rund 3 bis 3,5 K überschritten. Verbreitet fiel 40 bis 50 mm Niederschlag, an der westlichen Ostseeküste auch bis zu 90 mm, womit die Monatsmittel um bis zu 40 % überschritten wurden. Die Sonnenscheindauer blieb mit 80 bis 100 Stunden meist um bis zu 15 % unter den vieljährigen Mittelwerten; von Rügen an ostwärts wurden die Sollwerte mit 100 bis 110 Sonnenstunden teilweise überschritten.
Der November 2006 verzeichnete Wärmerekorde. Mit Werten zwischen 7 und 9 °C lagen die Monatsmitteltemperaturen um rund 3 K über den Mittelwerten des Bezugszeitraums 1961 bis 1990. Insgesamt fielen 50 bis 70 mm Niederschlag, womit die Mittelwerte erreicht oder um bis zu 50 % überschritten wurden. Die Sonnenscheindauer bewegte sich mit 45 bis 60 Stunden im Bereich der vieljährigen Mittelwerte. Lediglich am Kleinen Haff wurden die Sollwerte mit 70 Stunden um ca. 40 % überschritten.
Die Monatsmitteltemperaturen im Dezember lagen mit rund 6 bis 7 °C um 4 -5 K über den vieljährigen Vergleichswerten und überschritten die bisherigen Rekordwerte von Dezember 1974 um rund 1 K. Das Niederschlagsaufkommen betrug verbreitet zwischen 20 und 40 mm, an der Küste Schleswig-Holsteins bis zu 66 mm. Die Mittelwerte wurden um bis zu 50 % unterschritten. Mit rund 30 bis 40 Sonnenstunden wurden die Sollwerte entlang der Küste von Schleswig-Holstein verfehlt, an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns um 10 bis 20 % überschritten.

Wassertemperatur

Die Wassertemperaturen (in 3 m Tiefe) an der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste vor Warnemünde bzw. vor Koserow lagen im Juli im Mittel mit jeweils 20,2 °C teils deutlich (um 2,7 bzw. 0,4 K) über den Werten der Vergleichsreihe (von 1997 bis 2006). Außergewöhnlich hoch waren auch die Maximalwerte.
Im August betrugen die Wassertemperaturen an den beiden Stationen 20,2 bzw. 20,0 °C und lagen um 2,2 bzw. 0,9 K über den Werten der Vergleichsreihe.
Im September lagen die Wassertemperaturen in 3 m Wassertiefe in Warnemünde mit 17,4 °C um 1,5 K und in Koserow mit 17,1 °C um 0,5 K über den Vergleichswerten.
Die mittleren Wassertemperaturen von 15,0 bzw. 14,3 °C lagen im Oktober an beiden Stationen mehr als 2 K über den Werten der Vergleichsreihe.
Im November betrugen die Wassertemperaturen an den Stationen 9,8 bzw. 7,9 °C und waren damit um 1,7 bzw. 0,7 K höher als die Vergleichswerte.
Auch im Dezember blieben die mittleren Wassertemperaturen an beiden Stationen mit 7,6 bzw. 6,5 °C um fast 3 K über den Vergleichswerten.

Wasserstand

Die Wasserstände an der schleswig-holsteinischen und mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste erreichten im Juli Monatsmittelwerte, die um bis zu 11 cm (Koserow) unter den Werten der Vergleichsreihe (für Schleswig-Holstein: 1991 bis 2000; für Mecklenburg-Vorpommern :1995 bis 2004) lagen. Die niedrigsten Wasserstände gab es am 10.7. mit 460 cm in Flensburg und 468 cm in Wismar, die höchsten Werte am 15.7. mit 545 cm in Lübeck und 536 cm im Greifwalder Bodden.
Die mittleren Wasserstände im August lagen um 2 bis 4 cm über den Vergleichswerten. Den niedrigsten Wasserstand verzeichnete Flensburg mit 441 cm am 15.8. , der höchsten Wert von 555 cm wurde in Wismar am 5.8. erreicht., bzw. in Lübeck mit 564 cm.
Im September lagen die Monatsmittelwerte der Wasserstände um bis zu 6 cm über den Werten der Vergleichsreihe. In Flensburg wurde am 4.9. der niedrigste Wert von 443 cm gemessen; der höchste am 16.9. mit 577 cm am Pegel Schleswig.
Die Monatsmittelwerte im Oktober waren um 4 cm höher als die Vergleichswerte. Nochmals war der niedrigste (375 cm am 27.10.) Wasserstand in Flensburg zu verzeichnen, ebenso wie der höchste mit 602 cm am 29.10..
Im November lagen die mittleren Wasserstände in Schleswig-Holstein (Travemünde) um 11 cm, in Mecklenburg-Vorpommern (Koserow) um 21 cm über den Werten der Vergleichsreihe. Der niedrigste Wert von 426 cm wurde am 1.11. in Flensburg gemessen, die höchsten Werte für Schleswig-Holstein wurden am 1.11. mit 684 cm in Heiligenhafen und für Mecklenburg-Vorpommern in Koserow auf Usedom mit 654 cm gemessen.
Auch im Dezember blieben die Monatsmittelwerte der Wasserstände über den Vergleichswerten; in Kiel um 3 cm, in Koserow um 14 cm. Der niedrigste Wasserstand wurde am 11.12. in Wismar (402 cm) gemessen, der höchste mit 569 cm am 20.12. in Koserow.

Oberflächenabfluss

Die Abflussmenge für die Oder (Pegel Hohensaaten-Finow) erreichte im Juli 2006 nur ca. 53 % der jeweiligen Abflussmittel der Jahre 1941 bis 2004. In den übrigen Monaten des 2. Halbjahres 2006 lagen die Werte um 10 bis 27 % unterhalb der jeweiligen Mittel.

Eisverhältnisse

Das erste Eis des Winters bildete sich an der Nordküste der Bottenvik in den ersten Novembertagen, etwa eine Woche früher als der durchschnittliche Termin. In der 47. Kalenderwoche wurde die Eisbildung infolge milder Witterung allerdings unterbrochen und die Eisbedeckung beschränkte sich bis Weihnachten auf die inneren Schärenbereiche der nördlichen Bottenvik. Erst in der 52. KW setzt die Neueisbildung wieder ein in der nördlichen Bottenvik und im östlichsten Finnischen Meerbusen. Der Anfang der Eissaison 2006/2007 ist damit der späteste seit regelmäßigen Aufzeichnungen.

Jan.
bis
Juni
2006

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Januar bis Juni 2006)

Witterung

Im Januar 2006 blieben die Monatsmitteltemperaturen mit Werten zwischen -0,7 °C in Kiel und -4,7 °C am Kleinen Haff um 1 bis knapp 4 K unter dem Mittel des Zeitraums 1961 bis 1990. Durch häufigen Hochdruckeinfluss war es sehr niederschlagsarm; mit nur 7 bis 20 mm wurden nur 20 - 35 % der Monatsmittel erreicht. Die Sonnenscheindauer nahm nach Osten deutlich zu, von 46 Stunden in Kiel auf 78 am Kleinen Haff; die Sollwerte wurden um 20 bis 110 % überschritten.
Bei weiterhin winterlicher Witterung im Februar bewegten sich die Monatsmitteltemperaturen mit Werten zwischen -0,4 °C am Stettiner Haff und 1,0 °C auf Fehmarn im Bereich der vieljährigen Mittel. Das Niederschlagsaufkommen war höher als an der Nordsee. Es fielen meist 30 - 50 mm und damit meist 20 bis 60 % mehr als im Durchschnitt. Die Sonnenscheindauer blieb mit rund 40 bis 53 Stunden um 15 bis 35 % unter den Monatsmittelwerten.
Im kältesten März seit 10 Jahren lagen die Monatsmitteltemperaturen bei 0 bis 1 °C und damit um 1,6 bis 2,7 K unter dem Durchschnitt. Mit Niederschlagshöhen zwischen meist 40 und 60 mm fiel der März meist zu nass aus; die Mittelwerte wurden um bis zu 60 % überschritten. Nur östlich von Rügen blieb es mit 30 mm zu trocken. Auf den Inseln mit rund 130 Sonnenstunden wurden die Mittelwerte um bis zu 20 % überschritten, sonst mit 90 bis 110 Stunden um bis zu 25 % unterschritten.
Im April stieg das Temperaturniveau deutlich an. Mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 5,6 °C am Kap Arkona und 7,7 °C am Kleinen Haff fiel der April um bis zu 1 K zu mild aus. Im Monatsverlauf fielen insgesamt zwischen 25 mm Niederschlag auf Rügen und 60 mm an der Boltenhagener Bucht. Das waren zwischen 74 und 155 % vom Mittel. Die Sonnenscheindauer mit rund 130 bis 160 Stunden verfehlte ihre Sollwerte um 10 bis 25 %.
Der Mai war über weite Strecken zu kühl und fiel dennoch mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 10 und 12 °C um bis zu 1 K zu warm aus. Obwohl die 1. Maihälfte fast niederschlagsfrei war, fielen insgesamt zwischen 45 und 80 mm, womit die Monatsmittelwerte fast durchweg erreich oder um bis zu 70 % überschritten wurden. Mit 150 bis 280 Stunden überschritt die Sonnenscheindauer die Sollwerte meist um bis zu 17 %.
Der Juni war zu warm, zu trocken und überdurchschnittlich sonnig. Die Monatsmitteltemperaturen lagen mit Werten zwischen 15,5 °C am Kap Arkona und 17,2 °C am Kleinen Haff um 1 bis 1,5 K über den Mittelwerten von 1961 - 1990. Das Niederschlagsaufkommen war örtlich sehr unterschiedlich. Mit 20 bis 55 mm fielen verbreitet nur zwischen 40 und 60 % vom Monatsmittel. Die Sonnenscheindauer bewegte sich zwischen 250 und 290 Stunden, womit die Sollwerte um bis zu 10 % überschritten wurden.
Der Juli 2006 war der wärmste und sonnenscheinreichste seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen. Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich zwischen 21 und 22 °C und damit um rund 5 K über den Durchschnittswerten. Die Trockenheit setzte sich fort. Mit 6 bis 40 mm Niederschlag fielen nicht einmal die Hälfte der Monatsmittel. Die Sonnenscheindauer erzielte mit 340 bis 390 Stunden verbreitet neue Rekordwerte, die Monatsmittelwerte wurden um 50 bis 70 % überschritten.

Wassertemperatur

Die Wassertemperaturen (in 3 m Tiefe) an der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste vor Warnemünde bzw. vor Koserow lagen im Januar im Mittel bei 2,8 °C (0,5 K über der langjährigen Reihe) bzw. bei 0,6 °C (0,9 K unter der Reihe).
Im Februar betrugen die Mittelwerte an den beiden Stationen 1,5 bzw. -0,1 °C und lagen damit beide unterhalb der Reihe (um 0,6 bzw. 1,5 K)
Auch im März blieben die Mittelwerte mit 1,9 bzw. 0,2 °C unter der Reihe (um 1,1 bzw. 2,4 K).
Im April entsprach die Wassertemperatur von 5,5 °C vor Warnemünde dem Mittelwert, vor Koserow lag der Wert mit 5,2 °C um 0,5 K unter der Reihe.
Im Mai erreichten die mittleren Temperaturen Werte von 9,5 bzw. 9,8 °C und blieben beide unter der Reihe (um 0,8 bzw. 1,6 K).
Die Wassertemperaturen im Juni blieben in Warnemünde mit 14,9 °C und in Koserow mit 14,7 °C geringfügig unter den Werten der Vergleichsreihe (um 0,1 bzw. 0,7 K).

Wasserstand

Die Wasserstände an der schleswig-holsteinischen und mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste erreichten im Januar Monatsmittelwerte, die um bis zu 21 cm unter den Werten der Vergleichsreihe lagen. Der niedrigste Pegelstand wurde am 10.1. mit 419 cm in Wismar gemessen, der höchste mit 574 cm am 21.1. in Lübeck.
Auch im Februar lagen die mittleren Wasserstände bis zu 14 cm unter den Vergleichswerten. Der niedrigste Wert wurde mit 423 cm in Eckernförde (7.2.), der höchste von 556 cm in Flensburg am 4.2 registriert.
Die Monatsmittelwerte lagen auch im März bei allen Stationen unter den Werten der Vergleichsreihe, um bis zu 24 cm. Der niedrigste Wasserstand wurde in Travemünde mit 429 cm am 19.3. ermittelt, der höchste mit 577 cm in Lübeck.
Im April lagen in Schleswig-Holstein die Wasserstandsmittelwerte bei denen der Vergleichsreihe, in Mecklenburg-Vorpommern um bis zu 5 cm darunter. Der Minimalwert wurde in Flensburg mit 440 cm (am 9.4.) gemessen, der Maximalwert von 549 cm in Lübeck am 22.4..
Die mittleren Wasserstände im Mai lagen in Schleswig-Holstein 2 cm und in Mecklenburg-Vorpommern 5 - 6 cm unter den Werten der Vergleichsreihe. Der niedrigste Wasserstand trat mit 432 cm am 24.5. in Eckernförde auf, der höchste mit 543 cm in Lübeck am 31.5..
Im Juni lagen die Monatsmittelwerte in Schleswig-Holstein um bis zu 4 cm über den Werten der Vergleichsreihe, in Mecklenburg-Vorpommern gab es keine Abweichungen von der Reihe. In Eckernförde wurde mit 457 cm am 27.6. der niedrigste Pegelwert gemessen, höchste Pegelstände erreichten 537 cm in Kiel und Warnemünde am 1.6. und in Eckernförde am 15.6..

Oberflächenabfluss

Während des 1. Halbjahres 2006 lagen die Abflussmengen für die Oder (Pegel Hohensaaten-Finow) von Januar bis März deutlich unterhalb der jeweiligen Abflussmittel der Jahre 1941 bis 2004, im April dagegen um fast 50 % darüber. Im Mai wurden etwas höhere, im Juni etwas geringere Abflussmengen als im langjährigen Mittel erreicht.

Eisverhältnisse

Im nördlichsten Ostseeraum setzte die Neueisbildung Anfang Dezember ein, etwa eine Woche später als im langjährigen Mittel und bereitete sich unter Zunahme im Laufe des Dezember weiter nach Süden aus. Nach einer relativ milden Phase im Januar nahm die Eisbedeckung im nördlichen Ostseeraum wieder zu. In der zweiten Märzhälfte kam es zur maximalen Eisbedeckung der Ostsee. Der gesamte Bottnische, Finnische und Rigaische Meerbusen sowie der nördliche Teil der Nördlichen Ostsee waren von Eis bedeckt. Ab Anfang April setzte bei milder Witterung der stetige Eisrückgang ein und die Eissaison der Ostsee endete am 24.5.2006, was etwa dem langjährigen Mittel entspricht.
In den deutschen Küstengewässern trat in diesem Winter Eis erst später als im Durchschnitt auf. Bei dem ersten Kälteeinbruch Ende November trat in den östlichen Boddengewässern zwar schon vereinzelt Eis auf, dieses schmolz aber wieder relativ rasch, und die eigentliche Eissaison fing dann erst Anfang Januar mit langsamer Eisentwicklung an. Zu einem starken Kälteeinbruch kam es in der 4. Kalenderwoche (Ende Januar), in deren Verlauf auch die größte Eisbedeckung an der deutschen Ostseeküste erreicht wurde. In den Innenfahrwassern nahm das Eis deutlich zu und auf einigen von ihnen wurde die Schifffahrt eingestellt. Nach leichtem Eisrückgang in den Folgewochen kam es in der 10./11. KW (Anfang/Mitte März) zu einem weiteren Kälteeinbruch, der des Nachts verbreitet zu Neueisbildung führte. Durch die starke und längere Sonneneinstrahlung während des Tages nahm aber insgesamt gesehen das Eis ab. Für die westliche Ostsee endete die Eissaison am 29.3..

Juli
bis
Dez.
2005

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Juli bis Dezember 2005)

Witterung

Die Monatsmitteltemperaturen im Juli bewegten sich mit 17,7 bis 18,6 °C um rund 1,5 K über dem vieljährigen Mittel. Die Niederschlagsdefizite des Vormonats wurden wieder ausgeglichen. Mit 60 bis 105 mm fielen bis zu 170 % der üblichen Monatsmittelwerte. Die Sonne schien zwischen 180 und 277 Stunden, nach Osten hin zunehmend. An der westlichen Ostsee wurden die Mittelwerte um 10 % verfehlt, östlich Rügen um bis zu 10 % überschritten.
Im August blieben die Monatsmitteltemperaturen mit 16 bis 16,8 °C um bis zu 0,5 K unter dem Durchschnitt. Auch die Niederschläge blieben unterdurchschnittlich und verfehlten mit rund 50 bis 60 mm die Monatsmittel um bis zu 30 %, regional blieb es noch deutlich trockener. Die Sonnenscheindauer betrug 180 bis 220 Stunden und verfehlte die Sollwerte um bis zu 15 %, lediglich auf Rügen schien die Sonne mehr als üblich.
Der September erreichte Monatsmitteltemperaturen zwischen 15,2 und 15,8 °C und war um 1,6 bis 2,0 K zu warm. Die Monatsniederschlagsmengen an der südlichen und östlichen Ostsee lagen um 5 bis 20 % unter den Normwerten, im Bereich Schleswig-Holsteins wurden teilweise nur 30 % der langjährigen Monatssummen verzeichnet. Die 165 bis 210 Sonnenscheinstunden brachten ein Plus von 15 bis 30 % gegenüber den Normwerten.
Die Monatsmitteltemperaturen lagen im Oktober zwischen 11 und 12 °C und damit um rund 2 K über den vieljährigen Mittelwerten. Im Monatsverlauf fielen zwischen 29 mm (Kleines Haff) und 88 mm (Kiel) Niederschlag und die Mittelwerte wurden regional um bis zu 20 % unterschritten und um bis zu 40 % überschritten. Die Sonne schien zwischen 170 und 205 Stunden und übertraf damit die Sollwerte um 60 bis 90 %. Der diesjährige Oktober war der sonnigste seit 1951.
Die Novembertemperaturen bewegten sich zwischen 4,8 °C (Kleines Haff) und 7 °C (Fehmarn) und überschritten die vieljährigen Vergleichswerte um bis zu 1 K. Mit 4 bis 9 Frosttagen wurden die Mittelwerte erreicht bzw. um bis zu 2 Tage überschritten. Es fielen nur zwischen 14 und 44 mm Niederschlag, das bedeutete für die westliche Ostsee ein Defizit von 50 bis 70 %, für die südliche Ostsee von 20 bis 35 %. Mit 70 bis 88 Sonnenstunden wurden die Mittelwerte um rund 30 – 70 % übertroffen.
Im Dezember lagen die Monatsmitteltemperaturen mit Werten zwischen 1 °C (Kleines Haff) und 3 °C (Fehmarn) um bis zu 1 K über den Bezugswerten, wobei die zweite Monatshälfte überwiegend winterlich geprägt war. Mit 10 – 16 Frosttagen wurden an den Küsten Mittelwerte erreicht, mit 1 bis 4 blieb die Zahl der Eistage meist um bis zu 3 unter den Vergleichswerten. Mit Niederschlagshöhen zwischen 40 und 70 mm wurden die Monatsmittel meist überschritten, örtlich um bis zu 46 %. Es gab rund 30 bis 50 Sonnenstunden, womit die vieljährigen Mittel meist um bis zu 33 % überschritten wurden.

Wassertemperatur

Die Wassertemperaturen (in 3 m Tiefe) an der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste (vor Warnemünde und vor Koserow/Usedom) lagen im Juli im Mittel bei 17,7 bzw. 19,3 °C und damit um bis zu 1,3 K über den Werten der Vergleichsreihe (1997 bis 2005). Die mittleren Wassertemperaturen im August betrugen 17,0 bzw. 18,4 °C und lagen bei den Werten der Vergleichsreihe. Im September wurden im Mittel 16,0 bzw. 17,7 °C gemessen, diese Werte lagen bis 1,1 K über denen der Vergleichsreihe. Im Oktober erreichten die mittlere Wassertemperaturen in 3 m Wassertiefe bei 14,0 bzw. 13,3 °C und lagen bis 2 K über den Werten der Vergleichsreihe. Die Wassertemperaturen im November lagen mit 10,0 bzw. 7,7 °C um 1 bis 2 K über den Vergleichswerten. Für Dezember lagen die mittleren Wassertemperaturen vor Warnemünde mit 6,3 °C um 1,7 K über der Vergleichsreihe, vor Koserow entsprach der Mittelwert von 3,1 °C der Vergleichsreihe.

Wasserstand

Die mittleren Wasserstände an der Schleswig-Holsteinischen und Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste lagen im Juli an allen Stationen der langjährigen Reihe um bis zu 6 cm über den Vergleichswerten. Der niedrigste Monatswert wurde in Flensburg mit 456 cm erreicht. In Heiligenhafen wurde der höchste Wasserstand von 551 cm gemessen.
Auch im August wurden an allen Stationen Monatsmittelwerte oberhalb der Vergleichsreihe erreicht, bis zu 11 cm. Der niedrigste Pegelwert wurde in Flensburg mit 459 cm beobachtet, der höchste mit 548 cm in Eckernförde.
Die monatlichen Mittelwerte im September lagen bis zu 5 cm über denen der Vergleichsreihe. In Flensburg wurde sowohl der Maximalwert mit 553 cm (10.9.) als auch der niedrigste Pegelwert von 441 cm (15.9.) registriert.
Im Oktober lagen mittleren die Monatsmittelwerte an drei von vier Stationen der langjährigen Reihe um bis zu 10 cm unterhalb der Vergleichswerte. Die niedrigsten Pegelstände des Monats wurden in Lübeck mit 412 cm und Rostock mit 413 cm gemessen, der höchste Wert in Flensburg mit 553 cm.
Die Wasserstandsmittelwerte für November lagen an allen Stationen (um bis zu 8 cm) unter den Werten der Vergleichsreihe. Am Pegel Flensburg wurde der minimale Wert von nur 373 cm am 15.11. erreicht, der höchste Wert von 563 cm in Koserow am 21.11..
Im Dezember lagen die Monatsmittelwerte bei allen Stationen über den Werten der Vergleichsreihe, örtlich bis zu 11 cm. Der niedrigste Wert wurde in Wismar mit 401 cm (11.12.), der höchste Wert in Lübeck mit 604 cm (29.12.) erreicht.

Oberflächenabfluss

Die Abflussmengen für die Oder (Hohensaaten-Finow) zeigten auch im zweiten Halbjahr, in den Monaten Juli bis Dezember 2005, im Vergleich zum jeweiligen Abflussmittel der Jahre 1941 bis 2000 teilweise deutlich niedrigere Werte.

Eisverhältnisse

In der nördlichen Ostsee setzte die erste Eisbildung der Saison am 1. Dezember 2005 in den inneren Schären der nördlichen Bottenvik ein und blieb damit ca. drei Wochen hinter dem durchschnittliche Termin zurück. Bis Ende Dezember nahm das Eis in allen Bereichen des nördlichen Ostseeraums bei strengem Frost zu.
An der deutschen Ostseeküste gab es in der Eissaison 2005/2006 bis zum Jahresende 2005 nur kurzzeitige Eisbildung in den inneren Küstenbereichen.

Jan.
bis
Juni
2005

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Januar bis Juni 2005)

Witterung

Der Januar 2005 war an der Ostsee trotz seines kalten letzten Monatsdrittels bei Monatsmitteltemperaturen von 3 bis 4 °C zu mild und lag um 3 - 4 K über den vieljährigen Vergleichswerten.
Das Niederschlagsaufkommen war regional sehr unterschiedlich, die Inseln verzeichneten mit 25 – 35 mm nur 70 – 80 % des gewöhnlichen Niederschlags, während östlich von Rügen mit 50 bis 65 mm rund 160 % vom Mittel fielen. Auf den Inseln brachten 70 Sonnenstunden ein Plus von bis zu 85 %, an den Küsten wurden die Mittelwerte mit 45 bis 55 Stunden um bis zu 30 % überschritten.
Die mittleren Temperaturen im Februar lagen zwischen –0,4 °C und 0,8 °C und somit im Bereich der Mittelwerte von 1961 - 1990. Das Niederschlagsaufkommen erreichte mit 40 – 60 mm im Osten Überschüsse von 40 bis 110 %, an der westlichen Ostseeküste mit 30 – 40 mm durchschnittliche Monatshöhen. Die 61 bis 72 Sonnenstunden wichen um +/- 10 % von den Monatsmitteln ab.
Der winterliche März lag mit mittleren Temperaturen von 1 bis 3 °C um 1 K unter den vieljährigen Mittelwerten. Niederschläge zwischen 27 und 40 mm erbrachten ein Defizit von bis zu 30 % gegenüber den Mittelwerten. Mit 140 bis 171 Stunden lag die Sonnenscheindauer um 20 bis knapp 60 % über dem vieljährigen Mittel.
Im April war es mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 6,7 und 9 °C um 1 - 2 K zu warm und auch ausgesprochen trocken. Mit rund 10 – 20 mm Niederschlag fielen nur 30 – 60 % vom Mittel. Eine Sonnenscheindauer von 230 bis 272 Stunden überschritt die Sollwerte um rund 30 – 50 % .
Auch der Mai fiel mit Monatsmittelwerten von 10,8 bis 12,6 °C um 0,4 bis 1,3 K zu warm aus, wobei es streckenweise sehr kühl war, zum Monatsende aber subtropische Luft in die Küstengebiete geführt wurde. Niederschlagsmengen von 60 – 70 mm überschritten die üblichen Mittelwerte um bis zu 60 %. Die Sonnenscheindauer blieb mit meist 215 bis 230 Stunden um bis zu 10 % unter den Sollwerten (Ausnahme: Fehmarn mit überdurchschnittlichen 254 Sonnenstunden).
Im Juni bewegten sich die Monatsmittelwerte mit 14 – 16 °C im Bereich der Durchschnittswerte, wobei es in der ersten Monatshälfte zu kühl und in der zweiten Hälfte sehr warm war. Mit meist 20 – 40 mm Niederschlag wurde ein Defizit von 35 – 70 % verzeichnet. Die Sonnenscheindauer überschritt mit 245 bis 300 Stunden die Sollwerte um bis zu 16 %.

Wassertemperatur

Die Wassertemperaturen (in 3 m Tiefe) an der Mecklenburg-Vorpommerschen Ostseeküste (vor Warnemünde und vor Koserow) lagen im Januar im Mittel über den Werten der Vergleichsreihe von 2,3 bzw. 1,7 °C. Im Februar entsprachen die Temperaturwerte der Vergleichsreihe (2,1 bzw. 1,6 °C), während im März die mittleren Wassertemperaturen dann unter den Werten der Vergleichsreihe (3,1 bzw. 2,6 °C) lagen. Im April wurden Wassertemperaturen (nur für Warnmünde) geringfügig unter den Werten der Vergleichsreihe (5,4 °C) erreicht. Im Mai und Juni entsprachen die mittleren Wassertemperaturen in 3 m Tiefe den Werten der Vergleichsreihe (10,4 bzw. 11,6 °C sowie 15,0 bzw. 15,5 °C).

Wasserstand

Die Wasserstände an der schleswig-holsteinischen und mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste erreichten im Januar Monatsmittelwerte, die mit bis zu 26 cm deutlich über den Werten der Vergleichsreihe lagen. Der niedrigste Wert wurde am 9.1. mit 334 cm in Flensburg gemessen, der höchste Pegelstand wurde am 24.1. in Koserow gemessen bei 612 cm. Die mittleren Wasserstände im Februar lagen mit bis zu 19 cm ebenfalls deutlich über den Werten der Vergleichsreihe. Der niedrigste Wasserstand von 430 cm wurde am 10.2. in Wismar erreicht, der höchste von 644 cm am 23.2. in Schleswig. Im März lagen die Monatsmittelwerte an fast allen Stationen unterhalb der Vergleichsreihe, teils bis zu 17 cm. Der niedrigste Wasserstand wurde am 10.3. in Flensburg mit 423 cm gemessen, den höchsten Wert erreichte Wismar am 12.3. mit 579 cm. Auch im April lagen die Monatsmittelwerte an fast allen Stationen unterhalb der Vergleichsreihe. Am 11.4 wurde in Stralsund der niedrigste Wasserstand von 444 cm gemessen, der höchste Wert des Monats mit 542 cm wurde am 18.4 in Flensburg und am 19.4 in Greifswald beobachtet. Die mittleren Wasserstände im Mai blieben etwas unter den Werten der Vergleichsreihe. Am 31.5. wurde in Flensburg der niedrigste Wert mit 436 cm registriert, der höchste Wert mit 525 cm am 14.5. in Eckernförde. Im Juni lagen die Monatsmittelwerte wieder leicht über den Werten der Vergleichsreihe. Der niedrigste Wasserstand wurde am 5.6. mit 454 cm in Flensburg registriert, der höchste in Wismar mit 560 cm.

Oberflächenabfluss

Die Abflussmengen für die Oder (Hohensaaten-Finow) zeigten in den Monaten Januar bis Juni 2005 im Vergleich zum jeweiligen Abflussmittel der Jahre 1941 bis 2000 geringere bzw. gleichhohe (April) Werte.

Eisverhältnisse

Nachdem die Eisbildung im nördlichen Ostseeraum am 17. November eine Woche später als durchschnittliche begonnen hatte, verlief die Eisproduktion auch im Dezember und Januar bei milder Witterung sehr langsam und blieb bis Mitte Februar einige Wochen hinter der normalen Entwicklung zurück. Eine großflächige und intensive Eisbildung begann in der zweiten Februardekade und setzte sich bei Dauerfrost vier Wochen lang fort. Der Vereisungshöhepunkt mit einer vollständigen Eisbedeckung des Finnischen, Rigaischen und nördlichen Bottnischen Meerbusens und mit fast vollständiger Bedeckung der Bottensee und des Nordteils der nördlichen Ostsee wurde am 16. März registriert. Eisdicken zwischen 10 und 70 cm führten teilweise zu erheblichen Schifffahrtsbehinderungen. Der Eiswinter endete zum durchschnittlichen Termin und entsprach mit einer maximalen Ausdehnung von 177 000 km² einem mäßigen Eiswinter.
In der südlichen und westlichen Ostsee gab es zwei Eisbildungsperioden. Das erste Eis bildete sich in kleineren Häfen und flachen Innenfahrwassern Ende Januar/Anfang Februar, verschwand aber vollständig bereits Mitte Februar. Die zweite Eisbildungsperiode begann in den letzten Februartagen und dauerte insgesamt etwa 4 Wochen.
An den Küsten Schleswig-Holsteins und Mecklenburgs wurde an vier bis 20 Tagen Eis beobachtet, was allerdings kaum Schifffahrtsbehinderungen hervorrief.
In den Boddengewässern Vorpommerns dauerte die Eissaison im Mittel 30 Tage. Zum Zeitpunkt der maximalen Eisentwicklung in der ersten Märzdekade erreichten die Eisdicken Werte zwischen 5 und 15 cm. In der Schifffahrt benötigten kleine Schiffe mit niedriger Maschinenleistung Unterstützung.

Juli
bis
Dez.
2004

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Juli bis Dezember 2004)

Witterung

Auch im Juli war es bei Monatsmitteltemperaturen zwischen 15,5 und 16,6 °C um bis zu 1 K zu kalt; denn erst zum Monatsende begann sich hochsommerliche Witterung durchzusetzen. Das Niederschlagsaufkommen war hoch und regional sehr unterschiedlich. Es fielen zwischen 60 und 115 mm, womit die Monatsmittel um bis zu 80 % überschritten wurden. Es blieb sonnenscheinarm, mit 190 bis 237 Stunden wurden die Monatsmittel um bis zu 20 % verfehlt.
Mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 18 und 19 °C fiel der August um 1,5 bis 2,0 K zu warm aus. Das regional sehr unterschiedliche Niederschlagsaufkommen brachte meist zwischen 60 und 100 mm Niederschlag und damit eine Überschreitung der Monatsmittelwerte um bis zu 70 %. Die mecklenburgische Küste verzeichnete mit 40 - 50 mm ein Defizit von bis zu 25 %. Die Sonnenscheindauer überschritt mit 220 bis 260 Stunden die Sollwerte meist um bis zu 10 %.
Im September lagen die Mitteltemperaturen mit Werten zwischen 14 und 15 °C um 0,5 bis 1 K über den vieljährigen Bezugswerten. Dabei war der Monatsbeginn von spätsommerlichem Hochdruckwetter geprägt, während am Monatsende stürmisches Herbstwetter herrschte. Das Niederschlagsaufkommen von 50 bis 80 mm an der westlichen Ostseeküste überschritt die Mittelwerte um bis zu 30 % . An der vorpommerschen Küste erreichten die Niederschläge mit 35 bis 45 mm nur 70 bis 85 % vom Mittel. Die Sonnenscheindauer lag mit 180 bis 215 Stunden um 15 bis 30 % über der Norm.
Auch der Oktober war um 0,5 bis 1 K zu warm bei Monatsmitteltemperaturen zwischen 10 und 11 °C. Das Niederschlagsaufkommen war regional sehr unterschiedlich. Im westlichen Mecklenburg wurden mit rund 30 mm Defizite von etwa 30 % verzeichnet, im Raum Rügen dagegen mit 70 bis 75 mm Überschüsse bis 70 %. Die Sonnenscheindauer erreichte 100 bis 126 Stunden; westlich von Rügen wurden die Monatsmittel um bis zu 17 % überschritten, östlich davon um bis zu 10 % unterschritten.
Im November lagen die Temperaturen um 1 K über den vieljährigen Bezugswerten und erreichten im Mittel Werte zwischen 4,4 (Stettiner Haff) und 6,5 °C (Fehmarn). Bis zu 3 Frosttage ergaben die Hälfte der Mittelwerte, nur östlich von Rügen wurden mit 8 Frosttagen Mittelwerte erreicht. Es war überwiegend zu trocken und bei 30 bis 45 mm Niederschlag wurden auf den deutschen Ostseeinseln nur bis zu 50 % der Monatsmittelwerte erreicht. Mit 62 bis 72 Sonnenstunden wurden die Sollwerte um bis zu 36 % überschritten.
Auch im Dezember lagen die Monatsmitteltemperaturen mit 3 – 4 °C um rund 2 K über den vieljährigen Vergleichswerten. Die Niederschlagmengen blieben unter dem Durchschnitt. In Mecklenburg-Vorpommern wurden mit 25 bis 45 mm meist 55 bis 75 % vom Mittel verzeichnet, an der schleswig-holsteinischen Küste wurden mit bis zu 70 mm gebietsweise auch mittlere Niederschlagshöhen erreicht. Die Sonne schien im Osten (zwischen Rügen und dem Stettiner Haff) mit 25 bis 30 Stunden nur 65 – 80 % vom Mittel, in Boltenhagen wurden mit 47 Stunden 132 % vom Mittel erreicht.

Wassertemperatur

(Die Werte für die mecklenburg-vorpommerischen Ostseeküste konnten wegen Datenausfall von Mai bis Oktober nicht ermittelt werden.)
Die mittleren Wassertemperaturen an der schleswig-holsteinischen Küste lagen im Juli mit 17,2 °C etwas unter den Werten der Vergleichsreihe. Im August entsprach die mittlere Wassertemperatur mit 19,1 °C den Vergleichswerten. Dies war auch im September bei einer mittleren Wassertemperatur von 16,3 °C der Fall. Im Oktober lag die Mitteltemperatur von 11,7 °C ebenfalls bei den Werten der Vergleichsreihe. Für November konnte nur der Mittelwert für Mecklenburg-Vorpommern (8,2 °C) ermittelt werden. Die Wassertemperaturen entsprachen den Werten der Vergleichsreihe. Im Dezember lagen die Wassertemperaturen etwas über den Vergleichswerten und lagen im Mittel bei 4,2 °C (Schleswig-Holstein) bzw. 5,1 °C (Mecklenburg—Vorpommern).

Wasserstand

Die Wasserstände an der schleswig-holsteinischen bzw. mecklenburg-vorpommerischen Ostseeküste zeigten im Juli Monatsmittelwerte, die bis 11 cm über den Werten der Vergleichsreihe lagen. Der niedrigste Wasserstand wurde am 11.7. mit 455 cm in Flensburg gemessen, der höchste Wasserstand trat am 20.7. in Lübeck mit 561 cm auf. Die mittleren Wasserstände im August lagen bei den Werten der Vergleichsreihe. Der Minimalwert des Monats wurde am 19.8. mit 457 cm in Eckernförde registriert, der Maximalwert mit 549 cm in Wismar am 14.8.. Die Monatsmittelwerte entsprachen auch im September denen der Vergleichsreihe, nur in Kiel lagen sie um 7 cm darunter. Dort wurde am 14.9. mit 412 cm auch der Minimalwert gemessen, der maximale Wasserstand wurde am 30.9. in Koserow mit 577 cm erreicht. Im Oktober lagen die Monatsmittelwerte dann bis zu 13 cm über den Werten der Vergleichsreihe. Der niedrigste Wasserstand wurde in Flensburg und Eckernförde am 22.10. mit 444 cm erreicht, in Flensburg war am 11.10. auch der höchste Wasserstand mit 578 cm gemessen worden. Die Monatsmittelwerte im November waren bis 8 cm höher als die Werte der Vergleichsreihe. Der niedrigste Wasserstand von 387 cm (1,13 m unter Normalmittelwasser) wurde am 12.11. in Flensburg und Travemünde beobachtet; der höchste Wert von 640 cm am 23.11. in Koserow. Im Dezember lagen die Monatsmittelwerte bis 12 cm über den Werten der Vergleichsreihe. Der niedrigste Wert von 389 cm wurde am 23.12. am Pegel Wismar registriert, der höchste Wert am 6.12. in Koserow mit 570 cm.

Oberflächenabfluss

Auch von Juli bis Dezember 2004 zeigten die Abflussmengen für das Odergebiet (Pegel Hohensaaten-Finow) im Vergleich zum jeweiligen Abflussmittel der Jahre 1941 bis 2000 teilweise deutlich niedrigere Werte.

Eisverhältnisse

An der deutschen Ostseeküste gab es in der Eissaison 2004/2005 bis zum Jahresende 2004 keine Eisvorkommnisse.
In der nördlichen Ostsee setzte die erste Eisbildung der Saison am 17./18. November an der Nord-Küste der Bottenvik ein, etwa eine Woche später als der durchschnittliche Termin. Vorwiegend milde Witterung im Dezember sorgte für oft nur leichte Neueisbildung. Infolge auffrischender Südwest-Winde wurde das Neueis an der Festeiskante zusammengeschoben und bis zum Jahresende kam es zeitweise zu starken Eispressungen im Nordostteil der Bottenvik.

Jan.
bis
Juni
2004

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Januar bis Juni 2004)

Witterung

Anders als an der Nordsee fielen im Januar an der Ostsee die Monatsmitteltemperaturen mit 0,2 bis –2,1 °C um bis zu 1 K zu kalt aus. Die Eistage (8 – 15) und die Frosttage (19 bis 24) überschritten die vieljährigen Mittelwerte um bis zu vier Tage. Die 50 bis zu 90 mm Niederschläge brachten 20 bis 65 % mehr als im Monatsmittel. Die Schneedecke blieb meist gering. Eine Sonnenscheindauer von circa 20 Stunden an der westlichen Ostsee erreichte nur circa 50 % der gewöhnlichen Zeit, östlich von Rügen mit 50 bis 55 Stunden überdurchschnittliche Werte von bis zu 144 %.
Im Februar lagen die Mitteltemperaturen von 1,8 bis 3 °C rund 2 K über dem vieljährigen Mittel. Unterdurchschnittliche 10 bis 17 Frosttage wurden verzeichnet. Es wurden 30 bis 70 mm Niederschlag erreicht, das entsprach 115 – 245 % des vieljährigen Mittels. Mit insgesamt 70 – 90 Stunden Sonnenschein wurde das vieljährige Monatsmittel um circa 20 % überschritten; nur östlich von Rügen lagen die Werte 10 – 20 % unter dem Durchschnitt.
Der März fiel mit mittleren Temperaturen von 4 bis 5 °C um 1 bis 2 K zu warm aus und auch zu trocken: Mit 20 bis max. 40 mm Niederschlag wurden die Mittelwerte um 20 bis 40 % unterschritten. Die Sonne schien 120 – 130 Stunden, womit die vieljährigen Mittelwerte um 10 – 20 % überschritten wurden.
Im milden April lagen die Monatsmitteltemperaturen zwischen 6,8 und 9 °C und damit um 1,8 bis 2,8 K über den Bezugswerten des Zeitraums 1961 – 1990. Das Niederschlagsaufkommen erreichte mit 25 bis 40 mm rund 70 bis 90 % vom Mittel und lag etwas höher als an der Nordsee. Die Sonne schien zwischen 200 und 250 Stunden und überschritt damit die Sollwerte um 10 bis 35 %.
Die vieljährigen Mitteltemperaturen wurden im Mai bei Monatsmitteln zwischen 10,3 und 12,2 °C um knapp 1 K überschritten. Das Niederschlagsaufkommen von 30 bis 45 mm (örtlich bis 65 mm) erreichte regional unter- oder überdurchschnittliche Werte. Die Sonnenscheindauer blieb – außer auf den Inseln - mit 200 bis 230 Stunden 20 % unter dem Durchschnitt.
Der Juni 2004 war zu kühl, zu nass und sonnenscheinarm. Die Monatsmitteltemperaturen lagen mit 14 bis 15 °C um 1 K unter den Vergleichswerten. Zwischen 50 und 80 mm Niederschlag fielen im Monatsverlauf, das sind bis zu 50 % mehr als gewöhnlich. Mit 180 bis knapp 230 Stunden verfehlte die Sonnenscheindauer ihre Mittelwerte um rund 15 bis 25 %.

Wassertemperatur

Die Wassertemperaturen an der schleswig-holsteinischen bzw. mecklenburg-vorpommerischen Ostseeküste entsprachen im Januar mit 2,2 °C den Werten der Vergleichsreihe. Im Februar wurden 1,2 bzw. 1,5 °C erreicht, womit die Werte unter dem Durchschnitt der Vergleichsreihe lagen. Im März lagen die mittleren Wassertemperaturen mit 2,3 bzw. 2,6 °C ebenfalls unterhalb der Vergleichswerte. Die April–Temperaturen erreichten mit 5,9 bzw. 5,4 °C durchschnittliche Werte. Die mittleren Temperaturen im Mai mit 11,8 °C und im Juni mit 15,7 °C entsprachen ebenfalls denen der Vergleichsreihe (1997/98 bis 2004).

Wasserstand

Die Wasserstände an der schleswig-holsteinischen bzw. mecklenburg-vorpommerischen Ostseeküste zeigten im Januar Monatsmittelwerte, die sich im Rahmen der Zeitreihe (1991 bis 2000 bzw. 1993 bis 2002) bewegten. Der höchste Wasserstand wurde in Eckernförde am 2.1.2004 mit 94 cm über Normal beobachtet, der niedrigste Wert in Wismar am 31.1. mit 84 cm unter Normal.

Die Monatsmittelwerte im Februar lagen in Kiel, Travemünde und Warnemünde über den Werten der Vergleichsreihe, in Koserow darunter. In Koserow wurde dennoch am 18.2. der höchste Wert mit 573 cm gemessen, in Eckernförde am 24.2. der niedrigste mit 443 cm.
Im März erreichten die Wasserstände in Schleswig-Holstein im Mittel diejenigen der Vergleichsreihe, in Mecklenburg-Vorpommern lagen sie darunter. Allerdings wurde in Wismar am 3.3. der höchste Wert mit 575 cm gemessen, der niedrigste am 21.3. in Schleswig mit 363 cm.
Die Monatsmittelwerte lagen im April in Schleswig-Holstein etwas über denjenigen der Vergleichsreihe, in Mecklenburg-Vorpommern etwas darunter. Der höchste Wert wurde in Flensburg am 1.4. mit 581 cm gemessen.
Im Mai lagen die Monatsmittelwerte 5 bis 11 cm über den Werten der Vergleichsreihe. Der niedrigste Wasserstand wurde in Flensburg am 14.5. mit 448 cm gemessen. Wismar erreichte am 23.5. den höchsten Stand mit 559 cm.
Auch im Juni erreichten die Monatsmittel Werte von 3 bis 6 cm über denen der Vergleichsreihe. Der höchste Wasserstand wurde am 9.6. in Wismar mit 550 cm gemessen, der niedrigste in Flensburg am 14.6. mit 437 cm.

Oberflächenabfluss

Die Abflussmengen von Januar bis Juni 2004 für das Odergebiet (Pegel Hohensaaten-Finow) zeigten im Vergleich zum jeweiligen Abflussmittel der Jahre 1941 bis 2000 teilweise deutlich niedrigere Werte.

Eislage

In der ersten Januarwoche lag der Vereisungszustand des nördlichen Ostseeraums trotz deutlicher Eiszunahme ca. zweieinhalb Wochen hinter der durchschnittlichen Entwicklung zurück. Im südlichen Ostseeraum kam es unter zunehmender Frostwetterlage an der baltischen und mecklenburg-vorpommerischen Küste zu örtlicher Eisbildung in geschützten Binnenfahrwassern, die bis Monatsende anhielt. Im nördlichen Ostseeraum wurde ein erster Vereisungshöhepunkt des Winters mit durchschnittlicher Eisausdehnung erreicht.
Anfang Februar ließ Tauwetter im südlichen Ostseeraum das Eis in den Innenfahrwassern abschmelzen. Starker Frost führte im nördlichen Ostseeraum zu weiterer Zunahme der eisbedeckten Fläche und der Eisdicke.
Mitte März wurde der Vereisungshöhepunkt der Saison erreicht mit einer vollständigen Eisbedeckung des Finnischen, Rigaischen und nördlichen Bottnischen Meerbusens, mit breiteren Treibeisgürteln entlang der Bottenseeküste und schmalem Neueisgürtel entlang der Küsten der Nördlichen Ostsee. Bis zum Ende des Monats führten wechselnde Frostsituationen und teilweise starke Winde zu vermehrter Treibeisdrift in diesen Gebieten.
Anfang April kam es in der Bottenvik noch zu verbreiteten Eispressungen. Im Laufe des Monats nahm das Treibeis ab und das Küstenfesteis wurde morsch. Bis Anfang Mai setzte ein deutlicher Eisrückgang ein, der durch Temperaturanstieg und zeitweiligen Regen bis Ende Mai auch die nördliche Bottenvik erfasste.
Die Eissaison 2003/2004 war kürzer als normal, die maximale Eisausdehnung in der Ostsee erreichte aber die Ausdehnung eines mäßigen Eiswinters (ca. 155 000 km²) . An der deutschen Ostseeküste gehörte die Eissaison zu den schwachen Eiswintern.

Juli
bis
Dez.
2003

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Juli bis Dezember 2003)

Witterung

Mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 18 und 19,5 °C war der Juli um 2 K zu warm und die Zahl der Sommertage war mit 1 (Rügen) bis 12 (Kiel) deutlich erhöht. Die Niederschlagsmengen bewegten sich zwischen 25 mm (70 % unter Mittelwert) und 110 mm (50 % über Mittelwert). Mit 230 bis 275 Stunden lag die Sonnenscheindauer um 10 % über den Monatsmittelwerten.
Der August war mit mittleren Temperaturen um 19 °C um 1,5 bis 2,5 K zu warm. Die Trockenheit des Vormonats setzte sich fort bei nur 2 bis 6 Niederschlagstagen. Es fielen je nach Region 30 bis 90 % der im Monatsmittel erreichten Niederschlagsmengen. Der Monat war sehr sonnenscheinreich und registrierte mit 245 bis 272 Sonnenstunden 10 bis 20 % mehr als im Mittel der Jahre.
Auch im sommerlich geprägten September lagen die mittleren Temperaturen von 15 bis 16 °C um 1 bis 2 K über dem vieljährigen Mittel. Bei regionalen Ausnahmen fielen rund 40 - 50 mm Niederschläge und damit 80 - 90 % vom vieljährigen Mittel. Mit 200 - 225 Stunden bewegte sich die Sonnenscheindauer um 25 - 40 % über dem Durchschnitt.
Im Oktober vollzog sich ein starker Temperaturrückgang, sodass der Monat bei Mitteltemperaturen zwischen 6 und 8 °C um 2 - 3 K zu kalt ausfiel. Es gab sogar 9 Frosttage, üblich wären 2 gewesen. Die Trockenheit endete und mit 40 - 60 mm Niederschlag wurde bis zu 40 % mehr als im Mittel der Jahre erreicht. Mit 130 - 150 Sonnenstunden wurden die vieljährigen Bezugswerte aber dennoch um 20 - 40 % überschritten.
Der November fiel nach dem zu kalten Oktober mit Monatsmitteltemperaturen von 6 bis 7 °C um 1,5 bis 2,0 K zu mild aus. Mit Niederschlagshöhen zwischen 25 und 40 mm gab es ein Defizit von 30 bis 50 %. Die Sonnenscheindauer verzeichnete ein Plus von bis zu 10 %.
Auch der Dezember fiel um 1,5 bis 2 K zu mild aus bei Monatsmitteltemperaturen zwischen 3 und 4,3 °C und die Zahl der Frosttage blieb um rund 6 hinter den Mittelwerten zurück. Das Niederschlagsaufkommen war an der Ostsee deutlich geringer als an der Nordsee und erreichte mit ca. 40 mm etwa 10 - 20 % weniger als im Mittel. Die Sonnenscheindauer überschritt die vieljährigen Vergleichswerte um rund 30 - 60 %.

Wassertemperatur

Die mittleren Wassertemperaturen an der Ostseeküste von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern lagen im Juli 2003 mit 17,7 bis 18,9 °C um ca.K über den Werten des Vergleichsreihe. Auch die Temperaturen im August von 18,4 bis 20,6 °C überstiegen die Vergleichswerte um ca.K. Im September (15,9 bis 16,7 °C) und im Oktober (11,3 bis 11,6 °C) entsprachen die Wassertemperaturen den langjährigen Mittelwerten. Im November waren die mittleren Temperaturen mit 7,0 bis 8,4 °C wieder um 1 K zu warm, ebenso im Dezember, als die Wassertemperaturen im Mittel noch zwischen 4,4 und 5,7 °C erreichten.

Wasserstand

Der ausgeglichene Wasserstandsverlauf im Juli 2003 erreichte seinen niedrigsten Wert am 4.7. in Flensburg mit 471 cm, seinen Maximalwert am 1.7. in Flensburg mit 59 cm über dem mittleren Wasserstand. Die Monatsmittelwerte lagen bis 8 cm über den Werten der Vergleichsreihe.
Im August wurde der niedrigste Wasserstand am 15.8. mit 426 cm in Flensburg registriert, der Maximalwasserstand von 583 cm wurde am 30.8. in Wismar gemessen. Die Monatsmittelwerte lagen bis 6 cm über den Vergleichswerten.
Am 1. September wurde in Lübeck der höchste Werte mit 565 cm gemessen, der Minimalwert des Monats von 442 cm konnte am 23.9. in Flensburg registriert werden. Insgesamt lagen die Monatsmittelwerte bis 5 cm über denen der Vergleichsreihe.
Im Oktober wurden die Vergleichswerte im Monatsmittel um bis zu 19 cm überschritten. Der höchste Wert wurde am 20.10. in Flensburg mit 598 cm erreicht, der niedrigste Wasserstand wurde ebenfalls in Flensburg am 28.10. mit 417 cm registriert.
Auch im November wurde der Maximalwert von 569 cm (9.11.) sowie der niedrigste Wert von 455 cm (19.11.) am Pegel in Flensburg gemessen. Die Monatsmittelwerte lagen 3 bis 7 cm unter denen der Vergleichsreihe.
Im Dezember wurden durchschnittliche Monatsmittelwerte erreicht, auch wenn eine Sturmflut am 6.12. in Wismar mit 666 cm den höchsten Wert erreichte. Ebenfalls in Wismar wurde auch der niedrigste Pegelwert von 390 cm am 24.12. registriert.

Eislage

Mit Beginn der letzten Novemberwoche setzte die Eisbildung an der Nordküste der Bottenvik ein, dieser Termin lag zwei Wochen später als im langjährigen Durchschnitt. Ab Mitte Dezember traten erste Schifffahrtsbeschränkungen in einigen finnischen Häfen auf, so dass am 15. Dezember mit der Herausgabe der Eisberichte begonnen wurde. Trotz der deutlichen Eiszunahme bis Ende Dezember 2003 lag der Vereisungszustand des nördlichen Ostseeraumes zum Jahreswechsel etwa zweieinhalb Wochen hinter der durchschnittlichen Entwicklung zurück.

Jan.
bis
Juni
2003

Zusammenfassung der physikalischen Verhältnisse und hydrologischen Randbedingungen (Januar bis Juni 2003)

Witterung

Die Mitteltemperaturen im Januar lagen bei 0 - 1 °C Es fielen 25 bis 40 mm Niederschlag und die Sonnenscheindauer betrug nur 20 - 30 Stunden.
Der Februar war zu kalt, viel zu trocken und ungewöhnlich sonnenscheinreich. Die Monatsmitteltemperaturen lagen bei -1 °C. Es fielen 3 bis 9 mm Niederschlag und die Sonne schien zwischen 88 und 114 Stunden.
Die Durchschnittstemperaturen im März lagen zwischen 2,8 und 4,3 °C. Es fielen 9 bis 18 mm Niederschlag. Die Sonne schien 160 bis 205 Stunden.
Der April war zu mild, meist zu trocken und überdurchschnittlich sonnenscheinreich.
Die Monatsmitteltemperaturen variierten zwischen 5.6 und 8.1 °C. Die monatlichen Niederschlagshöhen lagen zwischen 30 und 50 mm. Insgesamt überschritt die Sonnenscheindauer mit 230 bis 255 Stunden die vieljährigen Monatsmittel um rund 30 - 40 %.
Auch der Mai war mit mittleren Temperaturen zwischen 12 und 14 °C zu warm. Das Niederschlagsaufkommen war regional sehr unterschiedlich und lag zwischen 33 mm und 80 mm. Mit 250 bis 291 Stunden lag die Sonnenscheindauer um bis zu 12 % über den Bezugswerten.
Der Juni 2003 war in der Bundesrepublik der wärmste seit 1901. Auch entlang der westlichen und südlichen Ostsee herrschte mit 16 bis 18 °C ein um 2 - 3 K überdurchschnittliches Temperaturniveau, die Zahl der Sommertage lag mit 1 bis 8 doppelt so hoch wie gewöhnlich. Mit Niederschläge zwischen 30 und 50 mm wurden die Mittelwerte bis zu 40 % unterschritten. Die Sonnenscheindauer von 250 bis 300 Stunden überschritt die Bezugswerte um rund 10 %.

Wassertemperatur

Die Wassertemperatur im Januar lag mit 0,7 °C etwa 1 Kelvin unter den Vergleichswerten.
Mit 0,4 °C lagen die Wassertemperaturen im Februar 1 Kelvin unter den Vergleichswerten.
Im März lagen die Wassertemperaturen im Mittel zwischen 1,8 und 2,4 °C.
Die Wassertemperaturen im April lagen im Mittel zwischen 4,8 und 5,5 °C.
Im Mai entsprachen die mittleren Wassertemperaturen mit 11 °C den Vergleichswerten.
Die mittleren Wassertemperaturen im Juni lagen mit 15,8 bis 16,9 °C um ca. 1 K über den Werten der Vergleichsreihe.

Wasserstand

Im Januar trat der niedrigste Wasserstand in Flensburg am 12.1. mit 402 cm auf. Das Hochwasser erreichte seinen höchsten Stand in Wismar mit 622 cm.
Der niedrigste Wasserstand im Februar wurde am 3.4. mit 438 cm in Wismar gemessen. Maximal 34 cm über Normal erreichte der Pegel in Warnemünde und Wismar am 5.4.. Die Monatsmittelwerte lagen 18 cm unter den Vergleichswerten.
Im März wurde der höchste Wasserstand am 20.3. mit 559 cm in Flensburg gemessen, den niedrigsten mit 430 cm am 6.3. in Wismar. Die mittleren Wasserstände lagen 2 - 3 Dezimeter unter dem mittleren Wasserstand.
Der höchste Wasserstand im April wurde am 6.4. mit 611 cm in Wismar gemessen. Der niedrigste Wasserstand wurde am 4.4. in Flensburg mit 444 cm gemessen. Die Monatsmittelwerte lagen an allen Stationen über den Werten der Vergleichsreihe.
Im Mai lagen die Monatsmittelwerte für den Wasserstand an allen Stationen unter den Werten der Vergleichsreihe.
Für Juni wurde der niedrigste Wasserstandswert mit 416 cm in Kiel-Holtenau registriert. Die Monatsmittelwerte lagen 5 - 9 cm über den Werten der Vergleichsreihe.

Eislage

Ein früher Beginn der Eissaison und andauernde Starkfrostperioden haben Anfang Januar zu einer extremen Eisbedeckung geführt. Bereits zum Ende der ersten Januarwoche waren der Bottnische, Finnische und Rigaische Meerbusen nahezu vollständig eisbedeckt.
Mitte des Monats Februar setzte sich die Eisbildung fort, geschlossene Eisdecke im Binnenhafen von Kiel, dünnes Eis mit Neueisbildung auf der Schlei, Neueisbildung auch an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Geschlossene Eisdecke in Häfen und Binnenfahrwassern.
Im März war an der Deutsche Ostseeküste der Eiswinter vorüber. Insgesamt war die diesjährige Eissaison in den deutschen Gewässern mit bis zu maximal 30 cm dickem Eis eher mäßig. Sie dauerte rund 10 Wochen und beschränkte sich im Wesentlichen auf die Innenfahrwasser. Im nördlichen Ostseeraum ging die Eisbedeckung etwas zurück und es kam zu windbedingten Veränderungen der Eislage.
Auch im April herrschten windbedingte Veränderungen der Eislage vor, wobei es zeitweise zu stärkeren Eispressungen auf See und an den Luvküsten kam. Mitte April sorgten ansteigende Lufttemperaturen für einen beschleunigten jahreszeitlichen Eisrückgang. Unter dem zusätzlichen Einfluss von Regen wurde das Eis in den südlichen Gebieten zunehmend morsch.
Mitte bis Ende Mai schmolz das restliche Eis im östlichen Finnischen Meerbusen und in der nördlichen Bottenvik. Die Abschmelztermine des letzten Eises gehörten zu den spätesten, die in den letzten Jahrzehnten beobachtet wurden.

Salzwassereinbruch

Erstmals seit 1993 wurde vom 16. Bis zum 25. Januar auf der Darßer Schwelle und im Arkonabecken der Einstrom von stark salzhaltigem, kaltem Nordseewasser mit extrem hohem Sauerstoffgehalt registriert. Ursache für dieses seltene und ungewöhnliche Ereignis war der extrem niedrige Wasserstand der Ostsee Anfang Januar.

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 20.09.2010 14:35:55  
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