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MURSYS - Ostsee retrospektiv

   
 
 

Zusammenfassung der meereschemischen Verhältnisse

 

Vorhandene Berichte :   
2003   
Januar-Juni 2004  ,   Juli-Dezember 2004   
Januar-Juni 2005  ,   Juli-Dezember 2005   
Januar-Juni 2006  ,   Juli-Dezember 2006   

Juli
bis
Dez.
2006

Zusammenfassung der meereschemischen Verhältnisse im 2. Halbjahr 2006

Nährstoffe

Die Nährstoff-Situation im Bodenwasser von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken im Juli reflektierten die derzeitige Stagnationsphase, Konzentrationen von Phosphat, Silikat, Ammonium hatten in den anoxischen Schichten gegenüber Mai 2006 und auch dem Vorjahr weiter zugenommen; Nitrat war nicht vorhanden. Im Oberflächenwasser waren die Nährstoffwerte der Jahreszeit entsprechend gering.
Zum November waren infolge leicht oxischer Bedingung im bodennahen Wasser des Bornholmbeckens die Nitratwerte dort wieder angestiegen. Nährstoffwerte im Oberflächenwasser waren westlich der Darßer Schwelle schon erhöht, ebenso wie am Landsort- und Karlsötief und blieben in der zentralen Gotlandsee noch relativ niedrig.

Sauerstoff

Im Gebiet von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken wurde im Juli eine weitere Verschlechterung der Sauerstoffsituation im Tiefenwasser festgestellt. Sowohl die Konzentration als auch die vertikale Ausdehnung des Schwefelwasserstoffs hatte im Vergleich zum Mai weiter zugenommen. Auch im Bornholmtief wurde im Juli im Bodenwasser Schwefelwasserstoff nachgewiesen, zum November verbesserte sich die Situation dort wieder bei Sauerstoffkonzentrationen unter 1 ml/L. Landsort- und Karlsötief blieben ab 70 m Wassertiefe anoxisch, ab 90 - 100 m Tiefe trat Schwefelwasserstoff auf. Im Farötief wurde Schwefelwasserstoff ab 80 m Wassertiefe gefunden. Intrusionen von H2S-freiem bzw. leicht oxischem Wasser fanden sich im anoxischen Wasserkörper des Farötiefs bzw. Gotlandbeckens.
Westlich der Darßer Schwelle wurden niedrige Sauerstoffwerte unter 2 ml/L lediglich in der Lübecker Bucht gefunden.

Schadstoffe

Daten zur Schadstoffsituation in der Ostsee für 2006 liegen noch nicht vor. Diese werden später, dann unter dem Punkt "MURSYS-Retrospektiv" veröffentlicht.

Jan.
bis
Juni
2006

Zusammenfassung der meereschemischen Verhältnisse im 1. Halbjahr 2006

Nährstoffe

Im Januar/Februar 2006 ergaben Untersuchungen von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken für das Oberflächenwasser Phosphatkonzentrationen, die unterhalb der Vorjahreswerte und damit wieder im Bereich der Langzeitmittelwerte lagen. Die Nitratkonzentrationen (2,2 bis 4 µmol/L) bewegten sich leicht unterhalb der langjährigen Mittelwerte. Im Mai waren die Nitratkonzentrationen fast überall erschöpft, während Phosphat im Oberflächenbereich noch vorhanden war (0,1 bis 0,35 µmol/L).
Die Phosphat- und Nitratwerte in der Bodenwasserschicht wurden durch die Sauerstoff- und Schwefelwasserstoffkonzentrationen kontrolliert und lagen im erwarteten Bereich.

In den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns nahmen von Januar bis April im Oberflächenwasser die Phosphatkonzentrationen stetig ab und lagen oft im Bereich der langjährigen Mittel. Im April wurden infolge der einsetzenden Planktonentwicklung teilweise Konzentrationen im Bereich der Bestimmungsgrenze von 0,02 µmol P/L registriert. Die Nitratkonzentrationen nahmen von Januar bis März zu, blieben aber meist niedrig im Vergleich zu den langjährigen Monatsmittelwerten; ab April nahmen die Konzentrationen dann abrupt ab auf meist unter 1 µmol N/L.
In den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns hatte die Phosphatkonzentrationen infolge der einsetzenden Primärproduktion stetig abgenommen auf Werte von 0,2 bis 0,3 örtlich aber auch unter 0,1 µmol/L. Wegen zahlreicher Niederschläge im Februar/März hatten die Nitratkonzentrationen die langjährigen Werte um mehr als das Doppelte überschritten. Im April wurden an der Unterwarnow (260 µmol/L), im Barther Bodden (98 µmol/L) und im Salzhaff (95 µmol/L) Spitzenwerte erreicht. Im Greifwalder Bodden dagegen war Nitrat fast verbraucht.

Sauerstoff

In den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns lagen von Januar bis April die Sauerstoffgehalte des Oberflächenwassers im Bereich der Sättigung. Im Bodenbereich wurden in der Lübecker Bucht im Januar Sauerstoffgehalte von 5,5 mg/L (50 % Sättigung) festgestellt. Sonst war das untersuchte Seegebiet bis März gut mit Sauerstoff versorgt. Im April traten in der westlichen Mecklenburger Bucht mit 6 - 7 mg/L Sauerstoff (60 % Sättigung) erste Anzeichen einer Sauerstoffverarmung der Bodenbereiche auf.

In den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns war die Sauerstoffsättigung im Oberflächenwasser von Januar bis April 2006 durch erhöhte Frühjahrsprimärproduktion erhöht.

Untersuchungen von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken im Januar/Februar 2006 zeigten für die westliche Ostsee und das Arkonabecken eine gute Sauerstoffversorgung bis zum Boden. Sauerstoffmangel mit Werten unter 2 ml/L O2 wurde im Bornholmbecken ab 70 m Tiefe festgestellt. In den tiefen Becken wurde in Wassertiefen ab 100 bzw. 150 m Schwefelwasserstoff nachgewiesen.
Im Mai war in der Bornholmsee der Sauerstoff im Bodenwasser fast verbraucht. In den tiefen Becken hatte sich die Situation nicht deutlich verändert.

Juli
bis
Dez.
2005

Zusammenfassung der meereschemischen Verhältnisse im 2. Halbjahr 2005

Nährstoffe

Die Nährstoff-Konzentrationen im Oberflächenwasser von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken lagen im Juli für Phosphat zwischen null (westliche Gotlandsee) und 0,35 µmol/L (Arkonabecken und Pommersche Bucht) und für Nitrat+Nitrat zwischen meist null und 0,34 µmol/L (Arkonabecken).
Im Oktober/November bewegten sich die oberflächlichen Phosphatwerte zwischen ca. 0,2 µmol/L in der zentralen Gotlandsee und 0,84 µmol/L in der Pommerschen Bucht. Die Konzentrationen für Nitrat+Nitrat lagen zwischen 0,07 µmol/L in der Mecklenburger Bucht und 0,49 µmol/L in der zentralen Gotlandsee.
In den anoxischen Bodenwasserschichten wurden hohe Phosphatkonzentrationen (zwischen 4 bis über 7 µmol/L) und fast kein Nitrat gefunden, während an den sonstigen Stationen zwischen 0,3 und mehr als 7 µmol/L Nitrat und zwischen 0,8 und ca. 3 µmol/L Phosphat nachgewiesen wurden.

In den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns führten die sich ab Anfang Juli verschlechternden Sauerstoffverhältnisse in der Mecklenburger und Lübecker Bucht zu einer Hemmung der Nitrifizierung, in Grundnähe wurden bis zu 8,0 µmol/L NH4-N, in 16 m Tiefe ein Höchstwert von 9,3 µmol/L NH4-N ermittelt. Die Ortho-Phosphat-Werte in der Tiefe lagen zwischen 0,93 und 1,04 µmol/L o-PO4-P, an der Oberfläche wurden Konzentrationen zwischen 0,12 und 0,20 µmol/L o-PO4-P gemessen. In der ersten Augustdekade lagen in diesem Gebiet bis in 16 m Wassertiefe die Nitratwerte unterhalb der Bestimmungsgrenze von <0,1 µmol/L, während in Grundnähe 7,86 µmol/L gemessen wurden. Die NH4-N-Konzentrationen stiegen von <0,1 µmol/L an der Oberfläche auf 3,47 µmol/L in Bodennähe. Die o-PO4-P-Konzentrationen bewegten sich zwischen 0,21 µmol/L im Oberflächenbereich und 1,07 µmol/L in Grundnähe.
Im Seegebiet von nordwestlich Fischland bis nördlich Darßer Ort waren Anfang August hinsichtlich der Nährstoffe keine Besonderheiten festzustellen: die Nitratwerte lagen im Oberflächenwasser und in Grundnähe unterhalb der Bestimmungsgrenze (<0,10 µmol/L), die NH4-N-Konzentrationen lagen an der Oberfläche zwischen 0,23 und 0,33 µmol/L und zwischen 0,32 und 0,47 µmol/L in Grundnähe. Die Phosphat-Konzentrationen waren zwischen Oberfläche und Grundnähe ausgeglichen und bewegten sich zwischen 0,16 und 0,24 µmol/L o-PO4-P.
Mitte August zeigten sich im weiter östlich gelegenen Gebiet zwischen Kap Arkona und östlich Sassnitz an der Oberfläche NH4-N-Konzentrationen von <0,1 µmol/L , die in der Tiefe örtlich auf bis zu 2,35 µmol/L anstiegen. Die oberflächlichen Nitrat-Werte lagen bei 0,21 µmol/L, in der Tiefe wurden teilweise bis zu 2,72 µmol/L erreicht. Die o-PO4-P-Gehalte an der Oberfläche entsprachen mit 0,48 µmol/L den langjährigen Mittelwerten ebenso wie die Gehalte in Grundnähe, die zwischen 0,55 und 1,07 µmol/L lagen.

Sauerstoff

Untersuchungen zum spätsommerlichen und herbstlichen Sauerstoffmangel im Bodenwasser der westlichen Ostsee werden jährlich an einem dichten Messnetz durchgeführt.
Bereits im Juli deutete sich in einigen austauscharmen Gebieten (Lübecker Bucht, Kieler und Mecklenburger Bucht) die Entwicklung hin zu niedrigen Sauerstoffgehalten deutlich unter 4 mg/L im bodennahen Wasser an. Durch hohe Salzgehalte im Tiefenwasser war die saisonale vertikale Schichtung besonders ausgeprägt und verhinderte die Sauerstoffzufuhr an den Meeresboden. Das Ausmaß des Sauerstoffschwundes im August/September 2005 war recht verbreitet und in etwa mit den beiden Vorjahren vergleichbar, wobei die katastrophalen Verhältnisse von 2002 nicht erreicht wurden. Die relativen Häufigkeiten (Angabe in Prozent) der klassifizierten Sauerstoffgehalte im bodennahen Wasser bei Wassertiefen über 15 m wurden für September ermittelt: 70 % aller Sauerstoffwerte lagen im lebensfeindlichen Bereich von unter 2 mg/L O2 (in 2002: 85 %), bei 20 % der Messungen (4 % in 2002) ergaben sich Werte zwischen 2 und 4 mg/L O2 . Der Anteil mit guten bis sehr guten Sauerstoffverhältnissen (größer als 4 mg/L O2) lag nur bei 11 % (6 % in 2002).
Schwefelwasserstoff, ein starkes Zellgift, wurde im bodennahen Wasser an insgesamt neun Stellen in austauscharmen Bereichen der Kieler Bucht gefunden.

Auch in den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns gab es von Juni zu Juli Hinweise auf eine von der südwestlichen Mecklenburger Bucht in Richtung Lübecker Bucht fortschreitende Verschlechterung der Sauerstoffverhältnisse in den bodennahen Wasserschichten.
Im August zeigten das Sondenprofil kritische Sauerstoffgehalte für die Stationen Lübecker Bucht und Mecklenburger Bucht von 0,4 bzw. 1,6 mg/L O2. Die Küstenabschnitte östlich der Darßer Schwelle zeigten auch im August ausreichend mit Sauerstoff versorgte Bodenwasserschichten.
Auch von September bis November waren die Stationen zwischen nördlich Kühlungsborn und Boltenhagen durch starken Sauerstoffmangel in den Bodenbereichen ab 20 m Wassertiefe gekennzeichnet. Sogar noch im November wurden Gehalte von unter 1 mg/l O2 nachgewiesen, so geringe Werte wurden im November erstmals seit Beginn der Messungen im Jahr 1975 registriert.
In den inneren Küstengewässern sank der Sauerstoffgehalt in der äußeren Wismarer Bucht im November bis auf 2 mg/l O2 und in der Unterwarnow im Oktober auf die geringsten Werte von 3 - 4 mg/L O2 ab.

Während der Juli-Überwachungsfahrt im Gebiet von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken trat Sauerstoffmangel auf im Bornholmbecken unterhalb von 75 m Wassertiefe, im zentralen Gotlandbecken und Farötief unterhalb von 120 - 130 m sowie im Landsort- und Karlsötief ab 80 m Wassertiefe. Im Bodenwasser der untersuchten Tiefs wurde am Boden Schwefelwasserstoff nachgewiesen.
Bis Oktober/November verschlechterte sich die Sauerstoffsituation weiter: In der Lübecker Bucht wurde in der Bodenwasserschicht H2S gefunden, ebenso an vielen Stationen der Bornholmsee, auch in der Arkonasee sanken die O2-Konzentrationen im Bodenwasser gegen null.

Schadstoffe

Daten zur Schadstoffsituation in der Ostsee für 2005 liegen noch nicht vor. Diese werden später, ggf. unter dem Punkt "MURSYS-Retrospektiv" veröffentlicht.

Jan.
bis
Juni
2005

Zusammenfassung der meereschemischen Verhältnisse im 1. Halbjahr 2005

Nährstoffe

Im Februar 2005 ergaben Untersuchungen von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken für das Oberflächenwasser Phosphatkonzentrationen, die mit 0,52 bis 1,22 µMol/L meist signifikant über den Langzeitwerten lagen. Im Bodenwasser erreichte Phosphat (kontrolliert durch die Sauerstoffbedingungen) zu erwartende Konzentrationen zwischen 0,54 µMol/L (Kieler Bucht) und 5,3 µMol/L (Bornholmtief). Die Nitrat+Nitratkonzentrationen von 2,5 bis 4,5 µMol/L (Ausnahme: Pommersche Bucht: 54,55 µMol/L) im Oberflächenwasser entsprachen den für die Jahreszeit zu erwartenden Werten.
Im April wurden im Oberflächenwasser der Pommerschen Bucht weiterhin sehr hohe Nitrat+Nitratkonzentrationen (64,05 µMol/L) und Silikatkonzentrationen (52,00 µMol/L) gemessen bei niedrigen Phosphatkonzentrationen (0,08 µMol/L) und entsprechend hoher Planktonkonzentration. Ansonsten lagen im Gebiet von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken die Werte für Phosphat zwischen 0,06 und 0,84 µMol/L, für Nitrat zwischen 0,04 und 1,62 µMol/L und für Silikat zwischen 1,30 und 17,70 µMol/L.
Im Mai entsprach die Nährstoffsituation im Oberflächenwasser der Frühjahrsentwicklung. Die Nitratreserven waren im gesamten Untersuchungsgebiet fast erschöpft. Die Phosphatkonzentrationen lagen meist zwischen 0,1 und 0,2 µmol/L. Ungewöhnlich hoch war der Wert im Bornholmbecken mit 0,61 µmol/L. In den bodennahen Schichten zeigten sich an sauerstoffhaltigen Stationen erwartungsgemäß niedrige Phosphat- und relativ hohe Nitratwerte, an anoxischen Stationen erhöhte Phosphatkonzentrationen und kein Nitrat.

Sauerstoff

Im ersten Halbjahr 2005 lagen in den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns die Sauerstoffgehalte des Oberflächenwassers im Bereich der Sättigung. Im grundnahen Wasser war das bei 6 – 9 ml/L O2 im Februar auch noch der Fall, im Mai zeigte sich mit 4 - 9 ml/L dort bereits eine Tendenz zu niedrigen Sauerstoffwerten (z.B.: in der Mecklenburger Bucht). Die Sauerstoffkonzentration im grundnahen Bereich betrug im Juni 3 - 7 ml/L, mit geringsten Werten in der Lübecker und Mecklenburger Bucht, wo auch eine ausgeprägte thermohaline Schichtung auftrat.
In den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns war das Oberflächenwasser bei Untersuchungen im Februar und Mai gut mit Sauerstoff gesättigt. Im Juni lagen die Werte zwischen 5 ml/L (Unterwarnow) und 11 ml/L (Darß-Zingster Boddenkette). Im grundnahen Bereich erreichten die Werte im Februar noch 8 - 11 ml/L, im Mai und Juni war die Tendenz mit 4 - 9 ml/L bzw. 3 - 9 ml/L ähnlich wie in den äußeren Küstengewässern.

Bei Untersuchungen von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken im Februar war die Wassersäule bis zum Boden gut durchlüftet mit 6,5 - 9 ml/L O2. Sauerstoffmangel (unter 2 ml/L O2) herrschte im Bornholmbecken ab 70 m Tiefe und im westlichen und östlichen Gotlandbecken ab 60 - 80 m Tiefe. H2S wurde nachgewiesen im östlichen Gotlandbecken ab 225 m Tiefe und im westlichen Gotlandbecken ab 100 m Tiefe. Im April zeigte sich die westliche Ostsee bis in 50 m Tiefe gut durchlüftet. Im Bornholmbecken fand sich in ca. 70 m Tiefe nur 2,5 ml/l O2, weiter abnehmend bis zum Boden, örtlich trat H2S auf. Im Gotlandtief und Farötief trat in Tiefen unterhalb von 220 bzw. 190 m H2S auf, im Landsorttief in einer Zwischenschicht in 125 bis 200 m Tiefe.
Im Mai fand sich diese H2S-haltige Schicht im Landsorttief in 100 bis 150 m Tiefe; darunter wurden zwischen 0,05 und 1,19 ml/L O2 gemessen.

Juli
bis
Dez.
2004

Zusammenfassung der meereschemischen Verhältnisse im 2. Halbjahr 2004

Nährstoffe

In den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns wurden im Juli nur noch in der Pommerschen Bucht (0,42) und nördlich Hiddensee (0,24) Phosphatkonzentrationen oberhalb der analytischen Bestimmungsgrenze von 0,02 µmol/L gefunden. Für Nitrat wurden an allen Messstellen Konzentrationen zwischen 0,36 und 1,73 µmol/L ermittelt.
Zum August hatten die Phosphatkonzentrationen auf 0,08 bis 0,26 µmol/L zugenommen, die Nitratwerte waren mit <0,10 bis 0,53 µmol/L sehr gering.

In den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns stieg die Phosphatkonzentration im Juli in fast allen Gebieten auf Werte zwischen 0,09 und 3,78 (Kleines Haff) µmol/L an. Nitrat wurde fast überall in Konzentrationen von 0,54 bis 1,28 µmol/L angetroffen, im August stiegen die Werte meist auf 0,2 bis 4,81 µmol/L.
Insgesamt waren im Juli und August die Konzentrationen der gelösten Nährstoffe sehr gering.

Sauerstoff

In den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns war der Sauerstoffsättigung des Oberflächenwassers im Juli und August sehr gut. Im Bodenwasser war das auch im größten Teil des Untersuchungsgebietes der Fall; nur in der westlichen Mecklenburger Bucht verstärkte sich die leichte Sauerstoffverarmung auf Werte von 4 bis 6 mg/L Sauerstoff im Juli und im August dann deutlich weiter auf Gehalte zwischen 1,7 bis 3,3 mg/L bei einer starken thermohalinen Schichtung.

In den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns war die Sauerstoffversorgung im Juli im Oberflächenwasser sehr gut und auch im Bodenwasser gut. Das blieb bis in den August fast überall so, lediglich an einigen Stationen traten dann Sauerstoffdefizite mit Werten unter 4 mg/L auf. Werte unter 2 mg/L kamen nicht vor.

Bei Untersuchungen von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken wurden im Juli für die Bodenwasserschicht des Bornholm- und Gotlandbeckens Sauerstoffkonzentrationen nahe Null ermittelt. Bildung von Schwefelwasserstoff zeigte sich am Boden von Landsort- und Karlsötief. Dort herrschte unterhalb von 80 m bereits Sauerstoffmangel. Im August verschlechterte sich die Sauerstoffsituation besonders im Gotlandbecken noch.

Radioaktivität

Die künstliche Radioaktivität in der Ostsee wurde bis zum Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl (26.4.1986) im Wesentlichen durch den Fallout der atmosphärischen Kernwaffentests der sechziger Jahre sowie den Einstrom kontaminierten Nordseewassers aus dem Skagerrak und Kattegat durch die Beltsee bestimmt.
Die Konzentrationen von Caesium-137 und Strontium-90 im Oberflächenwasser der Ostsee waren seit den Sechziger Jahren erhöht und diejenige von Cs-137 seit dem Tschernobylunfall noch einmal sehr deutlich angestiegen. Die Aktivitätskonzentration von Cs-137 an der Wasseroberfläche lag im Juni 2004 in der westlichen Ostsee zwischen 33 Bq/m³ und 50 Bq/m³, nach Osten zum Schwerpunkt des Tschernobyl-Fallout zunehmend. Damit liegt die Kontamination in diesem Gebiet noch immer um den Faktor 10 über derjenigen der Deutschen Bucht. Die Ostsee ist noch heute, noch vor dem Schwarzen Meer und der Irischen See, das Seegebiet mit der höchsten Kontamination an Cs-137 in der Welt. Der Wasseraustausch der Ostsee mit der Nordsee ist im langjährigen Mittel sehr gering, wenn auch hochvariabel. Durch den stetigen Ausfluss an Oberflächenwasser aus der Ostsee in den Skagerrak stellt die Ostsee seit Jahren die stärkste Quelle für Cs-137 im Nordatlantik dar.
Für Sr-90, dessen Quelle fast ausschließlich der globale Fallout ist, lagen die Konzentrationen in der westlichen Ostsee im Juni 2004 zwischen 7,5 und 11,2 Bq/m³ . Diese Werte waren um den Faktor 2 bis 6 höher als in der Deutschen Bucht, u.a. bedingt durch das sehr umfangreiche Einzugsgebiet der Ostsee.
Die Oberflächensedimente der Ostsee weisen deutlich höhere spezifische Aktivität als diejenigen der Nordsee auf. Die höchsten Konzentrationen finden sich in 2 bis 8 cm Tiefe. Die ermittelten Werte, die stark von der Körnigkeit der Sediment abhängen, lagen in der westlichen Ostsee zwischen 0,8 und 5,2 kBq/m².

Jan.
bis
Juni
2004

Zusammenfassung der meereschemischen Verhältnisse im 1. Halbjahr 2004

Nährstoffe

In den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns lagen die winterlichen (Januar, Februar) Konzentrationen für Phospat und Nitrat im Gebietsmittel um 50 % unter dem langjährigen Monatsmittel (LMM). Bis Ende März waren beide Nährstoffe kaum noch nachweisbar, mit Ausnahme in der Pommerschen Bucht. Im April und Mai blieben die Konzentrationen sehr gering und auch im Juni änderte sich die Situation nicht, lediglich in der westlichen Mecklenburger Bucht und in der Pommerschen Bucht wurden für Nitrat noch recht hohe Werte (3 bis 4 µmol N/L) angetroffen.

Auch in den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns erreichten die Phosphatkonzentrationen für Januar und Februar im Mittel nur 40 % des LMM und die Nitratwerte lagen ebenfalls deutlich unter dem LMM. Im März verringerte sich der Phosphatgehalt weiter, während die Nitratwerte konstant blieben. Im April/Mai waren beide Nährstoffe in sehr geringen Konzentrationen, örtlich gar nicht mehr nachweisbar. Während der Phosphatgehalt von Mai bis Juli wieder leicht anstieg, war Nitrat im Juni an den meisten Stellen nicht mehr vorhanden; Ausnahme war hier das Kleine Haff mit 9,81  µmol N/L.

Sauerstoff

In den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns war der Sauerstoffgehalt des Oberflächenwassers bis in den Juni hinein sehr gut, dies traf auch für das Bodenwasser zu. Lediglich im Juni zeigten sich hier regional leichte Defizite. So begann in der westlichen Mecklenburger Bucht eine leichte Sauerstoffverarmung, die sich im Juli dann weiter verstärkte (auf Werte von 4 bis 6 mg O2 /L).
In den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns war die Sauerstoffversorgung im Oberflächen- und Bodenwasser gut. Im Juni zeigten sich an der Unterwarnow und im kleinen Jasmunder Bodden erhöhte Sättigungswerte im Oberflächenwasser.

Untersuchungen von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken für Februar zeigten nur im westlichen Gotlandbecken in Tiefen unter 90 m anoxische Bedingungen mit Bildung von Schwefelwasserstoff.
Im März hatte sich im Bodenwasser des Landsorttiefs die Sauerstoffsituation verbessert, als Auswirkung des Kaltwassereinstroms vom Januar 2003. Am Boden war kein H2S vorhanden, lediglich in einer Zwischenschicht in circa 150 m Tiefe wurde H2S nachgewiesen. Im Karlsötief konnten weiterhin keine oxischen Bedingungen beobachtet werden. Im April/Mai hatte sich keine wesentlich veränderte Situation ergeben.

2003

Zusammenfassung der meereschemischen Verhältnisse im Jahr 2003

Nährstoffe

In den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns waren die Phosphatkonzentrationen von März bis Juni sehr gering und lagen fast im gesamten Seegebiet im Bereich der analytischen Nachweisgrenze oder waren nicht mehr nachweisbar. Auch die Nitratkonzentrationen waren in dieser Zeit sehr gering bzw. im Bereich der analytischen Nachweisgrenze.
Auch in den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns war Phosphat von März bis Juni nur in sehr geringen Mengen oder teilweise gar nicht mehr nachweisbar. Die Nitratkonzentrationen waren im März ebenfalls sehr gering und lagen besonders in der Unterwarnow deutlich unter den üblichen Werten, lediglich in der inneren Wismarer Bucht lagen etwas erhöhte Konzentrationen vor. Diese Situation setzte sich im April fort mit durchschnittlichen Konzentrationen von 10 % des langjährigen Monatsmittels (LMM). Von Mai bis Juni sanken die Konzentrationen weiter und Nitrat war nicht mehr nachweisbar oder nur noch in sehr geringen Spuren vorhanden.
In den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns hatten im Juli die Phosphatkonzentraionen wieder zugenommen (0,04 bis 0,52 µmol/L) und erreichten im September Werte von <0,02 bis 1,13 µmol/L). Die Nitratkonzentrationen lagen im August bei <0,10 bis 0,88 µmol/L und im September bei 0,17 bis 1,30  µmol/L. In von Sauerstoffmangel gekennzeichneten Gebieten war eine Freisetzung von Ammonium aus anoxischen Sedimenten im Bodenwasser zu beobachten.
In den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns hatten im Juli die Phosphatkonzentrationen im Vergleich zum Juni um das 2- bis 3fache zugenommen (<0,02 bis 3,36 µmol/L) und waren im September nochmals leicht angestiegen (0,25 bis 4,79 µmol/L). Die Nitratwerte waren im Juli im Vergleich zum Vormonat noch leicht abgesunken (<0,01 bis 1,20 µmol/L) und erreichten im September Werte bis 1,50 µmol/L.

Sauerstoff

Bis in den April/Mai hinein war der Sauerstoffgehalt des Oberflächenwassers in den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns sehr gut, lokal wurden leichte Übersättigungen gemessen. Auch das Bodenwasser war noch sehr gut mit Sauerstoff versorgt, lediglich in der westlichen Mecklenburger Bucht deutete sich schon die Tendenz einer Sauerstoffabnahme an. Im gesamten Oberflächenwasser zeigte sich die Sauerstoffsituation auch im Juni sehr ausgeglichen. Zwischen Warnemünde und Ahlbeck war auch das Bodenwasser noch gut mit Sauerstoff versorgt; in der westlichen Mecklenburger Bucht betrug die Sättigung dagegen nur noch 57 - 72 %.
In den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns war die Sauerstoffversorgung im Oberflächenwasser von März bis Mai in allen Gewässern sehr gut, teilweise auch durch leichte Übersättigungen gekennzeichnet. Auch im Juni erwies sich der Sauerstoffhaushalt des Oberflächenwassers sehr ausgeglichen. Lediglich im Salzhaff und in der südlichen Unterwarnow wurde im bodennahen Bereich ein leichtes Defizit von 20 - 30 % nachgewiesen, in der Wismarer Bucht dagegen eine leichte Übersättigung des Wasserkörpers.
Anfang Juli waren die Sauerstoffgehalte in der westlichen Ostsee noch gut, selbst in der Flensburger Förde wurden noch Sauerstoffwerte von 3,8 mg/L gemessen. Im September herrschten im Tiefenwasser der zentralen Kieler Bucht bis in den östlichen Fehmarnbelt noch befriedigende Sauerstoffverhältnisse vor (zwischen 3,5 und 6,4 mg O2/L im Tiefenwasser). In der Mecklenburger, Lübecker und Neustädter Bucht dagegen waren die Sauerstoffbedingungen mit Werten zwischen 0,5 und 2,8 mg/L wesentlich schlechter. In der Flensburger Förde sowie der Geltinger Bucht wurden sogar Werte unter 1 mg/L festgestellt.
Untersuchungen von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken zeigten Ende Juli/Anfang August Sauerstoffschwund im Tiefenwasser der westlichen Gotlandsee, von Karlsö-Tief, Landsort Tief und Farö Tief. Die dortige Situation besserte sich bis zur Untersuchung im Oktober nicht, alle anderen beobachteten Stationen waren im Tiefenwasser frei von Schwefelwasserstoff.
In den äußeren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns war im Juli das Oberflächenwasser sehr gut und das Bodenwasser gut mit Sauerstoff versorgt. Anfang August war in der Lübecker, Mecklenburger und Pommerschen Bucht das Bodenwasser durch sehr geringe Sauerstoffgehalte zwischen 0,4 und 3 mg/L gekennzeichnet, diese Situation verbesserte sich erst zum Monatsende wieder deutlich.
In den inneren Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns zeigte das Oberflächenwassre im Juli leichte Sauerstoffübersättigung und auch im Bodenwasser nur örtlich leichte Defizite. Auch im August war das bodennahe Wasser nur vereinzelt von Sauerstoffmangel gekennzeichnet.
In der Pommerschen Bucht und vor der Odermündung wurde von Anfang bis Ende August ein für dieses Seegebiet ungewöhnlich großer Sauerstoffmangel im grundnahen Wasser (0,5 bis 1,5 mg O2/L) ermittelt, der erst mit einsetzenden starken Winden wieder abgebaut wurde.

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