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MURSYS - Ostsee retrospektiv

   
 
 

Zusammenfassung der biologischen Parameter

 

Vorhandene Berichte :   
2003   
Januar-Juni 2004  ,   Juli-Dezember 2004   
Januar-Juni 2005  ,   Juli-Dezember 2005   
Januar-Juni 2006  ,   Juli-Dezember 2006   

Juli
bis
Dez.
2006

Zusammenfassung der biologischen Parameter für das 2. Halbjahr 2006

Schleswig-holsteinische Ostseeküste

Nachdem Anfang Juli die Anzahlen fädiger Blaualgen angestiegen waren, kam es zum Monatsende in Folge westlicher Winde wieder zu einer Abnahme auf überwiegend geringe bis normale sommerliche Konzentrationen. Im Bereich der inneren Förden waren meist Kieselalgen vorherrschend, aber auch erhöhte Anzahlen von Flagellaten und Dinoflagellaten wurden beobachtet.
Am ersten Augustwochenende kam es vor Travemünde und Heiligenhafen zu hohen Konzentrationen von Blaualgen (besonders Nodularia spumigena und Aphanizomenon), nach ein paar Tagen wiesen die Proben dort dann aber nur noch geringe Mengen auf. Insgesamt hatten die Kieselalgen deutlich abgenommen, ebenso die Dinoflagellaten. Kleine Flagellaten traten stellenweise erhöht auf.

Messstelle "Seebrücke Heiligendamm"

Anfang Juli traten vermehrt Dictyocha speculum und Ceratium tripos auf und zum 17.8. hatte sich eine Blüte von Anabaena sp. gebildet, die zum Ende Juli vermehrt durch Nodularia spumigena ersetzt wurde.
Die Cyanobakterienblüten waren in 2006 besonders stark ausgeprägt mit regional sehr unterschiedlicher Intensität. In Nordwest-Mecklenburg gab es Mitte August mehrfach Badeverbot; auch vor Warnemünde waren die Ansammlungen stark.
Vor Heiligendamm war die Intensität geringer. Hier dominierten Mitte August Ceratium tripos und Plagioselmis prolonga und kurzzeitig Coscinodiscus granii. Am 29.8. wurde das Sommermaximum der Phytoplanktonbiomasse mit 1.732 mg/m³ erreicht, stark dominiert von unbestimmten Algen.
Zum 12.9. hatte sich das Artenspektrum gewandelt, es dominierten Ceratium fusus und Ceratium tripos neben Coscinodiscus granii, aber auch Proboscia alata und Cerataulina pelagica. Ende September kam es zu einem starken Rückgang der Biomasse bzw. Abundanzen. Ceratium und Kieselalgen verschwanden fast vollständig, bei Vorherrschen von Cryptophyceen (Teleaulax spp., Plagioselmis prolonga). Ab Anfang Oktober dominierten dann wieder Ceratium tripos (bei Wassereinstrom aus der Beltsee) und Coscinodiscus granii, (bei Wasserausstrom in die Beltsee).

Zusammensetzung der Phytoplankton-Biomasse und  Konzentration des Chlorophyll a vom 3.1. bis 23.10.2006 an der Seebrücke Heiligendamm (Schöpfproben von der Wasseroberfläche), GIF-Graphik=17,4 KB

Abbildung 1: Zusammensetzung der Phytoplankton-Biomasse und Konzentration des Chlorophyll a vom 3.1. bis 23.10.2006 an der Seebrücke Heiligendamm (Schöpfproben von der Wasseroberfläche)

Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Im zweiten Halbjahr wurden jeweils bestimmte Bereiche der Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns schwerpunktmäßig auf Blaualgenvorkommen untersucht.
Ende Juli wurden um Sassnitz und nördlich Kap Arkona an der Wassseroberfläche die Cyanobakterien Nodularia spumigena, vereinzelt auch Anabaena sp. und Aphanizomenon flos-aquae gefunden, ohne dass es zu Algenteppichen kam.
Anhand von Satellitenbildern waren auch im Küstenbereich zwischen Warnemünde und Dierhagen, vor Hiddensee und Usedom erhöhte Cyanobakterien-Konzentrationen auszumachen.
Während der Beprobung in der Pommerschen Bucht konnte die Entstehung von Blaualgenteppichen (Nodularia spumigena, und Aphanizomenon flos-aquae) beobachtet werden. Auch in der Unterwarnow wurden diese Cyanobakterien an der Oberfläche gefunden, allerdings ohne die Bildung von Flocken.
Um den 9. August wurden im Seegebiet des Nordrügenschen Bodden nur wenige fädige Blaualgen (wie Nodularia spumigena, Anabaena spp. Und Aphanizomenon flos-aquae) registriert, es dominierten eher coccale Arten (Microcystis aeruginosa/Microcystis flosaquae), ohne dass es zur Ausbildung von Algenteppichen kam. Der sommerliche Pklanktonaspekt wurde bestimmt von Prorocentrum micans, Coscinodiscus, Wronichinia spp. und Merimopedia.
Mitte August (Beprobung des Seegebiets zwischen Warnemünde und Hiddensee) zeigten sich am Messpunkt vor Warnemünde kaum Cyanophyceen. Ab Darßer Ort bis vor Zingst dominierten dann Nodularia spumigena und Aphanizomenon flos-aquae bei Ausbildung einzelner Algenteppiche, nordwestlich vor Hiddensee herrschte wieder Nodularia spumigena vor.
Am 23. August wurde das Seegebiet Wismarer Bucht beprobt, wobei nur im äußeren Bereich dichte Vorkommen von Nodularia spumigena auftraten. Algenteppiche wurden nordwestlich Poel gesichtet, weitere Ansammlungen von Blaualgen waren auf Satellitenbildern im Seegebiet von Fehmarn bis Hiddensee/Rügen erkennbar.
Ende August fanden Beprobungen in der Pommerschen Bucht, im Stettiner Haff und Greifswalder Bodden statt. Im Stettiner Haff bildeten Blaualgen wie Aphanizomenon flos-aquae, Microcystis flosaquae/Microcystis aeruginosa Schlieren auf der Wasseroberfläche. Im Greifswalder Bodden dominierte Aphanizomenon flos-aquae, wobei nur im inneren Bereich starke Ansammlungen auftraten. Auch in der Pommerschen Bucht herrschte Aphanizomenon flos-aquae vor. Vor Rügen zeigte sich ausschließlich Nodularia spumigena als potentiell toxische Blaualge.

Fischbestand

Im Rahmen des integrierten Monitorings bei marinen Fischen in neun Nordsee- und vier Ostseegebiete wurden im August/September u.a. makroskopisch sichtbare äußere und innere Krankheiten untersucht bei Kliesche, Ostseedorsch und Ostseeflunder. Für Klieschen ergab sich hinsichtlich der makroskopischen Krankheiten meist ein Bestätigung der im vergangenen Jahr ermittelten Trends. Eine leichte Zunahme der Befallsraten von Lymphocystis zeigte sich für Nord- und Ostsee; eine deutliche Zunahme bei Befallsraten von Leberknoten konnte in der Nordsee festgestellt werden. Befallsraten von Hyperpigmentierung waren in der Nordsee nach wie vor hoch, in der Deutschen Bucht verglichen mit dem Vorjahr deutlich rückläufig.
Beim Ostseedorsch lag die Befallsrate der akuten Hautgeschwüre in den vier Gebieten zwischen 0,0 und 11,9 %, vergleichbar mit dem Vorjahr.
Im Dezember zeigten die Untersuchungen zu Fischkrankheiten in Nord- und Ostsee für die Kliesche der Nordsee und westlichen Ostsee bei makroskopischen Krankheiten meist eine Bestätigung der im vergangenen Jahr ermittelten Trends, in der Deutschen Bucht allerdings eine Zunahme der Befallsraten von Hyperpigmentierung der Haut und von Leberknoten. Andere Krankheiten wie Lymphocystis, epidermale Hyperplasien/Papillome, Hautgeschwüre befanden sich auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Beim Ostseedorsch lagen die Befallsraten von akuten Hautgeschwüren und Skelettdeformationen im Bereich der Vorjahreswerte.

Der EU-Fischereirat hat im Oktober für Ostseedorsch eine Reduzierung der Fangmengen von 10 bzw. 6 % für den östlichen bzw. westlichen Bestand beschlossen. Auch für Lachs gelten leichte Fangreduktionen, während für Sprotten und auch für Hering leichte Erhöhungen gelten. Die Fangmengen für Schollen blieben gleich.
Im Rahmen der Untersuchung pelagischer Fischbestände wurde bei hydroakustischen Bestandserfassungen in der Arkonasee, den Belten, im Sund und Kattegat im Oktober festgestellt, dass Sprotten in der westlichen Ostsee fast die dreifache Zahl des langjährigen Mittelwerts erreichten bei einem extrem starken diesjährigen Nachwuchsjahrgang. Der Heringsbestand in der westlichen Ostsee entsprach dem Durchschnittswert.
Der Grundtrawlsurvey in der Arkonasee und der Mecklenburger Bucht im November 2006 bestätigte den schlechten Zustand des Dorschbestandes. Optimistisch stimmten örtlich die Schollenfänge, der Flunderbestand und die Situation der Kliesche.

Jan.
bis
Juni
2006

Zusammenfassung der biologischen Parameter für das 1. Halbjahr 2006

Schleswig-holsteinische Ostseeküste

Ab Mitte Juni nahmen Dinoflagellaten leicht zu. Kleine Flagellaten traten in mittleren bis erhöhten Anzahlen auf, während der Anteil der Kieselalgen sehr gering war. Erste Blaualgen wurden in sehr geringer Zahl beobachtet. In der ersten Juliwoche nahmen die Anzahlen der Blaualgen deutlich zu.

Messstelle "Seebrücke Heiligendamm"

Mitte Januar waren im Phytoplankton typische Herbst-Dinoflagellaten (Ceratium tripos) und Frühjahrs-Kieselalgen stark vertreten, wobei es zu einer Abfolge von Arten der Gattungen Actinocyclus, Thalassiosira, Porosira, Rhizosolenia, Skeletonema kam. Zum Beginn der Frühjahrsblüte am 7.3. dominierte Porosira glacialis, aber auch Skeletonema marinoi entwickelte sich stark. Am 28.3. brach die Kieselagenblüte zusammen und Dinoflagellaten kamen zur Entwicklung, wobei der Höhepunkt der Blüte am 11.4. mit Dictyocha speculum erreicht wurde. Am 25.4. kam die Prymnesiophycee Chrysochromulina sp. zur Entwicklung. Nach einem deutlichen Biomasserückgang zum 9.5. stellte sich eine diverse Sommergemeinschaft von relativ geringer Biomase ein. Anfang Juni wurde das Minimum durch Wachstum verschiedener Dinoflagellaten beendet, auch Chrysochromulina sp. war am 6.6. wieder häufig vertreten und zum 13.6. dominierte der Dinoflagellat Cryptaulax marina.

Äußere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Im März lagen die Chlorophyll a-Konzentrationen im Untersuchungsgebiet noch unter den langjährigen Mittelwerten (LMW). Anfang bis Mitte April zeigten sich dann deutliche Überschreitungen, wobei in der Mecklenburger Bucht ein neuer Extremwert von 11,4 µg/L (LMW: 2,0 µg/L) zeigte. Das Biovolumen dort war mit 3,2 mm³/L ungewöhnlich hoch und wurde dominiert von Dictyocha speculum. Alle anderen Messpunkte in diesem Seegebiet zeigten nur leicht erhöhte Chlorophyll a-Konzentrationen.
In den östlichen Seegebieten (Pommersche Bucht) waren die Chlorophyll a-Werte deutlich erhöht bei vorwiegendem Auftreten der Diatomeen Chaetoceros und Achnanthes taeniata sowie des Cryptoflagellaten Teleaulax.

Innere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

In den inneren Küstengebieten zeigten sich bereits im März extrem erhöhte Chlorophyll a-Konzentrationen. Die Überschreitungen des LMW erreichten z.B. im Strelasund 704 % bei einem Chlorophyll a-Wert von 40,1 µg/L und im Greifswalder Bodden 352 % bei 39,1 µg/L Chlorophyll a. Das Phytoplanktonbiovolumen erreichte so im Strelasund einen maximalen Wert von 9,3 mm³/L infolge einer dominanten Entwicklung der zentrischen Diatomeen Thalassiosira und Achnanthes taeniata.

Fischbestand

Der Kontrollanzeiger der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) in der EU mahnt auch in diesem Jahr eine bessere und rechtzeitige Berichterstattung der Mitgliedstaaten an, besonders hinsichtlich der Quotenausschöpfung. Wieder wurden zahlreiche Mitgliedstaaten wegen der Überschreitung ihrer Quoten verurteilt.
Im Mai/Juni 2006 wurde unter Koordination der ICES-Arbeitsgruppe "Baltic International Fish Survey Working Group" eine hydroakustische Bestandsaufnahme pelagischer Fischvorkommen in der Ostsee durchgeführt. Wie für die Jahreszeit charakteristisch wurde der Fang durch die Sprotte dominiert; auch Hering und Dorsch traten regelmäßig auf bei einem Gewichtsanteil von 10 % bzw. 7 %.
In den für den Naturschutz bedeutsamen Gebieten vor der deutschen Ostseeküste (Kieler und Mecklenburger Bucht, Darßer Schwelle, Arkonasee, östlich Jasmund und an der Westkante der Oderbank) wurden im Juni/Juli mittels Grundschleppnetz Untersuchungen zur demersalen Fischfauna durchgeführt. Im vierjährigen Untersuchungszeitraum hatten in allen befischten Boxen die vier wichtigsten Grundfische Dorsch, Kliesche, Flunder, Scholle in ihrer Anzahl abgenommen. Nur in der Arkonasee war die Dorschanzahl im Vergleich zu den Vorjahren stabil, allerdings waren die Dorsche überwiegend kleiner als 38 cm.
Von der EU-Kommission wurde im Juli ein Vorschlag über einen Mehrjahresplan für die beiden Dorschbestände in der Ostsee angenommen. Nach wissenschaftlichen Aussagen ist der östliche Bestand überfischt und vom Zusammenbruch bedroht und auch der in etwas besserem Zustand befindliche westliche Bestand weist Erträge auf, die deutlich unter dem langfristig möglichen Niveau liegen. Ziel des Plans ist es, die fischereiliche Sterblichkeit so zu verringern, dass langfristig stabile Fangmöglichkeiten erreicht werden. Das Problem mit zu niedrig angesetzten Meldungen der Fangmengen spielt auch bei den Dorschbeständen der Ostsee eine erhebliche Rolle.

Juli
bis
Dez.
2005

Zusammenfassung der biologischen Parameter für das 2. Halbjahr 2005

Schleswig-holsteinische Ostseeküste

Anfang Juli kamen typische sommerliche Diatomeen (wie Dactyliosolen fragilissimus und Proboscia lalata) fast überall in hohen Zellzahlen vor. Das Artenspektrum bei Dinoflagellaten erweiterte sich deutlich bei noch geringen Zellzahlen. Schönes Wetter begünstigte fast überall das Auftreiben fädiger Blaualgen, die in mittleren bis hohen Zellzahlen auftraten (besonders Anabaena, aber auch Aphanizomenon und Nodularia). Mitte Juli führte kühle Witterung dann aber wieder zu einer deutlichen Abnahme der fädigen Blaualgen in den Küstengewässern. Diatomeen waren weiterhin am stärksten vertreten, aber auch die "Red-Tide"-Dinoflagellaten Heterocapsa triqueta, H. rotundatum sowie Prorocentrum minimum kamen in merklichen Zelldichten vor und konnten in inneren Fördebereichen zu rötlichen Wasserverfärbungen führen.
Bis Anfang August waren noch reichlich sommerliche Mikroalgen im Wasser vertreten. Diatomeen blieben dominierend, bei den Dinoflagellaten nahmen Ceratium-Arten etwas zu, und die "Red-Tide"-Arten blieben in Fördenbereichen in erhöhten Zellzahlen vertreten.
Ende August und Anfang September war fast überall eine deutliche Abnahme der Artenvielfalt und der Zellzahlen der Mikroalgen festzustellen. Wenige Diatomeenarten (Guinardia flaccida, Rhizosolenia pungens, Pseudonitzschia) und Dinoflagellatenarten (Ceratium tripos, C. fusus, Prorocentrum micans) bestimmten das Bild. Die ungiftige fädige Blaualge Aphanizomenon trat in mittleren Anzahlen in der inneren Lübecker Bucht auf.

Messstelle "Seebrücke Heiligendamm"

Im Juni und Juli entwickelten sich dann aber die Cryptophyceen (Teleaulax sp., Plagioselmis prolonga, Hemiselmis sp.) weiter, sowie Dinoflagellaten (Heterocapsa rotundata, dann Ceratium tripos) und in besonderem Maße die typische Sommer-Kieselalge Dactyliosolen fragilissimus. Das Minimum am 28.6. (26. Woche) kam durch erschwerte mikroskopische Bestimmung wegen starken Sedimentanteils in den Proben zustande und ist somit ein Artefakt. Dactyliosolen fragilissimus erreichte sein Biomasse-Maximum mit 3560 mg/m³ am 26.7.2005. Am 16.8.2005 (Woche 33) trat kurzzeitig Mesodinium rubrum und Eutreptiella sp. (hier unter "Others" erfasst) auf. Zum 23.8.2005 änderte sich die Kieselalgenzusammensetzung völlig. Anstelle von Dactyliosolen fragilissimus traten Cerataulina pelagica, Guinardia flaccida, Proboscia alata und Rhizosolenia pungens auf. Dominant wurde der für diese Jahreszeit typische Dinoflagellat Ceratium tripos (470 mg/m³). Nachdem sich am 30.8.2005 (Woche 35) offensichtlich ein anderer Wasserkörper (mit Dactyliosolen fragilissimus, Nodularia spumigena und Aphanizomenon sp.) an die Station geschoben hatte, war am 6.9.2005 wieder etwa der Stand vom 23.8.2005 zu registrieren. Die Biomassen nahmen dann ab. Wie schon aus der Chlorophyll-Konzentration zu schließen, war die extrem geringe Biomasse in Woche 40 wiederum ein Artefakt wegen des hohen Sedimentanteils.
Zum 18.10.2005 (Woche 42) hatte sich eine extreme Blüte von Ceratium fusus (1853 mg/m³) und C. tripos (1841 mg/m³), daneben auch Mikroschwärmer von Ceratium, gebildet. Ein so starkes Wachstum innerhalb einer Woche ist unwahrscheinlich. Eher ist an das Einströmen eines anderen Wasserkörpers (aus der westlichen Ostsee) zu denken, der sich bereits zur nächsten Woche wieder entfernte. Am 2.11.2005 (Woche 44) kamen zu Ceratium auch Guinardia flaccida, Dictyocha speculum, Teleaulax sp., Dactyliosolen fragilissimus und Mesodinium rubrum hinzu. Bereits eine Woche später verschwand Ceratium völlig, zeigte sich am 15. und 23.11.2005 (Woche 46, 47) aber wieder, zusammen mit Guinardia flaccida. Am 29.11.2005 war Coscinodiscus granii dominant, was ein Anzeichen dafür ist, dass ein Wasserkörper aus der eigentlichen Ostsee eingeströmt war. Die Phytoplankton-Biomassen blieben ab 9.11.2005 (Woche 45) insgesamt gering.

Zusammensetzung der Phytoplankton-Biomasse und  Konzentration des Chlorophyll a vom 3.1. bis 23.10.2006 an der Seebrücke Heiligendamm (Schöpfproben von der Wasseroberfläche), GIF-Graphik=18,5 KB

Abbildung. 1: Zusammensetzung der Phytoplankton-Biomasse sowie Konzentration des Chlorophyll a (Kurve) vom 5.1. bis 20.12.2005 an der Seebrücke Heiligendamm (Schöpfproben von der Wasseroberfläche).

Äußere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Während der jährlichen Sondermessfahrt "Algen- und Sauerstoffsituation" entlang der Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns im August wurde festgestellt, dass sich aufgrund der anhaltenden unbeständigen, kühlen Wetterlage keine außergewöhnlichen Blaualgenkonzentrationen entwickeln konnten. Erst gegen Mitte August traten im Greifswalder Bodden und im Strelasund erste Anzeichen höherer Konzentrationen in Form von gelblichen Konglomeraten der fädigen Blaualgen Nodularia spumigena und Anabaena sp. an der Wasseroberfläche auf.
Anfang September wurde in der Pommerschen Bucht ein stark erhöhter Chloropyll a-Wert von 20,6 µg/L festgestellt, bedingt durch starkes Wachstum von Blaualgen und kleinen Flagellaten.
Im Oktober lagen die Chlorophyll-Konzentrationen besonders in den östlichen Seegebieten teils deutlich unter den langjährigen Monatsmittelwerten (LMW). Das Phytoplankton war in den westlichen Küstengebieten durch herbstliche Arten geprägt, es dominierten die Dinophyceen mit Ceratium tripos, C. fusus sowie Heterocapsa rotundata und Prorocentrum micans, bei Einzelvolumina von <0,1 bis 1,8 mm³/L. In den östlichen Seegebieten blieben die Biovolumina deutlich geringer (unter 0,1 mm³/L) bei völlig anderem Artenspektrum: Kleine Flagellaten der Gattung Plagioselmis und Pyramimonas sowie Cryptomonaden der Gattung Teleaulax wiesen schon auf den für Winter typischen Artenaspekt hin.

Innere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Während der jährlichen Sondermessfahrt "Algen- und Sauerstoffsituation" im August wurde festgestellt, dass sich aufgrund der anhaltenden unbeständigen, kühlen Wetterlage keine außergewöhnlichen Blaualgenkonzentrationen entwickeln konnten. Erst gegen Mitte August traten im Greifswalder Bodden und im Strelasund erste Anzeichen höherer Konzentrationen in Form von gelblichen Konglomeraten der fädigen Blaualgen Nodularia spumigena und Anabaena sp. an der Wasseroberfläche auf.
Die inneren Küstengebiete zeigten im Oktober Chlorophyll a–Konzentrationen zwischen 1,2 µg/L (Salzhaff) und 84,8 µg/L im Kleinen Haff, wo die Werte von September bis November erhöht waren. Auch die Biovolumina waren regional erhöht bei Werten zwischen <0,1 mm³/L an der Unterwarnow und 10 mm³/L im Kleinen Haff. In der Wismarbucht wurden bis zu 642.000 Indiv/L der potentiell toxischen Kieselalge Pseudonitzschia pungens beobachtet, im Greifswalder Bodden dominierten (potentiell toxische) Dinoflagellaten: Prorocentrum minimum und P. micans. Im Kleinen Haff dominierten im Herbst Blaualgen. Die potentiell toxischen Arten Plankothrix agardhii und Aphanizomenon flos-aquae traten mit bis zu 7.440.000 Fäden/L auf.
Bis Mitte November war ein artenreiches Auftreten fädiger potentiell toxischer Cyanophyceen zu finden.

Fischbestand

Bei Untersuchungen zur demersalen Fischfauna in den für den Naturschutz bedeutsamen Gebieten im Juni vor der deutschen Ostseeküste mittels Grundschleppnetz war die Grundfischart mit der insgesamt höchsten Individuenzahl die Kliesche. Weiterhin folgten Dorsch, Flunder und Wittling. Bemerkenswert war das hohe Vorkommen von Schollen , insbesondere westlich der Oderbank.
Im Rahmen der Routinearbeiten des Institutes für Fischereiökologie zu biologischen Schadstoffeffekten und Fischkrankheiten bei marinen Fischen wurden Untersuchungen im August/September in neun Nordseegebieten und vier Ostseegebieten vorgenommen. Die Befallsraten von akuten Hautgeschwüren beim Ostseedorsch schwankten in den vier Untersuchungsgebieten der Ostsee zwischen 0,0 % und 15,4 % und waren damit gegenüber dem Vorjahr erhöht.
Vorläufige Ergebnisse des Grundtrawlsurvey in der Arkonasee und in der Mecklenburger Bucht vom November bestätigten den schlechten Zustand des adulten Dorschbestandes in der südwestlichen Ostsee. Besonders die Nachwuchsjahrgänge 2004 und 2005 müssen als schwach eingestuft werden.
Die Europäische Kommission hat zum Dezember hinsichtlich der Fangmöglichkeiten und begleitenden Fangbedingungen in der Ostsee für 2006 vorgeschlagen, die Fangquoten für Dorsch von bestimmten Aufwandsbeschränkungen abhängig zu machen, um dezimierte Bestände wieder aufzufüllen. Langfristige Wiederauffüllungspläne sollen dem Europäischen Rat vorgelegt werden.
Weiterhin hat die Kommission im Hinblick auf eine Vereinfachung der Fischereivorschriften und der Maßnahmen in der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) einen Aktionsplan für den Zeitraum 2006 – 2008 angenommen. Für die nächsten drei Jahre wurden vorrangig Initiativen im Bereich der Bestandserhaltung und Fischereiüberwachung festgelegt.

Jan.
bis
Juni
2005

Zusammenfassung der biologischen Parameter für das 1. Halbjahr 2005

Schleswig-holsteinische Ostseeküste

Nur wenige typisch sommerliche Mikroalgen waren bis Ende Mai vertreten aufgrund der verzögerten Entwicklung des Sommers. In der Flensburger Innenförde hatte sich eine Diatomeenblüte von Skeletonema costatum entwickelt, die Richtung Außenförde abnahm und bis Mitte Juni dann deutlich zurückging. Insgesamt entwickelte sich eine normale frühsommerliche Algensituation.

Messstelle "Seebrücke Heiligendamm"

Bis Mitte März waren geringe Phytoplankton-Biomassen zu verzeichnen, wobei Cryptophyceen (Teleaulax sp., Plagioselmis prolonga, Hemiselmis sp.) dominierten und auch typische Frühjahrsarten wie Chaetoceros curvisetus, Ch. brevis und Mesodinium rubrum stark vertreten waren. Die Frühjahrsblüte, die am 22.3. relativ spät begann, wurde dominiert von Rhizosolenia setigera, Skeletonema costatum und Thalassiosira spp. und den Chaetocerosarten Ch. curvisetus und Ch. brevis und endete am 6.4.. Bis Anfang Mai entwickelte sich dann eine Diatomeenblüte mit Rhizosolenis setigera und Chaetoceros similis. Danach entwickelten sich Dinoflagellaten (z.B. Heterocapsa rotundata, Katodinium glaucum) und Chrysophyceen (Dictyocha speculum), allerdings wesentlich weniger als in den Vorjahren. Kurzzeitig kam es am 3.5. zu einem ungewöhnlichen Auftreten von Aphanizomenon sp. Zum 10.5. gingen alle Phytoplanktonkomponenten deutlich zurück, lediglich Cryptophyceen und Rhizosolenis setigera und ab 19.5. wieder Dictyocha speculum blieben erwähnenswert. Ende Mai kam es dann zu einem Zusammenbruch der Phytopankton-Biomasse. Im Juni und Juli entwickelten sich die Cryptophyceen (Teleaulax sp., Plagioselmis prolonga, Hemiselmis sp.) weiter sowie Dinoflagellaten (Heterocapsa rotundata, Ceratium tripos) und im besonderen Maße die typische Sommerkieselalge Dactyliosolen fragilissimus.

Äußere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Im Januar lagen die Chlorophyll a-Konzentrationen zwischen 1,8 mg/m³ östlich Sassnitz und 4,3 mg/m³ in der Lübecker Bucht. Bis März sanken die Chlorophyll a-Werte in den westlichen Gebieten ab, während sie in der östlichen Gebieten anstiegen. Die Phytoplanktonvolumina stiegen zwischen Januar und März von <0,1 auf 1,1 mm³/L, wobei Chaetoceros spp, Plagioselmis und Teleaulax, Heterocapsa rotundata sowie kleine Thalassiosiren dominierten.
In den westlichen Seegebieten (bis nordwestlich Hiddensee) wurden dann Anfang April Frühjahrshöchstwerte zwischen 4,5 und 7,0 mg/m³ Chlorophyll a erreicht, wobei Skeletonema costatum und Thalassiosira sp. dominierten. In den östlichen Gebieten wurden die Frühjahrsmaximalwerte Ende April erreicht mit Werten zwischen 12,1 (östlich Sassnitz und Pommersche Bucht) und 23,0 mg/m³ Chlorophyll a (Greifswalder Oie), wobei das Konzentrationsniveau östlich Sassnitz den langjährigen Mittelwert (LMW) mehr als zweifach übertraf und in der Pommerschen Bucht nur zu 50 % erreichte. Träger der Frühjahrsblüte war Diatoma elongatum.
Im Juni bewegten sich die Chlorophyll a-Konzentrationen von 1,5 bis 8,1 mg/m³ meist im Bereich der LMW, lediglich in der Pommerschen Bucht wurden mit 8,1 mg/m³ nur 50 % der Mittelwerte erreicht. In dieser planktonarmen Zeit dominierten kleine Flagellaten (Chrysophyceen), verschiedene Panzerflagellaten der Gattung Gymnodinium sowie Cryptophyceen der Gattung Teleaulax.

Innere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Im Januar und Februar bewegten sich die Chlorophyll a-Konzentrationen zwischen 0,8 und 27,1 mg/m³, wobei die höchsten Werte im Strelasund und Greifswalder Bodden auftraten und dort die LMW (langjährigen Mittelwerte) um das Drei- bis Fünffache überstiegen. Träger dieser frühen Blüte war Skeletonema costatum.
Bis März/Anfang April stiegen auch in den übrigen inneren Seegebieten die Chlorophyll a-Werte deutlich an auf bis zu 3,4 mg/m³; es dominierten kleine Chrysphyceen, Teleaulax acuta und Diatoma elongatum. Im Stettiner Haff wurden Ende März entsprechend den LMW schon Chlorophyll a-Konzentrationen von 21,2 mg/m³ gemessen; bis Mitte April brachte explosionsartiges Planktonwachstum die Chlorophyll a-Werte dort auf 228 mg/m³ (LMW: 85,6 mg/m³), getragen von einer Blüte von Diatoma elongatum.
Die Frühjahrsblüte ging im April einher mit einem starken Rückgang der gelösten Nährstoffe, lediglich im Stettiner Haff blieb das Nährstoffpotential hoch.
Von Mai bis Juni wurde an allen Messpunkten außer dem Stettiner Haff ein kräftiger Anstieg der Chlorophyll a-Konzentrationen auf 3,1 bis 93 mg/m³ registriert, es dominierten Stefanodiscus cf. neoastrea (Diatomee), Teleaulax acuta (Cryptoflagellat) und Woronichinia (coccale Blaualge). Im Stettiner Haff traten im Juni erste fädige Blaualgen der potentiell toxischen Arten Aphanizomenon flos-aquae, Planktothrix agardhii und Anabaena sp. auf.

Fischbestand

Das "Advisory Committee for Fisheries Management" (ACFM) des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) erarbeitete im Juni 2005 Empfehlungen für die Höchstfangmengen im Jahr 2006. Die Fischbestände in der Ostsee befanden sich demnach zum Teil in einem beunruhigenden Zustand. Besonders der Ostseedorsch zeigte sich in seiner Bestandserholung beeinträchtigt durch Überfischung und gleichzeitig die Vernichtung großer Mengen untermaßiger Jungdorsche aber auch durch ungünstige Umweltbedingungen wie Sauerstoffmangel. Der Hering der zentralen Ostsee stabilisierte sich nahe seinem historischen Tiefstand. Lediglich für den Hering der westlichen Ostsee sowie für die Sprotte schien die Situation weiterhin unbedenklich.
Eine Studie der Helsinki Kommission (HELCOM) zeigt, dass die Belastungen der Ostseefische mit Blei und PCBs seit 20 bis 25 Jahren signifikant abgenommen haben, was auf die beträchtlich gesunkenen jährlichen Emissionen dieser Stoffe in die Ostsee zurückzuführen sei. Dennoch sind die Konzentrationen von PCB und Blei im Ostseewasser noch mehrfach erhöht im Vergleich zum Wasser des Nordatlantiks. Die jährliche Abnahme der Bleikonzentrationen in Herings- und Dorschlebern lag seit 1981 bei einer Rate von 4 – 7 %, die Abnahmerate für PCB-Konzentrationen im Muskelgewebe von Heringen betrug 4 – 10 % pro Jahr.
Wegen der weiterhin steigenden Anzahl schwerwiegender Verstöße gegen die Vorschriften der Gemeinsamen Fischereipolitik (GFP) in der EU, regte die EU-Kommission an, dass die Mitgliedstaaten neben der deutlichen Erhöhung der Bußgelder auch Verwaltungsstrafen wie den Entzug der Fanglizenz anwenden sollten.
Die EU-Kommission hat weiterhin einen Vorschlag zur Vereinfachung der Fischereivorschriften innerhalb der Internationalen Ostsee Fischereikommission vorgelegt; sie beinhalten unter anderem Harmonisierung der Schonzeiten, Erleichterung der Kontrollen, weniger Kategorien von Fanggeräten und Maschenöffnungen.

Juli
bis
Dez.
2004

Zusammenfassung der biologischen Parameter für das 2. Halbjahr 2004

Schleswig-holsteinische Ostseeküste

Ende Juni und Anfang Juli entwickelten sich die sommerlichen Planktonarten nur zögerlich. Kühles, windiges Wetter verzögerte die Abfolge der Mikroalgengemeinschaften um einige Wochen. Es dominierten kleine Flagellatenarten in hohen Zellzahlen, nur in einigen Bereichen stellten sich sommerliche Kieselalgen in mittleren bis hohen Zellzahlen ein. Dinoflagellaten blieben weiterhin in der Minderzahl.
Bis Mitte Juli hatte sich trotz relativ kühler Wassertemperaturen typisch sommerliches Plankton in den Ostseeküstengewässern eingestellt mit erhöhten Zelldichten bei Kieselalgen und bei Dinoflagellaten (besonders Ceratium-Arten). Fädige Blaualgen der Gattung Anabaena kamen vermehrt vor, besonders in der Lübecker Bucht; allerdings kam es nicht zu Oberflächenansammlungen.
Ende Juli traten erhöhte Anzahlen sommerlicher Kieselalgenarten (wie Sceletonema costatum, Leptocylindrus danicus, Proboscia alata und Cerataulina pelagica) auch in den inneren Bereichen der Flensburger und Kieler Förde auf. Auch der autotrophe Ciliat Myrionecta rubra war kurzzeitig in erhöhten Zellzahlen vorhanden.
Im Bereich Fehmarnsund, westliche Mecklenburger und der Lübecker Bucht kam es Anfang August kurzfristig zu typischer Flockenbildung und Ansammlungen von Blaualgen an der Wasseroberfläche. Allerdings waren Bedeckungsgrad und Ausprägung wesentlich schwächer als im Vorjahr (2003).

Messstelle "Seebrücke Heiligendamm"

Bis Ende Juni hatte sich die große Kieselalge Dactyliosolen fragilissimus sehr stark entwickelt (2757 mg/m³ am 22.6.), sie war aber bis zum 6.7. fast wieder verschwunden und wurde abgelöst am 20.7. durch Cerataulina pelagica (mit 316 mg/m³) , die zum 3.8. wieder deutlich abnahm. Anfang August entwickelten sich die sommerlichen Cyanobakterien Nodularia spumigena, Aphanizomenon sp.und Anabaena spp. , traten aber im Gegensatz zum Vorjahr nicht als Blüte auf und gingen am 10.8. wieder zurück.
Die für die Mecklenburger Bucht Anfang August typische Entwicklung des Dinoflagellaten Ceratium tripos setzte sich fort. Cryptophyceen (Plagioselmis prolonga) waren relativ stark entwickelt. Alle Arten gingen bis zum 24.8.2004 (35. Woche) deutlich zurück. Am 31.8.2004 traten Dinoflagellaten (Ceratium tripos, Prorocentrum micans, Heterocapsa rotundata) in hohen Biomassen auf, in der folgenden Woche aber wieder geringer. Erstaunlicherweise kam es noch einmal in der 37. Woche zu einer Entwicklung von Nodularia spumigena. In der 39. Woche (21.9.2004) war diese aber endgültig vorbei, während Dinoflagellaten (Ceratium tripos, C. fusus, Prorocentrum micans) wieder gewachsen sind. Bemerkenswert ist eine Blüte der potenziell toxischen Kieselalge Pseudonitzschia cf. pungens (349 mg/m³), die auch schon im Oktober 1999 auftrat. Daneben sind am 5.10.2004 (41. Woche) Cerataulina pelagica, Guinardia flaccida und Ceratium tripos häufig.
Am 19.10. und 2.11.2004 (43. und 45. Woche) dominierten die typischen Herbst-Dinoflagellaten (Ceratium tripos, C. fusus, Prorocentrum micans). Anschließend wurden die Biomassen deutlich geringer. Trotzdem war die Diversität mit über 40 identifizierten Taxa durchaus hoch. Sie wurde hauptsächlich gebildet durch Kieselalgen (Proboscia alata, Guinardia flaccida, Thalassiosira anguste-lineata, Thalassionema nitzschioides, Chaetoceros curvisetus, Ditylum brightwellii, Cerataulina pelagica), Dinoflagellaten (Ceratium tripos, Heterocapsa rotundata) und Cryptophyceen (Teleaulax sp., Plagioselmis prolonga).

Äußere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Im Juni bewegten sich die Chlorophyll a–Konzentrationen zwischen 1,1 µg/L (nordwestlich Hiddensee) und 4,7 µg/L (Pommersche Bucht), wobei die LMW zwischen Boltenhagen und Fischland deutlich überschritten wurden. Das Phytoplanktonbiovolumen lagen zwischen 0,1 mm³/L nordwestlich Hiddensee und 1,1 mm³/L nördlich Boltenhagen.
Im Juli sanken die Chl a–Konzentrationen unter das Niveau der LMW ab auf Werte zwischen 1,1 µg/L (nördlich Darßer Ort) und 6,7 µg/L (Pommersche Bucht). Ende des Monats wurden nordwestlich Hiddensee bis östlich Sassnitz potentiell toxische Blaulagen gefunden (Aphanizomenon flos-aque mit bis zu 128.000 Fäden/Liter).
Die Chlorophyll a–Konzentrationen lagen im August im Seegebiet zwischen Boltenhagen und Hiddensee mit 1,4 bis 2,5 µg/L unterhalb der langjährigen Monatsmittelwerte (LMW); im Gebiet zwischen Kap Arkona und Greifswalder Oie bei Werten von 3,8 bis 11,0 µg/L leicht oberhalb der LMW. Im Bereich der Pommerschen Bucht erreichten die Chl a–Werte mit 5,5 µg/L bzw. 6,3 µg/L nur knapp 50 % des LMW. Die Phytoplanktonbiomassen bewegten sich im östlichen Bereich zwischen 0,1 mm³/L (nördlich Boltenhagen) und 1,0 mm³/L (nördlich Ahlbeck), und erreichten im westlichen Bereich nördlich Warnemünde mit 0,1 bis 0,8 mm³/L nur 6,6 bis 46 % der LMW. Dominierend war der Dinoflagellat Ceratium tripos (nördlich Boltenhagen), weiter östlich Aphanizomenon flos-aquae (nördlich Ahlbeck).

Im Rahmen von Sonderuntersuchungen zur Blaualgensituation wurden ab Anfang August im Greifswalder Bodden und in der Pommerschen Bucht ausgedehnte Teppiche von Nodularia spumigena und Aphanizomenon flos-aquebeobachtet. Am 11.8.2004 wurden diese Blaualgen zusammen mit Anabaena spp. auch östlich Sassnitz und nördlich Kap Arkona als Flocken an der Wasseroberfläche beobachtet. Auch in den westlichen Küstenabschnitten (nordwestlich Hiddensee bis nördlich Warnemünde) wurden am 16.8. neben den typischen Vertretern des Sommeraspektes der Gattungen Prorocentrum, Dinophysis, Chaetoceros und Ceratium auch Nodularia spumigena und als subdominante Form Aphanizomenon flos-aquae gefunden. Sie waren als Teppiche oder in Flocken sichtbar.
Weiter westlich in der Mecklenburger Bucht, im Seegebiet zwischen nördlich Bug bis nördlich Boltenhagen wurden am 17.8. ebenfalls zum Teil stärkere Bestände an Aphanizomenon flos-aquae, Anabaena cf. lemmermannii und Nodularia spumigena beobachtet. Zur Ausbildung von an der Wasseroberfläche treibenden Teppichen kam es jedoch nicht.

Innere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Im Juli wurde ein unterschiedlich starker Anstieg der Chlorophyll a–Konzentrationen beobachtet, die Werte blieben allerdings unterhalb der LMW. Das Phytoplanktonbiovolumen ergab Werte zwischen <0,1 mm³/L (Wismarer Bucht) und 10,4 mm³/L im Stettiner Haff, wo das typisch frühsommerliche Wachtum der Kieselalgengattung Coscinodiscus 237.000 Zellen/Liter (= 0,7 mm³/L) erreichte.
Im August wurden in den inneren Küstengewässern Chlorophyll a–Konzentrationen zwischen 5,5 µg/L (Salzhaff) und 130 µg/L (Peenestrom) beobachtet. In der Unterwarnow brachte der außergewöhnlich geringe Wert von 9,1 µg/L nur 30 % des LMW, erhöhte Chl a-Werte im Greifswalder Bodden von 29,5 µg/L (228 %) waren bedingt durch verstärktes Blaualgenaufkommen. Das Phytoplanktonbiovolumen rekrutierte sich aus Cryptoflagellaten der Gattungen Plagioselmis, Teleaulax, sowie Dictyocha speculum. Im Stettiner Haff dominierten Cyanophyceen wie Aphanizomenon flos-aquae, Microcystis aeruginosa / M. flos-aquae sowie Anabaenopsis elenkinii. Das Biovolumen blieb aber mit 5,6 mm³/L klein (LMW: 15,3 mm³/L).

Fischbestand

Untersuchungen in Nord- und Ostsee vom September zum Befall mit viralen und bakteriellen Hautkrankheiten und Lebertumoren bei Klieschen sowie Flundern und Dorschen bestätigten regionale Unterschiede der letzten Jahre, zeigten aber insgesamt im Vergleich zu früheren Jahren ein niedrigeren Befall. Insbesondere beim Dorsch der westlichen Ostsee setzte sich der seit 1998 zu beobachtende Rückgang in der Häufigkeit von Hautgeschwüren weiter fort.
Untersuchungen im November zur Bestandsentwicklung von Dorsch in der westlichen Ostsee bestätigten einen guten bis sehr guten Dorschjahrgang 2003. Der Dorschjahrgang 2004 wird allerdings mittel bis schwach eingeschätzt und auch die Schwäche des adulten Dorschbestandes wurde bestätigt.
Die Ende des Jahres beim Fischereirat der EU-Kommission gefassten Beschlüsse stellen den Ostseekabeljau (Dorsch) unter besonderen Schutz, für den zusätzliche Schließungsgebiete und ein verlängertes Sommerfangverbot beschlossen wurde.
Die im Rahmen des Heringslarvenprogramms 2004 gewonnenen Ergebnisse deuten auf einen guten Nachwuchsjahrgang 2004 für den Hering in der westlichen Ostsee, des Kattegat und Skagerraks hin.

Jan.
bis
Juni
2004

Zusammenfassung der biologischen Parameter für das 1. Halbjahr 2004

Schleswig-holsteinische Ostseeküste

Mit Beginn der Untersuchungen Anfang Juni wurde eine Algenblüte der skelettlosen Form von Dictyocha speculum festgestellt mit bis zu 9 Mio. Z/L. Doch auch Ende Juni und Anfang Juli entwickelten sich die sommerlichen Planktonarten nur zögerlich. Kühles, windiges Wetter verzögerte die Abfolge der Mikroalgengemeinschaften um einige Wochen. Es dominierten kleine Flagellatenarten in hohen Zellzahlen, nur in einigen Bereichen stellten sich sommerliche Kieselalgen in mittleren bis hohen Zellzahlen ein. Dinoflagellaten blieben weiterhin in der Minderzahl.

Messstelle "Seebrücke Heiligendamm"

Januar und Februar brachten nur geringe Phytoplanktonmassen. Mitte Februar traten kurzzeitig erhebliche Mengen Teleaulax spp. (Cryptophyceen) und Heterocapsa rotundata (Dinophyceen)) auf. In der 11. Woche (9.3.) war der Höhepunkt der Frühjahrsblüte erreicht, (kurzzeitig stark) dominiert von Thalassiosira nordenskioeldii (Biomasse von 1473 mg/m³) neben wesentlich geringeren Biomassen von Skeletonema costatum, Chaetoceros cf. debillis und Prosira glacialis . Am 23.3.2004 war die Blüte vorüber. Im Vorjahr, 2003, war die Blüte früher aufgetreten und von Skeletonema costatum dominiert gewesen. Die Biomasse des photoautotrophen Ciliaten Mesodinium rubrum blieb 2004 wie im Vorjahr gering.
Anfang April trat die nackte Form der Chrysophycee Dictyocha speculum auf (429 mg/m³) und blieb bis Ende Juni die dominante oder sub-dominante Art. Ab 2.6. entwickelte sich für circa einen Monat die große Kieselalge Dactyliosolen fragilissimus sehr stark (2757 mg/m³ am 22.6.) , abgelöst am 20.7. durch Cerataulina pelagica (mit 316 mg/m³) , die zum 3.8. wieder zurückging.
Anfang August entwickelten sich die sommerlichen Cyanobakterien Nodularia spumigena, Aphanizomenon sp. und Anabaena spp. , traten aber im Gegensatz zum Vorjahr nicht als Blüte auf.

Äußere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Januar und Februar zeigten keine Besonderheiten hinsichtlich Artenspektrum des Phytoplanktons und Chlorophyll a–Konzentrationen. Die Chl a–Werte lagen zwischen 0,6 µg/L (nördlich Warnemünde) und 4,6 µg/L in der Lübecker Bucht, wo die Frühjahrsalgenentwicklung langsam einsetzte mit den Kieselalgenarten Skeletonema costatum, Thalassionema nitzschioides und Vertretern der Gattungen Thalassiosira, Melosira und Chaetoceros. Die Gesamtbiovolumina erreichten hier zwischen 0,2 und 0,6 mm³/L, in anderen Gebieten oft nur unter 0,1 mm³/L. An der gesamten Außenküste war der Cryptoflagellat Teleaulax acuta vertreten.
Im März konnte in den westlichen Seegebieten mit dem deutlichen Rückgang der Chl a–Konzentrationen von 1,6 bis 6,5 µg/L zu Beginn des Monats auf 1,0 bis 1,7 µg/L am Monatsende der Zusammenbruch der Frühjahrsalgenblüte beobachtet werden. In den östlichen Seegebieten wurden die höchsten Chlorophyll a–Werte Ende März zwischen Greifwalder Oie und der inneren Pommerschen Bucht gemessen, wo mit 22,8 µg/L die langjährigen Mittelwerte deutlich übertroffen wurden; hier dominierten Teleaulax acuta und Diatomeen der Gattung Melosira .
Im Mai lagen die Chlorophyll a–Konzentrationen zwischen 1,2 µg/L (vor Fischland) und 7,0 µg/L östlich Saßnitz, womit dort 280 % der langjährigen Mittelwerte (LMW) erreicht wurden. Weiter östlich zeigten sich Unterschreitungen der LMW , im Seegebiet zwischen nördlich Boltenhagen bis nordwestlich Hiddensee leicht erhöhte Werte. Das Ende des Frühjahrswachstums belegen Biomassewerte zwischen 0,5 mm³/L nördlich Boltenhagen und 1,0 mm³/L in der Pommerschen Bucht. Hier dominierte Diatoma elongatum, während zwischen Boltenhagen und Warnemünde Dictyocha speculum dominant war.
Im Juni bewegten sich die Chlorophyll a–Konzentrationen zwischen 1,1 µg/L (nordwestlich Hiddensee) und 4,7 µg/L (Pommersche Bucht), wobei die LMW zwischen Boltenhagen und Fischland deutlich überschritten wurden. Die Phytoplanktonbiovolumen lagen zwischen 0,1 mm³/L nordwestlich Hiddensee und 1,1 mm³/L nördlich Boltenhagen.

Innere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Im Januar und Februar bewegten sich die Chlorophyll a–Konzentrationen zwischen 0,9 µg/L und 90,9 µg/L und somit im Rahmen der bekannten Größenordnungen. Die Biovolumina lagen überwiegend noch unter 0,1 mm³/L, im Salzhaff und im Strelasund wurden 0,5 mm³/L erreicht.
Im März wurden Chl a–Werte zwischen 1,7 (Salzhaff) und 135 µg/L (Darßer Boddenkette) gemessen. In einigen Gebieten wurden die LMW deutlich unterschritten, während an anderen Stationen z.T. große Überschreitungen auftraten. Im Greifswalder Bodden z.B. waren die Chl a–Werte um das 4- bis 6-fache erhöht, zeitweise bedingt durch kräftige Entwicklung der Kieselalgen Skeletonema costatum und Melosira arctica. Im Stettiner Haff sorgten Diatomeen der Gattung Thalassiosira als auch Teleaulax acuta für erhöhte Chl a–Werte. Bis zum 24.3. sanken die Chlorophyll a–Konzentrationen und die Biovolumina drastisch ab.
Im Seegebiet Strelasund/Greifswalder Bodden waren im April auffallend geringe Chlorophyll a–Werte zwischen 3,0 und 7,4 µg/L gemessen worden (die langjährigen Mittelwerte liegen zwischen 16,5 und 20,0 µg/L). Die Phytoplanktongemeinschaft zeigte sich insgesamt wenig vielfältig, der Übergang zum Sommeraspekt war geprägt durch Chrysophyceen. In allen Gebieten traten in geringen Mengen Heterocapsa rotundata und Teleaulax acuta auf.
Die Chlorophyll a–Konzentrationen vom Mai lagen zwischen 2,4 (Wismarbucht) und 207 µg/L (Unterwarnow), sie waren überwiegend geringerer als die LMW; der Extremwert an der Unterwarnow war allerdings fast 4-fach überhöht und spiegelte die Dominanz der Kieselalgen Stephanodiscus hantzschii und Melosira granulata wider. Das Phytoplankton der westlichen inneren Küstengewässer war geprägt durch Dictyocha speculum und Skeletonema costatum. Im Gebiet Griefswalder Bodden/Strelasund war das Pico- und Nanophytoplankton extrem hoch entwickelt. Im Stettiner Haff wurde eine untypische Phytoplanktongemeinschaft gefunden mit kleinen Flagellaten (130 Mio. ZE/L, Biovolumen von 4,3 mm³/L), Kieselalgen der Gattung Coscinodiscus deuteten den Sommeraspekt an. Erste Cyanophyceen der Gattung Microcystis sowie Aphanizomenon flos-aque waren vertreten.
Auch im Juni lagen die Chl a–Werte überwiegend unter den LMW. Die Spanne reichte von 1,5 µg/L im Salzhaff bis 107 µg/L im Stettiner Haff, wo die LMW deutlich überschritten wurden, u.a. bedingt durch das typisch frühsommerliche Wachstum der Kieselalgengattung Coscinodiscus (Biovolumen von 7,0 mm³/L bei 237 000 ZE/L).

Fischbestand

Die Einheitsfänge an Dorsch in der Mecklenburger Bucht und in der Arkonasee lagen auf dem Niveau des Vorjahres, hierbei war der Anteil des in den Bestand hineinwachsenden Jahrgangs 2003 überdurchschnittlich stark vertreten. In der Bornholmsee waren die Dorschfänge wieder deutlich zurückgegangen. Das Sprottvorkommen im Bornholmbecken erreichte in 2004 wieder die 1999 bis 2002 festgestellte Größenordnung, nachdem in 2003 infolge des Kaltwassereinbruchs ein starker Rückgang zu verzeichnen gewesen war.
In den Fängen des Untersuchungsgebietes Arkonasee, Bornholmsee und westliche Gotlandsee wurde ein erhöhter Anteil an Hering festgestellt.

2003

Zusammenfassung der biologischen Parameter für das Jahr 2003

Schleswig-holsteinische Ostseeküste

Mit Beginn der Probenahmen Anfang Juni hatten sich Kieselalgen in der Flensburger Förde und der Kieler Förde schon stark vermehrt und bildeten auch schon Algenblüten aus. In den übrigen Bereichen, vor Heiligenhafen und in der Lübecker Bucht war noch vergleichsweise wenig Plankton vorhanden. Fädige Blaualgen kamen nur in der äußeren Lübecker Bucht schon vor. Bis Ende Juni änderte sich die Situation nicht wesentlich.
Seit Anfang Juli begann sich das Artenspektrum, besonders bei Kieselalgen zu ändern. Proboscia alata war nahezu überall vertreten. Dinoflagellaten waren noch deutlich unterrepräsentiert. In den Innenbereichen der Flensburger und der Kieler Förde wurde eine Flagellaten-Algenblüte bzw. noch die Kieselalgen-Blüte (Skeletonema costatum) beobachtet.
Zu Beginn des August zeigten sich zunehmende Algenmengen (fädige Blaualgen) in den Küstengewässern vor Heiligenhafen, Fehmarnsund und Lübecker Bucht; Mitte des Monats wurden die fädigen Blaualgen auch im Bereich Kiel und in der Flensburger Förde beobachtet. Stärkere Winde ließen zum Ende des Monats die Blaualgen verdriften. Das Phytoplankton nahm überall deutlich ab und fädige Blaualgen wurden so gut wie gar nicht mehr beobachtet.
Im September wurden keine Auffälligkeiten mehr gemeldet, das Artenspektrum ähnelte sich im gesamten Gebiet und Kieselalgen nahmen wieder zu.

Messstelle "Seebrücke Heiligendamm"

Bis Mitte Februar war die Phytoplankton-Biomasse gering. Ende Februar entwickelten sich die Kieselalgen explosionsartig , die Skeletonema costatum-Blüte hielt sich bis Mitte März. Danach entwickelten sich die Cryptophyceen (bes. Teleaulax sp.). Die sonst übliche Ablösung der Kieselalgen durch große athekate Dinoflagellaten fiel 2003 sehr schwach aus. Ende April wurden hauptsächlich Dictyocha speculum und Pseudopedinella sp. gefunden. Bis Ende Mai schloss sich eine Phase sehr geringer Phytoplankton-Biomasse an, dominiert von Cryptophyceen (Hemiselmis, Teleaulax, Plagioselmis). Nach einem moderaten Biomasseanstieg Mitte Juni trat erstmals Ceratium tripos deutlich in Erscheinung. Die sommerliche Kieselalgenblüte entwickelte sich ab Ende Juni mit Guinardia flaccida, die Anfang Juli mit 1398 mg/L ihren Höhepunkt erreichte und bis Ende Juli dominant blieb.
Ende Juli erschienen spontan stickstoff-fixierende Cyanobakterien (Nodularia spumigena, Aphanizomenon sp.) an der Küstenstation, so dass an einigen Stränden zeitweise vor dem Baden gewarnt werden musste. Am 11.8. war die Blüte wieder verschwunden. Windereignisse ließen Ende August die Phytoplanktonbiomassen stark zurückgehen. Schnelle Veränderungen der Artenzusammensetzung zeigten sich im September (Ceratium tripos mit 437 mg/L Anfang des Monats wurde zur Mitte des Monats durch Dactyliosolen fragilissimus mit 444 mg/L verdrängt). wahrscheinlich bedingt durch Vorbeidriften unterschiedlicher Wasserkörper mit unterschiedlichem Phytoplanktongehalt. Ende September vollzog sich die Ablösung der Kieselalge Dactyliosolen fragilissimus durch die typische Herbst-Kieselalge der eigentlichen Ostsee, Coscinodiscus granii. Ende November hatte sich eine stabile Blüte aus Ceratium tripos und C. fusus etabliert, begleitet von den Kieselalgen Cerataulina pelagica, Thalassiosira baltica, Th. anguste-lineata und Th. eccentrica sowie der Cryptophycee Teleaulax sp. und Mesodinium rubrum. Mitte Dezember deuteten die Chlorophyll-Konzentrationen einen Rückgang der Blüte an.

Äußere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Im Januar und Februar wurden zwischen Warnemünde und Darßer Ort Chlorophyll-a-Werte zwischen 1,2 mg/m³ und 4,8 mg/m³ gemessen, vor Warnemünde wurden im Vergleich zum langjährigen Monatsmittel (LMM) bis zu 5-fach höhere Konzentrationen festgestellt.
In den Wintermonaten waren erwartungsgemäß Cryptoflagellaten der Gattungen Plagioselmis und Teleaulax präsent. Neben Skeletonema costatum wurden weiterhin unbestimmte zentrische Diatomeen der Gattung Thalassiosira gefunden (0,4 mm³/l).
Im März lagen die Chlorophyll-a-Konzentrationen im Seegebiet zwischen Boltenhagen und Darßer Ort weit unter den Konzentrationen des LMM. Zwischen nordwestlich Hiddensee und östlich Saßnitz allerdings zeigten sich die ermittelten Werte im Vergleich zu den LMM (3,5 mg/m³) deutlich erhöht. In diesem Seegebiet konnte eine Skeletonema-Blüte beobachtet werden. Die Biovolumina erreichten bis zu 1,8 mm³/l bei circa 8 Mio. ZE/l, wodurch die erhöhten Chlorophyll-a-Werte in diesem Gebiet erklärbar sind.
Im April erreichten die Chlorophyll-a-Konzentrationen insgesamt betrachtet entlang der gesamten Außenküste nur 30 - 40 % des LMM . Eine Ausnahme bildete die Pommersche Bucht, wo mit 23,1  mg/m³ das 2,5-fache des LMM festgestellt wurde.
Auch die ermittelten Phytoplanktonbiovolumina lagen deutlich unter den langjährig beobachteten Monatswerten. Neben Heterocapsa rotundata dominierten kleine Cryptophyceen der Gattungen Teleaulax und Plagioselmis. In der Pommerschen Bucht traten Diatoma elongatum und Achnanthes taeniata auf.
Die Chlorophyll-a-Konzentrationen bewegten sich im Mai mehr oder weniger deutlich unter dem langjährigen Monatsmittelwert (LMM). In der Pommerschen Bucht wurden nur knapp 20 % des LMM erreicht. Die Biovolumina waren im Beobachtungszeitraum Mai sehr gering. Der höchste Wert wurde mit 0,6 mm³/l in der Pommerschen Bucht ermittelt. Dominant zeigte sich hier die Gattung Chaetoceros).
Im Juni lagen die Chlorophyll­a­Konzentrationen Seegebiet zwischen nördlich Boltenhagen bis nordwestlich Hiddensee weitgehend im Rahmen der langjährig für Juni gemessenen Konzentrationen, wobei aber der Wert in der Pommerschen Bucht mit 6,0 mg/m³ nur 35 % des LMM erreicht. Die Biovolumina bewegten sich deutlich unter dem LMM.
Potentiell toxische Cyanophyceen wie Nodularia spumigena und Aphanizomenon "balticum" traten bislang nur sporadisch und nicht in erwähnenswerten Mengen auf; in der Pommerschen Bucht wurde die harmlose Form Pseudanabaena limnetica mit 0,1 mm³/l beobachtet.
Sowohl die Chlorophyll­a­Konzentrationen als auch die Biovolumina lagen im Juli im gesamten Seegebiet unter der den langjährigen Monatswerten. Als mögliche Ursache wird die lange Trockenperiode mit geringen Nährstoffeinträgen in die Küstengewässer vermutet. Das Artenspektrum hatte sich gegenüber Juni nur unwesentlich geändert. Fast an der gesamten Küste kam der Cryptoflagellat Plagioselmis prolonga in Zellzahlen zwischen 175.000 und 856.000 vor.
Im August waren bei den Chlorophyll­a­Messwerten an fast der gesamten Außenküste deutliche Unterschreitungen des langjährigen Monatsmittels zu verzeichnen. Das Phytoplanktonbiovolumen bewegte sich zwischen 0,3 mm³/Liter (nordwestlich Hiddensee) und 1,7 mm³/Liter (östlich Saßnitz). Ende August entsprach die Artenzusammensetzung des Phytoplanktons dem typischen sommerlichen Artenspektrum.
Die Chlorophyll­a­Werte erreichten im September bis zu 90 % des langjährigen Jahresmittels. Typisch für den Spätsommer, waren die westlichen Seegebiete der Küste von Dinoflagellaten der Gattung Ceratium und Prorocentrum geprägt.

Innere Küstengewässer Mecklenburg-Vorpommerns

Die Chlorophyll-a-Werte der Stationen Unterwarnow, Strelasund und Darßer Boddenkette, die als einzige beprobt werden konnten, fielen eher gering aus.
Im Strelasund dominierten Cryptoflagellaten der Gattungen Plagioselmis und Teleaulax neben der Kieselalge Skeletonema costatum. Diese erreichten ein Biovolumen von 0,2 mm³/l.
Auch im März lagen die Chlorophyll-a-Werte in der Wismarer Bucht und an den Stationen der Darßer Boddenkette deutlich unter dem LMM. Im Salzhaff wurde ein Chlorophyll-a-Gehalt von 2,3 mg/m³ gefunden. Heterocapsa rotundata erreichte ein Biovolumen von 0,3 mm³/l. Die Unterwarnow zeigte Chlorophyll-a-Konzentrationen von circa 50 bis 60 % des LMM. Dominant waren kleine unbestimmte zentrische Diatomeen (0,4 mm³/l). Auch im Kubitzer Bodden wurde ein geringerer Chlorophyll-a-Wert gemessen.
Alle übrigen im Messnetz vorgesehenen Stationen der inneren Küstenbereiche konnten insbesondere wegen der langanhaltenden Eisbedeckung nicht aufgesucht werden.
Im April lagen die aktuell gemessenen Chlorophyll-a-Konzentrationen ebenfalls unter dem LMM. In der Unterwarnow, der Wismar-Bucht und der Darßer Boddenkette erreichten die Chlorophyll-a-Werte nur 25 bis 36 % des LMM.
Die Phytoplanktonbiovolumina bewegten sich zwischen 0,1 mm³/l in der Wismar-Bucht und im Salzhaff und 0,6 mm³/l im Strelasund. In allen inneren Gewässern mit offener Verbindung zur vorgelagerten Ostsee zeigte sich Heterocapsa rotundatum neben Cryptophyceen der Gattungen Plagioselmis und Teleaulax. Im Greifswalder Bodden und im Strelasund dominierte Achnanthes taeniata (0,4 mm³/l und circa 850.000 Zellen/l) den Phytoplanktonaspekt.
Wie in den äußeren Küstenabschnitten bewegten sich im Mai die aktuellen Chlorophyll-a-Konzentrationen in der Wismarer Bucht und in der Darßer Boddenkette überwiegend unter den langjährig registrierten Gehalten. An den Messpunkten der Unterwarnow wurden nur 15 bzw. 23 % des langjährigen Monatsmittels für Mai erreicht.
Der Phytoplanktonaspekt wurde dominiert von nicht näher bestimmten Chrysophyceen; daneben sind kleine Cryptophyceen und der winzige Dinoflagellat Heterocapsa rotundata, mit allerdings sehr geringen Biovolumina zu finden. Die Gesamtbiovolumina schwankten zwischen <0,1 und 0,7 mm³/l.
Die im Juni zwischen der Unterwarnow und dem Peenestrom gemessenen Chlorophyll­a­Konzentrationen lagen überwiegend in den bekannten Größenordnungen. Lokal kam es jedoch zu erheblichen Abweichungen, wie z.B. in der Unterwarnow (10-fach), in der Darßer Boddenkette (14-fach) und in der Wismarbucht (4-fach).
Die Biovolumina erreichten Konzentrationen zwischen <0,1 mm³/Liter und 1,0 mm³/Liter. Große Menge von Mikroalgen im Greifswalder Bodden ergaben bei einer Abundanz von circa 314 Mio. ZE/Liter ein Biovolumen von immerhin 0,9 mm³/Liter.
Überdurchschnittlich hoch zeigte sich die Biomasse auch in der Wismarer Bucht mit 0,9 mm³/l, hervorgerufen durch eine starke Entwicklung von Flagellaten (6,6 Mio. ZE/Liter), die wahrscheinlich der Gattung Chrysochromulina zugeordnet werden können. Blaualgen spielten auch in den inneren Seegebieten keine Rolle.
Im Juli erreichten die Chlorophyll­a­Konzentrationen lokal sehr hohe Werte (Wismar-Bucht, Unterwarnow), während an anderen Stationen unternormale oder auch extrem niedrige Konzentrationen auftraten (z.B. Kubitzer Bodden mit nur 2,0 µg/l). Auch die langjährigen Werte bei den Biovolumina wurden an manchen Stationen deutlich unterschritten. Beim Phytoplankton wurden sehr große Mengen von µ-Algen im Strelasund und Greifswalder Bodden gemessen (zwischen 122 und 235 Mio. Zellen/Liter) Im Kleinen Haff erreichte die potentiell toxische Blaualge Microcystis aeruginosa/flosaquae Konzentrationen bis zu 74 Mio. Zellen/Liter. In der Unterwarnow wurde eine Blüte der Kieselalge Skeletonema costatum beobachtet.
Die Chlorophyll­a­Messwerte zeigten im August teilweise deutliche Überschreitungen des langjährigen Monatsmittels (LMM), wie z.B. im Saaler Bodden mit 123 µg/L (entspr. 173 % des LMM), aber auch extrem niedrige Gehalte wie im Barther Bodden mit 5,2 µg/L (9 % des LMM).
Die ermittelten Biovolumina bewegten sich zwischen >0,1 mm³/L in der Wismar-Bucht und 8,7 mm³/L im Strelasund, wo das Maximum in der langjährigen Datenreihe für August erreicht wurde. Hierzu trug ein hohes Aufkommen der potentiell toxischen Dinoflagellaten Prorocentrum minimum und P. micans bei. Im Stettiner Haff dominierten Vertreter der potentiell toxischen Blaualgengattung Microcystis, das Biovolumen fiel aber vergleichsweise gering aus; dies traf auch für die Blaualge Aphanizomenon "balticum" zu.
Im September zeigte der Phytoplanktonaspekt keine Besonderheiten, die Biolumina der charakteristischen Arten gingen besonders im Stettiner Haff, im Strelasund und im Greifswalder Bodden stark zurück.
Überraschend zeigte sich im November im Stettiner Haff eine in dieser Jahreszeit bisher noch nicht beobachtete großflächige Ansammlung der fädigen Blaualge Aphanizomenon "balticum".

Fischbestand

Die im Januar in der südlichen Mecklenburger Bucht gewonnenen Ergebnisse deuteten darauf hin, dass beim Dorsch der Trend einer Abnahme des Anteils von Individuen in der aktiven reproduktiven Phase anhält.
Untersuchungen zur Laicherbestandsstruktur im März ließen zumindest in der Arkonasee und in der Bornholmsee erstmals seit zehn Jahren wieder sehr gute Voraussetzungen für das Laichen von Dorschen erwarten.
Zum Schutz des Dorschbestandes hatte die Europäische Kommission im April im Rahmen einer Notverordnung das Sommerfangverbot für alle Schleppnetze um 1,5 Monate auf die Zeit vom 15.4. bis 31.8. ausgedehnt.
Ende April hatten Untersuchungen in den Hauptlaichgebieten des Dorsches der westlichen Ostsee (Kieler Bucht, Fehmarnbelt, Mecklenburger Bucht sowie Arkonabecken) äußerst günstige Bedingungen für die Entwicklung von Dorscheiern ausgewiesen.
Die im August erfassten Befallsraten von akuten Hautgeschwüren beim Ostseedorsch schwankten in vier Untersuchungsgebieten zwischen 1,8 % und 10,4 % und lagen damit im Bereich der Vorjahreswerte.
Im September wurden Untersuchungen zur biologischen Diversität und zur Bestandssituation bei den Hauptfischarten in der Arkonasee durchgeführt. Bei Flundern bestätigten die Fänge einen überdurchschnittlichen Jahrgang 2001, bei Scholle und Steinbutt lagen die Fänge unter dem Durchschnitt, auch für den Dorsch bestätigte sich die prekäre Lage des Bestandes. Für Zander und Barsch waren positive Trends zu erwarten.
Die Ergebnisse des Larvensurveys vom Oktober 2003 im Greifswalder Bodden und Strelasund (dem wichtigsten Laichareal des sogenannten Rügenherings) deuteten auf einen starken Nachwuchsjahrgang 2003 für den Hering in der westlichen Ostsee, des Kattegat und Skagerrak hin.
Im November/Dezember wurde der schlechte Zustand des adulten Dorschbestandes in der südwestlichen Ostsee bestätigt. Gute Fangergebnisse der Altersgruppe 0, dem Dorschjahrgang 2003 lassen auf eine Bestandserholung hoffen.

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