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MURSYS - Ostsee

   
 
 

Witterung

 

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Juni
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Juni 2013

Anders als an der Nordsee, verzeichnete der Juni an der Ostsee trotz ebenfalls meist zu nasser Witterung eine vielfach leicht überdurchschnittliche Sonnenscheindauer und etwas höhere Temperaturen als gewöhnlich. Die Monatsmitteltemperaturen lagen bei rund 15 bis 16 °C und damit um bis zu 1 K über den Mittelwerten des Bezugszeitraums 1961 - 1990. Zu Monatsbeginn floss unter dem Einfluss eines Hochdruckgebietes, das sich über die Britischen Inseln nach Nordskandinavien verlagerte, mit nördlichen Winden zunächst kühle Meeresluft ein. Meist wurden am 2. Juni mit nur 14 bis 15 °C die niedrigsten Höchsttemperaturen des gesamten Monats verzeichnet. Unter zunehmenden Hochdruckeinfluss und hoher Sonnenscheindauer stiegen die Temperaturen allmählich auf Werte um 20 °C an. Am 12. und 13. kletterten sie auf sommerliche 20 bis 25 °C, bevor Tiefdruckgebiete wieder Abkühlung brachten. Bei Warmluftzufuhr aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum wurden am 19. Juni mit bis zu 31,6 °C die höchsten Temperaturen dieses Monats gemessen. Danach gingen die Temperaturen langsam zurück, lagen vom 20. bis 23. aber meist noch bei 20 bis 25 °C. Eine deutliche Abkühlung auf nur noch 15 bis 16 °C erfolgte am 25. Juni bei bedecktem Himmel und einem zunehmenden Nordwestwind. Bis zum Monatsende blieb es wechselhaft bei Höchstwerten unter 20 °C. Nachfröste gab es aber im Juni nicht mehr. Die Zahl der Sommertage (Maximumtemperatur 25 °C und mehr) lag meist bei bis zu 2, östlich von Rügen bei 3 bis 4 und damit im Bereich der vieljährigen Mittel oder leicht darunter. Mit dem heißen Tag (Maximumtemperatur 30 °C und mehr) an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns wurden die Mittelwerte hier leicht überschritten.

Das Niederschlagsaufkommen war meist etwas höher als gewöhnlich. Die Niederschlagshöhen, die sich überwiegend zwischen 50 und 80 mm bewegten, lagen im Bereich der Mittelwerte oder um bis zu 60 % darüber. Nur am Stettiner Haff fiel mit 116 mm mehr als das Doppelte der Monatsmittel. Hier sorgte allein ein von Süden heranziehendes Tief in den Nachtstunden des 24./25. Juni für sehr ergiebige Niederschläge von 43 mm. Viel Regen brachten auch Tiefausläufer am 13. Juni mit verbreitet mehr als 20 mm, während es vom 3. bis 13. Juni durchweg niederschlagsfrei war.

Die Sonne schien rund 240 bis 280 Stunden. Damit lag die Sonnenscheindauer im Bereich der Sollwerte bzw. um bis zu 5 % darüber. Besonders sonnenscheinreich war es vom 3. bis 12. Juni bei fast durchweg 10 bis 16 Sonnenstunden täglich.

Kräftig wehte der Wind vor allem in Gewitternähe und zur Monatsmitte, als ein Tiefausläufer den Ostseeraum überquerte. Die höchsten Böen entsprachen verbreitet Bft 8 bis 9. Auf Fehmarn gab es auch schwere Sturmböen (Bft 10).

Mai
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Mai 2013

An der Ostsee setzte sich das überdurchschnittliche Temperaturniveau des Vormonats fort. Mit Monatsmitteltemperaturen zwischen rund 11 und 14 °C fiel der Mai im Vergleich zur Referenzperiode 1961 - 1990 um rund 1 bis 2 K zu warm aus. Zunächst herrschte Hochdruckeinfluss. Am 7. Mai stellte sich die Wetterlage um und von nun an zogen zahlreiche Tiefdruckgebiete oder deren Ausläufer über den Ostseeraum. Die höchsten Tagestemperaturen wurden kurz nach Monatsmitte verzeichnet, als sich eine Luftmassengrenze in Nord-Südrichtung über das mittlere und westliche Deutschland erstreckte und die Osthälfte Deutschlands im Zustrom warmer Luftmassen aus dem Mittelmeerraum lag. An den Küsten der südlichen Ostsee und am Stettiner Haff wurden 20 bis 28 °C verzeichnet. An der westlichen Ostsee war meist der 8. Mai der wärmste Tag mit 20 bis 23 °C. Während hier kein Sommertag verzeichnet wurde, gab es östlich von Rügen bis zu 2 Sommertage, was dort dem vieljährigen Mittel entspricht. Die niedrigsten Höchsttemperaturen bewegten sich meist bei 10 bis 13 °C, am Kap Arkona bei 8 bis 9 °C. Sie traten nicht zu den Eisheiligen auf, sondern - trotz hoher täglicher Sonnenscheindauer - bei vorherrschender Kaltluftzufuhr zu Monatsbeginn und am 22. und 23. Mai. Zu Monatsbeginn und am 25. gab es bei nächtlichem Aufklaren gebietsweise Frost in Bodennähe von örtlich bis zu -6 °C auf und vereinzelt geringer Luftfrost. Das entspricht dem vieljährigen Mittel.

Obwohl in den ersten 5 bis 6 Maitagen kein Niederschlag fiel, war der Mai meist deutlich zu nass, womit die seit März bestehende Trockenheit endete. Mit Ausnahme vom Stettiner Haff fielen im Monatsverlauf rund 70 bis 120 mm und damit bis um das Doppelte der vieljährigen Monatsmittel (160 bis 240 %). Am Stettiner Haff wurden mit rund 50 mm die Mittelwerte dagegen nur knapp überschritten. Besonders ergiebig waren die Niederschläge am 22. und 23. Mai an der westlichen Ostsee, als sich ein Tief über dem Kattegatt entwickelte, das sich über Dänemark und den Süden Schwedens und Norwegens im weiteren Verlauf zur Nordsee verlagerte. Es löste um 20 mm am Tag aus, am 21. in Kiel sogar 62 mm. Auch am 25. fielen verbreitet nochmals um 20 mm.

Mit meist 190 bis rund 254 Sonnenstunden (Kap Arkona) blieb die Sonnenscheindauer allgemein um 10 bis 20 % unter den vieljährigen Mittelwerten. Dabei schien die Sonne innerhalb des Bundesgebietes am Kap Arkona auf Rügen noch am längsten.

Kräftigen Wind mit stürmischen Böen gab es selbst am exponierten Kap Arkona nur selten. Der windreichste Tag war der bereits angesprochene 22. Mai, an dem an der westlichen Ostsee Böen bis Bft 8 registriert wurden.

Apr.
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für April 2013

Nach dem viel zu kalten März machte sich im April der langersehnte Frühling bemerkbar. Mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 5 und 8 °C war es im Vergleich zur Referenzperiode 1961 - 1990 um bis zu 1 K wärmer, wobei die höchsten Anomalien östlich von Rügen verzeichnet wurden. In der ersten Monatsdekade setzte sich die winterliche Witterung vom März fort. Die Tagestemperaturen blieben im einstelligen Bereich. Nachts gab es häufig leichten bis mäßigen Luftfrost. In der zweiten Monatsdekade führten Tiefdruckgebiete wärmere Luftmassen aus Südwesten heran. Die Temperaturen stiegen in den zweistelligen Bereich und erreichten am 15. und 18. gebietsweise sogar Werte zwischen 20 und 24 °C. Mit meist 4 bis 7 Frosttagen (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) traten in diesem Monat vielfach 1 bis 2 Frosttage mehr auf als üblich.

Der April fiel an der deutschen Ostseeküste, wie schon der März, zu trocken aus. Die Monatsniederschläge lagen bei meist 15 bis 35 mm, was Defiziten von 15 bis 55 % entspricht. Die ergiebigsten Tagesniederschläge mit 5 bis 15 mm brachten am 26. die Ausläufer eines Tiefs, welches von Südskandinavien Richtung Südfinnland zog. Der Anfang des Monats noch vorhandene Schnee, der in den östlichen Gebieten noch eine Höhe von zum Teil 5 bis 10 cm aufwies, schmolz bei viel Sonnenschein bis zum Ende der ersten Monatsdekade weitgehend ab.

Mit verbreitet mehr als 180 Sonnenstunden wurde das Soll um 5 bis 30 % überschritten. Arkona auf Rügen, wo insgesamt 231 Sonnenstunden registriert wurden, war dabei die deutsche Station mit dem meisten Sonnenschein in diesem Monat. Häufig wurden entlang der Ostseeküste mehr als 10 Sonnenstunden pro Tag verzeichnet. Es gab aber auch Tage, an denen sich die Sonne teilweise gar nicht zeigte, wie am 5., vom 10. bis 13. sowie am 26. April.

Kräftiger Wind, der in Böen die Stärke Bft 8 bis 9 erreichte, trat im April nur vereinzelt auf.

Anfang April kam in den Boddengewässern von Mecklenburg-Vorpommern örtlich noch 5 bis 10 cm dickes Eis vor, welches aber innerhalb weniger Tage abschmolz. Bereits am 8. war es an der deutschen Ostseeküste überwiegend eisfrei.

März
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für März 2013

Der Frühling ließ im März auf sich warten. Die Monatsmitteltemperaturen lagen mit 0 bis -1 °C um rund 2,5 bis 3,5 K unter dem Mittel der Referenzperiode 1961 - 1990. Dabei war dieser März teilweise der kälteste März seit Aufzeichnungsbeginn. Zwar stiegen die Temperaturen am 5. bei Zufuhr milder Luftmassen aus südlichen Richtungen verbreitet in den zweistelligen Bereich, doch schon am 7. strömte hinter einer Kaltfront deutlich kältere Luft arktischen Ursprungs in den Küstenraum. Nachfolgend blieben die Temperaturen dann meist unter 4 °C. In den Nächten gab es ab dem 9. fast durchweg leichten bis mäßigen Luftfrost. Insbesondere am 13. wurde regional aber auch strenger Luftfrost mit Werten zwischen -10 und -13 °C registriert. Zeitweise herrschte Dauerfrost. Ursache für die kalte Witterung waren insbesondere kräftige Hochdruckgebiete über Grönland oder Nord- und Osteuropa, mit denen Kaltluft aus polaren Breiten herangeführt wurde. Die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) lag im März mit meist 24 bis 30 zwei- bis dreimal höher als im Mittel. Und auch die Anzahl der Dauerfrosttage überschritt mit 5 bis 11 die Durchschnittswerte (meist 1 bis 3 Tage) deutlich.

Im März war es an der deutschen Ostseeküste zu trocken. Mit Monatsniederschlagshöhen von meist 10 bis 25 mm lagen die Defizite zwischen 30 und 80 %. Aufgrund der kalten Witterung fielen die Niederschläge, die durch Tiefausläufer, vielfach aber auch durch den Lake-Effekt verursacht wurden, überwiegend als Schnee. Es entstand eine geschlossene Schneedecke bis um 25 cm, durch starke Schneeverwehungen regional aber bis zu 1,50 m (Rügen), die vielfach bis zum Monatsende nicht vollständig auftaute.

Nach den trüben Wintermonaten zeigte sich die Sonne im März überdurchschnittlich lang. Mit 140 bis 180 Sonnenstunden wurde das Soll um 20 bis 50 % überschritten.

Kräftiger Wind mit Böen der Stärke Bft 8 bis 9 trat vor allem am 2., vom 7. bis 11. und zwischen dem 17. und 25. März auf. Am Kap Arkona wurden mehrfach auch schwere Sturmböen (Bft 10) sowie orkanartige Sturmböen (Bft 11) registriert.

Zu Beginn des Monats war die deutsche Ostseeküste überwiegend eisfrei. Die kalte Witterung führte dann aber zu Beginn der zweiten Monatsdekade zunächst in ufernahen Bereichen der Boddengewässer in Mecklenburg-Vorpommern und einigen Häfen (von Schleswig bis Rostock) zu erneuter Eisbildung. Im weiteren Verlauf des Monats trat Neueis auch in Häfen im Ostteil der deutschen Ostseeküste auf. Die Boddengewässer und auch kleinere Häfen waren zeitweise und örtlich mit bis zu 15 bzw. 10 cm dickem Eis bedeckt.

Feb.
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Februar 2013

Nach dem milden Januar lagen die Monatsmitteltemperaturen im Februar mit Werten zwischen -0,5 und 0,5 °C verbreitet im Bereich der vieljährigen Mittel. Am Monatsanfang bestimmte eine milde Westströmung das Wetter in Mitteleuropa. An der deutschen Ostseeküste stiegen die Temperaturen insbesondere am 1. und 4. auf Werte bis rund 7 °C. Im Bereich der anschließend eingeflossenen Kaltluft aus Norden wurden dagegen selten mehr als 3 °C erreicht, zeitweise herrschte auch Dauerfrost. Leichte, zum Teil mäßige, Nachtfröste traten häufig auf, örtlich gab es aber auch sehr strengen Luftfrost, wie in Barth am 11. mit -16 °C. Die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) lag mit 14 bis 18 im Bereich der Durchschnittswerte. Mit bis zu 6 Tagen Dauerfrost war dieser meist seltener als üblich.

Die Niederschlagshöhen lagen im Februar verbreitet zwischen 20 und 50 mm. Während im westlichen Teil der deutschen Ostseeküste gebietsweise Niederschlagsdefizite verzeichnet wurden, setzte sich nach Osten hin die zu nasse Witterung des Januars fort. Örtlich fiel dort bis zu 70 % mehr Niederschlag als üblich. Die Niederschläge fielen zum Teil als Schnee, wobei sich eine geschlossene Schneedecke bildete, die gebietsweise über mehrere Wochen liegen blieb und regional bis um 20 cm Höhe erreichte.

Der Februar gestaltete sich sehr trübe, womit sich der Witterungscharakter der beiden vorangegangenen Monate fortsetzte. Mit nur 13 bis 35 Sonnenstunden wurde weniger als die Hälfte des Solls erreicht. Vor allem im östlichen Teil der deutschen Ostseeküste traten verbreitet neue Minusrekorde auf. Sonnenscheinärmste Station Deutschlands war Arkona auf Rügen, wo sich die Sonne nur für 13 Stunden blicken ließ und damit nur 20 % des Solls erbrachte. Für Deutschland insgesamt war der Winter 2012/2013 der sonnenscheinärmste Winter seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1951.

Kräftiger Wind mit Böen der Stärke 8 bis 10 Bft trat insbesondere am 4. und 5. Februar auf, als ein Sturmtief von Island Richtung Nordsee zog.

Anfang Februar kam im Ostteil der deutschen Ostseeküste noch 5 - 10 cm dickes Eis vor, doch der Eisrückgang, der Ende Januar begonnen hatte, setzte sich bei zeitweise milden Temperaturen rasch fort. Am 5. Februar war bereits nur noch von Trümmereis und Eisresten die Rede. Während der anschließend folgenden kalten Witterungsphase bildete sich dann in einigen Häfen und geschützt liegenden Gewässern erneut Eis. Am Monatsende war die deutsche Ostseeküste aber überwiegend eisfrei.

Jan.
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Januar 2013

Trotz einer längeren kalten und winterlich geprägten Witterungsphase lagen die Monatsmitteltemperaturen im Januar mit meist 0 bis 1,5 °C um bis zu 1,5 K über den vieljährigen Mittelwerten. Grund dafür war die milde Witterung zu Beginn und Ende des Monats. Die mildesten Tage waren der 3. und der 30. Januar, als die Tageshöchsttemperaturen regional auf knapp 10 °C bzw. 12 °C anstiegen. Während der winterlichen Phase vom 11. bis 27./28. Januar, die im Wesentlichen durch Hochdruckgebiete über Skandinavien geprägt war, herrschte an 7 bis 14 Tagen Dauerfrost, was durchaus den Werten eines durchschnittlichen Januars entspricht. Bei vorherrschend leichtem bis mäßigem Nachtfrost sanken die Lufttemperaturen über der fast durchweg vorhandenen Schneedecke in einzelnen klaren Nächten jedoch örtlich auf -10 bis -15 °C ab. Die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur < 0 °C) lag mit 16 bis 18 ebenfalls im Bereich der Durchschnittswerte.

Der Januar fiel an der deutschen Ostseeküste verbreitet zu nass aus. Mit Monatsniederschlägen zwischen 45 und 85 mm wurde regional mehr als das Doppelte der vieljährigen Monatsmittel registriert. Die ergiebigsten Niederschläge gab es während der milden Witterungsphasen. Insbesondere am 9. Januar sowie gegen Monatsende wurden vielfach 10 bis 15 mm am Tag verzeichnet. Während der kalten Witterungsphase blieben die Niederschlagshöhen zwar gering, doch sie reichten aus, um eine geschlossene Schneedecke von gebietsweise bis zu 15 cm Höhe zu erzeugen, welche aber bis zum Monatsende wieder weitgehend abgetaut war.

Im Januar setzte sich das trübe Wetter des Dezembers fort. Die Sonne ließ sich meist nur für rund 20 bis 30 Stunden blicken, was etwa 45 bis 80 % des Solls ausmachte.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen wehte im Januar zunächst nur selten. Am 30. und 31. wurde es dann allerdings sehr stürmisch, als die Sturmtiefs KERIM und LENNART verbreitet Böen der Stärke Bft 8 bis 10, am Kap Arkona auch Bft 11, auslösten.

Das Eis, welches am Monatsanfang im Ostteil der deutschen Ostseeküste noch vorhanden war, nahm bei den zunächst milden Temperaturen weiter ab. Während der kalten Witterungsphase kam es etwa ab Monatsmitte in einigen Häfen und geschützten Gewässern dann erneut zur Eisbildung. In den Boddengewässern im Osten erreichte das Eis bis zum 25. teilweise eine Dicke von 5 bis 15 cm, im Kleinen Haff von 5 bis 20 cm. Ab dem 28. begann das Eis bei milden Temperaturen von Westen her zu schmelzen. Der Eisrückgang setzte sich bis über das Monatsende hinaus fort.

2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Die Witterung im Jahr 2012 an Nord- und Ostsee

(Bericht des Deutschen Wetterdienstes, DWD, C. Lefebvre, A. Tadschikowa)

Ähnlich wie das Vorjahr, fiel das Jahr 2012 zu mild aus. Die Jahresmitteltemperaturen bewegten sich westlich der Elbe zwischen 9,1 und 9,7 °C (Helgoland) und im übrigen Küstenraum zwischen 8,5 °C (Kap Arkona) und 9,0 °C. Sie lagen damit um rund 0,7 K über den Mittelwerten von 1961 - 1990.

Das Jahr legte mit Höchsttemperaturen bis zu 11 °C am Neujahrstag teilweise den mildesten Start seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen hin. In der letzten Januarwoche erfasste dann mit Zufuhr russischer Kaltluft eine massive Kältewelle große Teile Europas, die bis Mitte Februar anhielt. Der März war extrem trocken, der Juni zu kühl und sonnenscheinarm und der Dezember brachte einen frühen Wintereinbruch.

Das leicht überdurchschnittliche Temperaturniveau ging mit einer geringeren Anzahl an Frosttagen (Minimumtemperatur unter 0 °C) und Eistagen (Maximumtemperatur unter 0 °C) einher als im Mittel von 1961 bis 1990. Die Zahl der Frosttage lag an der Nordsee meist zwischen 41 und 52 (auf Helgoland und den Ostfriesischen Inseln um 25), an der Ostsee zwischen 44 und 70 (am Kleinen Haff 82). Das waren 12 bis 22 Tage weniger als im Durchschnitt. Dabei trat Frost von Januar bis April und von Oktober bis Dezember auf. Dauerfrost (Eistage) trat an der Nordsee an 10 bis 19 Tagen, an der Ostsee an 17 bis 27 Tagen auf. Das waren 1 bis 3 Tage weniger als gewöhnlich. Die Anzahl der Sommertage (Maximumtemperatur mindestens 25 °C) lag mit Ausnahme von Helgoland zwischen 5 und 19 und damit im Bereich der Mittelwerte, ebenso wie die Zahl der heißen Tage (Maximumtemperatur mindestens 30 °C) mit meist 1 oder 2, in Greifswald 4.

Der Jahresgang der Temperatur im Jahr 2012 war nur geringfügig ausgeprägter als im Jahr 2011 und im vieljährigen Mittel, wie in Abbildung 1 am Beispiel von Helgoland und Arkona zu sehen ist.

Das Jahr legte mit Höchsttemperaturen bis zu 11 °C am Neujahrstag teilweise den mildesten Start seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen hin. In der letzten Januarwoche erfasste dann mit Zufuhr russischer Kaltluft eine massive Kältewelle große Teile Europas, die bis Mitte Februar anhielt. Der Februar fiel um 1 bis 2 K zu kalt aus, und die Anzahl der Eistage war doppelt so hoch wie üblich. Im März schritt dann die jahreszeitliche Erwärmung wesentlich schneller voran als üblich, so dass die Monatsmitteltemperaturen um etwa 2,0 bis 3,5 K über dem Mittel der Referenzperiode 1961 - 1990 lagen. Der April fiel typisch wechselhaft und 0,5 bis 1 K zu mild aus. Im Mai gab es pünktlich zu den Eisheiligen (11. - 15. Mai) einen Kaltlufteinbruch. Die Zufuhr von Meeresluft polaren Ursprungs löste einen Temperatursturz von rund 10 K aus, wodurch die Tageshöchsttemperaturen am 12. meist nur noch bei 10 bis 12 °C lagen. An der Ostsee trat in den Folgenächten gebietsweise wieder leichter Frost in Bodennähe auf. Im letzten Maidrittel wurden dann aber die ersten Sommertage verzeichnet, so dass der Monat insgesamt um 1 bis 2 K zu warm ausfiel. Juni und Juli zeigten einen wechselhaften Witterungscharakter, wobei der Juni um bis zu 1 K zu kühl und der Juli geringfügig wärmer ausfiel als im Mittel. Der August wurde durch vorherrschenden Hochdruckeinfluss geprägt. Er war um 1 bis 2 K wärmer als gewöhnlich. Die höchsten Temperaturen wurden gegen Ende der zweiten Monatsdekade erreicht, als mit einer südlichen Strömung mediterrane Luftmassen herangeführt wurden und die Sonne mehr als 10  Stunden lang schien. Am meist wärmsten Tag des Jahres, dem 19. August, erreichten die Höchsttemperaturen - mit Ausnahme der Hochseeinsel Helgoland - zwischen 27 und 35 °C. Sommerlich geprägt war auch noch das erste Septemberdrittel. Danach wurde es zwar herbstlich kühl und stürmisch, aber dennoch war der September um 0,5 bis 1 K wärmer als im vieljährigen Mittel. Im Oktober lagen die Monatsmitteltemperaturen im Bereich der Durchschnittswerte oder leicht darunter. Nach einem Kaltlufteinbruch am 26. gab es vorübergehend Frost in Bodennähe und ersten Luftfrost. Der Herbst verabschiedete sich mit einem um knapp 0,5 bis 1 K zu warmen November, in dem es kaum Nachtfrost gab. Der Dezember begann winterlich mit Kälte und Schnee. Er fiel westlich der Elbmündung geringfügig zu mild, sonst um bis zu 1,5 K zu kalt aus. Die Zahl der Tage mit Dauerfrost lag östlich der Elbe meist um 3 bis 5 Tage über dem Durchschnitt.

Abbildung 1a: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur Helgoland, GIF-Graphik: 21 KB

Abbildung 1b: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur Kap Arkona, GIF-Graphik: 19 KB

Abbildung 1: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur

Die ohnehin schon deutlichen Niederschlagsunterschiede zwischen Nord- und Ostsee waren 2012 noch verstärkt. Denn im ohnehin niederschlagsreicheren Nordseeraum fiel verbreitet bis zu rund 20 % mehr Niederschlag als im Mittel der Jahre 1961 - 1990, während im trockeneren Ostseeraum bis zu 15 % weniger fiel. Den meisten Niederschlag verzeichnete der Raum Halbinsel Eiderstedt / Nordfriesland (St. Peter Ording 989 mm). Im übrigen Nordseeraum und an der nördlichen Ostseeküste Schleswig-Holsteins fielen meist zwischen 730 und 850 mm, während an der übrigen deutschen Ostsee verbreitet 530 bis 580 mm verzeichnet wurden, zwischen Boltenhagen und Rügen und auf Fehmarn jedoch nur rund 470 bis 490 mm. Dabei lag die Anzahl der Niederschlagstage mit mehr als 1 mm an der Nordsee mit meist 130 bis 145 um bis zu 10 Tage (in St. Peter Ording mit 156 Tagen sogar um 21 Tage) über dem Durchschnitt. An der Ostsee gab es rund 100 bis 120 solcher Niederschlagstage, was im Bereich der vieljährigen Mittel lag. Passend dazu lag die Anzahl der Tage mit Starkniederschlägen (über 10 mm) an der Nordsee um 1 bis 6 Tage über und an der Ostsee um 2 bis 7 Tage unter dem Durchschnitt.

Auf einen niederschlagsreichen Januar, an dem an der niedersächsischen Nordsee bis um das Doppelte des gewöhnlichen Niederschlags fiel, folgte mit 10 bis 30 mm ein vielfach zu trockener Februar. Noch trockener war der März mit Niederschlagshöhen zwischen 5 und 20 mm. An der Ostsee war er der trockenste März seit Aufzeichnungsbeginn 1947, an der Nordsee war der März 1996 mit nicht einmal 10 mm noch trockener. Im April gab es regionale Unterschiede mit Defiziten als auch Überschüssen bis zu 30 %, bevor der Mai vor allem an der Ostsee deutlich zu trocken ausfiel. Juni und Juli waren verbreitet zu nass. Teilweise fiel bis zum Doppelten der Mittelwerte. Aber es gab auch Gebiete, in denen es zu trocken war. Ein hohes Aufkommen an Gewittern, aber auch das Tief KATARZYNA am 24. Juni lösten Tagesniederschläge bis um 30 mm, vereinzelt auch bis zu 50 mm aus, was zu lokalen Überschwemmungen führte. Im August wie auch im September lag das Niederschlagsaufkommen an der Nordsee fast durchweg über dem Durchschnitt, während es an der Ostsee meist Defizite gab, im September sogar bis zu 60 %. Der Oktober brachte vielfach leicht überdurchschnittliche Niederschläge. Nur im Bereich der Weser- und Elbemündung und an der westlichen Ostsee war es zu trocken. Der Herbst endete mit einem zu trockenen November, der Defizite von 20 bis 50 % brachte, während der Dezember wieder überwiegend zu nass ausfiel.

Abbildung 2a: Jahresgang des Niederschlags Helgoland, GIF-Graphik: 10 KB

Abbildung 2b: Jahresgang des Niederschlags Kap Arkona, GIF-Graphik: 20 KB

Abbildung 2: Jahresgang des Niederschlags

Mit Beginn der kalten Witterungsphase in der letzten Januarwoche gingen die Niederschläge in Schnee über. Ende Januar lag eine geschlossene Schneedecke von überwiegend 2 bis 3 cm, die auf rund 10 cm im Februar anwuchs, bevor sie in der 2. Monatshälfte rasch wieder abschmolz. Im Dezember gab es vor allem in der 1. Monatshälfte Schneefälle, die durchweg zu einer geschlossenen Schneedecke führten. Regional wurden dabei maximale Schneehöhen zwischen 10 und 20 cm gemessen, an der Ostsee auch bis um 30 cm. Nach Monatsmitte taute der Schnee dann zunehmend ab, bevor am 21. erneuter Schneefall aufkam. Die Schneedecke hielt sich aber nicht über die gesamten Weihnachtsfeiertage.

Die Sonnenscheindauer im deutschen Küstenraum bewegte sich zwischen 1462 Stunden in Cuxhaven und 1923 Stunden am Kap Arkona. Verbreitet schien die Sonne um bis zu 10 % mehr als im Mittel der Jahre 1961 - 1990, aber in einigen Gebieten, wie zwischen Weser und Elbe, im nördlichen Nordfriesland, an der westlichen Ostsee und östlich von Rügen wurden die Mittelwerte um bis zu 10 % verfehlt. Wie Abbildung 3 zu entnehmen ist, war der Jahresbeginn (Januar bis März) deutlich sonnen-scheinreicher als gewöhnlich. An der Ostsee schien die Sonne im Januar mit rund 60 bis 80 Stunden teilweise doppelt so lange wie im Mittel. Dagegen fiel der Juni nicht nur mit seiner Kälte, sondern auch mit seiner Sonnenscheinarmut auf. Er verbuchte mit 140 bis 210 Stunden Defizite von 15 bis 40 %. Sonnenscheinreich war dagegen der August mit 205 bis 260 Sonnenstunden und einem Plus von bis zu 20 %. Der Juli war überdurchschnittlich sonnig an der Nordsee, der Oktober an der Ostsee. September und November brachten bei regionalen Ausnahmen meist weniger Sonne als im Mittel. Das Jahr endete mit einem überwiegend sonnenscheinarmen Dezember, in dem die Mittelwerte mit 20 bis 40 Sonnenstunden um bis zu 45 % unterschritten wurden.

Abbildung 3a: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer Helgoland, GIF-Graphik: 11 KB

Abbildung 3b: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer Kap Arkona, GIF-Graphik: 27 KB

Abbildung 3: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer

Der Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur in der westlichen Ostsee in Abbildung 4 zeigt, wie der Kälteeinbruch in der letzten Januarwoche zu einem raschen Rückgang der Wassertemperaturen führte. Die Mittelwerte der 10-jährigen Periode von 1997 bis 2006 wurden um bis zu 3 K unterschritten. Durch die frostige Witterung kam es vom 26. an zunächst in geschützt liegenden und flachen inneren Gewässern, später in den Häfen der Ostsee und am 31. an der nordfriesischen Küste zur Eisbildung. Bis Mitte Februar wuchs das Eis bis zu einer Dicke von 30 cm an, was die Behinderung der Schifffahrt zur Folge hatte. Mildere Temperaturen leiteten nachfolgend die Eisschmelze ein, wodurch es am Monatsende weitestgehend eisfrei war. Im März bewirkte das überdurchschnittliche Temperaturniveau eine raschere Erwärmung der Gewässer als üblich. Im April und Mai lagen die Wassertemperaturen dann wieder im Bereich der vieljährigen Mittel, wobei die sommerliche Witterung Ende Mai die weitere Erwärmung deutlich förderte, die kühle Juniwitterung diese aber im Folgenden beträchtlich verzögerte, so dass die Wasseroberflächentemperaturen im Juni um 1 K niedriger ausfielen als im Mittel 1997 - 2006. Im Juli und anfangs auch im August blieben diese leicht unter dem Durchschnitt. Erst die hochsommerliche Witterung Mitte August sorgte für eine deutliche Erwärmung auf leicht überdurchschnittliche Werte, die bis in den September hinein bestehen blieben. Danach bewegten sich die Wassertemperaturen im Bereich der Mittelwerte, im frostarmen November auch um bis zu 1 K darüber. Dauerfrost führte nach Dezemberbeginn zu einer raschen Abkühlung und zur Eisbildung in Häfen, flachen und geschützt liegenden Gewässern entlang der Ostsee und der nordfriesischen Küste. Die Eisdicke erreichte vielfach bis zu 5 cm, in den östlichen Gebieten der Ostsee, wie am Kleinen Haff, bis zu 10 cm. Durch die einsetzende Milderung, schmolz das Eis, womit die Nordseeküste Ende der zweiten Monatsdekade und die Ostsee in der letzten Dezemberwoche wieder eisfrei wurde.

Abbildung 4: Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur Westliche Ostsee, GIF-Graphik: 27 KB

Abbildung 4: Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur

Das Windaufkommen war 2012 ähnlich hoch wie im Vorjahr. Wie Abbildung 5 zeigt, betrug das Jahresmittel des geostrophischen Windes* über der Deutschen Bucht 11,2 m/s (2011: 11,1 m/s), was 40 km/h entspricht. Es blieb damit weiterhin geringfügig unter dem 120-jährigen Mittel von 1880 bis 2009, das 11,6 m/s (41,8 km/h) beträgt. An 2 % der Tage lag die Windgeschwindigkeit über 27,8 m/s (100 km/h) und blieb damit ebenfalls knapp unterhalb des Mittelwertes der 98 % Perzentile.

Abbildung 5: Jahresmittel und 98% Perzentile des geostrophischen Windes über der Deutschen Bucht, GIF-Graphik: 45 KB

Abbildung 5: Jahresmittel und 98 % Perzentile des geostrophischen Windes über der Deutschen Bucht

Das Jahr begann mit einem stürmischen Januar. Sturm- und Orkantiefs zogen im Monatsverlauf über den Norden Europas und lösten in Küstengebieten verbreitet Sturmböen der Stärke Bft 9 bis 10, vereinzelt auch Bft 11, aus. Am 5. sorgte der Durchzug des Tiefs ANDREA auf den Nordseeinseln für Böen bis Orkanstärke (Bft 12) und eine leichte bis mittlere Sturmflut mit Wasserständen bis zu 1,40 m über dem mittleren Wasserstand am 6. Januar an der Ostsee. Auch in der 2. Februarhälfte traten vermehrt stürmische Winde auf, die in exponierten Lagen mit Böen bis Bft 10 oder 11 verbunden waren. Nachdem im Januar und Februar Winde aus westlichen Richtungen (SW bis NW) zu 60 % der Zeit wehten, hatten sie im März sogar einen Anteil von rund 70 %, was gegenüber dem vieljährigen Mittel eine Steigerung um 20 bis 25 % bedeutet (siehe Abbildung 6). Im Mai ging der Kaltlufteinbruch zu den Eisheiligen mit stürmischen Winden aus nördlichen Richtungen einher. Südliche Winde, die zu 40 bis 50 % der Zeit wehten, dominierten im Juni und Juli das Windaufkommen. In den Sommermonaten lösten vor allem Gewitter stürmische Böen aus. Diese erreichten z.B. am 18. Juni bis zu 56 Knoten, was Bft 11 entspricht. Aber auch sommerliche Tiefdruckgebiete bewirkten an der Nordsee Sturmböen, die vereinzelt Bft 10 entsprachen. Diese schweren Sturmböen wurden auch in den folgenden Monaten immer mal wieder verzeichnet. Dabei war im September der Anteil an Winden aus westlichen Richtungen (Südwest bis Nordwest) überdurchschnittlich hoch. Sie wehten zu 75 % der Zeit (vgl. Abbildung 6). Der November zeichnete sich durch einen Anstieg der Häufigkeit der ohnehin schon vorherrschenden südlichen Winde um 20 % aus. Kräftig waren sie in der ersten und letzten Monatsdekade vor allem an der Nordsee. Auf den Nordseeinseln löste das Sturmtief FRANZISKA am 25. sogar orkanartige Böen (Bft 11) aus. Im Dezember kamen die Winde zu mehr als der Hälfte der Zeit aus Ost bis Süd, während im vieljährigen Mittel Winde aus westlichen Richtungen (SW bis NW) solch einen hohen Anteil haben. Winde aus diesen Richtungen wehten aber nur zu einem Drittel der Zeit. Sturmböen bis hin zu schweren Sturmböen traten insbesondere um Weihnachten auf.

Abbildung 6: Windverteilungen an der Station Boltenhagen im März und auf Helgoland im September 2012 (rot) wie auch im Monatsmittel (CL/CR: Prozentualer Anteil der Windstillen vieljährig und 2012), GIF-Graphik: 16 KB

Abbildung 6: Windverteilungen an der Station Boltenhagen im März und auf Helgoland im September 2012 (rot) wie auch im Monatsmittel (CL/CR: Prozentualer Anteil der Windstillen vieljährig und 2012)

*Geostrophischer Wind: Der geostrophische Wind ist dem horizontalen Gradienten des auf Meeresniveau reduzierten Luftdrucks proportional und damit - wie der reale Wind - ein Maß für die atmosphärische Bewegung.

Dez.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für Dezember 2012

In diesem ersten Wintermonat war es an der deutschen Ostseeküste mit Monatsmitteltemperaturen, die sich zwischen etwa -0,5 °C im Osten und 1,5 °C im Westen bewegten, um bis zu 1,5 K kälter als im Mittel der Referenzperiode 1961 - 1990. Sowohl die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) als auch die der Eistage (Maximum der Lufttemperatur <0 °C) lag mit 14 bis 22 bzw. 5 bis 13 deutlich, d.h. um bis zu 5 bzw. 7 Tage, über dem Durchschnitt. Dauerfrost trat dabei vom 5. bis 14. sowie vom 21. bis 23. auf. In der vorherrschenden Kaltluft lösten Tiefdruckgebiete mit ihren Ausläufern zeitweise Schneefall aus. Besonders kalt war es dann über den schneebedeckten Böden bei nächtlichem Aufklaren unter Zwischenhocheinfluss. Dabei wurden am 8. gebietsweise Tiefsttemperaturen bis -13 °C registriert und am 13. Dezember bis -16 °C. Obwohl sich die Großwetterlage zur Monatmitte umstellte und von Südwesten her mildere Luftmassen herangeführt wurden, setzten sich diese an der Ostseeküste erst ab Weihnachten durch. Dabei waren die letzten Dezembertage mit Höchsttemperaturen zwischen 7 und 10 °C die wärmsten des Monats.

Im Dezember dominierten meist Tiefdruckgebiete das Wettergeschehen. Sie lösten vom 4. an zeitweise Schneefälle aus, die bis zur Monatsmitte durchweg zu einer geschlossenen Schneedecke führten. Regional wurden dabei maximale Schneehöhen zwischen 10 und 20 cm registriert. In Greifswald wurde für den 12. sogar eine Schneehöhe von 31 cm verzeichnet. Nach Monatsmitte taute der Schnee dann zunehmend ab, bevor am 22. erneuter Schneefall aufkam. Die Schneedecke hielt sich aber nicht über die gesamten Weihnachtsfeiertage. Insgesamt fielen im Monatsverlauf zwischen rund 35 bis 70 mm Niederschlag. Damit wurden die Monatsmittelwerte teilweise um bis zu 50 % überschritten, regional aber - vor allem von Rügen an ostwärts - um bis zu 15 % unterschritten.

Die Sonne ließ sich im Dezember nur an wenigen Tagen für mehr als 5 Stunden blicken. Meist war es trübe. Mit nur 20 bis 35 Sonnenstunden wurde das Soll verbreitet um 25 bis 45 % unterschritten. Für die deutsche Ostseeküste war es der zweite Monat in Folge mit einem teils deutlichen Sonnenscheindefizit.

Im Dezember trat, mit Ausnahme exponierter Lagen wie am Kap Arkona, selten stärkerer Wind auf. Der stürmischste Tag war der 27., an dem verbreitet Böen der Stärke Bft 8 bis 9 verzeichnet wurden.

Bis zum 10. Dezember bildete sich aufgrund der Kälte in einigen Häfen und flachen, geschützt liegenden Küstengewässern der deutschen Ostseeküste verbreitet Neueis. Im weiteren Monatsverlauf trat häufig dünnes Eis auf. In den östlichen Gebieten, wie beispielweise am Kleinen Haff, wo sich die Kälte am längsten hielt, gab es allerdings auch Eisdicken bis um 10 cm. Mit zunehmend milderen Temperaturen nahm das Eis in der letzten Dezemberwoche aber deutlich ab.

Nov.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für November 2012

Der letzte Herbstmonat fiel in diesem Jahr an der deutschen Ostseeküste mit Monatsmitteltemperaturen von meist 5 bis 7 °C um etwa 0,5 bis 1,5 K zu warm aus. In der ersten Monatshälfte lagen die Tageshöchsttemperaturen meist zwischen 7 und 12 °C. Danach blieben die Höchsttemperaturen unter dem Einfluss eines Hochdruckgebietes, das sich im Laufe der 2. Monatsdekade unter Verstärkung nach Osteuropa verlagerte und Nebel und Hochnebel auslöste, unter 10 °C. Am 16. und/oder 17. lagen sie gebietsweise nur bei 1 bis 4 °C. Insbesondere im Zeitraum vom 15. bis 19. November trat bei nächtlichem Aufklaren örtlich Luftfrost und bis zum 25. häufig leichter Frost in Bodennähe auf. Insgesamt blieb die Zahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) mit maximal 4 unter dem vieljährigen Mittel von bis zu 8 Tagen. Mit Annäherung von Kaltluft aus nördlichen Breiten wurde es in den letzten Novembertagen kontinuierlich kühler, so dass die Tageshöchstwerte der Temperatur am 29./30. verbreitet nur noch maximal 5 °C erreichten.

Wie an der Nordseeküste, so fiel der November auch an der Ostseeküste zu trocken aus. Die Monatsniederschläge von meist 20 bis 50 mm entsprachen 50 bis 80 % der Monatsmittel. Dabei war es vom 11. bis 21. unter vorherrschendem Hochdruckeinfluss fast durchweg niederschlagsfrei.

Bei einer Sonnenscheindauer von meist 40 bis 55 Stunden wurde das Soll um bis zu 30 % unterschritten. Gebietsweise ließ sich die Sonne allerdings noch seltener blicken, wie am Kleinen Haff, wo mit 30 Sonnenstunden (Ueckermünde) nur die Hälfte der üblichen Sonnenscheindauer verzeichnet wurde.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen trat im November nur selten auf. Nur vereinzelt gab es Böen, die Bft 8, am Kap Arkona auch Bft 9, entsprachen.

Okt.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für Oktober 2012

Die Monatsmitteltemperaturen lagen im Oktober bei rund 9 bis 10 °C und somit im Bereich der Mittelwerte des Referenzzeitraums 1961 - 1990. Zu Beginn des Monats herrschte milde Witterung mit Höchsttemperaturen von 15 bis knapp 20 °C. Eine rege Tiefdrucktätigkeit über Nordeuropa sorgte dann bis um die Monatsmitte für die Zufuhr frischerer Meeresluft, wobei am Tage meist nur noch Temperaturen von 10 bis 15 °C erreicht wurden. Die nächtlichen Tiefstwerte sanken in den einstelligen Bereich. Insbesondere um den 12. gab es örtlich Frost in Bodennähe und vereinzelt Luftfrost. Zum 18. stellte sich die Wetterlage um. Mit einer südlichen Strömung wurden nun subtropische Luftmassen nach Mitteleuropa herangeführt, in der die Temperaturen bis zum 20. gebietsweise auf Werte bis um 21 °C anstiegen. Doch schon am 21. wurden bei Nebel und Hochnebel nur noch maximal 14 °C registriert. Dabei bewegten sich die nächtlichen Tiefsttemperaturen vom 18. bis 24. meist wieder im zweistelligen Bereich. Mit Zufuhr polarer Kaltluft aus nördlichen Richtungen gab es am 26. einen Kaltlufteinbruch. Die Höchsttemperaturen erreichten nur noch 6 bis 8 °C. Nachts trat gebietsweise Luftfrost auf und in Bodennähe gab es verbreitet leichten bis mäßigen Frost. Gegen Monatsende setzte sich dann eine westliche Strömung durch, die meist aber nur einen geringen Temperaturanstieg bewirkte.

Die Niederschlaghöhen beliefen sich auf meist 40 bis 70 mm. Dabei fiel der Oktober an der westlichen deutschen Ostseeküste verbreitet etwas zu trocken aus, während es nach Osten zu geringe Überschüsse um 20 bis 30 % gab. Insbesondere am 4./5. sowie am 12. wurden gebietsweise Tagesniederschläge zwischen 10 und 15 mm registriert, in Greifswald am 4. sogar 21 mm.

Die Sonne ließ sich vielerorts an 110 bis 140 Stunden blicken, wobei der östliche Küstenbereich die meisten Sonnenstunden aufwies. Damit wurde das Soll um bis zu 30 % überschritten.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen wehte vor allem vom 5. bis 9. sowie am 25./26. Oktober. Der stürmischste Tag war dabei der 5., als ein Tief von den Britischen Inseln über den Norden Deutschlands Richtung Baltikum zog und dabei verbreitet Böen der Stärke 9, in exponierten Lagen auch bis 10 Bft hervorrief.

Sep.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für September 2012

Der erste Herbstmonat fiel an der deutschen Ostseeküste mit Monatsmitteltemperaturen von 13,5 bis 14,5 °C meist um bis zu 1 K wärmer aus als im Mittel der Referenzperiode 1961 - 1990. Im Laufe des Monats gab es einen Wechsel von wärmeren und kühleren Phasen. Dabei kletterten die Temperaturen insbesondere bis zum 11. unter vorwiegendem Hochdruckeinfluss zeitweise auf über 20 °C. Am 10. wurde ein Sommertag (Maximum der Lufttemperatur >=25 °C) mit Temperaturen bis zu knapp 30 °C registriert. Dann folgte mit Durchzug einer Kaltfront am 11. September von Westen her ein Temperatursturz. Nur an der östlichen Ostseeküste gab es einen weiteren Sommertag mit Tageshöchsttemperaturen von rund 28 °C. Ansonsten lagen die Temperaturmaxima am 11. um rund 6 bis 8 K niedriger als am Vortag. Am 12. wurden dann nur noch Höchstwerte von etwa 16 bis 18 °C verzeichnet. Bis Ende des Monats überwog kühle Witterung. Die Temperaturen blieben meist unter 18 °C. Die 20-Grad-Marke wurde nur noch gebietsweise vom 16. bis 18. sowie am 26. überschritten. Die nächtlichen Tiefstwerte sanken insbesondere im Zeitraum vom 19. bis 24. verbreitet in den einstelligen Bereich ab.

Der September fiel an der deutschen Ostseeküste fast durchweg zu trocken aus. Die monatlichen Niederschlagshöhen von meist 20 bis 50 mm entsprachen Defiziten bis zu 60 %. Nur stellenweise fielen bis zu 70 mm und damit bis zu 10 % mehr Niederschlag als üblich. Tagesniederschlagshöhen von mehr als 10 mm kamen zwar selten vor, fielen jedoch beispielsweise am 24./25., als die Ausläufer von Sturmtief KARIN den Küstenraum überquerten.

Die Sonnenscheindauer, die von Westen nach Osten hin zunahm, betrug meist 120 bis 185 Stunden. Das entsprach etwa 80 bis 110 % des Solls.

Im September wurden nur selten Böen der Stärke Bft 8 bis 9 registriert. Meist traten diese in exponierten Lagen wie auf Fehmarn oder am Kap Arkona auf.

Aug.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für August 2012

Die Witterung im August war geprägt von häufigem Hochdruckeinfluss. Bei Monatsmitteltemperaturen, die sich zwischen 17 und 18 °C bewegten, war es um rund 1 K wärmer als im Mittel der Referenzperiode 1961 - 1990. Die Tageshöchstwerte der Temperatur lagen vielfach bei mehr als 20 °C. Die Anzahl der Sommertage (Maximum der Temperatur >=25 °C), von denen 3 bis 4 verzeichnet wurden, wich meist nur um ±2 Tage von den vieljährigen Mittelwerten ab. Am 2. August wurde verbreitet der erste Sommertag des Monats registriert. Südlich von Rügen gab es mit knapp über 30 °C sogar einen heißen Tag (Maximum der Temperatur >=30 °C). Noch wärmer wurde es zwischen dem 18. und 20. August, an denen die Tageshöchstwerte fast durchweg bei rund 27 bis 34 °C lagen und vereinzelt auch Tropennächte auftraten. Die kältesten Tage des Monats waren dagegen der 10. sowie der 31., an denen die Tageshöchsttemperaturen meist nicht über 19 °C anstiegen.

Tiefausläufer sowie Konvergenzlinien führten im Laufe des Monats zu teils gewittrigen Schauern. Örtlich ergaben sich dabei Tagesniederschlagshöhen zwischen 10 und 26 mm. Für den gesamten August lagen die Niederschlagshöhen verbreitet zwischen 35 und 65 mm. Während es in einigen Regionen mit Defiziten bis 60 % zu trocken war, fiel in anderen Regionen bis zu 25 % mehr Niederschlag als üblich.

Nach dem eher trüben Juli, wurde mit 200 bis 260 Sonnenstunden im August das Soll vielfach erreicht. Nur im östlichen Teil der deutschen Ostseeküste trat die Sonne seltener in Erscheinung als üblich.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen, die maximal eine Stärke von Bft 9 erreichten, wehte im August nur selten.

Juli
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für Juli 2012

Nach dem zu kühlen Juni wurden im Juli wieder überdurchschnittliche Temperaturen verzeichnet. Mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 16 und 18 °C war es aber meist nur um bis zu 0,5 K wärmer als im Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990. Lediglich im äußersten Osten wurden höhere Abweichungen von bis zu 1 K registriert. Die Anzahl der Sommertage (Maximum der Lufttemperatur >=25 °C), die sich zwischen 1 Tag an den Steilküsten und 8 am Kleinen Haff bewegte, wich meist nur um ±2 Tage von den vieljährigen Mittelwerten ab. Bis zum 22. herrschte wechselhaftes Wetter vor. Dabei lagen die Höchsttemperaturen anfangs noch um 20 °C, an einigen wenigen Tagen auch um 25 °C. Ab dem 12. war es kühl. Die Temperaturen stiegen nur noch selten auf 20 °C an. Nachts kühlte es auf Werte um meist 10 bis 15 °C ab. Vom 23. an folgte eine hochsommerliche Witterungsphase, in der Tagesmaxima bis knapp über 30 °C gemessen wurden. Sie hielt bis zum 28. an. Dann sorgte der Durchzug einer Kaltfront für Abkühlung. Die Tageshöchstwerte lagen Ende Juli nur noch bei rund 17 bis 22 °C.

Der Juli gestaltete sich wechselhaft mit Schauern und Gewittern. Lediglich vom 22. bis 26. blieb es unter Hochdruckeinfluss durchweg trocken. Insgesamt gab es mit Monatsniederschlägen von meist 70 bis 110 mm ein Niederschlagsplus von 20 bis 50 %. Am Kleinen Haffs fiel sogar mehr als das Doppelte des vieljährigen Mittels. Teilweise brachten die Niederschläge 10 bis 20 mm am Tag, vereinzelt auch 20 bis 30 mm. Deutlich trockener war es im zentralen Bereich der südlichen Ostsee (Raum Rostock), in dem mit Monatsniederschlägen von teilweise nur 50 mm auch Defizite von rund 30 % verzeichnet wurden.

Mit etwa 190 bis 235 Sonnenstunden wurde auch in diesem zweiten Sommermonat das Soll meist nicht erreicht, sondern um bis zu 20 % unterschritten.

Kräftiger Wind war selten. Nur vereinzelt wurden stürmische Böen bis Bft 9 verzeichnet.

Juni
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für Juni 2012

Im Juni setzte sich das überdurchschnittliche Temperaturniveau der vorangegangenen Monate nicht fort - die Monatsmitteltemperaturen zwischen 13,5 und 15,5 °C lagen um bis zu 1 K unter den Mittelwerten der Referenzperiode 1961 - 1990. Am kühlsten war es zu Monatsbeginn, als mit nordwestlichen Winden Kaltluft polaren Ursprungs herangeführt wurde. Am 3. Juni, dem kältesten Tag, erreichten die Höchsttemperaturen sogar nur 12,5 bis 14 °C. Die Zufuhr wärmerer Luft auf der Vorderseite eines Tiefs über den Britischen Inseln führte am 8. Juni zu Höchstwerten von 20 bis 25 °C. Nachfolgend lagen die höchsten Temperaturen meist unter 20 °C, östlich von Rügen leicht darüber. Zur Monatsmitte hob das Temperaturniveau bei vorherrschend südwestlichen Winden dann auf Werte um 20 °C an, bevor am 18. auf der Vorderseite des sehr rasch nordostwärts ziehenden Tiefs HEIDI und hoher Einstrahlung Höchstwerte um 25 °C, östlich von Rügen sogar von 30 bis 32 °C erreicht wurden. Damit wurde hier der einzige heiße Tag des Monats verzeichnet. Nach Durchzug der Kaltfront von Tief HEIDI, die schwere Unwetter auslöste, herrschten nur noch Höchstwerte von 17 bis 21 °C. Unter nachfolgendem Hochdruckeinfluss erwärmte es sich bis zum 23. geringfügig. Danach gelangte recht kühle Meeresluft in die Küstengebiete. Die Temperaturen gingen wieder zurück, bevor es zum Monatsende bei Zufuhr subtropischer Warmluft wieder sommerlich warm wurde. Die Höchstwerte erreichten vielfach um 25 °C, am Stettiner Haff bis knapp 30 °C. Insgesamt wurden im Monatsverlauf bis zu 3 Sommertage verzeichnet. Das war bis zu ein Tag weniger als im vieljährigen Mittel.

Entlang der westlichen Ostsee fielen rund 60 bis 110 mm Niederschlag, womit die Mittelwerte um bis zu 90 % überschritten wurden. Dagegen gab es an der vorpommerschen Küste meist nur 50 bis 60 mm Niederschlag und damit bis zu 10 % weniger Regen als üblich. Besonders starke Regenfälle von vielfach 20 bis 25 mm wurden am 24. Juni registriert, als das Tief KATARZYNA von der Nordsee nach Südschweden zog. Aber auch Gewitter lösten Starkniederschläge aus, wie am 18., als auf Rügen örtlich mehr als 30 mm fielen. Sturmböen, Starkregen und auch Hagel führten zu Überschwemmungen und weiteren Schäden.

An der deutschen Ostseeküste schien die Sonne weniger, als es normalerweise der Fall ist. Die durchschnittliche Sonnenscheindauer wurde mit 150 bis 240 Sonnenstunden um 10 bis 40 % unterschritten. Am sonnenscheinreichsten waren der Beginn des Monats sowie der 21. Juni, stellenweise mit einer Sonnenscheindauer von bis zu knapp 15 Stunden.

Kräftiger Wind wehte am Monatsanfang sowie vom 24. bis zum 26. Juni. Gebietsweise erreichten die Böen Sturmstärke. Die stärksten Böen wurden am 18. Juni durch schwere Gewitter ausgelöst. Sie erreichten bis zu 56 Knoten, was Bft 11 entspricht.

Mai
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für Mai 2012

Im Mai setzte sich das überdurchschnittliche Temperaturniveau der beiden vorangegangenen Frühlingsmonate fort. Die Monatsmitteltemperaturen von rund 10 bis 13 °C lagen dabei um bis zu 1,5 K über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1961 - 1990. Im ersten Maidrittel herrschte Hochdruckeinfluss vor. Kam der Wind von See, blieb es dabei recht kühl. Vom 5. bis 7. lagen die Tageshöchsttemperaturen nur bei 9 bis 12 °C. Die Zufuhr warmer Luftmassen aus Südwesten ließ die Temperaturen vom 9. bis 11. dann kurzzeitig auf Werte bis um 24 °C ansteigen. Doch zu den Eisheiligen (11. - 15. Mai) bewirkte vom 11. zum 12. Mai die Zufuhr von Meeresluft polaren Ursprungs einen Temperatursturz um rund 10 K. In den Folgenächten trat gebietsweise leichter Frost in Bodennähe auf. In der dritten Monatsdekade war es dann wieder wärmer, wobei die Tageshöchstwerte bis zum 28. gebietsweise mehr als 20 °C erreichten. Am 20. und 21. wurden örtlich auch Sommertage (Höchsttemperatur >=25 °C) registriert. Erst am 29. beendete der Durchzug einer Kaltfont diesen Witterungsabschnitt.

Der Mai fiel an der deutschen Ostseeküste allgemein zu trocken aus. Die Niederschlagshöhen von 10 bis 35 mm entsprachen meist nur 20 bis 60 % des vieljährigen Monatsmittels, wobei die größten Defizite im Osten verzeichnet wurden. Den Großteil des Niederschlags brachten am 9./10. die Ausläufer eines Tief, welches von der nördlichen Nordsee Richtung Nordskandinavien zog.

Der Mai war etwas sonnenscheinreicher als üblich. Mit rund 235 bis 290 Sonnenstunden wurde das Soll um bis zu 15 % überschritten. Die sonnenscheinreichsten Tage waren der 24. und 25. Mai, als die Sonne unter Hochdruckeinfluss 14 bis 16 Stunden lang schien.

Kräftiger Wind war im Mai selten. Am stürmischsten war es am 12., an dem verbreitet Böen der Stärke 8 bis 9 Bft registriert wurden.

Apr.
2012

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Witterungsbericht für April 2012

Der April zeigte sich wechselhaft mit kalter bis sehr milder Witterung. Im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 war es nach dem deutlich zu warmen März (mit Anomalien um etwa 2,5 bis 3,5 K) nun mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 6 und 8 °C nur noch um 0,5 bis 1,5 K zu warm. Die Anzahl der Frosttage schwankte weitgehend um ±2 Tage um die Durchschnittswerte, welche bei meist 2 bis 6 Tagen liegen. Bis zum 9. April war es bei Tageshöchsttemperaturen von fast durchweg unter 10 °C sehr kühl. Leichter bis mäßiger Luftfrost trat noch bis zur Monatsmitte auf, wobei die Nacht zum 6., in der Tiefstwerte bis um -7 °C registriert wurden, die kälteste war. Ab dem 18. wurde es milder. Luftfrost trat nicht mehr auf. Die Höchsttemperaturen erreichten zeitweise 13 bis 20 °C, wobei es am 26. und 27. unter Zufuhr von Warmluft aus dem Süden am wärmsten war.

Das unbeständige Wetter hatte einen Wechsel von trockenen und niederschlagsreicheren Tagen zur Folge. Dabei wurden vereinzelt auch Tagesniederschlagshöhen von 10 bis 20 mm erreicht. Insgesamt betrug die Niederschlaghöhe im April etwa 25 bis 50 mm. Dies entsprach einerseits Defiziten von bis zu 35 %, andererseits Überschüssen bis zu 30 %.

Die Sonne ließ sich im April zwischen 140 bis 200 Stunden blicken, wobei sie im Osten am längsten schien. Das Soll wurde meist nicht erreicht, sondern um bis zu 20 % unterschritten. Nur örtlich wurde ein Plus von 10 % registriert.

Kräftiger Wind wehte vor allem am Anfang des Monats, als ein Tief, welches vom südlichen Europäischen Nordmeer über Südskandinavien Richtung nördliche Ostsee zog, für Böen der Stärke 8 und 9 Bft sorgte.

März
2012

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Witterungsbericht für März 2012

Die jahreszeitliche Erwärmung im März schritt bei überwiegendem Hochdruckeinfluss wesentlich schneller voran als üblich. Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich zwischen 4,5 und 6,5 °C und lagen somit um etwa 2,5 bis 3,5 K über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 - 1990. Nächtlicher Luftfrost (Minimum der Temperatur <0 °C), der im März durchschnittlich an 10 bis 14 Tagen registriert wird, trat im betrachteten Monat nur an 2 bis 8 Tagen auf. Leichten bis mäßigen Frost in Bodennähe gab es dagegen häufiger. Während die Tageshöchsttemperaturen in der ersten Monatshälfte bei meist unter 10 °C blieben, lagen sie in der zweiten Monatshälfte meist im 2-stelligen Bereich. Am wärmsten war es am 16., als die Tageshöchstwerte bei Warmluftadvektion und viel Sonnenschein auf sehr milde 14 bis knapp 18 °C anstiegen.

Der März fiel an der deutschen Ostseeküste extrem trocken aus. Mit Niederschlagshöhen zwischen 6 und 16 mm ergaben sich Defizite von 55 bis 85 %. Den meisten Niederschlag erhielten dabei die Regionen im Osten, von Rügen bis zum Kleinen Haff. Vielfach war dieser März an der deutschen Ostseeküste noch trockener als der März 1996 und damit der trockenste März seit Aufzeichnungsbeginn 1947.

Im März lag die Sonnenscheindauer an der deutschen Ostseeküste zwischen etwa 140 und 170 Stunden (Kap Arkona 185 Stunden), wobei sich die Sonne im Osten etwas länger blicken ließ. Das Soll wurde damit um meist 25 bis 45 % überschritten (Kap Arkona 60 %). Die beiden sonnigsten Tage mit verbreitet um 11 Sonnenstunden waren der 22. und 23. März.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen wehte im März nur selten. Sturmböen der Stärke 9 Bft traten insbesondere am 28. und 31. auf.

Feb.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für Februar 2012

Nach den beiden vorangegangenen zu milden Wintermonaten führte die extreme Kälte der ersten Februarhälfte nun zu Monatsmitteltemperaturen, die mit Werten zwischen meist -1 und 0 °C um bis zu 1 K unter dem vieljährigen Mittel lagen. Noch kälter war es am Stettiner Haff. Die Monatsmitteltemperatur in Ueckermünde lag mit -2,3 °C um 2,1 K unter dem Durchschnitt. Die hochwinterliche Witterungsphase, die in den letzten Januartagen eingesetzt hatte, setzte sich im Februar zunächst fort. Bei Zufuhr von kalter russischer Festlandluft aus Nordosten herrschte an der deutschen Ostseeküste bis zum 11. fast durchweg Dauerfrost, am 12. und 13. noch gebietsweise. Damit gab es 3 bis 6 Eistage (Maximum der Temperatur <0 °C) mehr als im Mittel des Referenzzeitraums 1961 - 1990. Die Anzahl der meist 16 bis 19 Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) lag dagegen im Durchschnitt. Ihren Höhepunkt erreichte die Kältewelle am 6., als die Tageshöchsttemperaturen nur auf Werte zwischen rund -11 und -7 °C stiegen. Die Tiefstwerte der nächtlichen Lufttemperaturen um den 6. bewegten sich meist zwischen -10 und -24 °C. In Ueckermünde wurde am 6. ein Tiefstwert von -28,7 °C registriert, womit sich ein neuer Stationsrekord in der seit 1947 bestehenden Beobachtungsreihe ergab (bisheriger Rekordwert: -28,2 °C am 15.2.1956). Am 7. sanken im östlichen Teil der deutschen Ostseeküste die Temperaturen in Bodennähe sogar auf -29 bis -32 °C. Zur Monatsmitte stellte sich die Wetterlage dann um. Atlantische Tiefdruckgebiete führten mildere Luftmassen heran. Die Tagestemperaturen lagen in der zweiten Monatshälfte weitgehend zwischen 3 und 11 °C. Nachts sanken die Lufttemperaturen nur noch selten unter den Gefrierpunkt.

Im Februar lagen die Monatsniederschläge entlang der deutschen Ostseeküste bei etwa 15 bis 30 mm. Im Osten ergab sich damit ein Überschuss von rund 30 %, während im Westen gebietsweise nur die Hälfte der sonst üblichen Niederschlagshöhe erreicht wurde. Vor allem während der kalten Witterungsphase in der ersten Monatshälfte führten die, wenn auch geringen, Tagesniederschläge verbreitet zu einer geschlossenen Schneedecke mit maximalen Höhen bis um 10 cm. Für einen deutlichen Zuwachs der Schneehöhe sorgte u.a. das Tief KATARZYNA, welches am 2. über der noch relativ warmen Ostsee entstanden war und für gebietsweise kräftige Schneeschauer sorgte. Bemerkenswert an KATARZYNA war der für ein Tief ungewöhnlich hohe Luftdruck von 1035 hPa.

Mit etwa 65 bis 90 Sonnenstunden wurde das Soll im Februar um bis zu 35 % überschritten.

Stürmischer Wind mit Böen der Stärke 8 bis 9 Bft wehte vor allem am 9. Februar, am 14./15. sowie in der letzten Monatsdekade. Am Kap Arkona auf Rügen traten dabei auch Böen auf, die der Stärke 10 bis 11 Bft entsprachen.

Aufgrund der kalten Witterung der Vortage trat am 1. Februar in einigen Häfen und geschützt liegenden Buchten sowie inneren Küstengewässern schon verbreitet dünnes Eis und Neueis auf. Bereits am 2. wurden aus den Boddengewässern im Osten Eisdicken von bis zu 15 cm gemeldet. Allmählich nahm die Eisdicke auch in der westlichen Ostsee zu. Am 6. hatte die Eisdicke dort schon bis zu 15 cm erreicht, während es im Osten nun bis zu 20 cm dick war. Selbst an der Außenküste von Usedom und in der Pommerschen Bucht kam in den folgenden Tagen bis zu 15 cm dickes Eis vor. Bis Monatsmitte nahmen die Eisdicken an der westlichen Ostseeküste auf bis zu 20 cm, im Osten auf bis zu 30 cm zu. Durch das Eis war die Schifffahrt behindert. Mit Umstellung der Wetterlage und milderen Temperaturen schmolz das Eis langsam ab. Am längsten hielt es sich in den östlichen Küstengebieten. So kam am 24. im Nordosten des Greifswalder Boddens und am Kleinen Haff noch Eis mit Dicken von 5 bis 15 cm vor, welches in den folgenden Tagen aber ebenfalls abschmolz. Am Monatsende war es weitgehend eisfrei.

Jan.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Januar 2012

Dem erheblich zu milden Dezember folgte ein ebenfalls zu milder Januar. Die Monatsmitteltemperaturen lagen meist zwischen 2 und 3 °C und damit um 2 bis 3 K über den Mittelwerten der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. Bis zur Monatsmitte blieb es bei Tageshöchsttemperaturen von meist 5 bis 9 °C mild. Am Monatsanfang wurden sogar Werte bis um 11 °C registriert. Ein Vorstoß kalter Polarluft zur Monatsmitte brachte dann einen Rückgang der Temperaturen. Die Tagestemperaturen erreichten nur noch selten Werte über 5 °C. In den Nächten trat vermehrt Frost in Bodennähe auf. Gegen Monatsende macht sich allmählich die Annäherung kalter russischer Festlandsluft bemerkbar. Ab dem 24. sanken die nächtlichen Tiefstwerte verbreitet unter 0 °C und erreichten am 31. im Bereich des Stettiner Haffs bis um -9 °C. Ab dem 27. herrschte Dauerfrost, wobei die Tagestemperaturen nur auf maximal -4 bis 0 °C anstiegen. Trotz der zuletzt kalten Witterung blieb die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) aber um etwa 9 unter dem vieljährigen Durchschnitt von meist 18 bis 20. Auch Eistage (Maximum der Lufttemperatur <0 °C) traten gebietsweise nur halb so häufig auf wie im Mittel.

Im Januar blieb es weiterhin zu nass. Mit Monatsniederschlägen von meist 50 bis 90 mm fielen 25 bis 65 % mehr als im vieljährigen Mittel. Sturm- und Orkantiefs, die über den Norden Europas zogen, führten bis Anfang der letzten Monatsdekade immer wieder feuchte Luftmassen heran. Vor allem am Monatsanfang wurden örtlich Tagesniederschläge von 10 bis 20 mm registriert. Gegen Monatsende blieb es unter zunehmendem Hochdruckeinfluss vor allem im östlichen Teil der deutschen Ostseeküste verbreitet niederschlagsfrei. Richtung Westen bildete sich bei kalter Witterung dagegen eine geschlossene Schneedecke von bis zu 5 cm Höhe.

Der Januar verlief wesentlich sonnenscheinreicher als der Vormonat. Mit 50 bis 80 Sonnenstunden wurde das Soll um rund 20 bis 110 % überschritten. Am längsten ließ sich die Sonne an den letzten beiden Januartagen sehen, an denen verbreitet 7 bis 8 Sonnenstunden pro Tag registriert wurden.

Im Januar führten die beiden Orkantiefs ULLI und ANDREA (vom 3. bis 5.) sowie das Sturmtief ELFRIEDE (am 12./13.) zu Sturmböen bis Bft 10. Am 3. traten auf Fehmarn auch orkanartige Sturmböen (Bft 11) auf. Ansonsten war es im Januar aber weniger stürmisch.

Bedingt durch die Zufuhr kalter Festlandsluft aus Russland kam ab dem 26. zunächst in einigen geschützt liegenden und flachen inneren Küstengewässern, später auch in einigen Häfen, Neueis und dünnes Eis vor. Die größte Ausdehnung von Neueis wurde dabei in den östlichen Gebieten verzeichnet.

2011

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg - Christiana Lefebvre

(http://www.dwd.de/)

Die Witterung im Jahr 2011 an Nord- und Ostsee

(Bericht des Deutschen Wetterdienstes, DWD, C. Lefebvre)

Das Jahr 2011 brachte nach dem kalten Vorjahr wieder überdurchschnittliche Temperaturen. Die Jahresmitteltemperaturen bewegten sich an Nord- und Ostsee mit Werten zwischen 8,8 °C am Kap Arkona/Rügen und 10,2 °C an der Wesermündung um rund 1 K über dem Mittel des Referenzzeitraums 1961 - 1990. Das Jahr war geprägt durch einen winterlichen Beginn mit Eis und Schnee, einen warmen, sonnenscheinreichen und sehr trockenen Frühling, einen sonnenscheinarmen und niederschlagsreichen Sommer und einen niederschlagsarmen Herbst, wobei besonders der November außergewöhnlich trocken war.

Die überdurchschnittliche Wärme war verbunden mit einer herabgesetzten Anzahl an Tagen mit Luftfrost (Minimumtemperatur unter 0 °C) und Dauerfrost (Eistage, Maximumtemperatur unter 0 °C), während die Zahl der Sommertage (Maximumtemperatur mindestens 25 °C) und heißen Tage (Maximumtemperatur mindestens 30 °C) überwiegend im Bereich der Mittelwerte lag. Die Zahl der Frosttage bewegte sich an der Nordsee meist zwischen 40 und 50, an der Ostsee zwischen 50 und 60, am Stettiner Haff um 80 und betrug auf der Hochseeinsel Helgoland 28. Das waren meist um 10 bis 15 Tage, auf den Ostseeinseln knapp 20 Tage weniger als im Durchschnitt. Dauerfrost herrschte an der Nordsee an 8 bis 11 Tagen, an der Ostsee meist an 15 bis 17 Tagen. Damit wurden die Mittelwerte um bis zu 11 Tage unterschritten. Mehr Eistage als gewöhnlich wurden jedoch am Kap Arkona registriert (24 statt im Mittel 21 Tage), wo sich eine Kältewelle im Februar stärker auswirkte als im übrigen Gebiet. Dauerfrost gab es von Januar bis März, aber nicht zum Jahresende. Von Mai bis Oktober wurden bis zu 16, am Stettiner Haff 21 Sommertage verzeichnet, von denen maximal ein, vereinzelt zwei Tage im Juni mit Höchstwerten von 30 bis 32 °C auch heiße Tage waren. Abgesehen davon, dass 2009 an der Ostsee mehr Sommertage auftraten, lag die Zahl der Eis-, Frost-, Sommer- und heißen Tage im Bereich derjenigen des Jahres 2009, das ebenfalls um 1 K zu warm ausfiel.

Der Jahresgang der Temperatur, der in Abbildung 1 am Beispiel von Helgoland und Kap Arkona dargestellt ist, war 2011 weniger stark ausgeprägt wie 2010. Im Vergleich zu den Mittelwerten der Referenzperiode waren Frühling, Herbst und Dezember zu warm, während sich die Temperaturen der Sommermonate Juli und August etwa im Bereich der vieljährigen Mittel bewegten.

Nach dem eisigen Dezember 2010 begann das Jahr winterlich kalt mit Eis und Schnee. Mildere Witterungsphasen, in denen der Schnee abschmolz und Kaltlufteinbrüche mit Schneefall wechselten sich bis in den März hinein ab, in dem es noch bis zu rund 10 Tage mit nächtlichem Luftfrost und bis zu 2 Tage mit Dauerfrost gab. Erst mit Frühlingsanfang am 21. März erreichten die Temperaturen am Tage vermehrt den zweistelligen Bereich. Nach dem vielfach leicht zu kühlen Februar fiel der März um rund 0,5 K zu mild aus. Ähnlich wie in den Jahren 2007 und 2009 setzte auch im April 2011 bei vorherrschendem Hochdruckeinfluss eine kräftige Erwärmung ein, die ihn zu einem der drei wärmsten Aprilmonate seit Aufzeichnungsbeginn machte. Die Monatsmitteltemperaturen lagen mit 8 bis 12 °C um 3 bis  K über dem vieljährigen Mittel. Dabei war der April sehr sonnenscheinreich und trocken. Im Mai setzte sich diese vorsommerliche Witterung fort. In der Zeit vom 7. bis 10. Mai wurde verbreitet der erste Sommertag registriert. Insgesamt gab es in diesem Monat bis zu 4 (am Stettiner Haff 5) Sommertage. Ein Kaltlufteinbruch zu den Eisheiligen fiel aus. Mit 11 bis 14 °C war der Mai um 1 bis 2 K zu warm und wiederum zu trocken. Im Juni sorgten atlantische Tiefdruckgebiete mit ihren Ausläufern und Zwischenhocheinfluss für einen insgesamt wechselhaften Witterungscharakter, der den gesamten Sommer über bestehen blieb. Bei Zufuhr subtropischer Luftmassen wurden am 5./6. und vom 27. bis 29. Juni weitere Sommertage und regional auch die einzigen heißen Tage des Jahres verzeichnet. Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich in allen drei Sommermonaten überwiegend bei 16 bis 17 °C, womit Juni und August bis zu rund K zu warm ausfielen. Dabei regnete es in allen drei Monaten deutlich mehr als gewöhnlich. Im September setzte sich zunächst der wechselhafte Witterungscharakter der Vormonate fort. Die höchsten Temperaturen verursachte am 3./4. September der ehemalige Hurrikan IRENE, der der Ostküste der USA und insbesondere auch New York im August Starkniederschläge und schwere Überschwemmungen gebracht hatte. Im deutschen Küstenraum rief er aber weder Sturm noch Regen hervor, sondern führte mit südlichen bis westlichen Winden subtropische Luftmassen heran, in der die Temperaturen bei ablandigem Wind bis auf 27 °C anstiegen.
Zum Herbstanfang am 23. setzte sich Hochdruckeinfluss durch, der für einen schönen Altweibersommer mit viel Sonnenschein sorgte. Insgesamt fiel der September mit Monatsmitteltemperaturen von rund 15 bis 16 °C um 1 bis 2 K zu warm aus. Vom 30. September bis zum 2. Oktober gab es bei Temperaturen bis 26 °C noch einmal Sommertage, die für Oktober neue Rekordwerte der Maximumtemperatur bedeuteten. In der ersten Oktoberhälfte gingen die Temperaturen dann rasch zurück. Mit Mitteltemperaturen bei 10 bei 12 °C war der Oktober um bis zu K zu mild. Der November zeichnete sich vor allem durch extreme Trockenheit aus. Bis in die 4. Novemberwoche hinein herrschte Hochdruckeinfluss. An den Küsten trat verbreitet in bis zu 6 Nächten, regional in bis zu 13 Nächten Luftfrost auf. Mit Mitteltemperaturen zwischen 4 °C am Stettiner Haff und 8 °C auf Helgoland fiel dieser Monat ebenfalls um bis zu 1 K zu mild aus. Kaum kühler war der Dezember. Die Monatsmitteltemperaturen lagen bei 4 bis 6 °C und damit um 2 bis 3 K über dem Durchschnitt. Die Ursache für die milde Witterung waren stark ausgeprägte Tiefdruckgebiete, die im Laufe des Monats über den Norden Europas zogen und dabei relativ milde maritime Luftmassen in die Küstengebiete transportierten. An der Nordsee gab es in den Nächten nicht einmal Luftfrost. An der Ostsee wurden bis zu 4 Frosttage verzeichnet, womit die Mittelwerte - wie an der Nordsee - um bis zu 10 bis 13 Tage unterschritten wurden. Im Vergleich dazu war der schneereiche Dezember des Vorjahres um rund 7 bis 9 K kälter. Den letzten noch milderen Dezember gab es im Jahr 2006, als die Monatsmitteltemperaturen in den deutschen Küstengebieten um rund 4 bis 5 K über dem Mittel lagen.

Abbildung 1a: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur Helgoland, GIF-Graphik: 19 KB
Abbildung 1b: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur Kap Arkona, GIF-Graphik: 20 KB

Abbildung 1: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur (Helgoland, Kap Arkona)

Gewöhnlich fällt an der Ostsee weniger Niederschlag als an der Nordsee. In diesem Jahr wiesen die Niederschlagshöhen jedoch keine Unterschiede auf. In beiden Räumen fielen im Jahresverlauf zwischen rund 660 und 860 mm, im Raum Rostock-Warnemünde sogar 955 mm. Damit bewegten sich die Niederschläge an der Nordsee im Bereich der vieljährigen Mittelwerte (±10 %) während es an der Ostsee verbreitet Überschüsse von 20 bis 40 % gab, örtlich auch bis zu 60 %. Ähnliche Abweichungen wurden schon im Vorjahr verzeichnet. Dabei war an der Nordsee die Zahl der Niederschlagstage, an denen mindestens 1 mm fiel, meist um bis zu rund 15 Tage geringer war als im Mittel, an der Ostsee dagegen um bis zu 8 Tage höher. Hervorzuheben ist, dass sich die Zahl der Tage mit Starkniederschlägen von mindestens 10 mm pro Tag um bis zu rund 10 Tage über dem Durchschnitt bewegte. Ein Ansteigen der Starkniederschläge stimmt mit den Merkmalen des Klimawandels überein und war schon im Vorjahr zu beobachten.

Wie Abbildung 2 zeigt, wich der Jahresgang des Niederschlags deutlich von den mittleren Verhältnissen ab. Insgesamt war der Zeitraum von Januar bis Mai zu trocken. Es fielen verbreitet nur 120 bis 170 mm und damit meist 60 bis 70 % des gewöhnlichen Niederschlags. Nur am Stettiner Haff lagen die Niederschläge mit 190 mm im Bereich der Mittelwerte. Während im Februar und Mai das Niederschlagsaufkommen regional sehr unterschiedlich war, fielen März und April vor allem an der Nordsee deutlich zu trocken aus. Im April blieben hier die Niederschläge unter 10 mm, was Defizite von 80 bis 90 % bedeutete. Nur der April 2007 war hier noch trockener. An der Ostsee brachten März und April verbreitet jeweils 10 bis 30 mm Niederschlag. Diese Trockenheit wurde im Sommer beendet. Verbreitet fielen rund 300 bis 430 mm, das war etwa das 1,5- bis 2,5-fache der Jahreszeitenmittel. Rund um den Darß wurde sogar mit etwa 530 mm bis 630 mm um das 3-fache der Referenzwerte verzeichnet. Im Juni fielen zwischen 60 und 110 mm und damit bis zu 90 % mehr als im Mittel. Der Juli war an der Ostsee ungewöhnlich niederschlagsreich. Es fielen an der westlichen Ostsee 110 bis 130 mm und damit das 1,5- bis 2-fache des Monatsmittels, an der südlichen Ostsee sogar 200 bis 344 mm (Rostock-Warnemünde, Abbildung 2). Das ist das 3- bis 5-fache der Monatsmittel. Damit setzte der Juli 2011 vor allem im Raum Rostock und dem angrenzenden Vorpommern neue Rekorde, wobei die bisherigen teilweise um 100 mm überschritten wurden. Aber nicht nur bei den Monatswerten auch bei den Tageswerten wurden neue Rekordwerte verzeichnet, z.B. in Rostock-Warnemünde mit 111,4 mm und Barth mit 78,8 mm, die am 22. Juli fielen, und in Ueckermünde mit 60,9 mm am 28. Juli. Regional kam es zu großräumigen Überschwemmungen. Demgegenüber war es an der niedersächsischen Küste mit 60 bis 80 mm leicht zu trocken. Auch im August änderte sich die Großwetterlage nicht. Weiterhin sorgten atlantische Tiefdruckgebiete und Tiefausläufer in den norddeutschen Küstengebieten für viel Regen. An Nord- und Ostsee fielen mit Ausnahme von Vorpommern 100 bis 200 mm und damit bis zum 3-fachen der Monatsmittel. Auf Fehmarn wurden sogar 230 mm und damit fast das 5-fache der Monatsmittel gemessen, womit ebenfalls der bisherige Rekordwert von 1948 (146,2 mm) gebrochen wurde. Der höchste Tagesniederschlag dieses Monats wurde nach heftigen Gewittern am 6. auf der Insel Poel mit 57,6 mm verzeichnet. Im September regnete es dann an der Ostsee, an der meist nur 30 bis 40 mm fielen, deutlich weniger. Damit leitete dieser Monat zu einem durch Trockenheit geprägten Herbst über. Dieser brachte der Ostsee meist nur 70 bis 100 mm, der Nordsee meist zwischen 110 und 170 mm und damit nur 50 bis 70 % des Jahreszeitenmittels. Verantwortlich für diese Trockenheit war vor allem der November, der im Gesamtmittel für Deutschland nur eine Niederschlagshöhe von 3 mm und damit 4 % des vieljährigen Mittels verzeichnete. Er war nicht nur der trockenste November, sondern auch der trockenste Monat seit Beginn der Zeitreihe 1881. An den norddeutschen Küsten fielen 2 bis 12 mm. Im Küstengebiet war es ähnlich trocken, wie im hier bisher trockensten November im Jahr 1902. Auf Helgoland, wo 8 mm fielen, war seit Beginn der Messreihe 1893 in einem November noch nie weniger als 20 mm Niederschlag registriert worden. Das Jahr klang dann aber wieder mit einem überdurchschnittlichen Niederschlagsaufkommen im Dezember aus. An der Ostsee fielen zwischen 60 und 110 mm, an der Nordsee rund 100 bis 200 mm (vergleiche Abbildung 2a). Das hohe Niederschlagsaufkommen führte am 2. Weihnachtstag zu einem Abbruch an der Steilküste am Kap Arkona, bei der ein Kind ums Leben kam.

Abbildung 2a: Jahresgang des Niederschlags  Cuxhaven, GIF-Graphik: 20 KB
Abbildung 2b: Jahresgang des Niederschlags Rostock-Warnemünde, GIF-Graphik: 21 KB

Abbildung 2: Jahresgang des Niederschlags (Cuxhaven, Rostock-Warnemünde)

Eine geschlossene Schneedecke lag im Jahr 2011 an 10 bis 20 Tagen, auf Helgoland an 4 Tagen. Schneereich war der Jahresbeginn. Die Anfang Januar vorhandene Schneedecke von bis zu 5 cm an der Nordsee und bis zu 40 cm Höhe an der Ostsee taute im Wesentlichen im Laufe der ersten Monatshälfte ab. Im letzten Januardrittel ließen dann weitere Schneefälle regional wieder geringe Schneedecken um 1 cm entstehen. Im Februar führte zeitweiliger Schneefall vom 12. an meist erneut zu Schneedecken bis zu 10 cm Dicke, die aber vielfach bis zum Ende des Monats abgetaut waren. Danach gab es dann erst wieder im Dezember etwas Schneefall, der regional zu einer geringen Schneedecke bis zu 5 cm führte, die jeweils nur für 1 bis 2 Tagen Bestand hatte.

Die Sonnenscheindauer überschritt mit Werten zwischen 1537 Stunden an der Emsmündung und 1957 Stunden am Kap Arkona die klimatologischen Mittelwerte um bis zu 10 %. Wie der Jahresgang in Abbildung 3 von Helgoland zeigt, waren besonders die Monate März und April sehr sonnenscheinreich. Mit meist 140 bis 170 Stunden lag die Sonnenscheindauer im März um 30 bis 50 % über dem Durchschnitt. Von April bis Juni gab es dann in jedem Monat meist 240 bis 280 Sonnenstunden. Damit wurden die Mittelwerte im April um 50 bis 60 % überschritten, im Mai und Juni um bis zu 20 %. Auf Helgoland und auf einem Teil der Ostfriesischen Inseln war dieser April der sonnenscheinreichste seit Aufzeichnungsbeginn. In den übrigen Gebieten war jedoch der April 2009 noch sonniger. An der südlichen Ostseeküste gab es damals sogar mehr als 300 Sonnenstunden. Der Juli brachte dann nur noch 120 bis 180 Stunden Sonne und damit rund 60 bis 80 % der Klimamittel. Er war damit allerdings nicht so sonnenscheinarm wie in den Jahren 1954, 1984 oder gar im Jahr 2000, wo die Sonnenscheindauer in Ostfriesland teilweise unter 100 Stunden blieb. Rund 140 bis 180 Sonnenstunden gab es auch im August und September, womit im September bei niedrigerem Sonnenstand die Mittelwerte dann meist wieder erreicht oder überschritten wurden. Daran schloss sich ein sonnenscheinreicher Oktober an, der mit meist 130 bis 140 Sonnenstunden die Mittelwerte um 20 bis 40 % überschritt. An der vorpommerschen Küste setzte sich im November mit rund 80 bis 100 Stunden (150 bis 170 % vom Mittel) das überdurchschnittliche Sonnenscheindargebot fort, während es in anderen Küstenbereichen infolge von Nebel und Hochnebel teilweise nur 30 bis 40 Sonnenstunden gab und damit nur 60 bis 80 % der Bezugswerte. Ähnlich sonnenscheinarm war der Dezember dann im gesamten Küstenraum mit meist nur 20 bis 30 Sonnenstunden.

Abbildung 3a: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer  Helgoland, GIF-Graphik: 25 KB
Abbildung 3b: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer Kap Arkona, GIF-Graphik: 27 KB

Abbildung 3: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer (Helgoland, Kap Arkona)

Der Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur in der westlichen Ostsee (Abbildung 4) blieb zu Jahresbeginn wie auch im Sommer unter den Mittelwerten des vergleichsweise milden Bezugszeitraums 1997 bis 2006. Aufgrund der eisigen Witterung im Dezember lag zu Jahresbeginn in den meisten Küstenzonen Nordfrieslands und der Ostsee noch 15 bis 50 cm dickes Eis. An der südlichen Nordsee war das Eis mit nur 5 bis 15 cm weniger dick, wobei Tauwetter dafür sorgte, dass das ostfriesische Wattenmeer schon ab dem 5. wieder überwiegend eisfrei war. Auch in den übrigen Küstengebieten führte die milde Witterungsphase zu einem allmählichen Abschmelzen. Vom 24. Januar an war der gesamte Nordseeküstenbereich dann weitgehend eisfrei, während an der Ostsee noch Eisdicken bis 20 cm beobachtet wurden. Gegen Ende des ersten Februardrittels war dann auch die westliche Ostseeküste überwiegend eisfrei und im Osten der südlichen Ostsee traten nur noch dünnes Eis oder Eisreste auf. Dauerfrost führte dann ab Mitte Februar zunächst im Osten, später auch im Westen zu erneuter Eisbildung. Während sich in einigen Häfen und geschützten Bereichen entlang der Küste Schleswig-Holsteins nur vorübergehend dünnes Eis bildete, wuchsen die Eisdicken in den Häfen an der westlichen Ostseeküste auf bis zu 10 cm an. Im Osten waren dagegen nicht nur die Häfen, sondern auch die Küstenzonen vereist, wobei die Eisdicken bis auf 30 cm anwuchsen. Selbst östlich von Rügen bildete sich auf dem Meer eine große Eisfläche. Der Temperaturanstieg im März ließ zunächst das Eis an der westlichen Ostseeküste abschmelzen und am 14. war dann auch die deutsche Ostseeküste größtenteils eisfrei.

Wie an der Ostsee so blieben auch an der Nordsee die Wasseroberflächentemperaturen im Januar um rund 2 K unter den vieljährigen Mittelwerten. Im Februar und März waren sie dann noch um rund 1 K zu kalt, bevor die sonnige und strahlungsreiche Witterung nach Frühlingsanfang auch eine rasche Erwärmung der Gewässer bewirkte. Wassertemperaturen im April lagen um 1 bis 2 K über dem Durchschnitt. Im Mai erreichten die Monatsmittelwerte rund 12 °C an der westlichen Ostsee, 10,5 °C auf Helgoland und 13 bis 14 °C an der Nordseeküste. Sie lagen um rund 1 K über dem Durchschnitt und auch im Juni waren die flacheren Küstengewässer mit meist 16 bis 17 °C und die tieferen Gewässerzonen bei Helgoland mit 14 °C noch um rund 1 K zu warm. Danach führte die strahlungsarme Witterung im Juli und August zu einer nur geringen weiteren Erwärmung, so dass die Wassertemperaturen um 1 bis 2 K unter dem Durchschnitt blieben. Erst Ende September brachte der Altweibersommer nochmals einen kräftigen Temperaturanstieg. Danach schritt die jahreszeitliche Abkühlung meist etwas langsamer voran als gewöhnlich. Der milde Dezember führte zu Monatsmitteln der Wasseroberflächentemperaturen von 5 bis 7 °C, die um bis zu rund 1 K über dem Durchschnitt lagen.

Abbildung 4: Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur (Westliche Ostsee), GIF-Graphik: 22 KB

Abbildung 4 Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur (Westliche Ostsee)

Nach zwei sehr windschwachen Vorjahren nahm das Windaufkommen 2011 wieder zu. Wie Abbildung 5 zeigt, war das Jahresmittel des geostrophischen Windes* über der Deutschen Bucht mit 11,1 m/s (40 km/h) so hoch wie zuletzt im Jahr 2005, verfehlte aber noch geringfügig das 120-jährige Mittel von 1880 bis 2009. Dabei war auch der Anteil stärkerer Winde höher. In 2 % der Tage lag die Windgeschwindigkeit über 27,4 m/s (99 km/h) und blieb damit noch um 1 m/s unter dem Mittelwert der 98 % Perzentile.

Abbildung 5: Jahresmittel und 98 % Perzentile des geostrophischen Windes über der Deutschen Bucht, GIF-Graphik: 50 KB

Abbildung 5: Jahresmittel und 98 % Perzentile des geostrophischen Windes über der Deutschen Bucht

Das Jahr begann vor allem an der Ostsee stürmisch. Am Neujahrstag traten die stärksten Windböen mit einer Stärke bis Bft 10 zwischen dem Darß und Rügen auf. Nachfolgend war der Wind trotz der vorherrschend westlichen Richtungen nur selten kräftig. Das änderte sich in den ersten Februartagen. Die Ausläufer einer Folge rasch ostwärts ziehender Sturm- und Orkantiefs lösten vom 4. bis 8. Februar über dem deutschen Küstenraum Böen bis Bft 10 bzw. 11 aus. Dabei war der 7. Februar der windigste Tag des Jahres. Kurz vor Monatsmitte stellte sich dann die Wetterlage um. Der Wind drehte auf östliche Richtungen und schwächte sich ab. Winde aus Nordost bis Südost wehten im Monatsverlauf zu 50 bis 60 % der Zeit und damit um 20 bis 30 % häufiger als gewöhnlich. Im März und April wichen die Windverteilungen nicht besonders markant von den mittleren Verteilungen ab. An einzelnen Tagen traten immer mal stärkere Winde mit Sturmböen auf, die Stärken von Bft 8 oder 9 entsprachen. Im Mai waren Winde aus nördlichen Richtungen (Nordwest bis Nordost), die gewöhnlich zu gut 40 % der Zeit auftreten, deutlich seltener, womit dann auch die für Mai typischen Kaltlufteinbrüche wie zu den Eisheiligen ausblieben. Höhere Windgeschwindigkeiten gab es im Wesentlichen nur in der 4. Maiwoche. Am 26. löste der Durchzug einer Kaltfront sogar starke Sturmböen bis Bft 10 aus.
Im Juli und August verursachten Kaltfronten und Gewitter an einigen Tagen Sturmböen, die maximal der Stärke Bft 8 oder 9, am 26. August bis Bft 11 entsprachen. Aufgrund der stürmischen Böen kam es auf der Reede vor Helgoland am 26. August bei bis zu Bft 10 zu einer Kollision von zwei Ausflugsschiffen, bei der aber niemand verletzt wurde. Der Anteil südlicher Winde lag im August um rund 10 % höher als gewöhnlich und erreichte damit an der Ostsee einen Anteil von 50 bis 60 %. Winde aus nördlichen Richtungen waren dagegen seltener und wehten nur zu rund 10 bis 20 % der Zeit. Noch ausgeprägter war diese Verlagerung der Hauptwindrichtungen im September. Winde aus südlichen Richtungen, die in diesem Monat gewöhnlich zu 40 bis 50 % der Zeit wehen, kamen zu 65 bis 75 % der Zeit vor. Kräftiger Wind mit stürmischen Böen trat vorwiegend in der ersten Septemberhälfte auf. Stürmisch ging es vor allem am 6. und 7. und in der Zeit von 12. bis 15. September zu. Für das letztgenannte Sturmereignis war der zu einer außertropischen Zyklone umgewandelte ehemalige Hurrikan KATIA verantwortlich, der in diesem Zeitraum von den Britischen Inseln Richtung Finnland zog. Im Oktober kamen die ohne schon vorherrschenden südlichen Winden noch häufiger vor und erreichten einen Anteil von rund 60 bis 70 %. Windreich war vor allem die erste Monatshälfte, wobei die stärksten Windböen an der Nordsee vorkamen. Der ehemalige Hurrikan OPHELIA, der sich in der Zeit vom 6. bis 8. Oktober von der Norwegischen See nach Nordskandinavien verlagerte, löste Sturmböen bis Bft 10 aus, an exponierten Standorten sogar bis Bft 11. Im ungewöhnlich trockenen November zeigte die Windverteilung markante Abweichungen. Wie Abbildung 6 zu entnehmen ist, war das Auftreten von Winden aus östlichen Richtungen mit einem Anteil von 50 bis 60 % doppelt bis verdreifach so hoch wie gewöhnlich. Winde aus West bis Nord kamen dagegen nicht einmal zu 10 % der Zeit vor. Dabei war das Windaufkommen bis in die 4. Novemberwoche hinein unter Hochdruckeinfluss gering. Nach Umstellung der Großwetterlage brachten vom 25. November an Sturmtiefs, die vom Ostatlantik nach Skandinavien zogen, Sturmböen bis Bft 10, in exponierten Lagen sogar bis Orkanstärke. Diese Westwetterlage setzte sich im Dezember fort und prägte eindrucksvoll die Windverteilung. Wie Abbildung 6 zeigt wehte der Wind zu 60 bis 70 % der Zeit wehte der Wind aus westlichen Richtungen (Südwest bis Nordwest) und anders als im November, kamen östliche Winde so gut wie nicht mehr vor. Dabei erreichten die westlichen Winde zu einem Drittel der Zeit eine Windstärke von mindestens Bft 6 im 10-Minuten-Mittel. Sturmböen entsprachen Windstärken bis Bft 10. Vereinzelt wurden an der Nordfriesischen Küste auch orkanartige Böen (Bft 11) registriert.

Abbildung 6: Windverteilungen an der Station Boltenhagen im November und auf Helgoland im Dezember 2011 (rot) wie auch im Monatsmittel (CL/CR: Prozentualer Anteil der Windstillen vieljährig und 2011), GIF-Graphik: 27 KB

Abbildung 6: Windverteilungen an der Station Boltenhagen im November und auf Helgoland im Dezember 2011 (rot) wie auch im Monatsmittel (CL/CR: Prozentualer Anteil der Windstillen vieljährig und 2011)

*Geostrophischer Wind: Der geostrophische Wind ist dem horizontalen Gradienten des auf Meeresniveau reduzierten Luftdrucks proportional und damit - wie der reale Wind - ein Maß für die atmosphärische Bewegung.

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