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MURSYS - Ostsee

   
 
 

Witterung

 

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Apr.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für April 2012

Der April zeigte sich wechselhaft mit kalter bis sehr milder Witterung. Im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 war es nach dem deutlich zu warmen März (mit Anomalien um etwa 2,5 bis 3,5 K) nun mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 6 und 8 °C nur noch um 0,5 bis 1,5 K zu warm. Die Anzahl der Frosttage schwankte weitgehend um ±2 Tage um die Durchschnittswerte, welche bei meist 2 bis 6 Tagen liegen. Bis zum 9. April war es bei Tageshöchsttemperaturen von fast durchweg unter 10 °C sehr kühl. Leichter bis mäßiger Luftfrost trat noch bis zur Monatsmitte auf, wobei die Nacht zum 6., in der Tiefstwerte bis um -7 °C registriert wurden, die kälteste war. Ab dem 18. wurde es milder. Luftfrost trat nicht mehr auf. Die Höchsttemperaturen erreichten zeitweise 13 bis 20 °C, wobei es am 26. und 27. unter Zufuhr von Warmluft aus dem Süden am wärmsten war.

Das unbeständige Wetter hatte einen Wechsel von trockenen und niederschlagsreicheren Tagen zur Folge. Dabei wurden vereinzelt auch Tagesniederschlagshöhen von 10 bis 20 mm erreicht. Insgesamt betrug die Niederschlaghöhe im April etwa 25 bis 50 mm. Dies entsprach einerseits Defiziten von bis zu 35 %, andererseits Überschüssen bis zu 30 %.

Die Sonne ließ sich im April zwischen 140 bis 200 Stunden blicken, wobei sie im Osten am längsten schien. Das Soll wurde meist nicht erreicht, sondern um bis zu 20 % unterschritten. Nur örtlich wurde ein Plus von 10 % registriert.

Kräftiger Wind wehte vor allem am Anfang des Monats, als ein Tief, welches vom südlichen Europäischen Nordmeer über Südskandinavien Richtung nördliche Ostsee zog, für Böen der Stärke 8 und 9 Bft sorgte.

März
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für März 2012

Die jahreszeitliche Erwärmung im März schritt bei überwiegendem Hochdruckeinfluss wesentlich schneller voran als üblich. Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich zwischen 4,5 und 6,5 °C und lagen somit um etwa 2,5 bis 3,5 K über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 - 1990. Nächtlicher Luftfrost (Minimum der Temperatur <0 °C), der im März durchschnittlich an 10 bis 14 Tagen registriert wird, trat im betrachteten Monat nur an 2 bis 8 Tagen auf. Leichten bis mäßigen Frost in Bodennähe gab es dagegen häufiger. Während die Tageshöchsttemperaturen in der ersten Monatshälfte bei meist unter 10 °C blieben, lagen sie in der zweiten Monatshälfte meist im 2-stelligen Bereich. Am wärmsten war es am 16., als die Tageshöchstwerte bei Warmluftadvektion und viel Sonnenschein auf sehr milde 14 bis knapp 18 °C anstiegen.

Der März fiel an der deutschen Ostseeküste extrem trocken aus. Mit Niederschlagshöhen zwischen 6 und 16 mm ergaben sich Defizite von 55 bis 85 %. Den meisten Niederschlag erhielten dabei die Regionen im Osten, von Rügen bis zum Kleinen Haff. Vielfach war dieser März an der deutschen Ostseeküste noch trockener als der März 1996 und damit der trockenste März seit Aufzeichnungsbeginn 1947.

Im März lag die Sonnenscheindauer an der deutschen Ostseeküste zwischen etwa 140 und 170 Stunden (Kap Arkona 185 Stunden), wobei sich die Sonne im Osten etwas länger blicken ließ. Das Soll wurde damit um meist 25 bis 45 % überschritten (Kap Arkona 60 %). Die beiden sonnigsten Tage mit verbreitet um 11 Sonnenstunden waren der 22. und 23. März.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen wehte im März nur selten. Sturmböen der Stärke 9 Bft traten insbesondere am 28. und 31. auf.

Feb.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Februar 2012

Nach den beiden vorangegangenen zu milden Wintermonaten führte die extreme Kälte der ersten Februarhälfte nun zu Monatsmitteltemperaturen, die mit Werten zwischen meist -1 und 0 °C um bis zu 1 K unter dem vieljährigen Mittel lagen. Noch kälter war es am Stettiner Haff. Die Monatsmitteltemperatur in Ueckermünde lag mit -2,3 °C um 2,1 K unter dem Durchschnitt. Die hochwinterliche Witterungsphase, die in den letzten Januartagen eingesetzt hatte, setzte sich im Februar zunächst fort. Bei Zufuhr von kalter russischer Festlandluft aus Nordosten herrschte an der deutschen Ostseeküste bis zum 11. fast durchweg Dauerfrost, am 12. und 13. noch gebietsweise. Damit gab es 3 bis 6 Eistage (Maximum der Temperatur <0 °C) mehr als im Mittel des Referenzzeitraums 1961 - 1990. Die Anzahl der meist 16 bis 19 Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) lag dagegen im Durchschnitt. Ihren Höhepunkt erreichte die Kältewelle am 6., als die Tageshöchsttemperaturen nur auf Werte zwischen rund -11 und -7 °C stiegen. Die Tiefstwerte der nächtlichen Lufttemperaturen um den 6. bewegten sich meist zwischen -10 und -24 °C. In Ueckermünde wurde am 6. ein Tiefstwert von -28,7 °C registriert, womit sich ein neuer Stationsrekord in der seit 1947 bestehenden Beobachtungsreihe ergab (bisheriger Rekordwert: -28,2 °C am 15.2.1956). Am 7. sanken im östlichen Teil der deutschen Ostseeküste die Temperaturen in Bodennähe sogar auf -29 bis -32 °C. Zur Monatsmitte stellte sich die Wetterlage dann um. Atlantische Tiefdruckgebiete führten mildere Luftmassen heran. Die Tagestemperaturen lagen in der zweiten Monatshälfte weitgehend zwischen 3 und 11 °C. Nachts sanken die Lufttemperaturen nur noch selten unter den Gefrierpunkt.

Im Februar lagen die Monatsniederschläge entlang der deutschen Ostseeküste bei etwa 15 bis 30 mm. Im Osten ergab sich damit ein Überschuss von rund 30 %, während im Westen gebietsweise nur die Hälfte der sonst üblichen Niederschlagshöhe erreicht wurde. Vor allem während der kalten Witterungsphase in der ersten Monatshälfte führten die, wenn auch geringen, Tagesniederschläge verbreitet zu einer geschlossenen Schneedecke mit maximalen Höhen bis um 10 cm. Für einen deutlichen Zuwachs der Schneehöhe sorgte u.a. das Tief KATARZYNA, welches am 2. über der noch relativ warmen Ostsee entstanden war und für gebietsweise kräftige Schneeschauer sorgte. Bemerkenswert an KATARZYNA war der für ein Tief ungewöhnlich hohe Luftdruck von 1035 hPa.

Mit etwa 65 bis 90 Sonnenstunden wurde das Soll im Februar um bis zu 35 % überschritten.

Stürmischer Wind mit Böen der Stärke 8 bis 9 Bft wehte vor allem am 9. Februar, am 14./15. sowie in der letzten Monatsdekade. Am Kap Arkona auf Rügen traten dabei auch Böen auf, die der Stärke 10 bis 11 Bft entsprachen.

Aufgrund der kalten Witterung der Vortage trat am 1. Februar in einigen Häfen und geschützt liegenden Buchten sowie inneren Küstengewässern schon verbreitet dünnes Eis und Neueis auf. Bereits am 2. wurden aus den Boddengewässern im Osten Eisdicken von bis zu 15 cm gemeldet. Allmählich nahm die Eisdicke auch in der westlichen Ostsee zu. Am 6. hatte die Eisdicke dort schon bis zu 15 cm erreicht, während es im Osten nun bis zu 20 cm dick war. Selbst an der Außenküste von Usedom und in der Pommerschen Bucht kam in den folgenden Tagen bis zu 15 cm dickes Eis vor. Bis Monatsmitte nahmen die Eisdicken an der westlichen Ostseeküste auf bis zu 20 cm, im Osten auf bis zu 30 cm zu. Durch das Eis war die Schifffahrt behindert. Mit Umstellung der Wetterlage und milderen Temperaturen schmolz das Eis langsam ab. Am längsten hielt es sich in den östlichen Küstengebieten. So kam am 24. im Nordosten des Greifswalder Boddens und am Kleinen Haff noch Eis mit Dicken von 5 bis 15 cm vor, welches in den folgenden Tagen aber ebenfalls abschmolz. Am Monatsende war es weitgehend eisfrei.

Jan.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Januar 2012

Dem erheblich zu milden Dezember folgte ein ebenfalls zu milder Januar. Die Monatsmitteltemperaturen lagen meist zwischen 2 und 3 °C und damit um 2 bis 3 K über den Mittelwerten der internationalen Referenzperiode 1961 bis 1990. Bis zur Monatsmitte blieb es bei Tageshöchsttemperaturen von meist 5 bis 9 °C mild. Am Monatsanfang wurden sogar Werte bis um 11 °C registriert. Ein Vorstoß kalter Polarluft zur Monatsmitte brachte dann einen Rückgang der Temperaturen. Die Tagestemperaturen erreichten nur noch selten Werte über 5 °C. In den Nächten trat vermehrt Frost in Bodennähe auf. Gegen Monatsende macht sich allmählich die Annäherung kalter russischer Festlandsluft bemerkbar. Ab dem 24. sanken die nächtlichen Tiefstwerte verbreitet unter 0 °C und erreichten am 31. im Bereich des Stettiner Haffs bis um -9 °C. Ab dem 27. herrschte Dauerfrost, wobei die Tagestemperaturen nur auf maximal -4 bis 0 °C anstiegen. Trotz der zuletzt kalten Witterung blieb die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) aber um etwa 9 unter dem vieljährigen Durchschnitt von meist 18 bis 20. Auch Eistage (Maximum der Lufttemperatur <0 °C) traten gebietsweise nur halb so häufig auf wie im Mittel.

Im Januar blieb es weiterhin zu nass. Mit Monatsniederschlägen von meist 50 bis 90 mm fielen 25 bis 65 % mehr als im vieljährigen Mittel. Sturm- und Orkantiefs, die über den Norden Europas zogen, führten bis Anfang der letzten Monatsdekade immer wieder feuchte Luftmassen heran. Vor allem am Monatsanfang wurden örtlich Tagesniederschläge von 10 bis 20 mm registriert. Gegen Monatsende blieb es unter zunehmendem Hochdruckeinfluss vor allem im östlichen Teil der deutschen Ostseeküste verbreitet niederschlagsfrei. Richtung Westen bildete sich bei kalter Witterung dagegen eine geschlossene Schneedecke von bis zu 5 cm Höhe.

Der Januar verlief wesentlich sonnenscheinreicher als der Vormonat. Mit 50 bis 80 Sonnenstunden wurde das Soll um rund 20 bis 110 % überschritten. Am längsten ließ sich die Sonne an den letzten beiden Januartagen sehen, an denen verbreitet 7 bis 8 Sonnenstunden pro Tag registriert wurden.

Im Januar führten die beiden Orkantiefs ULLI und ANDREA (vom 3. bis 5.) sowie das Sturmtief ELFRIEDE (am 12./13.) zu Sturmböen bis Bft 10. Am 3. traten auf Fehmarn auch orkanartige Sturmböen (Bft 11) auf. Ansonsten war es im Januar aber weniger stürmisch.

Bedingt durch die Zufuhr kalter Festlandsluft aus Russland kam ab dem 26. zunächst in einigen geschützt liegenden und flachen inneren Küstengewässern, später auch in einigen Häfen, Neueis und dünnes Eis vor. Die größte Ausdehnung von Neueis wurde dabei in den östlichen Gebieten verzeichnet.

2011

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg - Christiana Lefebvre

(http://www.dwd.de/)

Die Witterung im Jahr 2011 an Nord- und Ostsee

(Bericht des Deutschen Wetterdienstes, DWD, C. Lefebvre)

Das Jahr 2011 brachte nach dem kalten Vorjahr wieder überdurchschnittliche Temperaturen. Die Jahresmitteltemperaturen bewegten sich an Nord- und Ostsee mit Werten zwischen 8,8 °C am Kap Arkona/Rügen und 10,2 °C an der Wesermündung um rund 1 K über dem Mittel des Referenzzeitraums 1961 - 1990. Das Jahr war geprägt durch einen winterlichen Beginn mit Eis und Schnee, einen warmen, sonnenscheinreichen und sehr trockenen Frühling, einen sonnenscheinarmen und niederschlagsreichen Sommer und einen niederschlagsarmen Herbst, wobei besonders der November außergewöhnlich trocken war.

Die überdurchschnittliche Wärme war verbunden mit einer herabgesetzten Anzahl an Tagen mit Luftfrost (Minimumtemperatur unter 0 °C) und Dauerfrost (Eistage, Maximumtemperatur unter 0 °C), während die Zahl der Sommertage (Maximumtemperatur mindestens 25 °C) und heißen Tage (Maximumtemperatur mindestens 30 °C) überwiegend im Bereich der Mittelwerte lag. Die Zahl der Frosttage bewegte sich an der Nordsee meist zwischen 40 und 50, an der Ostsee zwischen 50 und 60, am Stettiner Haff um 80 und betrug auf der Hochseeinsel Helgoland 28. Das waren meist um 10 bis 15 Tage, auf den Ostseeinseln knapp 20 Tage weniger als im Durchschnitt. Dauerfrost herrschte an der Nordsee an 8 bis 11 Tagen, an der Ostsee meist an 15 bis 17 Tagen. Damit wurden die Mittelwerte um bis zu 11 Tage unterschritten. Mehr Eistage als gewöhnlich wurden jedoch am Kap Arkona registriert (24 statt im Mittel 21 Tage), wo sich eine Kältewelle im Februar stärker auswirkte als im übrigen Gebiet. Dauerfrost gab es von Januar bis März, aber nicht zum Jahresende. Von Mai bis Oktober wurden bis zu 16, am Stettiner Haff 21 Sommertage verzeichnet, von denen maximal ein, vereinzelt zwei Tage im Juni mit Höchstwerten von 30 bis 32 °C auch heiße Tage waren. Abgesehen davon, dass 2009 an der Ostsee mehr Sommertage auftraten, lag die Zahl der Eis-, Frost-, Sommer- und heißen Tage im Bereich derjenigen des Jahres 2009, das ebenfalls um 1 K zu warm ausfiel.

Der Jahresgang der Temperatur, der in Abbildung 1 am Beispiel von Helgoland und Kap Arkona dargestellt ist, war 2011 weniger stark ausgeprägt wie 2010. Im Vergleich zu den Mittelwerten der Referenzperiode waren Frühling, Herbst und Dezember zu warm, während sich die Temperaturen der Sommermonate Juli und August etwa im Bereich der vieljährigen Mittel bewegten.

Nach dem eisigen Dezember 2010 begann das Jahr winterlich kalt mit Eis und Schnee. Mildere Witterungsphasen, in denen der Schnee abschmolz und Kaltlufteinbrüche mit Schneefall wechselten sich bis in den März hinein ab, in dem es noch bis zu rund 10 Tage mit nächtlichem Luftfrost und bis zu 2 Tage mit Dauerfrost gab. Erst mit Frühlingsanfang am 21. März erreichten die Temperaturen am Tage vermehrt den zweistelligen Bereich. Nach dem vielfach leicht zu kühlen Februar fiel der März um rund 0,5 K zu mild aus. Ähnlich wie in den Jahren 2007 und 2009 setzte auch im April 2011 bei vorherrschendem Hochdruckeinfluss eine kräftige Erwärmung ein, die ihn zu einem der drei wärmsten Aprilmonate seit Aufzeichnungsbeginn machte. Die Monatsmitteltemperaturen lagen mit 8 bis 12 °C um 3 bis  K über dem vieljährigen Mittel. Dabei war der April sehr sonnenscheinreich und trocken. Im Mai setzte sich diese vorsommerliche Witterung fort. In der Zeit vom 7. bis 10. Mai wurde verbreitet der erste Sommertag registriert. Insgesamt gab es in diesem Monat bis zu 4 (am Stettiner Haff 5) Sommertage. Ein Kaltlufteinbruch zu den Eisheiligen fiel aus. Mit 11 bis 14 °C war der Mai um 1 bis 2 K zu warm und wiederum zu trocken. Im Juni sorgten atlantische Tiefdruckgebiete mit ihren Ausläufern und Zwischenhocheinfluss für einen insgesamt wechselhaften Witterungscharakter, der den gesamten Sommer über bestehen blieb. Bei Zufuhr subtropischer Luftmassen wurden am 5./6. und vom 27. bis 29. Juni weitere Sommertage und regional auch die einzigen heißen Tage des Jahres verzeichnet. Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich in allen drei Sommermonaten überwiegend bei 16 bis 17 °C, womit Juni und August bis zu rund K zu warm ausfielen. Dabei regnete es in allen drei Monaten deutlich mehr als gewöhnlich. Im September setzte sich zunächst der wechselhafte Witterungscharakter der Vormonate fort. Die höchsten Temperaturen verursachte am 3./4. September der ehemalige Hurrikan IRENE, der der Ostküste der USA und insbesondere auch New York im August Starkniederschläge und schwere Überschwemmungen gebracht hatte. Im deutschen Küstenraum rief er aber weder Sturm noch Regen hervor, sondern führte mit südlichen bis westlichen Winden subtropische Luftmassen heran, in der die Temperaturen bei ablandigem Wind bis auf 27 °C anstiegen.
Zum Herbstanfang am 23. setzte sich Hochdruckeinfluss durch, der für einen schönen Altweibersommer mit viel Sonnenschein sorgte. Insgesamt fiel der September mit Monatsmitteltemperaturen von rund 15 bis 16 °C um 1 bis 2 K zu warm aus. Vom 30. September bis zum 2. Oktober gab es bei Temperaturen bis 26 °C noch einmal Sommertage, die für Oktober neue Rekordwerte der Maximumtemperatur bedeuteten. In der ersten Oktoberhälfte gingen die Temperaturen dann rasch zurück. Mit Mitteltemperaturen bei 10 bei 12 °C war der Oktober um bis zu K zu mild. Der November zeichnete sich vor allem durch extreme Trockenheit aus. Bis in die 4. Novemberwoche hinein herrschte Hochdruckeinfluss. An den Küsten trat verbreitet in bis zu 6 Nächten, regional in bis zu 13 Nächten Luftfrost auf. Mit Mitteltemperaturen zwischen 4 °C am Stettiner Haff und 8 °C auf Helgoland fiel dieser Monat ebenfalls um bis zu 1 K zu mild aus. Kaum kühler war der Dezember. Die Monatsmitteltemperaturen lagen bei 4 bis 6 °C und damit um 2 bis 3 K über dem Durchschnitt. Die Ursache für die milde Witterung waren stark ausgeprägte Tiefdruckgebiete, die im Laufe des Monats über den Norden Europas zogen und dabei relativ milde maritime Luftmassen in die Küstengebiete transportierten. An der Nordsee gab es in den Nächten nicht einmal Luftfrost. An der Ostsee wurden bis zu 4 Frosttage verzeichnet, womit die Mittelwerte - wie an der Nordsee - um bis zu 10 bis 13 Tage unterschritten wurden. Im Vergleich dazu war der schneereiche Dezember des Vorjahres um rund 7 bis 9 K kälter. Den letzten noch milderen Dezember gab es im Jahr 2006, als die Monatsmitteltemperaturen in den deutschen Küstengebieten um rund 4 bis 5 K über dem Mittel lagen.

Abbildung 1a: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur Helgoland, GIF-Graphik: 19 KB
Abbildung 1b: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur Kap Arkona, GIF-Graphik: 20 KB

Abbildung 1: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur (Helgoland, Kap Arkona)

Gewöhnlich fällt an der Ostsee weniger Niederschlag als an der Nordsee. In diesem Jahr wiesen die Niederschlagshöhen jedoch keine Unterschiede auf. In beiden Räumen fielen im Jahresverlauf zwischen rund 660 und 860 mm, im Raum Rostock-Warnemünde sogar 955 mm. Damit bewegten sich die Niederschläge an der Nordsee im Bereich der vieljährigen Mittelwerte (±10 %) während es an der Ostsee verbreitet Überschüsse von 20 bis 40 % gab, örtlich auch bis zu 60 %. Ähnliche Abweichungen wurden schon im Vorjahr verzeichnet. Dabei war an der Nordsee die Zahl der Niederschlagstage, an denen mindestens 1 mm fiel, meist um bis zu rund 15 Tage geringer war als im Mittel, an der Ostsee dagegen um bis zu 8 Tage höher. Hervorzuheben ist, dass sich die Zahl der Tage mit Starkniederschlägen von mindestens 10 mm pro Tag um bis zu rund 10 Tage über dem Durchschnitt bewegte. Ein Ansteigen der Starkniederschläge stimmt mit den Merkmalen des Klimawandels überein und war schon im Vorjahr zu beobachten.

Wie Abbildung 2 zeigt, wich der Jahresgang des Niederschlags deutlich von den mittleren Verhältnissen ab. Insgesamt war der Zeitraum von Januar bis Mai zu trocken. Es fielen verbreitet nur 120 bis 170 mm und damit meist 60 bis 70 % des gewöhnlichen Niederschlags. Nur am Stettiner Haff lagen die Niederschläge mit 190 mm im Bereich der Mittelwerte. Während im Februar und Mai das Niederschlagsaufkommen regional sehr unterschiedlich war, fielen März und April vor allem an der Nordsee deutlich zu trocken aus. Im April blieben hier die Niederschläge unter 10 mm, was Defizite von 80 bis 90 % bedeutete. Nur der April 2007 war hier noch trockener. An der Ostsee brachten März und April verbreitet jeweils 10 bis 30 mm Niederschlag. Diese Trockenheit wurde im Sommer beendet. Verbreitet fielen rund 300 bis 430 mm, das war etwa das 1,5- bis 2,5-fache der Jahreszeitenmittel. Rund um den Darß wurde sogar mit etwa 530 mm bis 630 mm um das 3-fache der Referenzwerte verzeichnet. Im Juni fielen zwischen 60 und 110 mm und damit bis zu 90 % mehr als im Mittel. Der Juli war an der Ostsee ungewöhnlich niederschlagsreich. Es fielen an der westlichen Ostsee 110 bis 130 mm und damit das 1,5- bis 2-fache des Monatsmittels, an der südlichen Ostsee sogar 200 bis 344 mm (Rostock-Warnemünde, Abbildung 2). Das ist das 3- bis 5-fache der Monatsmittel. Damit setzte der Juli 2011 vor allem im Raum Rostock und dem angrenzenden Vorpommern neue Rekorde, wobei die bisherigen teilweise um 100 mm überschritten wurden. Aber nicht nur bei den Monatswerten auch bei den Tageswerten wurden neue Rekordwerte verzeichnet, z.B. in Rostock-Warnemünde mit 111,4 mm und Barth mit 78,8 mm, die am 22. Juli fielen, und in Ueckermünde mit 60,9 mm am 28. Juli. Regional kam es zu großräumigen Überschwemmungen. Demgegenüber war es an der niedersächsischen Küste mit 60 bis 80 mm leicht zu trocken. Auch im August änderte sich die Großwetterlage nicht. Weiterhin sorgten atlantische Tiefdruckgebiete und Tiefausläufer in den norddeutschen Küstengebieten für viel Regen. An Nord- und Ostsee fielen mit Ausnahme von Vorpommern 100 bis 200 mm und damit bis zum 3-fachen der Monatsmittel. Auf Fehmarn wurden sogar 230 mm und damit fast das 5-fache der Monatsmittel gemessen, womit ebenfalls der bisherige Rekordwert von 1948 (146,2 mm) gebrochen wurde. Der höchste Tagesniederschlag dieses Monats wurde nach heftigen Gewittern am 6. auf der Insel Poel mit 57,6 mm verzeichnet. Im September regnete es dann an der Ostsee, an der meist nur 30 bis 40 mm fielen, deutlich weniger. Damit leitete dieser Monat zu einem durch Trockenheit geprägten Herbst über. Dieser brachte der Ostsee meist nur 70 bis 100 mm, der Nordsee meist zwischen 110 und 170 mm und damit nur 50 bis 70 % des Jahreszeitenmittels. Verantwortlich für diese Trockenheit war vor allem der November, der im Gesamtmittel für Deutschland nur eine Niederschlagshöhe von 3 mm und damit 4 % des vieljährigen Mittels verzeichnete. Er war nicht nur der trockenste November, sondern auch der trockenste Monat seit Beginn der Zeitreihe 1881. An den norddeutschen Küsten fielen 2 bis 12 mm. Im Küstengebiet war es ähnlich trocken, wie im hier bisher trockensten November im Jahr 1902. Auf Helgoland, wo 8 mm fielen, war seit Beginn der Messreihe 1893 in einem November noch nie weniger als 20 mm Niederschlag registriert worden. Das Jahr klang dann aber wieder mit einem überdurchschnittlichen Niederschlagsaufkommen im Dezember aus. An der Ostsee fielen zwischen 60 und 110 mm, an der Nordsee rund 100 bis 200 mm (vergleiche Abbildung 2a). Das hohe Niederschlagsaufkommen führte am 2. Weihnachtstag zu einem Abbruch an der Steilküste am Kap Arkona, bei der ein Kind ums Leben kam.

Abbildung 2a: Jahresgang des Niederschlags  Cuxhaven, GIF-Graphik: 20 KB
Abbildung 2b: Jahresgang des Niederschlags Rostock-Warnemünde, GIF-Graphik: 21 KB

Abbildung 2: Jahresgang des Niederschlags (Cuxhaven, Rostock-Warnemünde)

Eine geschlossene Schneedecke lag im Jahr 2011 an 10 bis 20 Tagen, auf Helgoland an 4 Tagen. Schneereich war der Jahresbeginn. Die Anfang Januar vorhandene Schneedecke von bis zu 5 cm an der Nordsee und bis zu 40 cm Höhe an der Ostsee taute im Wesentlichen im Laufe der ersten Monatshälfte ab. Im letzten Januardrittel ließen dann weitere Schneefälle regional wieder geringe Schneedecken um 1 cm entstehen. Im Februar führte zeitweiliger Schneefall vom 12. an meist erneut zu Schneedecken bis zu 10 cm Dicke, die aber vielfach bis zum Ende des Monats abgetaut waren. Danach gab es dann erst wieder im Dezember etwas Schneefall, der regional zu einer geringen Schneedecke bis zu 5 cm führte, die jeweils nur für 1 bis 2 Tagen Bestand hatte.

Die Sonnenscheindauer überschritt mit Werten zwischen 1537 Stunden an der Emsmündung und 1957 Stunden am Kap Arkona die klimatologischen Mittelwerte um bis zu 10 %. Wie der Jahresgang in Abbildung 3 von Helgoland zeigt, waren besonders die Monate März und April sehr sonnenscheinreich. Mit meist 140 bis 170 Stunden lag die Sonnenscheindauer im März um 30 bis 50 % über dem Durchschnitt. Von April bis Juni gab es dann in jedem Monat meist 240 bis 280 Sonnenstunden. Damit wurden die Mittelwerte im April um 50 bis 60 % überschritten, im Mai und Juni um bis zu 20 %. Auf Helgoland und auf einem Teil der Ostfriesischen Inseln war dieser April der sonnenscheinreichste seit Aufzeichnungsbeginn. In den übrigen Gebieten war jedoch der April 2009 noch sonniger. An der südlichen Ostseeküste gab es damals sogar mehr als 300 Sonnenstunden. Der Juli brachte dann nur noch 120 bis 180 Stunden Sonne und damit rund 60 bis 80 % der Klimamittel. Er war damit allerdings nicht so sonnenscheinarm wie in den Jahren 1954, 1984 oder gar im Jahr 2000, wo die Sonnenscheindauer in Ostfriesland teilweise unter 100 Stunden blieb. Rund 140 bis 180 Sonnenstunden gab es auch im August und September, womit im September bei niedrigerem Sonnenstand die Mittelwerte dann meist wieder erreicht oder überschritten wurden. Daran schloss sich ein sonnenscheinreicher Oktober an, der mit meist 130 bis 140 Sonnenstunden die Mittelwerte um 20 bis 40 % überschritt. An der vorpommerschen Küste setzte sich im November mit rund 80 bis 100 Stunden (150 bis 170 % vom Mittel) das überdurchschnittliche Sonnenscheindargebot fort, während es in anderen Küstenbereichen infolge von Nebel und Hochnebel teilweise nur 30 bis 40 Sonnenstunden gab und damit nur 60 bis 80 % der Bezugswerte. Ähnlich sonnenscheinarm war der Dezember dann im gesamten Küstenraum mit meist nur 20 bis 30 Sonnenstunden.

Abbildung 3a: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer  Helgoland, GIF-Graphik: 25 KB
Abbildung 3b: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer Kap Arkona, GIF-Graphik: 27 KB

Abbildung 3: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer (Helgoland, Kap Arkona)

Der Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur in der westlichen Ostsee (Abbildung 4) blieb zu Jahresbeginn wie auch im Sommer unter den Mittelwerten des vergleichsweise milden Bezugszeitraums 1997 bis 2006. Aufgrund der eisigen Witterung im Dezember lag zu Jahresbeginn in den meisten Küstenzonen Nordfrieslands und der Ostsee noch 15 bis 50 cm dickes Eis. An der südlichen Nordsee war das Eis mit nur 5 bis 15 cm weniger dick, wobei Tauwetter dafür sorgte, dass das ostfriesische Wattenmeer schon ab dem 5. wieder überwiegend eisfrei war. Auch in den übrigen Küstengebieten führte die milde Witterungsphase zu einem allmählichen Abschmelzen. Vom 24. Januar an war der gesamte Nordseeküstenbereich dann weitgehend eisfrei, während an der Ostsee noch Eisdicken bis 20 cm beobachtet wurden. Gegen Ende des ersten Februardrittels war dann auch die westliche Ostseeküste überwiegend eisfrei und im Osten der südlichen Ostsee traten nur noch dünnes Eis oder Eisreste auf. Dauerfrost führte dann ab Mitte Februar zunächst im Osten, später auch im Westen zu erneuter Eisbildung. Während sich in einigen Häfen und geschützten Bereichen entlang der Küste Schleswig-Holsteins nur vorübergehend dünnes Eis bildete, wuchsen die Eisdicken in den Häfen an der westlichen Ostseeküste auf bis zu 10 cm an. Im Osten waren dagegen nicht nur die Häfen, sondern auch die Küstenzonen vereist, wobei die Eisdicken bis auf 30 cm anwuchsen. Selbst östlich von Rügen bildete sich auf dem Meer eine große Eisfläche. Der Temperaturanstieg im März ließ zunächst das Eis an der westlichen Ostseeküste abschmelzen und am 14. war dann auch die deutsche Ostseeküste größtenteils eisfrei.

Wie an der Ostsee so blieben auch an der Nordsee die Wasseroberflächentemperaturen im Januar um rund 2 K unter den vieljährigen Mittelwerten. Im Februar und März waren sie dann noch um rund 1 K zu kalt, bevor die sonnige und strahlungsreiche Witterung nach Frühlingsanfang auch eine rasche Erwärmung der Gewässer bewirkte. Wassertemperaturen im April lagen um 1 bis 2 K über dem Durchschnitt. Im Mai erreichten die Monatsmittelwerte rund 12 °C an der westlichen Ostsee, 10,5 °C auf Helgoland und 13 bis 14 °C an der Nordseeküste. Sie lagen um rund 1 K über dem Durchschnitt und auch im Juni waren die flacheren Küstengewässer mit meist 16 bis 17 °C und die tieferen Gewässerzonen bei Helgoland mit 14 °C noch um rund 1 K zu warm. Danach führte die strahlungsarme Witterung im Juli und August zu einer nur geringen weiteren Erwärmung, so dass die Wassertemperaturen um 1 bis 2 K unter dem Durchschnitt blieben. Erst Ende September brachte der Altweibersommer nochmals einen kräftigen Temperaturanstieg. Danach schritt die jahreszeitliche Abkühlung meist etwas langsamer voran als gewöhnlich. Der milde Dezember führte zu Monatsmitteln der Wasseroberflächentemperaturen von 5 bis 7 °C, die um bis zu rund 1 K über dem Durchschnitt lagen.

Abbildung 4: Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur (Westliche Ostsee), GIF-Graphik: 22 KB

Abbildung 4 Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur (Westliche Ostsee)

Nach zwei sehr windschwachen Vorjahren nahm das Windaufkommen 2011 wieder zu. Wie Abbildung 5 zeigt, war das Jahresmittel des geostrophischen Windes* über der Deutschen Bucht mit 11,1 m/s (40 km/h) so hoch wie zuletzt im Jahr 2005, verfehlte aber noch geringfügig das 120-jährige Mittel von 1880 bis 2009. Dabei war auch der Anteil stärkerer Winde höher. In 2 % der Tage lag die Windgeschwindigkeit über 27,4 m/s (99 km/h) und blieb damit noch um 1 m/s unter dem Mittelwert der 98 % Perzentile.

Abbildung 5: Jahresmittel und 98 % Perzentile des geostrophischen Windes über der Deutschen Bucht, GIF-Graphik: 50 KB

Abbildung 5: Jahresmittel und 98 % Perzentile des geostrophischen Windes über der Deutschen Bucht

Das Jahr begann vor allem an der Ostsee stürmisch. Am Neujahrstag traten die stärksten Windböen mit einer Stärke bis Bft 10 zwischen dem Darß und Rügen auf. Nachfolgend war der Wind trotz der vorherrschend westlichen Richtungen nur selten kräftig. Das änderte sich in den ersten Februartagen. Die Ausläufer einer Folge rasch ostwärts ziehender Sturm- und Orkantiefs lösten vom 4. bis 8. Februar über dem deutschen Küstenraum Böen bis Bft 10 bzw. 11 aus. Dabei war der 7. Februar der windigste Tag des Jahres. Kurz vor Monatsmitte stellte sich dann die Wetterlage um. Der Wind drehte auf östliche Richtungen und schwächte sich ab. Winde aus Nordost bis Südost wehten im Monatsverlauf zu 50 bis 60 % der Zeit und damit um 20 bis 30 % häufiger als gewöhnlich. Im März und April wichen die Windverteilungen nicht besonders markant von den mittleren Verteilungen ab. An einzelnen Tagen traten immer mal stärkere Winde mit Sturmböen auf, die Stärken von Bft 8 oder 9 entsprachen. Im Mai waren Winde aus nördlichen Richtungen (Nordwest bis Nordost), die gewöhnlich zu gut 40 % der Zeit auftreten, deutlich seltener, womit dann auch die für Mai typischen Kaltlufteinbrüche wie zu den Eisheiligen ausblieben. Höhere Windgeschwindigkeiten gab es im Wesentlichen nur in der 4. Maiwoche. Am 26. löste der Durchzug einer Kaltfront sogar starke Sturmböen bis Bft 10 aus.
Im Juli und August verursachten Kaltfronten und Gewitter an einigen Tagen Sturmböen, die maximal der Stärke Bft 8 oder 9, am 26. August bis Bft 11 entsprachen. Aufgrund der stürmischen Böen kam es auf der Reede vor Helgoland am 26. August bei bis zu Bft 10 zu einer Kollision von zwei Ausflugsschiffen, bei der aber niemand verletzt wurde. Der Anteil südlicher Winde lag im August um rund 10 % höher als gewöhnlich und erreichte damit an der Ostsee einen Anteil von 50 bis 60 %. Winde aus nördlichen Richtungen waren dagegen seltener und wehten nur zu rund 10 bis 20 % der Zeit. Noch ausgeprägter war diese Verlagerung der Hauptwindrichtungen im September. Winde aus südlichen Richtungen, die in diesem Monat gewöhnlich zu 40 bis 50 % der Zeit wehen, kamen zu 65 bis 75 % der Zeit vor. Kräftiger Wind mit stürmischen Böen trat vorwiegend in der ersten Septemberhälfte auf. Stürmisch ging es vor allem am 6. und 7. und in der Zeit von 12. bis 15. September zu. Für das letztgenannte Sturmereignis war der zu einer außertropischen Zyklone umgewandelte ehemalige Hurrikan KATIA verantwortlich, der in diesem Zeitraum von den Britischen Inseln Richtung Finnland zog. Im Oktober kamen die ohne schon vorherrschenden südlichen Winden noch häufiger vor und erreichten einen Anteil von rund 60 bis 70 %. Windreich war vor allem die erste Monatshälfte, wobei die stärksten Windböen an der Nordsee vorkamen. Der ehemalige Hurrikan OPHELIA, der sich in der Zeit vom 6. bis 8. Oktober von der Norwegischen See nach Nordskandinavien verlagerte, löste Sturmböen bis Bft 10 aus, an exponierten Standorten sogar bis Bft 11. Im ungewöhnlich trockenen November zeigte die Windverteilung markante Abweichungen. Wie Abbildung 6 zu entnehmen ist, war das Auftreten von Winden aus östlichen Richtungen mit einem Anteil von 50 bis 60 % doppelt bis verdreifach so hoch wie gewöhnlich. Winde aus West bis Nord kamen dagegen nicht einmal zu 10 % der Zeit vor. Dabei war das Windaufkommen bis in die 4. Novemberwoche hinein unter Hochdruckeinfluss gering. Nach Umstellung der Großwetterlage brachten vom 25. November an Sturmtiefs, die vom Ostatlantik nach Skandinavien zogen, Sturmböen bis Bft 10, in exponierten Lagen sogar bis Orkanstärke. Diese Westwetterlage setzte sich im Dezember fort und prägte eindrucksvoll die Windverteilung. Wie Abbildung 6 zeigt wehte der Wind zu 60 bis 70 % der Zeit wehte der Wind aus westlichen Richtungen (Südwest bis Nordwest) und anders als im November, kamen östliche Winde so gut wie nicht mehr vor. Dabei erreichten die westlichen Winde zu einem Drittel der Zeit eine Windstärke von mindestens Bft 6 im 10-Minuten-Mittel. Sturmböen entsprachen Windstärken bis Bft 10. Vereinzelt wurden an der Nordfriesischen Küste auch orkanartige Böen (Bft 11) registriert.

Abbildung 6: Windverteilungen an der Station Boltenhagen im November und auf Helgoland im Dezember 2011 (rot) wie auch im Monatsmittel (CL/CR: Prozentualer Anteil der Windstillen vieljährig und 2011), GIF-Graphik: 27 KB

Abbildung 6: Windverteilungen an der Station Boltenhagen im November und auf Helgoland im Dezember 2011 (rot) wie auch im Monatsmittel (CL/CR: Prozentualer Anteil der Windstillen vieljährig und 2011)

*Geostrophischer Wind: Der geostrophische Wind ist dem horizontalen Gradienten des auf Meeresniveau reduzierten Luftdrucks proportional und damit - wie der reale Wind - ein Maß für die atmosphärische Bewegung.

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