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Salzgehalte an der mecklenburg-vorpommerischen Küste

 

Vorhandene Berichte :    Juni 2010   

Juni
2010

  Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie, Mecklenburg-Vorpommern

(http://www.lung.mv-regierung.de/)

Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) in Güstrow untersucht Auswirkungen des Oderhochwassers auf die Wasserqualität in den Küstengewässern

In den vergangenen Wochen hat das LUNG Messungen verschiedener Wassergüteparameter in den vom Oderhochwasser im Juni 2010 möglicherweise beeinflussten Küstengewässern Stettiner Haff, Peenestrom, Greifswalder Bodden und Pommersche Bucht veranlasst.

Das LUNG unternimmt im Rahmen der hoheitlichen Gewässerüberwachung regelmäßige Messfahrten, um die Wasserqualität der Küstengewässer des Landes zu dokumentieren. Diese langfristig angelegte Erfassung physikalischer, chemischer und biologischer Messgrößen ist Grundlage für eine gesicherte Zustandseinschätzung der Küstengewässer, z.B. für die Erkennung negativer Veränderungen der Meeresumwelt.

Auch während der Oderflut im August 1997 hatte das t umfangreiche Sondermessungen durchgeführt, um die Auswirkungen dieser Jahrhundertflut auf die Küstengewässerökosysteme einschätzen zu können. Seinerzeit waren erhöhte Gehalte an Schwermetallen gemessen sowie Pflanzenschutzmittel nachgewiesen, für die in Deutschland ein Anwendungsverbot besteht. Die hohe Schwebstofffracht hatte damals einen extremen Sauerstoffmangel in der südlichen Pommerschen Bucht verursacht. Dadurch war es zu einem großflächigen Absterben der am Meeresboden lebenden Tiere gekommen. Als Folge der zusätzlichen eingetragenen Schwermetalle waren in den Miesmuscheln auf der Odebank erhöhte Schwermetallgehalte gefunden worden, die sich aufgrund der filtrierenden Ernährungsweise in den Muscheln angereichert hatten.

Ergebnisse der Untersuchungen vom Juni 2010:

Anfang Juni hatte das Oderhochwasser das Stettiner Haff und die Pommersche Bucht erreicht. Auf Satellitenbildern, die dem LUNG vom Institut für Ostseeforschung Warnemünde zur Verfügung gestellt wurden, war die Oderfahne bereits am 3. und 4. Juni in der südlichen Pommerschen Bucht gut zu erkennen.

Bei der Messfahrt am 3. Juni wurde bei Ahlbeck ein deutlich reduzierter Salzgehalt von 2 PSU gemessen, normal sind in diesem Gewässer 6 bis 7 PSU. Das Oderwasser hatte sich als etwa 3 bis 4 Meter dicke Lamelle über dem Salzwasser eingeschichtet, war jedoch nur bis in Höhe Bansin nachweisbar. Durch den höheren Eintrag von Schwebstoffen war die Transparenz des Wassers von über zwei auf ein Meter Sichttiefe eingeschränkt. Die Sauerstoffwerte waren in den betroffenen Gebieten noch normal, so dass vorerst keine Schäden an der Bodenfauna zu befürchten sind.
Die Messungen vom 8. und 9. Juni belegen, dass das Oderwasser inzwischen auch den südöstlichen Greifswalder Bodden erreicht hatte. In der Pommerschen Bucht hatte sich das Oderwasser durch den Wind z.T. mit dem Ostseewasser vermischt und war weiterhin nur auf den südlichen Bereich der Bucht beschränkt. Der Sauerstoffgehalt hatte leicht abgenommen, aber noch keine kritischen Werte erreicht.

Der erhöhten Eintrag von Oderwasser bewirkte bei Phosphat einen Verdünnungseffekt. Die Konzentrationen von 0,35 bis 0,45 µmol P/l im Haff waren um mehr als die Hälfte geringer als üblich. Dagegen wurde Nitrat in großen Mengen in das Haff und die Pommersche Bucht gespült. Es wurden Konzentrationen zwischen 40 und 90 µmol N/l gemessen. Normalerweise werden im Juni im Haff Werte um 10 µmol N/l und in der südlichen Pommerschen Bucht um 2 µmol N/l gemessen.

Die Analysen der Schwermetalle vom 3. und 8. Juni und zeigen keinerlei erhöhte Belastungen im Stettiner Haff und in der Pommerschen Bucht im Vergleich zu den Ergebnissen der Vorjahre.

Leichtflüchtige Kohlenwasserstoffe (VOC), wie die Industriechemikalien Tri, Per oder Benzol wurden nicht nachgewiesen.

Von den fast 200 untersuchten Planzenschutzmitteln wurden nur sehr wenige Wirkstoffe überhaupt nachgewiesen. So fanden sich in der südlichen Pommerschen Bucht und im Kleinen Haff AMPA, ein Metabolit des Totalherbizids Glyphosat (Roundup), Chloridazon und Isoproturon in sehr geringen Konzentrationen. Die Arzneimittelbefunde waren ebenfalls unauffällig.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass das aktuelle Oderhochwasser bis jetzt geringere Auswirkungen auf die Küstengewässer hat als das Hochwasser 1997. Bis auf die sehr hohen Nitratwerte sind alle anderen Befunde in Bezug auf die Konzentrationen in der Wasserphase unauffällig. Trotzdem ist auch durch dieses Hochwasser, allein durch die zusätzlichen Wassermengen, ein erhöhter Eintrag von Schadstoffen in die Küstengewässer zu erwarten. Genauere Aussagen dazu lassen sich jedoch erst durch spätere Frachtabschätzung machen.

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 28.06.2010 12:58:00  
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