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MURSYS - Ostsee

   
 
 

Phytoplankton in der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken

 

Vorhandene Berichte :    Juni 2010    Juli 2010    November 2010   

Nov.
2010

  Leibniz-Institut für Ostseeforschung, Warnemünde
"Cruise Report No. 06HK1004 ; FS "HEINCKE" (HE 341); 9. - 22.11.2010";
(Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken)

(http://www.io-warnemuende.de/)

(Phyto)plankton von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken im November 2010

Vorläufige Ergebnisse:

Während der Reise des Forschungsschiffes HEINCKE im November 2010 zeigten Secchitiefen von 7 - 8 m in der südlichen und westlichen Mecklenburger Bucht an, dass dort keine Phytolanktonblüten auftraten. An der Station Kadetrinne (TF0046) betrug die Secchitiefe nur 4,5 m.
An allen biologischen Untersuchungsstationen konnte die Rippenqualle Mnemiopsis in hohen Abundanzen gefunden werden. Besonders große Exemplare (um 3 cm) traten an der Station O5 vor Warnemünde auf.

Den vollständigen Fahrtbericht in englischer Sprache finden Sie im Internet unter:
(http://www.io-warnemuende.de/fahrtberichte.html)

Juli
2010

  Leibniz-Institut für Ostseeforschung, Warnemünde:
"Cruise Report No. 06AK1003 ; FS "ALKOR" (AK 357); 16. - 25.7.2010";
(Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken)

(http://www.io-warnemuende.de/)

Phytoplankton von der Kieler Bucht bis zum nördlichen Gotlandbecken im Juli 2010

Vorläufige Ergebnisse:

Während der Reise des Forschungsschiffes ALKOR Ende Juli 2010 traten in der obersten Wasserschicht der nordöstlichen Arkonasee (Station TF 0145 und TF 0144) und des Bornholmbeckens (Station TF 0210 bis TF 0221) einige Ansammlungen fädiger Cyanobakterien auf. Östlich davon, etwa zwischen 16,6° E und 18,5° E wurden fleckenhaft dichte gelbe Matten der Art Nodularia spumigena beobachtet. Nördlich von 55,5° N verschwanden diese Blüten und nur noch wenige Cyanobakterienaggregate wurden in einzelnen Gebieten der östlichen Gotlandsee gefunden. In der westlichen Gotlandsee waren keine Ansammlungen von Cyanobakterien sichtbar.

Den vollständigen Fahrtbericht in englischer Sprache finden Sie im Internet unter:
(http://www.io-warnemuende.de/fahrtberichte.html)

Juni
2010

  Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW), Warnemünde

(http://www.io-warnemuende.de/)

Langzeit-Veränderungen der Phytoplankton-Zusammensetzung in der westlichen und zentralen Ostsee

(Dr. Norbert Wasmund, Zusammenfassung nach dem Vortrag auf dem 20. Meeresumweltsymposium am 1. und 2. Juni 2010 in Hamburg)

Die marine Umwelt unterliegt insbesondere durch menschliche Aktivitäten starken Veränderungen, die meistens nachteilig für das Ökosystem sind. Bevor sie bekämpft werden können, müssen diese Veränderungen identifiziert und analysiert werden. Dieser Bericht konzentriert sich auf das Phytoplankton in der westlichen und zentralen Ostsee, die einer deutlichen Eutrophierung unterliegt.

Leider gibt es keine Daten, die den unbeeinflussten Status zeigen und als Referenzwerte für die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) dienen können. Speziell aus der Kieler Förde stehen allerdings repräsentative Literaturdaten vom Beginn des 20. Jahrhunderts zur Verfügung, die dem unbeeinflussten Zustand nahe kommen. Dieser wird mit Daten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts und vom Beginn des 21. Jahrhunderts verglichen. Es zeigten sich bei verschiedenen Phytoplanktonarten deutliche Veränderungen. Während die Diatomeen-Gattung Skeletonema zu Beginn des 20. Jahrhunderts hauptsächlich im Sommer und Herbst auftrat, ist diese Gattung heute ein wesentlicher Bestandteil der Frühjahrsblüte. Viele Arten haben zugenommen (z.B. die Diatomeen Cerataulina pelagica, Dactyliosolen fragilissimus, Proboscia alata, Rhizosolenia setigera sowie der autotrophe Ciliat Mesodinium (=Myrionecta) rubrum). Die Dinoflagellat Prorocentrum minimum ist eingewandert. Prorocentrum balticum scheint verschwunden zu sein (siehe Tabelle 1).

Die Phytoplanktonbiomasse, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei 50 - 60 mg C/ m³ gelegen haben dürfte, hat sich seitdem etwa verdoppelt, wobei der stärkste Anstieg in den 1960er und 1970er Jahren vorkam.

Die punktuellen Einzeluntersuchungen lassen allerdings kaum Rückschlüsse auf die Langzeit-Variabilität zu und sind wenig repräsentativ. Erst ein systematisch durchgeführtes Langzeit-Monitoring erlaubt fundierte Trendanalysen. In der Ostsee wird ein im Rahmen der Helsinki Commission (HELCOM) international abgestimmtes Monitoring seit dem Jahre 1979 durchgeführt. Die neueste Trendanalyse auf Grundlage der HELCOM-Daten von 1979 bis 2005 wird in dieser Präsentation vorgestellt. Die Originaldaten stammen aus Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Litauen, Polen und Schweden.

Es wurde ein nicht-parametrischer Mann-Kendall-Test für lineare Trends angewendet. Wenn Trendbrüche vorkamen, wurden die Daten vor und nach diesem Trendbruch auf lineare Trends untersucht. Die Analysen wurden für die einzelnen Jahreszeiten, Stationen und Phytoplanktontaxa einzeln durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen einen Anstieg der Frühjahrs-Phytoplanktonbiomasse in der zentralen Ostsee, der hauptsächlich durch einen Anstieg der Dinoflagellaten und des autotrophen Ciliaten Mesodinium rubrum verursacht wird. Im Gegensatz dazu nahm die Frühjahrs-Phytoplanktonbiomasse in der Mecklenburger Bucht ab. Die Kieselalgen des Frühjahrs reduzierten sich Ende der 1980er Jahre drastisch, nehmen ab dem Jahr 2000 aber wieder zu. Dagegen hatten die Frühjahrs-Dinoflagellaten ihre stärkste Entwicklung Mitte der 1990er Jahre. Eventuell gibt es eine zehnjährige gegenläufige Oszillation von Kieselalgen und Dinoflagellaten bei den Frühjahrswerten. In Phasen mit schwacher Kieselalgenentwicklung im Frühjahr (1990er Jahre) findet man eine besonders starke Kieselalgenentwicklung im Herbst.

Im Sommer sank die Phytoplanktonbiomasse sowie die der Cyanobakterien, Dinophyceae, Euglenophyceae und Prasinophyceae in der südlichen eigentlichen Ostsee ab, während Kieselalgen keinen generellen Trend zeigten und Mesodinium rubrum zunahm.

Die Frage ob sich Trends fortsetzen, Trendbrüche oder sogar Oszillationen vorkommen lassen sich nur mit Fortsetzung der Messreihe beantworten. Das HELCOM-Monitoring begann zu spät, um den Haupt-Eutrophierungsschub zu dokumentieren, aber es kann Aufschluss über Erfolge von Umweltschutzmaßnahmen geben. Die aktuellen Monitoringdaten bilden eine fundierte Basislinie für die Beobachtung zukünftiger Veränderungen, die z.B. durch eine Klimaänderung zu erwarten sind.

Abbildung 1: Qualitative Langzeitveränderungen  einiger Phytoplanktonarten  in der Kieler Bucht, GIF-Graphik: 13 KB

Tabelle 1: Qualitative Langzeitveränderungen einiger Phytoplanktonarten in der Kieler Bucht

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 15.03.2011 15:24:33  
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