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MURSYS - Nordsee

   
 
 

Witterung

 

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Juni
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Juni 2013

Kurz umrissen, war der Juni im Nordseeraum zu kühl, zu nass und sonnenscheinarm. Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich zwischen 13 und 15 °C, womit sie um bis zu 1 K unter den Mittelwerten des Bezugszeitraums 1961 - 1990 blieben. Die niedrigsten Höchsttemperaturen von meist nur 12 bis 14 °C wurden gleich zu Monatsbeginn und am 27. und 28. Juni verzeichnet, als mit nördlichen bis nordwestlichen Winden und meist bedecktem Himmel maritime Kaltluft über die Nordsee geführt wurde. Unter dem Einfluss eines Hochdruckgebietes, das sich von den Britischen Inseln nach Nordskandinavien verlagerte, stiegen dann am 4. Juni die Temperaturen auf Werte um 20 °C. Obwohl sich der Hochdruckeinfluss fortsetzte, kam vom 8. Juni an der Wind wieder aus nördlichen Richtungen und bewirkte eine Abkühlung auf Höchstwerte von meist 14 bis 16 °C. Nachfolgend brachten Tiefdruckgebiete wechselhaftes Wetter mit Tagestemperaturen um 20 °C. Mit der Zufuhr von Warmluft aus Nordafrika und dem Mittelmeerraum wurden vom 18. bis 20. Juni bei bis zu 28 °C die höchsten Temperaturen dieses Monats erreicht. Tiefdruckeinfluss beendete am 21. rasch die hochsommerliche Witterung und nach dem 22. blieb es wechselhaft bei meist deutlich weniger als 20 °C. Nachfröste gab es im Juni nicht mehr und die Zahl der Sommertage (Maximumtemperatur 25 °C und mehr) lag mit bis zu 3 im Bereich der vieljährigen Mittel.

Obwohl es in der ersten Junidekade durchweg niederschlagsfrei war, setzte sich das hohe Niederschlagsaufkommen aus dem Vormonat fort. Mit rund 100 bis 150 mm wurden vielfach Überschüsse um 50 bis 100 % verzeichnet. Kräftige Gewitter mit ergiebigen Regenfällen trugen entscheidend zu diesen hohen Monatssummen bei. Vom 19. bis 21. und am 27. Juni wurden regional um 20 bis 30 mm, am 21. auf Helgoland sogar 41 mm pro Tag registriert.

Die Sonnenscheinarmut der letzten Junidekade wirkte sich deutlich auf die Sonnensscheindauer des gesamten Monats aus. Mit 160 bis knapp 200 Sonnenstunden wurden die Mittelwerte - wie im Mai - um 10 bis 30 % unterschritten. Mit durchweg 10 bis 16 Stunden Sonne stellte der Zeitraum 4. bis 7. Juni die sonnigste Phase des Monats dar.

Kräftigen Wind mit stürmischen Böen lösten vor allem Gewitter und am 15. die Passage eines Tiefausläufers aus. Die höchsten Böen entsprachen dabei Bft 8 bis 9.

Mai
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Mai 2013

Die Monatsmitteltemperaturen im Mai bewegten sich zwischen 9,5 °C auf Helgoland und 12 °C im Küstenbereich. Dabei war es in der Deutschen Bucht und im Insel- und Küstenraum Niedersachsens um bis zu 1 K zu kühl, im Insel- und Küstenbereich Schleswig-Holsteins um bis zu rund 0,5 K zu mild. Von Monatsbeginn bis zum 7. Mai lag der Küstenraum unter Hochdruckeinfluss. Dabei stiegen die Lufttemperaturen vom 6. bis 8. Mai auf Höchstwerte von 20 bis 24 °C. Auch nachfolgend wurden an einzelnen Tagen noch Höchsttemperaturen über 20 °C erreicht, wenn auf der Vorderseite von Tiefdruckgebieten warme Luft mit südlichen Winden herangeführt wurde, wie vor allem am 15. und 17. Mai. Sommertage mit mindestens 25 °C wurden in diesem Mai jedoch nicht verzeichnet, obwohl der Mai im Mittel der Jahre einen Sommertag hat. Am 12. und 13. Mai, zu den Eisheiligen, lagen die Höchsttemperaturen nur zwischen 9 (Helgoland) und 14 °C. Noch kühler war es aber vom 22. bis 25. Mai, als mit teils nordwestlichen bis nördliche Winden Kaltluft polaren Ursprungs über den Nordseeraum geführt wurde und die Temperaturen meist nur 9 bis 12 °C erreichten. Zu Monatsbeginn trat bei nächtlichem Aufklaren noch gebietsweise Frost in Bodennähe von örtlich bis zu -6 °C auf und vereinzelt geringer Luftfrost. Im weiteren Monatsverlauf gab es keinen Frost mehr. Das entspricht dem vieljährigen Mittel.

Das Niederschlagsaufkommen war meist deutlich höher als gewöhnlich und beendete die seit Februar bestehende Trockenheit. Während auf den Inseln nur rund 50 mm Niederschlag fielen, womit die Mittelwerte um bis zu 20 % überschritten wurden, gab es an den Küsten zwischen 80 und 120 mm und damit bis um das Doppelte der Monatsmittel. Nachdem es in der 1. Woche unter Hochdruckeinfluss noch niederschlagsfrei war, brachte von den Abend- bzw. Nachtstunden des 7. Mais an eine Folge von Tiefdruckgebieten und deren Ausläufer nahezu täglich Regen. Teilweise fielen 10 bis 20 mm am Tag, im Raum Bremerhaven am 17. sogar 26 mm.

Auf einen freundlichen Monatsbeginn mit rund 10 Sonnenstunden täglich folgte vom 7. Mai an teilweise sehr wolkiges Wetter. So brachte die Sonnenscheindauer insgesamt mit 140 bis knapp 200 Stunden weniger Sonnenstunden als der April und unterschritt die vieljährigen Monatsmittel um rund 10 bis 30 %.

Trotz der häufigen Passage von Tiefdruckausläufern, gab es nur wenige Tage mit kräftigem Wind. Der windreichste Tag war der 22. Mai, an dem sich ein Tief über dem Kattegatt verstärkte und über Dänemark in den Süden Schwedens und Norwegens zog. Über der Nordsee wehte ein stürmischer Wind aus Nordwest, der in Böen Windstärke 8 bis 10 Bft erreichte.

Apr.
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für April 2013

Nach dem deutlich zu kalten März war im April zeitweise ein Hauch von Frühling zu spüren. Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich mit rund 5 bis 7 °C verbreitet im Bereich der vieljährigen Mittelwerte. Nur an der nordfriesischen Küste und auf Helgoland war es noch um 0,5 bis knapp 1 K zu kühl. In der ersten Monatsdekade setzte sich die winterliche Witterung vom März fort. Die Tageshöchstwerte stiegen nicht über 10 °C an. Nachts gab es häufig leichten bis mäßigen Luftfrost bis um -5 °C, so dass die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) mit bis zu rund 10 meist deutlich über dem Durchschnitt lag, denn vielfach ist im April nur ein Frosttag zu erwarten. In der zweiten Monatsdekade führten Tiefdruckgebiete wärmere Luftmassen aus Südwesten heran. Am Tage stiegen die Temperaturen verbreitet auf 10 bis 21 °C. Diese milde Phase wurde am 26. abrupt beendet, als auf der Rückseite eines Tiefs polare Kaltluft herangeführt wurde, die für einen Temperatursturz von vielfach 5 bis 15 °C sorgte. Während die Tageshöchstwerte am 25. noch bei 10 bis 21 °C lagen, waren es am 26. meist nur noch 5 bis 8 °C. Bis zum Monatsende blieb es bei Temperaturen bis um 12 °C kühl.

Die seit Februar durchweg zu trockene Witterung an der deutschen Nordseeküste setzte sich im April fort. Mit Monatsniederschlägen zwischen 15 und 30 mm lagen die Defizite in diesem Monat bei 30 bis 60 %. Die höchsten Tagesniederschläge, die überwiegend unter 10 mm blieben, fielen vom 9. bis 12. sowie am 26. April.

Die Sonne ließ sich im April für meist 160 bis 205 Stunden blicken. Das Soll wurde dabei verbreitet um bis zu 20 % überschritten. Sonnenscheinarm war es vor allem vom 10. bis 14. sowie am 26. April, als sich die Sonne vielerorts gar nicht oder für weniger als eine Stunde am Tag zeigte.

Besonders stürmisch war es an der deutschen Nordseeküste nur am 18. April, als ein Sturmtief vom Norden der Britischen Inseln nach Nordskandinavien zog und verbreitet Böen der Stärke Bft 8 bis 9, vereinzelt auch Bft 10, hervorrief.

März
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für März 2013

Von Frühlingsbeginn war im März kaum etwas zu spüren. Mit Monatsmitteltemperaturen zwischen -0,5 und 1 °C war es im Vergleich zur Referenzperiode 1961 - 1990 um 2,5 bis 4 K zu kalt. Dabei war dieser März teilweise der kälteste März seit Aufzeichnungsbeginn. Zwar stiegen die Temperaturen am 5./6. bei Zufuhr milder Luftmassen aus südlichen Richtungen verbreitet in den zweistelligen Bereich, doch schon am 7. strömte hinter einer Kaltfront deutlich kältere Luft arktischen Ursprungs in den Küstenraum. Nachfolgend blieben die Temperaturen dann - von einzelnen örtlichen Ausnahmen abgesehen - unter 5 °C. In den Nächten gab es ab dem 10. fast durchweg leichten bis mäßigen Luftfrost bis um -7 °C. Gelegentlich trat auch Dauerfrost auf. Ursache für die kalte Witterung waren insbesondere kräftige Hochdruckgebiete über Grönland oder Nord- und Osteuropa, mit denen Kaltluft aus polaren Breiten herangeführt wurde. Die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) lag im März mit 23 bis 27 meist zwei- bis viermal höher als üblich. Auch Dauerfrosttage, deren Anzahl sich in diesem Monat zwischen 3 und 5 bewegte, traten häufiger auf als im Mittel (meist 1 Tag).

Nach dem schon zu trockenen Februar gab es auch im März deutliche Niederschlagsdefizite. Verbreitet fielen weniger als 20 mm, was rund 20 bis 40 % des Monatssolls entspricht. List auf Sylt wurde, wie im Vormonat, als bundesweit trockenste Station geführt. Mit einer Niederschlagshöhe von 3 mm wurden dort nur 7 % des vieljährigen Mittels verzeichnet. Bedingt durch die kalte Witterung fielen die Niederschläge überwiegend als Schnee, wobei sich zeitweise eine geschlossene Schneedecke bildete, die unter 10 cm Höhe blieb.

Die Sonne zeigte sich nach den trüben Vormonaten an 110 bis 175 Stunden, womit das Soll um 10 bis 50 % überschritten wurde.

Kräftiger Wind mit Böen, die der Stärke Bft 8 bis 9 entsprachen, wehte vor allem vom 7. bis 11., am 17./18. sowie vom 22. bis 25. März. Im letztgenannten Zeitraum führte der starke Ostwind an der nordfriesischen Küste zu Niedrigwasser, so dass zeitweise der Fährverkehr eingestellt werden musste und auf Helgoland löste er orkanartige Sturmböen (Bft 11) aus.

Im März war es entlang der deutschen Nordseeküste meist eisfrei.

Feb.
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Februar 2013

Im Februar war es mäßig kalt. Die Monatsmitteltemperaturen lagen mit 0 bis 1,5 °C bis knapp 1 K unter dem vieljährigen Mittel von 1961 - 1990. Am Monatsanfang bestimmte eine milde Westströmung das Wetter in Mitteleuropa. An der deutschen Nordseeküste stiegen die Temperaturen auf Werte bis um 7 °C. Anschließend gelangte Deutschland in den Bereich kälterer Luft aus dem Norden. Tagsüber wurde es selten wärmer als 4 °C. In den Nächten gab es häufig leichten bis mäßigen Luftfrost, vereinzelt trat Dauerfrost auf. Die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) lag mit 10 bis 20 meist um 1 bis 4 über dem Durchschnitt, während deutlich weniger Dauerfrosttage auftraten als üblich (0 bis 3 Dauerfrosttage statt 4 bis 6).

Mit Monatsniederschlägen zwischen meist 20 bis 30 mm, die zum Großteil schon in den ersten Tagen des Februars fielen, war es verbreitet zu trocken. Gebietsweise gab es Defizite von knapp 50 %. List auf Sylt verzeichnete sogar nur 12 mm, rund ein Drittel der dort üblichen Niederschlagshöhe für Februar. Gleichzeitig war dies die geringste Niederschlagshöhe aller deutschen Stationen im betrachteten Monat. Die Niederschläge fielen zum Teil als Schnee, wobei sich zeitweise eine geschlossene Schneedecke von wenigen Zentimetern Höhe bildete.

Auch im Februar herrschte, wie schon in den beiden vorangegangenen Monaten trübe Witterung vor. Mit 40 bis 50 Sonnenstunden lagen die Defizite an Sonnenschein in diesem Monat an der deutschen Nordseeküste bei 30 bis 45 %. Für Deutschland insgesamt war der Winter 2012/2013 der sonnenscheinärmste Winter seit Beginn flächendeckender Messungen im Jahr 1951.

Kräftiger Wind wehte vor allem zu Monatsbeginn. Am 4. und 5. wurden dabei verbreitet Böen der Stärke Bft 8 bis 9 registriert, als ein Sturmtief von Island Richtung Nordsee zog.

Anfang Februar war es an der deutschen Nordseeküste eisfrei. Die kalte Witterung führte dann zur Monatsmitte an der nordfriesischen Küste zeitweise und örtlich begrenzt zur Neueisbildung. Am 19. war die deutsche Nordseeküste wieder eisfrei.

Jan.
2013

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Januar 2013

Im Januar führte der Wechsel von einer milden zu einer winterlich kalten und anschließend zu einer erneut milden Witterungsphase zu Monatsmitteltemperaturen, die sich mit meist 0,5 bis 2,0 °C im Bereich der vieljährigen Mittel bewegten. In den milden Witterungsabschnitten zu Monatsbeginn und Monatsende stiegen die Tageshöchsttemperaturen am 3. und 30. im Bereich der südlichen Nordseeküste bis auf Werte um 11 °C an. Im Gegensatz dazu herrschte während der kalten Phase, die etwa vom 11. bis zum 26./27. andauerte und im Wesentlichen durch Hochdruckgebiete über Skandinavien geprägt war, an 10 bis 15 Tagen Dauerfrost. Das waren deutlich mehr als die durchschnittlich zu erwartenden 4 bis 7 Tage. Auch die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) lag mit 14 bis 17 um bis zu 3 Tage über dem Durchschnitt. In dem winterlich geprägten Zeitraum sanken die nächtlichen Lufttemperaturen über der fast durchweg vorhandenen Schneedecke örtlich auf Werte bis um -10 °C ab. Tagsüber wurden vereinzelt nur Höchstwerte um -5 °C erreicht.

Mit Monatsniederschlägen zwischen 40 und 70 mm fiel gebietsweise nur 70 % der Monatsmittel; in einigen Regionen wurden aber auch Überschüsse von bis zu 20 % registriert. Während der winterlichen Phase bildete sich verbreitet eine geschlossene Schneedecke von bis zu 5 cm Höhe, die aber bei den milderen Temperaturen und Regen am Monatsende rasch abschmolz. Besonders ergiebige Niederschläge brachten am Monatsende die Ausläufer mehrerer Sturmtiefs mit Tagesniederschlägen von teilweise 10 bis 15 mm.

Ähnlich wie im Dezember, so herrschte auch im Januar vorwiegend trübes Wetter vor. Die Sonnenscheindauer lag bei 25 bis 50 Stunden und somit meist um bis zu 40 % unter dem Soll.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen trat im Monatsverlauf zunächst nur selten auf. Am Monatsende lösten dann aber die Sturmtiefs KERIM und LENNART verbreitet Sturmböen der Stärke 9 bis 10 aus. Auf Sylt wurden sogar orkanartige Sturmböen (Bft 11) verzeichnet. In der Nacht vom 30. auf den 31. trat dann die erste Sturmflut des Jahres an der deutschen Nordseeküste und an der Elbe auf, wobei es sich aber nicht um eine schwere Sturmflut handelte.

Mehrtägiger Dauerfrost führte zur Eisbildung. Am 18. Januar hatte sich an der nordfriesischen Küste in einigen Häfen Eis gebildet. Am Eiderdamm kam zunächst 5 cm, später bis zu 15 cm dickes Eis vor. Ab dem 22. bildete sich dann an der ostfriesischen Küste und in den Ästuaren stellenweise Neueis. Gegen Monatsende schmolz das Eis bei milden Temperaturen, so dass die deutsche Nordseeküste am 31. Januar, mit Ausnahme des Eiderdamms, weitgehend eisfrei war.

2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Die Witterung im Jahr 2012 an Nord- und Ostsee

(Bericht des Deutschen Wetterdienstes, DWD, C. Lefebvre, A. Tadschikowa)

Ähnlich wie das Vorjahr, fiel das Jahr 2012 zu mild aus. Die Jahresmitteltemperaturen bewegten sich westlich der Elbe zwischen 9,1 und 9,7 °C (Helgoland) und im übrigen Küstenraum zwischen 8,5 °C (Kap Arkona) und 9,0 °C. Sie lagen damit um rund 0,7 K über den Mittelwerten von 1961 - 1990.

Das Jahr legte mit Höchsttemperaturen bis zu 11 °C am Neujahrstag teilweise den mildesten Start seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen hin. In der letzten Januarwoche erfasste dann mit Zufuhr russischer Kaltluft eine massive Kältewelle große Teile Europas, die bis Mitte Februar anhielt. Der März war extrem trocken, der Juni zu kühl und sonnenscheinarm und der Dezember brachte einen frühen Wintereinbruch.

Das leicht überdurchschnittliche Temperaturniveau ging mit einer geringeren Anzahl an Frosttagen (Minimumtemperatur unter 0 °C) und Eistagen (Maximumtemperatur unter 0 °C) einher als im Mittel von 1961 bis 1990. Die Zahl der Frosttage lag an der Nordsee meist zwischen 41 und 52 (auf Helgoland und den Ostfriesischen Inseln um 25), an der Ostsee zwischen 44 und 70 (am Kleinen Haff 82). Das waren 12 bis 22 Tage weniger als im Durchschnitt. Dabei trat Frost von Januar bis April und von Oktober bis Dezember auf. Dauerfrost (Eistage) trat an der Nordsee an 10 bis 19 Tagen, an der Ostsee an 17 bis 27 Tagen auf. Das waren 1 bis 3 Tage weniger als gewöhnlich. Die Anzahl der Sommertage (Maximumtemperatur mindestens 25 °C) lag mit Ausnahme von Helgoland zwischen 5 und 19 und damit im Bereich der Mittelwerte, ebenso wie die Zahl der heißen Tage (Maximumtemperatur mindestens 30 °C) mit meist 1 oder 2, in Greifswald 4.

Der Jahresgang der Temperatur im Jahr 2012 war nur geringfügig ausgeprägter als im Jahr 2011 und im vieljährigen Mittel, wie in Abbildung 1 am Beispiel von Helgoland und Arkona zu sehen ist.

Das Jahr legte mit Höchsttemperaturen bis zu 11 °C am Neujahrstag teilweise den mildesten Start seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen hin. In der letzten Januarwoche erfasste dann mit Zufuhr russischer Kaltluft eine massive Kältewelle große Teile Europas, die bis Mitte Februar anhielt. Der Februar fiel um 1 bis 2 K zu kalt aus, und die Anzahl der Eistage war doppelt so hoch wie üblich. Im März schritt dann die jahreszeitliche Erwärmung wesentlich schneller voran als üblich, so dass die Monatsmitteltemperaturen um etwa 2,0 bis 3,5 K über dem Mittel der Referenzperiode 1961 - 1990 lagen. Der April fiel typisch wechselhaft und 0,5 bis 1 K zu mild aus. Im Mai gab es pünktlich zu den Eisheiligen (11. - 15. Mai) einen Kaltlufteinbruch. Die Zufuhr von Meeresluft polaren Ursprungs löste einen Temperatursturz von rund 10 K aus, wodurch die Tageshöchsttemperaturen am 12. meist nur noch bei 10 bis 12 °C lagen. An der Ostsee trat in den Folgenächten gebietsweise wieder leichter Frost in Bodennähe auf. Im letzten Maidrittel wurden dann aber die ersten Sommertage verzeichnet, so dass der Monat insgesamt um 1 bis 2 K zu warm ausfiel. Juni und Juli zeigten einen wechselhaften Witterungscharakter, wobei der Juni um bis zu 1 K zu kühl und der Juli geringfügig wärmer ausfiel als im Mittel. Der August wurde durch vorherrschenden Hochdruckeinfluss geprägt. Er war um 1 bis 2 K wärmer als gewöhnlich. Die höchsten Temperaturen wurden gegen Ende der zweiten Monatsdekade erreicht, als mit einer südlichen Strömung mediterrane Luftmassen herangeführt wurden und die Sonne mehr als 10  Stunden lang schien. Am meist wärmsten Tag des Jahres, dem 19. August, erreichten die Höchsttemperaturen - mit Ausnahme der Hochseeinsel Helgoland - zwischen 27 und 35 °C. Sommerlich geprägt war auch noch das erste Septemberdrittel. Danach wurde es zwar herbstlich kühl und stürmisch, aber dennoch war der September um 0,5 bis 1 K wärmer als im vieljährigen Mittel. Im Oktober lagen die Monatsmitteltemperaturen im Bereich der Durchschnittswerte oder leicht darunter. Nach einem Kaltlufteinbruch am 26. gab es vorübergehend Frost in Bodennähe und ersten Luftfrost. Der Herbst verabschiedete sich mit einem um knapp 0,5 bis 1 K zu warmen November, in dem es kaum Nachtfrost gab. Der Dezember begann winterlich mit Kälte und Schnee. Er fiel westlich der Elbmündung geringfügig zu mild, sonst um bis zu 1,5 K zu kalt aus. Die Zahl der Tage mit Dauerfrost lag östlich der Elbe meist um 3 bis 5 Tage über dem Durchschnitt.

Abbildung 1a: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur Helgoland, GIF-Graphik: 21 KB

Abbildung 1b: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur Kap Arkona, GIF-Graphik: 19 KB

Abbildung 1: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur

Die ohnehin schon deutlichen Niederschlagsunterschiede zwischen Nord- und Ostsee waren 2012 noch verstärkt. Denn im ohnehin niederschlagsreicheren Nordseeraum fiel verbreitet bis zu rund 20 % mehr Niederschlag als im Mittel der Jahre 1961 - 1990, während im trockeneren Ostseeraum bis zu 15 % weniger fiel. Den meisten Niederschlag verzeichnete der Raum Halbinsel Eiderstedt / Nordfriesland (St. Peter Ording 989 mm). Im übrigen Nordseeraum und an der nördlichen Ostseeküste Schleswig-Holsteins fielen meist zwischen 730 und 850 mm, während an der übrigen deutschen Ostsee verbreitet 530 bis 580 mm verzeichnet wurden, zwischen Boltenhagen und Rügen und auf Fehmarn jedoch nur rund 470 bis 490 mm. Dabei lag die Anzahl der Niederschlagstage mit mehr als 1 mm an der Nordsee mit meist 130 bis 145 um bis zu 10 Tage (in St. Peter Ording mit 156 Tagen sogar um 21 Tage) über dem Durchschnitt. An der Ostsee gab es rund 100 bis 120 solcher Niederschlagstage, was im Bereich der vieljährigen Mittel lag. Passend dazu lag die Anzahl der Tage mit Starkniederschlägen (über 10 mm) an der Nordsee um 1 bis 6 Tage über und an der Ostsee um 2 bis 7 Tage unter dem Durchschnitt.

Auf einen niederschlagsreichen Januar, an dem an der niedersächsischen Nordsee bis um das Doppelte des gewöhnlichen Niederschlags fiel, folgte mit 10 bis 30 mm ein vielfach zu trockener Februar. Noch trockener war der März mit Niederschlagshöhen zwischen 5 und 20 mm. An der Ostsee war er der trockenste März seit Aufzeichnungsbeginn 1947, an der Nordsee war der März 1996 mit nicht einmal 10 mm noch trockener. Im April gab es regionale Unterschiede mit Defiziten als auch Überschüssen bis zu 30 %, bevor der Mai vor allem an der Ostsee deutlich zu trocken ausfiel. Juni und Juli waren verbreitet zu nass. Teilweise fiel bis zum Doppelten der Mittelwerte. Aber es gab auch Gebiete, in denen es zu trocken war. Ein hohes Aufkommen an Gewittern, aber auch das Tief KATARZYNA am 24. Juni lösten Tagesniederschläge bis um 30 mm, vereinzelt auch bis zu 50 mm aus, was zu lokalen Überschwemmungen führte. Im August wie auch im September lag das Niederschlagsaufkommen an der Nordsee fast durchweg über dem Durchschnitt, während es an der Ostsee meist Defizite gab, im September sogar bis zu 60 %. Der Oktober brachte vielfach leicht überdurchschnittliche Niederschläge. Nur im Bereich der Weser- und Elbemündung und an der westlichen Ostsee war es zu trocken. Der Herbst endete mit einem zu trockenen November, der Defizite von 20 bis 50 % brachte, während der Dezember wieder überwiegend zu nass ausfiel.

Abbildung 2a: Jahresgang des Niederschlags Helgoland, GIF-Graphik: 10 KB

Abbildung 2b: Jahresgang des Niederschlags Kap Arkona, GIF-Graphik: 20 KB

Abbildung 2: Jahresgang des Niederschlags

Mit Beginn der kalten Witterungsphase in der letzten Januarwoche gingen die Niederschläge in Schnee über. Ende Januar lag eine geschlossene Schneedecke von überwiegend 2 bis 3 cm, die auf rund 10 cm im Februar anwuchs, bevor sie in der 2. Monatshälfte rasch wieder abschmolz. Im Dezember gab es vor allem in der 1. Monatshälfte Schneefälle, die durchweg zu einer geschlossenen Schneedecke führten. Regional wurden dabei maximale Schneehöhen zwischen 10 und 20 cm gemessen, an der Ostsee auch bis um 30 cm. Nach Monatsmitte taute der Schnee dann zunehmend ab, bevor am 21. erneuter Schneefall aufkam. Die Schneedecke hielt sich aber nicht über die gesamten Weihnachtsfeiertage.

Die Sonnenscheindauer im deutschen Küstenraum bewegte sich zwischen 1462 Stunden in Cuxhaven und 1923 Stunden am Kap Arkona. Verbreitet schien die Sonne um bis zu 10 % mehr als im Mittel der Jahre 1961 - 1990, aber in einigen Gebieten, wie zwischen Weser und Elbe, im nördlichen Nordfriesland, an der westlichen Ostsee und östlich von Rügen wurden die Mittelwerte um bis zu 10 % verfehlt. Wie Abbildung 3 zu entnehmen ist, war der Jahresbeginn (Januar bis März) deutlich sonnen-scheinreicher als gewöhnlich. An der Ostsee schien die Sonne im Januar mit rund 60 bis 80 Stunden teilweise doppelt so lange wie im Mittel. Dagegen fiel der Juni nicht nur mit seiner Kälte, sondern auch mit seiner Sonnenscheinarmut auf. Er verbuchte mit 140 bis 210 Stunden Defizite von 15 bis 40 %. Sonnenscheinreich war dagegen der August mit 205 bis 260 Sonnenstunden und einem Plus von bis zu 20 %. Der Juli war überdurchschnittlich sonnig an der Nordsee, der Oktober an der Ostsee. September und November brachten bei regionalen Ausnahmen meist weniger Sonne als im Mittel. Das Jahr endete mit einem überwiegend sonnenscheinarmen Dezember, in dem die Mittelwerte mit 20 bis 40 Sonnenstunden um bis zu 45 % unterschritten wurden.

Abbildung 3a: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer Helgoland, GIF-Graphik: 11 KB

Abbildung 3b: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer Kap Arkona, GIF-Graphik: 27 KB

Abbildung 3: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer

Der Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur in der westlichen Ostsee in Abbildung 4 zeigt, wie der Kälteeinbruch in der letzten Januarwoche zu einem raschen Rückgang der Wassertemperaturen führte. Die Mittelwerte der 10-jährigen Periode von 1997 bis 2006 wurden um bis zu 3 K unterschritten. Durch die frostige Witterung kam es vom 26. an zunächst in geschützt liegenden und flachen inneren Gewässern, später in den Häfen der Ostsee und am 31. an der nordfriesischen Küste zur Eisbildung. Bis Mitte Februar wuchs das Eis bis zu einer Dicke von 30 cm an, was die Behinderung der Schifffahrt zur Folge hatte. Mildere Temperaturen leiteten nachfolgend die Eisschmelze ein, wodurch es am Monatsende weitestgehend eisfrei war. Im März bewirkte das überdurchschnittliche Temperaturniveau eine raschere Erwärmung der Gewässer als üblich. Im April und Mai lagen die Wassertemperaturen dann wieder im Bereich der vieljährigen Mittel, wobei die sommerliche Witterung Ende Mai die weitere Erwärmung deutlich förderte, die kühle Juniwitterung diese aber im Folgenden beträchtlich verzögerte, so dass die Wasseroberflächentemperaturen im Juni um 1 K niedriger ausfielen als im Mittel 1997 - 2006. Im Juli und anfangs auch im August blieben diese leicht unter dem Durchschnitt. Erst die hochsommerliche Witterung Mitte August sorgte für eine deutliche Erwärmung auf leicht überdurchschnittliche Werte, die bis in den September hinein bestehen blieben. Danach bewegten sich die Wassertemperaturen im Bereich der Mittelwerte, im frostarmen November auch um bis zu 1 K darüber. Dauerfrost führte nach Dezemberbeginn zu einer raschen Abkühlung und zur Eisbildung in Häfen, flachen und geschützt liegenden Gewässern entlang der Ostsee und der nordfriesischen Küste. Die Eisdicke erreichte vielfach bis zu 5 cm, in den östlichen Gebieten der Ostsee, wie am Kleinen Haff, bis zu 10 cm. Durch die einsetzende Milderung, schmolz das Eis, womit die Nordseeküste Ende der zweiten Monatsdekade und die Ostsee in der letzten Dezemberwoche wieder eisfrei wurde.

Abbildung 4: Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur Westliche Ostsee, GIF-Graphik: 27 KB

Abbildung 4: Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur

Das Windaufkommen war 2012 ähnlich hoch wie im Vorjahr. Wie Abbildung 5 zeigt, betrug das Jahresmittel des geostrophischen Windes* über der Deutschen Bucht 11,2 m/s (2011: 11,1 m/s), was 40 km/h entspricht. Es blieb damit weiterhin geringfügig unter dem 120-jährigen Mittel von 1880 bis 2009, das 11,6 m/s (41,8 km/h) beträgt. An 2 % der Tage lag die Windgeschwindigkeit über 27,8 m/s (100 km/h) und blieb damit ebenfalls knapp unterhalb des Mittelwertes der 98 % Perzentile.

Abbildung 5: Jahresmittel und 98% Perzentile des geostrophischen Windes über der Deutschen Bucht, GIF-Graphik: 45 KB

Abbildung 5: Jahresmittel und 98 % Perzentile des geostrophischen Windes über der Deutschen Bucht

Das Jahr begann mit einem stürmischen Januar. Sturm- und Orkantiefs zogen im Monatsverlauf über den Norden Europas und lösten in Küstengebieten verbreitet Sturmböen der Stärke Bft 9 bis 10, vereinzelt auch Bft 11, aus. Am 5. sorgte der Durchzug des Tiefs ANDREA auf den Nordseeinseln für Böen bis Orkanstärke (Bft 12) und eine leichte bis mittlere Sturmflut mit Wasserständen bis zu 1,40 m über dem mittleren Wasserstand am 6. Januar an der Ostsee. Auch in der 2. Februarhälfte traten vermehrt stürmische Winde auf, die in exponierten Lagen mit Böen bis Bft 10 oder 11 verbunden waren. Nachdem im Januar und Februar Winde aus westlichen Richtungen (SW bis NW) zu 60 % der Zeit wehten, hatten sie im März sogar einen Anteil von rund 70 %, was gegenüber dem vieljährigen Mittel eine Steigerung um 20 bis 25 % bedeutet (siehe Abbildung 6). Im Mai ging der Kaltlufteinbruch zu den Eisheiligen mit stürmischen Winden aus nördlichen Richtungen einher. Südliche Winde, die zu 40 bis 50 % der Zeit wehten, dominierten im Juni und Juli das Windaufkommen. In den Sommermonaten lösten vor allem Gewitter stürmische Böen aus. Diese erreichten z.B. am 18. Juni bis zu 56 Knoten, was Bft 11 entspricht. Aber auch sommerliche Tiefdruckgebiete bewirkten an der Nordsee Sturmböen, die vereinzelt Bft 10 entsprachen. Diese schweren Sturmböen wurden auch in den folgenden Monaten immer mal wieder verzeichnet. Dabei war im September der Anteil an Winden aus westlichen Richtungen (Südwest bis Nordwest) überdurchschnittlich hoch. Sie wehten zu 75 % der Zeit (vgl. Abbildung 6). Der November zeichnete sich durch einen Anstieg der Häufigkeit der ohnehin schon vorherrschenden südlichen Winde um 20 % aus. Kräftig waren sie in der ersten und letzten Monatsdekade vor allem an der Nordsee. Auf den Nordseeinseln löste das Sturmtief FRANZISKA am 25. sogar orkanartige Böen (Bft 11) aus. Im Dezember kamen die Winde zu mehr als der Hälfte der Zeit aus Ost bis Süd, während im vieljährigen Mittel Winde aus westlichen Richtungen (SW bis NW) solch einen hohen Anteil haben. Winde aus diesen Richtungen wehten aber nur zu einem Drittel der Zeit. Sturmböen bis hin zu schweren Sturmböen traten insbesondere um Weihnachten auf.

Abbildung 6: Windverteilungen an der Station Boltenhagen im März und auf Helgoland im September 2012 (rot) wie auch im Monatsmittel (CL/CR: Prozentualer Anteil der Windstillen vieljährig und 2012), GIF-Graphik: 16 KB

Abbildung 6: Windverteilungen an der Station Boltenhagen im März und auf Helgoland im September 2012 (rot) wie auch im Monatsmittel (CL/CR: Prozentualer Anteil der Windstillen vieljährig und 2012)

*Geostrophischer Wind: Der geostrophische Wind ist dem horizontalen Gradienten des auf Meeresniveau reduzierten Luftdrucks proportional und damit - wie der reale Wind - ein Maß für die atmosphärische Bewegung.

Dez.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für Dezember 2012

Im Dezember wurden im deutschen Nordseeraum Monatsmitteltemperaturen zwischen 1 und 4 °C verzeichnet. Damit war es nördlich der Elbmündung und im Raum Helgoland um bis zu rund 1 K zu kühl und westlich der Elbmündung geringfügig zu warm. Die Anzahl der Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C), die sich überwiegend zwischen 6 und 14 bewegte, lag meist im Bereich der vieljährigen Mittelwerte. Im Weser-Elbe-Raum wie auch im Insel- und Küstengebiet Schleswig-Holsteins herrschte gebietsweise auch Dauerfrost. Mit teilweise 8 Eistagen (Maximum der Lufttemperatur <0 °C) wurden im Insel- und Küsten-Gebiet Nordfrieslands bis zu 4 Eistage mehr registriert als im Mittel. Die meisten Frost- und Eistage traten in der ersten Monatshälfte auf, als Kaltluft über dem Küstenraum lag und Tiefdruckgebiete zeitweise für Schneefall sorgten. Die tiefsten Nachttemperaturen wurden am 8. gemessen. Bei nächtlichem Aufklaren gingen über einer Schneedecke die Lufttemperaturen örtlich bis auf -10 °C zurück. Gegen Monatsmitte stellte sich die Großwetterlage um. Mit südwestlichen Winden wurden mildere Luftmassen herangeführt, die Tauwetter einleiteten. Am 15. erreichten die Tageshöchstwerte mit 4 bis 9 °C einen vorläufigen Höhepunkt, nachdem tags zuvor noch gebietsweise Dauerfrost geherrscht hatte. Um den 21./22. sorgte ein kräftiges Hoch über Russland zwar noch einmal für einen Vorstoß kalter Luftmassen aus Osten und Höchsttemperaturen von nur -2 bis 2 °C, doch anschließend setzte sich wieder mildere Witterung durch. Die höchsten Temperaturen dieses Monats wurden mit Werten um 11 °C am 29. an der südlichen Nordseeküste verzeichnet.

Im Dezember dominierten meist Tiefdruckgebiete das Wettergeschehen, die vor allem in der ersten Monatshälfte auch zu Schneefall führten. Dabei entstand zeitweise eine geschlossene Schneedecke. Maximal erreichten die Schneehöhen 2 bis 5 cm, örtlich aber auch 12 cm. Mit Niederschlagshöhen zwischen 80 und 130 mm lag das Niederschlagsaufkommen an der deutschen Nordseeküste über dem Durchschnitt, meist um 15 bis 65 %.

Der Dezember gestaltete sich trübe. Mehr als 3 Sonnenstunden am Tag wurden nur an wenigen Tagen registriert. Am längsten ließ sich die Sonne noch an der nordfriesischen Küste blicken. Bei einer Sonnenscheindauer zwischen meist 20 und 40 Stunden wurde das Soll verbreitet nicht erreicht, sondern um bis zu 45 % unterschritten.

Tiefdruckgebiete und Tiefausläufer bewirkten immer wieder Wind mit stürmischen Böen. Schwere Sturmböen (Bft 10) wurden insbesondere am 5., 14. und 24./25. Dezember von den Inseln gemeldet.

An der nordfriesischen Küste führte der Dauerfrost in der zweiten Monatspentade in einigen Häfen und an geschützten Stellen zur Bildung von Neueis und dünnem Eis. Die Eisdicke wuchs vereinzelt bis auf 5 cm an. Mit einsetzender Milderung schmolz ab Monatsmitte das Eis wieder, so dass es bereits am Ende der zweiten Monatsdekade verbreitet eisfrei war.

Nov.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für November 2012

Der Herbst verabschiedete sich in diesem Jahr mit einem geringfügig zu warmen November. Die Monatsmitteltemperaturen von rund 6 bis 7 °C (auf Helgoland 8,2 °C) lagen dabei meist um 0,5 bis 1,0 K über den Mittelwerten der Referenzperiode 1961 - 1990. In der ersten Monatshälfte bewegten sich die Tageshöchsttemperaturen fast durchweg zwischen 7 und 12 °C. Danach war es zeitweise unter dem Einfluss eines Hochdruckgebietes, das sich im Laufe der 2. Monatsdekade unter Verstärkung nach Osteuropa verlagerte und Nebel und Hochnebel auslöste, kälter. Am 16. lagen die Höchsttemperaturen verbreitet sogar nur zwischen 1 und 4 °C. Insbesondere um den 15. bis 20. November trat bei nächtlichem Aufklaren gebietsweise leichter Frost in Bodennähe und örtlich auch Luftfrost auf. Insgesamt gab es aber nur selten mehr als einen Frosttag (Minimum der Lufttemperatur <0 °C), während im Mittel meist bis zu 6 Frosttage verzeichnet werden. Mit Annäherung von Kaltluft aus nördlichen Breiten wurde es gegen Monatsende kontinuierlich kühler, so dass die Tageshöchsttemperaturen am 29./30. verbreitet nur noch maximal 6 °C erreichten.

Der November fiel an der deutschen Nordseeküste zu trocken aus. Mit Niederschlagshöhen zwischen meist 30 bis 80 mm wurden rund 50 bis 80 % des Solls erreicht. Den Großteil dieses Niederschlags brachten Tiefausläufer schon in der ersten Monatsdekade. Nach einer überwiegend niederschlagsfreien Hochdruckphase, bei der atlantische Tiefausläufer den deutschen Nordseeraum jedoch in abgeschwächter Form zeitweise streiften, wurde es gegen Monatsende wieder wechselhaft mit häufiger auftretenden Niederschlägen.

Die Sonnenscheindauer bewegte sich zwischen 35 bis 65 Stunden und nahm von den Inseln und Küsten Ostfrieslands, wo die Mittelwerte um bis zu 20 % überschritten wurden, nach Osten hin ab. Entlang der schleswig-holsteinischen Westküste und auf Helgoland blieb sie um bis zu 30 % unter den Sollwerten.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen der Stärke Bft 8 bis 9 wehte vorwiegend in der ersten und letzten Monatsdekade. Am 25. November, als das Sturmtief FRANZISKA von den Britischen Inseln über die Nordsee nach Dänemark zog, wurden von einigen Nordseeinseln auch orkanartige Böen (Bft 11) gemeldet.

Okt.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für Oktober 2012

Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich im Oktober zwischen 9,5 und 11,5 °C und lagen damit im Bereich oder geringfügig unter den Mittelwerten der Referenzperiode 1961 - 1990. Während in den ersten Oktobertagen noch milde Witterung mit Höchsttemperaturen von 14 bis 17 °C herrschte, sorgte rege Tiefdrucktätigkeit über Nordeuropa bis um die Monatsmitte für die Zufuhr frischerer Meeresluft. Die Tageshöchstwerte erreichten dabei nur noch 10 bis 14 °C. Nachts sanken die Temperaturen auf 5 bis 10 °C. Zum 18. stellte sich die Wetterlage um. Mit einer südlichen Strömung wurden subtropische Luftmassen nach Mitteleuropa herangeführt. Die Tagestemperaturen erreichten am 19. an der südlichen deutschen Nordseeküste bis um 21 °C. Nachts blieben die Temperaturen im zweistelligen Bereich. Am 26. gab es dann einen Kaltlufteinbruch. Bei Zufuhr polarer Kaltluft aus nördlichen Richtungen blieb es tagsüber mit meist 4 bis 10 °C teils sehr kühl. Nachts gab es verbreitet Frost in Bodennähe, stellenweise auch Luftfrost. Gegen Monatsende setzte sich dann eine westliche Strömung durch, die etwas mildere Luft heranführte und die Tagestemperaturen wieder etwas ansteigen ließ.

Mit Niederschlagshöhen von meist 60 bis 130 mm wurde das Oktobersoll vielfach erreicht und örtlich um bis zu 40 % überschritten. Gebietsweise traten aber auch geringe Niederschlagsdefizite auf, wie beispielsweise im Bereich der Weser- und Elbemündung. Einen Beitrag zu den Niederschlägen leistete u.a. ein Tiefdruckgebiet, welches am 5. über den Norden Deutschlands zog und verbreitet zu Tagesniederschlagshöhen zwischen 10 und 20 mm führte. Am 12. wurden im Bereich der Ausläufer eines Tiefs über den Britischen Inseln erneut Tageswerte von mehr als 10 mm registriert. Am 29. löste ein Tief, das über die Nordsee zog, regional sogar 20 bis 25 mm aus.

Wie schon der September, so blieb auch der Oktober sonnenscheinarm. Mit meist 75 bis 95 Sonnenstunden wurde das Soll gebietsweise um bis zu 25 % unterschritten. Einen "Goldenen Oktober" mit viel Sonnenschein erlebte man an der deutschen Nordseeküste nicht.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen wehte vor allem in der ersten Monatsdekade und vom 25. Oktober an. Die höchsten Böen entsprachen Windstärken von 8 bis 9 Bft.

Sep.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für September 2012

Im September war zwar schon ein wenig von der herbstlichen Abkühlung zu spüren, doch insgesamt blieb es mit Monatsmitteltemperaturen zwischen 13,5 und 15,5 °C meist etwas wärmer als im Mittel der Referenzperiode 1961 - 1990. Unter vorwiegendem Hochdruckeinfluss kletterten die Temperaturen in der ersten Monatsdekade zeitweise auf über 20 °C. Am 9. gab es an der südlichen Nordseeküste sogar noch einen Sommertag (Maximum der Lufttemperatur >=25 °C), was aber für diesen Monat nicht unüblich ist. Mit Durchzug einer Kaltfront am 11. September wurde es deutlich kühler. Ab dem 18. lagen die Tageshöchstwerte verbreitet bei nur noch 10 bis 17 °C. Während sich die Tiefstwerte in der ersten Monatsdekade meist zwischen 12 und 18 °C bewegten, sanken sie in der letzten Monatsdekade auf Werte von überwiegend 7 bis 12 °C.

Die Niederschlagshöhen lagen im September vielfach zwischen 80 und 125 mm. Damit wurde das Soll um bis zu 50 % überschritten. Beträchtlich zu trocken war es dagegen mit rund 50 bis 60 mm an der Emsmündung und verbreitet im Weser-Elbe-Raum. Besonders ergiebige Niederschläge fielen beispielsweise vom 19. bis zum 21., als die Tagesniederschlagshöhen vielfach 10 bis 30 mm erreichten (auf Helgoland wurde für den 20. September 32,6 mm verzeichnet). Die Ausläufer von Sturmtief KARIN brachten wenige Tage später, am 24., örtlich erneut Tagesniederschläge zwischen 10 und 20 mm.

Mit 100 bis 140 Sonnenstunden wurde das Soll für September um bis zu 30 % unterschritten. Am längsten ließ sich die Sonne an der Ostfriesischen Küste blicken.

Kräftiger Wind mit Böen der Stärke Bft 8 bis 9 wehte im September häufig. Insbesondere am 14. im Bereich des ehemaligen Wirbelsturms ex-LESLIE, dessen Kern vom südlichen Europäischen Nordmeer über die Mitte Skandinaviens zog, und am 24. im Bereich von Sturmtief KARIN, welches sich unter Intensivierung vom Ärmelkanal Richtung Nordsee verlagerte, waren weite Teile der Nordseeküste betroffen. Auf Helgoland wurden am 24. sogar schwere Sturmböen (Bft 10) registriert.

Aug.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für August 2012

Bei häufigem Hochdruckeinfluss lagen die Monatsmitteltemperaturen im August bei Werten um 18 °C und somit um 1 bis 2 K über dem Mittel der Referenzperiode 1961 - 1990. Die Tageshöchstwerte der Temperatur erreichten vielfach mehr als 20 °C. Mit bis zu 7 Sommertagen (Maximum der Temperatur >=25 °C) wurde deren durchschnittliche Anzahl meist erreicht oder, wie an der ostfriesischen Küste, um bis zu 2 Tage überschritten. Am wärmsten war es gegen Ende der zweiten Monatsdekade, als mit einer südlichen Strömung besonders warme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum herangeführt wurden. Am 19., dem heißesten Tag des Monats, stieg das Thermometer an der ostfriesischen Küste auf knapp 35 °C und auch an der nordfriesischen Küste wurde mit Tagesmaxima von 30 °C ein heißer Tag (Maximum der Temperatur >=30 °C) registriert. Nur auf den Inseln war es mit 27 °C (auf Helgoland 24 °C) etwas kühler. In den Nächten um den 19. sanken die Temperaturen meist nicht unter 18 °C, wobei regional auch Tropennächte auftraten, in denen das Minimum der Temperatur mehr als 20 °C betrug. Der kühlste Tag des Monats war der 31., als ein Tief über den Norden Deutschlands zog und die maximalen Tagestemperaturen verbreitet nur rund 16 bis 17 °C erreichten.

Tiefausläufer sowie Konvergenzlinien führten insbesondere zu Anfang und gegen Ende August zu teils gewittrigen Schauern, die örtlich Tagesniederschläge zwischen 10 und 20 mm erbrachten. Auf Sylt wurde für den 25. sogar eine Niederschlagshöhe von fast 50 mm registriert. Insgesamt fiel im August mit Monatsniederschlägen zwischen meist 45 und 105 mm (in List auf Sylt 139 mm) teilweise nur 70 % des Monatsmittels, teilweise war es aber auch zu nass, wie auf Sylt, wo fast das Doppelte des Monatsmittels registriert wurde.

Die Sonne ließ sich im August zwischen 200 und 250 Stunden blicken. Damit wurde das Soll um bis zu 20 % überschritten. Mehr als 10 Sonnenstunden pro Tag gab es vorwiegend in der zweiten Monatsdekade.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen trat nur vereinzelt auf.

Juli
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für Juli 2012

Nach dem zu kühlen ersten Sommermonat lag das Temperaturniveau im Juli zwar wieder über den Mittelwerten der Referenzperiode 1961 bis 1990, mit Monatsmitteltemperaturen von 16 bis 17,5 °C aber meist nur um etwa 0,5 K. Auch die Anzahl der Sommertage (Maximum der Lufttemperatur >=25 °C) bewegte sich im Bereich der vieljährigen Mittelwerte. Überwiegend wurden bis zu 5 Sommertage verzeichnet. Während die Temperaturen in der ersten Juliwoche noch bis zu sommerliche 26 °C erreichten, gab es mit der Verlagerung eines Tiefs vom Ärmelkanal Richtung Südskandinavien vom 8. zum 9. einen deutlichen Temperatursturz. Besonders markant war dieser an der nordfriesischen Küste, wo am 8. noch Tagesmaxima von 26 °C gemessen wurden, am 9. dagegen nur noch 16 °C. Bis zum 22. blieb es wechselhaft und deutlich zu kühl. Die Temperaturen stiegen selten über 20 °C. Nachts kühlte es auf Werte um meist 11 bis 15 °C ab. Erst ab dem 23. wurden bei zunehmendem Hochdruckeinfluss wieder Sommertage registriert. Diese warme Witterungsphase hielt bis zum 27. an, an dem sie mit Tagesmaxima bis knapp über 30 °C auch ihren Höhepunkt erreichte. Dann sorgte der Durchzug einer Kaltfront für Abkühlung. Die Tageshöchstwerte lagen Ende Juli nur noch bei 17 bis 20 °C.

Der Juli gestaltete sich wechselhaft, wobei vielfach Schauer und Gewitter auftraten. Mit etwa 75 bis 135 mm Niederschlag war es an der deutschen Nordseeküste fast durchweg zu nass. Auf Helgoland wurde dabei mehr als das Doppelte des Monatsmittels registriert. Die einzigen trockenen Phasen gab es vom 2. bis 5. sowie vom 22. bis 26. Juli. Dagegen fiel insbesondere am 8. und 18. örtlich rund 40 mm Regen.

Die Sonne ließ sich im Juli zwischen 210 und 250 Stunden blicken, womit das Soll um bis zu 20 % überschritten wurde. Besonders sonnenscheinreich war es unter Hochdruckeinfluss vom 23. bis 26. Juli, mit täglich 14 bis 16 Sonnenstunden.

Kräftiger Wind mit stürmischen Böen wehte im Juli nur selten. Ausnahme waren der 8./9. sowie der 19., als jeweils ein Tief über die Nordsee zog und Böen bis Stärke Bft 10 registriert wurden.

Juni
2012

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Witterungsbericht für Juni 2012

Im Gegensatz zu den vorangegangenen Monaten fiel der Juni zu kühl aus. Die Monatsmitteltemperaturen lagen mit Werten zwischen 13 und 15 °C um bis zu 1 K unter den Mittelwerten der Referenzperiode 1961 - 1990. Am kühlsten war es zu Monatsbeginn. Mit nordwestlichen Winden wurde Kaltluft polaren Ursprungs herangeführt, in der die Höchsttemperaturen bis zum 4. Juni nur 12 bis 14 °C erreichten. Die Zufuhr wärmerer Luft auf der Vorderseite eines Tiefs über den Britischen Inseln führte am 7. und 8. Juni vorübergehend zu Höchstwerten zwischen 16 und 21 °C. Nachfolgend blieben die Temperaturen meist unter 20 °C. Am 19. entwickelte sich aus einem Hochdruckkeil ein eigenständiges Hoch, dessen Kern sich unter Verstärkung über die Ostsee zur Norwegischen See verlagerte. Bei hoher Sonneneinstrahlung erwärmte sich die Luft im Nordseeküstenraum auf bis zu knapp 23 °C am 21. Juni. Danach kühlte es sich wieder ab, bevor es zum Monatsende bei Zufuhr subtropischer Warmluft sommerlich warm wurde. Die Höchstwerte erreichten meist 20 bis 23 °C, an der niedersächsischen Nordseeküste auch 25 bis 26 °C, womit regional ein Sommertag. Im vieljährigen Mittel gibt es im Juni bis zu 3 Sommertage.

An der nordfriesischen Küste fiel mit rund 90 bis 100 mm Niederschlag meist 50 bis 60 % mehr Niederschlag als üblich. Etwas weniger Niederschlag erhielt die Küste Dithmarschens. Zu trocken war es dagegen an der ostfriesischen Küste, wo mit rund 60 mm nur 75 % der Monatsmittel fielen. Bestimmt wurden die monatlichen Niederschlagshöhen durch einzelne Starkniederschläge, die durch Gewitter ausgelöst wurden, wie am 18. auf Sylt, wo List 35 mm registrierte und durch das Tief KATARZYNA, das am 24. über die Nordsee zog und lang anhaltenden Regen von 15 bis 30 mm brachte. Die Gewitter am 18. waren örtlich von Sturmböen, Starkregen und auch Hagel begleitet, was zu Überflutungen und weiteren Schäden führte.

Die Sonne schien im Juni zwischen 140 bis 190 Stunden, womit die Mittelwerte um 15 bis 30 % unterschritten wurden. Am sonnenscheinreichsten waren der 12. und 21. Juni, welche verbreitet bis zu 12 Sonnenstunden aufwiesen.

Kräftiger Wind wehte zu Beginn des Monats, am 9. Juni, am 17./18. sowie zwischen dem 22. und 26. Juni. Dabei entsprachen die Sturmböen gebietsweise Bft 8 bis 9.

Mai
2012

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Witterungsbericht für Mai 2012

Wie schon in den vorangegangenen beiden Frühlingsmonaten, so lagen die Temperaturen auch im Mai über dem Durchschnitt der Referenzperiode 1961 - 1990. Mit Monatsmitteltemperaturen zwischen rund 12 bis 14 °C war es um 1 bis 2 K zu warm. Der Monat begann mit teils sommerlichen Temperaturen von bis zu 22 °C. Ein Vorstoß polarer Kaltluft sorgte aber schnell für Abkühlung, so dass ab dem 5. die Tageshöchstwerte verbreitet nur noch um 10 °C erreichten. In den Nächten kühlte es gebietsweise auf unter 5 °C ab, örtlich gab es auch leichten Frost in Bodennähe. Die Zufuhr warmer Luftmassen aus Südwesten ließ die Temperaturen um den 10. dann kurzfristig wieder auf Werte bis um 20 °C ansteigen, doch pünktlich zu den Eisheiligen (11. - 15. Mai) gab es einen erneuten Temperaturrückgang. Am 12. lagen die Tageshöchsttemperaturen nur noch bei 10 bis 11 °C, aber Nachtfröste blieben aus. Zu Beginn der dritten Monatsdekade wurde es dann sommerlich. Bis zum 28. lagen die Tageshöchstwerte verbreitet bei mehr als 20 °C. Gebietsweise wurden auch Sommertage mit mehr als 25 °C registriert. Erst am 29. beendete der Durchzug einer Kaltfont diese Schönwetterphase.

Die Niederschlagshöhen lagen im Mai verbreitet zwischen 40 und 50 mm. Teilweise entsprach dies den Durchschnittswerten, teilweise ergaben sich Defizite von rund 25 %. Deutlich zu trocken war es auf Sylt, wo mit 19 mm weniger als die Hälfte des sonst üblichen Monatsniederschlags fiel. Die regenreichsten Tage waren der 9. bzw. 10. sowie der 31., an denen verbreitet 10 bis 20 mm an Tagesniederschlägen registriert wurden.

Die Sonne schien im Mai an der deutschen Nordseeküste zwischen etwa 195 bis 260 Stunden. Damit wurde das Soll gebietsweise um bis zu 10 % unterschritten, während es andernorts um bis zu 15 % überschritten wurde. Die sonnenscheinreichsten Tage waren der 24. und 25. Mai, als die Sonne unter Hochdruckeinfluss 14 bis 16 Stunden lang schien.

Kräftiger Wind, der in Böen gebietsweise Sturmstärke (Bft 9) erreichte, wehte insbesondere am 12. sowie am 16./17. Mai.

Apr.
2012

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Witterungsbericht für April 2012

Im April war es wechselhaft mit kalter bis sehr milder Witterung. Nach dem deutlich zu warmen März lagen die Monatsmitteltemperaturen von rund 7 bis 8 °C verbreitet nur noch um 0,5 bis 1 K über dem vieljährigen Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990. Die Anzahl der Frosttage, von denen es durchschnittlich 1 bis 4 gibt, war um meist einen Tag reduziert. Mit Tageshöchsttemperaturen unter 10 °C war es bis zum 9. April sehr kühl. Vereinzelt gab es nachts auch leichten Luftfrost. Besonders kalt war es am 3., als bei Zufuhr polarer Luftmassen die Temperaturen tagsüber vielfach nicht über 5 °C stiegen. Ab dem 18. wurde es milder. Luftfrost trat nicht mehr auf. Die Höchsttemperaturen erreichten zeitweise 13 bis 17 °C. Am 30., dem wärmsten Tag des Monats, wurden regional auch um 20 °C gemessen.

Das unbeständige Wetter führte zu einem Wechsel von trockenen und niederschlagsreicheren Tagen. Die höchsten Tagesniederschläge betrugen dabei aber weniger als 10 mm. Insgesamt lag die Niederschlaghöhe im April bei etwa 25 bis 55 mm. Damit wurden sowohl Defizite als auch Überschüsse von bis zu rund 30 % des vieljährigen Monatsmittels verzeichnet.

Im April gab es sowohl trübe als auch sonnenscheinreiche Phasen. Insgesamt überwog aber bedeckter Himmel, so dass mit 110 bis 175 Sonnenstunden das Soll verbreitet um bis zu 20 % unterschritten wurde. Den meisten Sonnenschein verzeichneten dabei die Inseln und der nordfriesische Küstenbereich.

Kräftiger Wind, der in Böen gebietsweise Sturmstärke erreichte, wehte vor allem am Monatsanfang und Monatsende. Am 1. wurden beispielsweise verbreitet Böen der Stärke 8 und 9 Bft registriert, ausgelöst durch ein Tief, welches vom südlichen Europäischen Nordmeer über Südskandinavien Richtung nördliche Ostsee zog.

März
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

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Witterungsbericht für März 2012

Bei überwiegendem Hochdruckeinfluss schritt die jahreszeitliche Erwärmung im März wesentlich schneller voran als üblich. Im Vergleich zur international gültigen Referenzperiode 1961 - 1990 war es mit Monatsmitteltemperaturen von 5 bis 7 °C um 2 bis 3 K zu warm. Nächtlicher Luftfrost (Minimum der Temperatur <0 °C), der im März durchschnittlich an 7 bis 12 Tagen registriert wird, trat im betrachteten Monat nur örtlich am 6. auf. Gelegentlich gab es aber leichten Frost in Bodennähe. Die Tageshöchstwerte der Temperatur bewegten sich verbreitet zwischen mäßig kalten 4 °C und milden 13 °C. Nach Frühlingsanfang am 20. wurden regional aber auch bis zu 16 °C erreicht.

Wie schon der Februar, so war auch der März ein zu trockener Monat. Die Niederschlagshöhen von 10 bis 20 mm entsprachen nur rund 20 bis 40 % des Monatsmittels. Ein Großteil davon fiel an nur einem Tag, dem 7., als die Ausläufer eines Islandtiefs über den Norden Deutschlands zogen. Noch trockener war der März 1996, in dem meist nicht einmal 10 mm fielen.

Die Sonne ließ sich im März für rund 120 bis 150 Stunden blicken. Damit wurde das Soll um etwa 10 bis 30 % überschritten. Während es in der ersten Monatshälfte vielfach bewölkt war, konnte man sich in der letzten Monatsdekade über mehrere Tage mit rund 11 Sonnenstunden freuen.

Kräftigen Wind mit stürmischen Böen gab es im März nur selten. So traten am 18. verbreitet Böen der Stärke 8 bis 9 Bft auf, als ein Tief von der Nordsee Richtung südliche Ostsee zog. Ebenfalls stürmisch ging es in den letzten Märztagen zu. Am 31. wurden dabei regional Böen bis Stärke 10 Bft registriert.

Feb.
2012

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Witterungsbericht für Februar 2012

Nach dem bislang zu milden Winter führte die extreme Kälte der ersten Februarhälfte zu Monatsmitteltemperaturen, die mit Werten zwischen meist -1,0 und 0,5 °C an den Küsten und auf den friesischen Inseln um 1 bis 2 K unter dem vieljährigen Mittel lagen. Auf Helgoland wirkte sich der mildernde Einfluss der Nordsee noch stärker aus. Bei einer Mitteltemperatur von 1,4 °C war es hier um 0,7 K zu kalt. Die hochwinterliche Witterungsphase, die Ende Januar eingesetzt hatte, setzte sich im Februar zunächst fort. Mit nordöstlichen Winden drang kalte russische Festlandluft westwärts vor. Bis zum 11. herrschte an der deutschen Nordseeküste fast durchweg Dauerfrost. Ihren Höhepunkt erreichte die Kältewelle am 6., als die Tageshöchsttemperaturen nur auf Werte zwischen -8,5 und -5,0 °C stiegen. Die nächtlichen Tiefstwerte um den 6. bewegten sich meist zwischen -10 und -15 °C. In Bodennähe wurden örtlich sogar Temperaturen von -22 °C registriert. Während die insgesamt 12 bis 15 Frosttage (Minimum der Lufttemperatur <0 °C) für einen Februar nichts Ungewöhnliches waren, war die Zahl der Tage mit Dauerfrost (Eistage) mit 9 bis 11 ungefähr doppelt so hoch wie im Mittel des Referenzzeitraums 1961 - 1990. Zur Monatsmitte stellte sich die Wetterlage dann um. Atlantische Tiefdruckgebiete führten mildere Luftmassen heran. Die Tagestemperaturen lagen in der zweiten Monatshälfte überwiegend zwischen 3 und 10 °C. Nachts sanken die Temperaturen nur noch selten unter den Gefrierpunkt.

Nach den zu nassen Vormonaten war es im Februar nun deutlich zu trocken. Mit Monatsniederschlägen zwischen 15 und 30 mm fielen im Vergleich zum vieljährigen Mittel meist nur 40 bis 70 %. Vor allem während der kalten Witterungsphase in der ersten Monatshälfte führten die, wenn auch geringen, Tagesniederschläge verbreitet zu geschlossenen Schneedecken von 1 bis 4 cm Höhe, regional, wie auf Norderney, bis knapp 10 cm. Der Großteil des Niederschlags fiel aber in der zweiten Monatshälfte, wobei die Tagesniederschlagshöhen meist unter 5 mm blieben.

Die Sonne ließ sich im Februar etwa 75 bis 120 Stunden lang blicken, womit die vieljährigen Mittelwerte erreicht oder überschritten wurden. Am sonnenscheinreichsten war es an der nordfriesischen Küste mit einem Plus von bis zu 60 %. Trübe Tage mit weniger als einer halben Stunde Sonnenschein traten vermehrt in der zweiten Monatshälfte auf.

Stürmischen Wind mit Böen der Stärke 8 bis 9 Bft gab es verbreitet am 14./15. sowie vom 19. bis 23. Februar. Am 15. Februar, als Sturmtief OLIVIA von der südlichen Ostsee Richtung Polen zog, wurde auf Sylt auch eine Sturmböe (10 Bft) registriert.

Während in den ersten Februartagen örtlich nur dünnes Eis oder Neueis vorkam, u.a. in den Wattenmeeren, war das Eis bis zum 6. in den Häfen und an geschützten Stellen im nordfriesischen Wattenmeer schon 10 bis 20 cm dick. Bei Wangerooge kam 5 bis 10 cm dickes Eis vor. In den folgenden Tagen wurden aus dem ostfriesischen Wattenmeer Eisdicken bis zu 15 cm gemeldet. Im Bereich Nordfrieslands erhöhte sich die Eisdicke bis Mitte des Monats stellenweise auf bis zu 30 cm. Durch das Eis war die Schifffahrt behindert. Die Umstellung der Wetterlage mit milderen Temperaturen führte dann zum allmählichen Abschmelzen des Eises, zunächst an der ostfriesischen Küste, dann im nordfriesischen Bereich. Ab dem 22. war es an der gesamten deutschen Nordseeküste weitgehend eisfrei.

Jan.
2012

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg

(http://www.dwd.de)

Witterungsbericht für Januar 2012

Nach dem schon milden Dezember fiel auch der Januar zu mild aus. Die Monatsmitteltemperaturen von 3 bis 5 °C überschritten das vieljährige Mittel des Referenzzeitraums 1961 bis 1990 um etwa 2,5 K. Bis zur Monatsmitte bewegten sich die Tageshöchsttemperaturen meist zwischen 5 und 9 °C. Am 1. Januar wurden an der südlichen deutschen Nordseeküste sogar Werte um 11 °C registriert. Zur Monatsmitte gab es einen Vorstoß kalter Polarluft. Die Tageshöchstwerte gingen etwas zurück. In den Nächten trat vermehrt Frost in Bodennähe auf, örtlich gab es auch leichten Luftfrost. Nach dieser kurzfristigen kühleren Phase wurde es wieder milder, bis sich gegen Monatsende allmählich die Annäherung kalter russischer Festlandsluft bemerkbar machte. Ab dem 25. trat in den Nächten verbreitet Luftfrost auf, ab dem 29. herrschte weitgehend Dauerfrost. Am 31. wurden dabei nächtliche Tiefstwerte bis rund -8 °C gemessen, während die Tagestemperaturen örtlich nicht einmal auf -4 °C anstiegen. Die meisten Frosttage (Minimum der Lufttemperatur < 0 °C) wurden zum Monatsende registriert. Ihre Anzahl lag durch vorwiegend milde Witterung im Januar insgesamt aber bis zu 10 Tage unter dem vieljährigen Durchschnitt. Die Anzahl der maximal 3 Eistage (Maximum der Lufttemperatur <0 °C) war um meist 3 bis 4 geringer als im Mittel.

Wie der Dezember, so fiel auch der Januar deutlich zu nass aus. Die Monatsniederschläge lagen zwischen 60 und 135 mm und übertrafen damit die vieljährigen Mittelwerte um 10 bis 140 %. Sturm- und Orkantiefs, die über den Norden Europas zogen, führten bis Anfang der letzten Monatsdekade immer wieder feuchte Luftmassen heran. Vor allem am Monatsanfang sowie am 21./22. wurden gebietsweise Tagesniederschläge von 10 bis 20 mm registriert. Am 1. waren es örtlich sogar etwas mehr als 30 mm. Gegen Monatsende bildete sich bei kalter Witterung im Bereich der nordfriesischen Küste eine geschlossene Schneedecke von überwiegend 2 bis 3 cm Höhe (St. Peter-Ording 6 cm).

Im Januar zeigte sich die Sonne wieder etwas länger als im Vormonat. Insgesamt lag die Sonnenscheindauer bei 40 bis 60 Stunden, womit das Soll bis zu etwa 55 % überschritten wurde. Der sonnenscheinreichste Tag war der 31. Januar, an dem sich die Sonne unter Hochdruckeinfluss verbreitet 6 bis 8 Stunden sehen ließ.

Auch in diesem Wintermonat zogen Sturm- und Orkantiefs über den Norden Europas. So wurden am 12./13. (Sturmtief ELFRIEDE), am 19. (Sturmtief FABIENNE) und am 21./22. (Sturmtief GISELA) verbreitet Böen der Stärke 9 bis 10 Bft registriert. Noch heftiger wehte der Wind allerdings im Bereich der beiden Orkantiefs ULLI (am 3.) und ANDREA (am 5.). Während ULLI für Sturmböen bis Bft 11 sorgte, wurden während des Durchzugs von ANDREA auf den Nordseeinseln Orkanböen (Bft 12) gemessen.

Die kalte Witterung am Ende des Monats führte am 31. an der nordfriesischen Küste vereinzelt zu Neueisbildung.

2011

  Deutscher Wetterdienst, Hamburg - Christiana Lefebvre

(http://www.dwd.de/)

Die Witterung im Jahr 2011 an Nord- und Ostsee

(Bericht des Deutschen Wetterdienstes, DWD, C. Lefebvre)

Das Jahr 2011 brachte nach dem kalten Vorjahr wieder überdurchschnittliche Temperaturen. Die Jahresmitteltemperaturen bewegten sich an Nord- und Ostsee mit Werten zwischen 8,8 °C am Kap Arkona/Rügen und 10,2 °C an der Wesermündung um rund 1 K über dem Mittel des Referenzzeitraums 1961 - 1990. Das Jahr war geprägt durch einen winterlichen Beginn mit Eis und Schnee, einen warmen, sonnenscheinreichen und sehr trockenen Frühling, einen sonnenscheinarmen und niederschlagsreichen Sommer und einen niederschlagsarmen Herbst, wobei besonders der November außergewöhnlich trocken war.

Die überdurchschnittliche Wärme war verbunden mit einer herabgesetzten Anzahl an Tagen mit Luftfrost (Minimumtemperatur unter 0 °C) und Dauerfrost (Eistage, Maximumtemperatur unter 0 °C), während die Zahl der Sommertage (Maximumtemperatur mindestens 25 °C) und heißen Tage (Maximumtemperatur mindestens 30 °C) überwiegend im Bereich der Mittelwerte lag. Die Zahl der Frosttage bewegte sich an der Nordsee meist zwischen 40 und 50, an der Ostsee zwischen 50 und 60, am Stettiner Haff um 80 und betrug auf der Hochseeinsel Helgoland 28. Das waren meist um 10 bis 15 Tage, auf den Ostseeinseln knapp 20 Tage weniger als im Durchschnitt. Dauerfrost herrschte an der Nordsee an 8 bis 11 Tagen, an der Ostsee meist an 15 bis 17 Tagen. Damit wurden die Mittelwerte um bis zu 11 Tage unterschritten. Mehr Eistage als gewöhnlich wurden jedoch am Kap Arkona registriert (24 statt im Mittel 21 Tage), wo sich eine Kältewelle im Februar stärker auswirkte als im übrigen Gebiet. Dauerfrost gab es von Januar bis März, aber nicht zum Jahresende. Von Mai bis Oktober wurden bis zu 16, am Stettiner Haff 21 Sommertage verzeichnet, von denen maximal ein, vereinzelt zwei Tage im Juni mit Höchstwerten von 30 bis 32 °C auch heiße Tage waren. Abgesehen davon, dass 2009 an der Ostsee mehr Sommertage auftraten, lag die Zahl der Eis-, Frost-, Sommer- und heißen Tage im Bereich derjenigen des Jahres 2009, das ebenfalls um 1 K zu warm ausfiel.

Der Jahresgang der Temperatur, der in Abbildung 1 am Beispiel von Helgoland und Kap Arkona dargestellt ist, war 2011 weniger stark ausgeprägt wie 2010. Im Vergleich zu den Mittelwerten der Referenzperiode waren Frühling, Herbst und Dezember zu warm, während sich die Temperaturen der Sommermonate Juli und August etwa im Bereich der vieljährigen Mittel bewegten.

Nach dem eisigen Dezember 2010 begann das Jahr winterlich kalt mit Eis und Schnee. Mildere Witterungsphasen, in denen der Schnee abschmolz und Kaltlufteinbrüche mit Schneefall wechselten sich bis in den März hinein ab, in dem es noch bis zu rund 10 Tage mit nächtlichem Luftfrost und bis zu 2 Tage mit Dauerfrost gab. Erst mit Frühlingsanfang am 21. März erreichten die Temperaturen am Tage vermehrt den zweistelligen Bereich. Nach dem vielfach leicht zu kühlen Februar fiel der März um rund 0,5 K zu mild aus. Ähnlich wie in den Jahren 2007 und 2009 setzte auch im April 2011 bei vorherrschendem Hochdruckeinfluss eine kräftige Erwärmung ein, die ihn zu einem der drei wärmsten Aprilmonate seit Aufzeichnungsbeginn machte. Die Monatsmitteltemperaturen lagen mit 8 bis 12 °C um 3 bis  K über dem vieljährigen Mittel. Dabei war der April sehr sonnenscheinreich und trocken. Im Mai setzte sich diese vorsommerliche Witterung fort. In der Zeit vom 7. bis 10. Mai wurde verbreitet der erste Sommertag registriert. Insgesamt gab es in diesem Monat bis zu 4 (am Stettiner Haff 5) Sommertage. Ein Kaltlufteinbruch zu den Eisheiligen fiel aus. Mit 11 bis 14 °C war der Mai um 1 bis 2 K zu warm und wiederum zu trocken. Im Juni sorgten atlantische Tiefdruckgebiete mit ihren Ausläufern und Zwischenhocheinfluss für einen insgesamt wechselhaften Witterungscharakter, der den gesamten Sommer über bestehen blieb. Bei Zufuhr subtropischer Luftmassen wurden am 5./6. und vom 27. bis 29. Juni weitere Sommertage und regional auch die einzigen heißen Tage des Jahres verzeichnet. Die Monatsmitteltemperaturen bewegten sich in allen drei Sommermonaten überwiegend bei 16 bis 17 °C, womit Juni und August bis zu rund K zu warm ausfielen. Dabei regnete es in allen drei Monaten deutlich mehr als gewöhnlich. Im September setzte sich zunächst der wechselhafte Witterungscharakter der Vormonate fort. Die höchsten Temperaturen verursachte am 3./4. September der ehemalige Hurrikan IRENE, der der Ostküste der USA und insbesondere auch New York im August Starkniederschläge und schwere Überschwemmungen gebracht hatte. Im deutschen Küstenraum rief er aber weder Sturm noch Regen hervor, sondern führte mit südlichen bis westlichen Winden subtropische Luftmassen heran, in der die Temperaturen bei ablandigem Wind bis auf 27 °C anstiegen.
Zum Herbstanfang am 23. setzte sich Hochdruckeinfluss durch, der für einen schönen Altweibersommer mit viel Sonnenschein sorgte. Insgesamt fiel der September mit Monatsmitteltemperaturen von rund 15 bis 16 °C um 1 bis 2 K zu warm aus. Vom 30. September bis zum 2. Oktober gab es bei Temperaturen bis 26 °C noch einmal Sommertage, die für Oktober neue Rekordwerte der Maximumtemperatur bedeuteten. In der ersten Oktoberhälfte gingen die Temperaturen dann rasch zurück. Mit Mitteltemperaturen bei 10 bei 12 °C war der Oktober um bis zu K zu mild. Der November zeichnete sich vor allem durch extreme Trockenheit aus. Bis in die 4. Novemberwoche hinein herrschte Hochdruckeinfluss. An den Küsten trat verbreitet in bis zu 6 Nächten, regional in bis zu 13 Nächten Luftfrost auf. Mit Mitteltemperaturen zwischen 4 °C am Stettiner Haff und 8 °C auf Helgoland fiel dieser Monat ebenfalls um bis zu 1 K zu mild aus. Kaum kühler war der Dezember. Die Monatsmitteltemperaturen lagen bei 4 bis 6 °C und damit um 2 bis 3 K über dem Durchschnitt. Die Ursache für die milde Witterung waren stark ausgeprägte Tiefdruckgebiete, die im Laufe des Monats über den Norden Europas zogen und dabei relativ milde maritime Luftmassen in die Küstengebiete transportierten. An der Nordsee gab es in den Nächten nicht einmal Luftfrost. An der Ostsee wurden bis zu 4 Frosttage verzeichnet, womit die Mittelwerte - wie an der Nordsee - um bis zu 10 bis 13 Tage unterschritten wurden. Im Vergleich dazu war der schneereiche Dezember des Vorjahres um rund 7 bis 9 K kälter. Den letzten noch milderen Dezember gab es im Jahr 2006, als die Monatsmitteltemperaturen in den deutschen Küstengebieten um rund 4 bis 5 K über dem Mittel lagen.

Abbildung 1a: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur Helgoland, GIF-Graphik: 19 KB
Abbildung 1b: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur Kap Arkona, GIF-Graphik: 20 KB

Abbildung 1: Jahresgang der Monatsmitteltemperatur (Helgoland, Kap Arkona)

Gewöhnlich fällt an der Ostsee weniger Niederschlag als an der Nordsee. In diesem Jahr wiesen die Niederschlagshöhen jedoch keine Unterschiede auf. In beiden Räumen fielen im Jahresverlauf zwischen rund 660 und 860 mm, im Raum Rostock-Warnemünde sogar 955 mm. Damit bewegten sich die Niederschläge an der Nordsee im Bereich der vieljährigen Mittelwerte (±10 %) während es an der Ostsee verbreitet Überschüsse von 20 bis 40 % gab, örtlich auch bis zu 60 %. Ähnliche Abweichungen wurden schon im Vorjahr verzeichnet. Dabei war an der Nordsee die Zahl der Niederschlagstage, an denen mindestens 1 mm fiel, meist um bis zu rund 15 Tage geringer war als im Mittel, an der Ostsee dagegen um bis zu 8 Tage höher. Hervorzuheben ist, dass sich die Zahl der Tage mit Starkniederschlägen von mindestens 10 mm pro Tag um bis zu rund 10 Tage über dem Durchschnitt bewegte. Ein Ansteigen der Starkniederschläge stimmt mit den Merkmalen des Klimawandels überein und war schon im Vorjahr zu beobachten.

Wie Abbildung 2 zeigt, wich der Jahresgang des Niederschlags deutlich von den mittleren Verhältnissen ab. Insgesamt war der Zeitraum von Januar bis Mai zu trocken. Es fielen verbreitet nur 120 bis 170 mm und damit meist 60 bis 70 % des gewöhnlichen Niederschlags. Nur am Stettiner Haff lagen die Niederschläge mit 190 mm im Bereich der Mittelwerte. Während im Februar und Mai das Niederschlagsaufkommen regional sehr unterschiedlich war, fielen März und April vor allem an der Nordsee deutlich zu trocken aus. Im April blieben hier die Niederschläge unter 10 mm, was Defizite von 80 bis 90 % bedeutete. Nur der April 2007 war hier noch trockener. An der Ostsee brachten März und April verbreitet jeweils 10 bis 30 mm Niederschlag. Diese Trockenheit wurde im Sommer beendet. Verbreitet fielen rund 300 bis 430 mm, das war etwa das 1,5- bis 2,5-fache der Jahreszeitenmittel. Rund um den Darß wurde sogar mit etwa 530 mm bis 630 mm um das 3-fache der Referenzwerte verzeichnet. Im Juni fielen zwischen 60 und 110 mm und damit bis zu 90 % mehr als im Mittel. Der Juli war an der Ostsee ungewöhnlich niederschlagsreich. Es fielen an der westlichen Ostsee 110 bis 130 mm und damit das 1,5- bis 2-fache des Monatsmittels, an der südlichen Ostsee sogar 200 bis 344 mm (Rostock-Warnemünde, Abbildung 2). Das ist das 3- bis 5-fache der Monatsmittel. Damit setzte der Juli 2011 vor allem im Raum Rostock und dem angrenzenden Vorpommern neue Rekorde, wobei die bisherigen teilweise um 100 mm überschritten wurden. Aber nicht nur bei den Monatswerten auch bei den Tageswerten wurden neue Rekordwerte verzeichnet, z.B. in Rostock-Warnemünde mit 111,4 mm und Barth mit 78,8 mm, die am 22. Juli fielen, und in Ueckermünde mit 60,9 mm am 28. Juli. Regional kam es zu großräumigen Überschwemmungen. Demgegenüber war es an der niedersächsischen Küste mit 60 bis 80 mm leicht zu trocken. Auch im August änderte sich die Großwetterlage nicht. Weiterhin sorgten atlantische Tiefdruckgebiete und Tiefausläufer in den norddeutschen Küstengebieten für viel Regen. An Nord- und Ostsee fielen mit Ausnahme von Vorpommern 100 bis 200 mm und damit bis zum 3-fachen der Monatsmittel. Auf Fehmarn wurden sogar 230 mm und damit fast das 5-fache der Monatsmittel gemessen, womit ebenfalls der bisherige Rekordwert von 1948 (146,2 mm) gebrochen wurde. Der höchste Tagesniederschlag dieses Monats wurde nach heftigen Gewittern am 6. auf der Insel Poel mit 57,6 mm verzeichnet. Im September regnete es dann an der Ostsee, an der meist nur 30 bis 40 mm fielen, deutlich weniger. Damit leitete dieser Monat zu einem durch Trockenheit geprägten Herbst über. Dieser brachte der Ostsee meist nur 70 bis 100 mm, der Nordsee meist zwischen 110 und 170 mm und damit nur 50 bis 70 % des Jahreszeitenmittels. Verantwortlich für diese Trockenheit war vor allem der November, der im Gesamtmittel für Deutschland nur eine Niederschlagshöhe von 3 mm und damit 4 % des vieljährigen Mittels verzeichnete. Er war nicht nur der trockenste November, sondern auch der trockenste Monat seit Beginn der Zeitreihe 1881. An den norddeutschen Küsten fielen 2 bis 12 mm. Im Küstengebiet war es ähnlich trocken, wie im hier bisher trockensten November im Jahr 1902. Auf Helgoland, wo 8 mm fielen, war seit Beginn der Messreihe 1893 in einem November noch nie weniger als 20 mm Niederschlag registriert worden. Das Jahr klang dann aber wieder mit einem überdurchschnittlichen Niederschlagsaufkommen im Dezember aus. An der Ostsee fielen zwischen 60 und 110 mm, an der Nordsee rund 100 bis 200 mm (vergleiche Abbildung 2a). Das hohe Niederschlagsaufkommen führte am 2. Weihnachtstag zu einem Abbruch an der Steilküste am Kap Arkona, bei der ein Kind ums Leben kam.

Abbildung 2a: Jahresgang des Niederschlags  Cuxhaven, GIF-Graphik: 20 KB
Abbildung 2b: Jahresgang des Niederschlags Rostock-Warnemünde, GIF-Graphik: 21 KB

Abbildung 2: Jahresgang des Niederschlags (Cuxhaven, Rostock-Warnemünde)

Eine geschlossene Schneedecke lag im Jahr 2011 an 10 bis 20 Tagen, auf Helgoland an 4 Tagen. Schneereich war der Jahresbeginn. Die Anfang Januar vorhandene Schneedecke von bis zu 5 cm an der Nordsee und bis zu 40 cm Höhe an der Ostsee taute im Wesentlichen im Laufe der ersten Monatshälfte ab. Im letzten Januardrittel ließen dann weitere Schneefälle regional wieder geringe Schneedecken um 1 cm entstehen. Im Februar führte zeitweiliger Schneefall vom 12. an meist erneut zu Schneedecken bis zu 10 cm Dicke, die aber vielfach bis zum Ende des Monats abgetaut waren. Danach gab es dann erst wieder im Dezember etwas Schneefall, der regional zu einer geringen Schneedecke bis zu 5 cm führte, die jeweils nur für 1 bis 2 Tagen Bestand hatte.

Die Sonnenscheindauer überschritt mit Werten zwischen 1537 Stunden an der Emsmündung und 1957 Stunden am Kap Arkona die klimatologischen Mittelwerte um bis zu 10 %. Wie der Jahresgang in Abbildung 3 von Helgoland zeigt, waren besonders die Monate März und April sehr sonnenscheinreich. Mit meist 140 bis 170 Stunden lag die Sonnenscheindauer im März um 30 bis 50 % über dem Durchschnitt. Von April bis Juni gab es dann in jedem Monat meist 240 bis 280 Sonnenstunden. Damit wurden die Mittelwerte im April um 50 bis 60 % überschritten, im Mai und Juni um bis zu 20 %. Auf Helgoland und auf einem Teil der Ostfriesischen Inseln war dieser April der sonnenscheinreichste seit Aufzeichnungsbeginn. In den übrigen Gebieten war jedoch der April 2009 noch sonniger. An der südlichen Ostseeküste gab es damals sogar mehr als 300 Sonnenstunden. Der Juli brachte dann nur noch 120 bis 180 Stunden Sonne und damit rund 60 bis 80 % der Klimamittel. Er war damit allerdings nicht so sonnenscheinarm wie in den Jahren 1954, 1984 oder gar im Jahr 2000, wo die Sonnenscheindauer in Ostfriesland teilweise unter 100 Stunden blieb. Rund 140 bis 180 Sonnenstunden gab es auch im August und September, womit im September bei niedrigerem Sonnenstand die Mittelwerte dann meist wieder erreicht oder überschritten wurden. Daran schloss sich ein sonnenscheinreicher Oktober an, der mit meist 130 bis 140 Sonnenstunden die Mittelwerte um 20 bis 40 % überschritt. An der vorpommerschen Küste setzte sich im November mit rund 80 bis 100 Stunden (150 bis 170 % vom Mittel) das überdurchschnittliche Sonnenscheindargebot fort, während es in anderen Küstenbereichen infolge von Nebel und Hochnebel teilweise nur 30 bis 40 Sonnenstunden gab und damit nur 60 bis 80 % der Bezugswerte. Ähnlich sonnenscheinarm war der Dezember dann im gesamten Küstenraum mit meist nur 20 bis 30 Sonnenstunden.

Abbildung 3a: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer  Helgoland, GIF-Graphik: 25 KB
Abbildung 3b: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer Kap Arkona, GIF-Graphik: 27 KB

Abbildung 3: Jahresgang der monatlichen Sonnenscheindauer (Helgoland, Kap Arkona)

Der Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur in der westlichen Ostsee (Abbildung 4) blieb zu Jahresbeginn wie auch im Sommer unter den Mittelwerten des vergleichsweise milden Bezugszeitraums 1997 bis 2006. Aufgrund der eisigen Witterung im Dezember lag zu Jahresbeginn in den meisten Küstenzonen Nordfrieslands und der Ostsee noch 15 bis 50 cm dickes Eis. An der südlichen Nordsee war das Eis mit nur 5 bis 15 cm weniger dick, wobei Tauwetter dafür sorgte, dass das ostfriesische Wattenmeer schon ab dem 5. wieder überwiegend eisfrei war. Auch in den übrigen Küstengebieten führte die milde Witterungsphase zu einem allmählichen Abschmelzen. Vom 24. Januar an war der gesamte Nordseeküstenbereich dann weitgehend eisfrei, während an der Ostsee noch Eisdicken bis 20 cm beobachtet wurden. Gegen Ende des ersten Februardrittels war dann auch die westliche Ostseeküste überwiegend eisfrei und im Osten der südlichen Ostsee traten nur noch dünnes Eis oder Eisreste auf. Dauerfrost führte dann ab Mitte Februar zunächst im Osten, später auch im Westen zu erneuter Eisbildung. Während sich in einigen Häfen und geschützten Bereichen entlang der Küste Schleswig-Holsteins nur vorübergehend dünnes Eis bildete, wuchsen die Eisdicken in den Häfen an der westlichen Ostseeküste auf bis zu 10 cm an. Im Osten waren dagegen nicht nur die Häfen, sondern auch die Küstenzonen vereist, wobei die Eisdicken bis auf 30 cm anwuchsen. Selbst östlich von Rügen bildete sich auf dem Meer eine große Eisfläche. Der Temperaturanstieg im März ließ zunächst das Eis an der westlichen Ostseeküste abschmelzen und am 14. war dann auch die deutsche Ostseeküste größtenteils eisfrei.

Wie an der Ostsee so blieben auch an der Nordsee die Wasseroberflächentemperaturen im Januar um rund 2 K unter den vieljährigen Mittelwerten. Im Februar und März waren sie dann noch um rund 1 K zu kalt, bevor die sonnige und strahlungsreiche Witterung nach Frühlingsanfang auch eine rasche Erwärmung der Gewässer bewirkte. Wassertemperaturen im April lagen um 1 bis 2 K über dem Durchschnitt. Im Mai erreichten die Monatsmittelwerte rund 12 °C an der westlichen Ostsee, 10,5 °C auf Helgoland und 13 bis 14 °C an der Nordseeküste. Sie lagen um rund 1 K über dem Durchschnitt und auch im Juni waren die flacheren Küstengewässer mit meist 16 bis 17 °C und die tieferen Gewässerzonen bei Helgoland mit 14 °C noch um rund 1 K zu warm. Danach führte die strahlungsarme Witterung im Juli und August zu einer nur geringen weiteren Erwärmung, so dass die Wassertemperaturen um 1 bis 2 K unter dem Durchschnitt blieben. Erst Ende September brachte der Altweibersommer nochmals einen kräftigen Temperaturanstieg. Danach schritt die jahreszeitliche Abkühlung meist etwas langsamer voran als gewöhnlich. Der milde Dezember führte zu Monatsmitteln der Wasseroberflächentemperaturen von 5 bis 7 °C, die um bis zu rund 1 K über dem Durchschnitt lagen.

Abbildung 4: Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur (Westliche Ostsee), GIF-Graphik: 22 KB

Abbildung 4 Jahresgang der Wasseroberflächentemperatur (Westliche Ostsee)

Nach zwei sehr windschwachen Vorjahren nahm das Windaufkommen 2011 wieder zu. Wie Abbildung 5 zeigt, war das Jahresmittel des geostrophischen Windes* über der Deutschen Bucht mit 11,1 m/s (40 km/h) so hoch wie zuletzt im Jahr 2005, verfehlte aber noch geringfügig das 120-jährige Mittel von 1880 bis 2009. Dabei war auch der Anteil stärkerer Winde höher. In 2 % der Tage lag die Windgeschwindigkeit über 27,4 m/s (99 km/h) und blieb damit noch um 1 m/s unter dem Mittelwert der 98 % Perzentile.

Abbildung 5: Jahresmittel und 98 % Perzentile des geostrophischen Windes über der Deutschen Bucht, GIF-Graphik: 50 KB

Abbildung 5: Jahresmittel und 98 % Perzentile des geostrophischen Windes über der Deutschen Bucht

Das Jahr begann vor allem an der Ostsee stürmisch. Am Neujahrstag traten die stärksten Windböen mit einer Stärke bis Bft 10 zwischen dem Darß und Rügen auf. Nachfolgend war der Wind trotz der vorherrschend westlichen Richtungen nur selten kräftig. Das änderte sich in den ersten Februartagen. Die Ausläufer einer Folge rasch ostwärts ziehender Sturm- und Orkantiefs lösten vom 4. bis 8. Februar über dem deutschen Küstenraum Böen bis Bft 10 bzw. 11 aus. Dabei war der 7. Februar der windigste Tag des Jahres. Kurz vor Monatsmitte stellte sich dann die Wetterlage um. Der Wind drehte auf östliche Richtungen und schwächte sich ab. Winde aus Nordost bis Südost wehten im Monatsverlauf zu 50 bis 60 % der Zeit und damit um 20 bis 30 % häufiger als gewöhnlich. Im März und April wichen die Windverteilungen nicht besonders markant von den mittleren Verteilungen ab. An einzelnen Tagen traten immer mal stärkere Winde mit Sturmböen auf, die Stärken von Bft 8 oder 9 entsprachen. Im Mai waren Winde aus nördlichen Richtungen (Nordwest bis Nordost), die gewöhnlich zu gut 40 % der Zeit auftreten, deutlich seltener, womit dann auch die für Mai typischen Kaltlufteinbrüche wie zu den Eisheiligen ausblieben. Höhere Windgeschwindigkeiten gab es im Wesentlichen nur in der 4. Maiwoche. Am 26. löste der Durchzug einer Kaltfront sogar starke Sturmböen bis Bft 10 aus.
Im Juli und August verursachten Kaltfronten und Gewitter an einigen Tagen Sturmböen, die maximal der Stärke Bft 8 oder 9, am 26. August bis Bft 11 entsprachen. Aufgrund der stürmischen Böen kam es auf der Reede vor Helgoland am 26. August bei bis zu Bft 10 zu einer Kollision von zwei Ausflugsschiffen, bei der aber niemand verletzt wurde. Der Anteil südlicher Winde lag im August um rund 10 % höher als gewöhnlich und erreichte damit an der Ostsee einen Anteil von 50 bis 60 %. Winde aus nördlichen Richtungen waren dagegen seltener und wehten nur zu rund 10 bis 20 % der Zeit. Noch ausgeprägter war diese Verlagerung der Hauptwindrichtungen im September. Winde aus südlichen Richtungen, die in diesem Monat gewöhnlich zu 40 bis 50 % der Zeit wehen, kamen zu 65 bis 75 % der Zeit vor. Kräftiger Wind mit stürmischen Böen trat vorwiegend in der ersten Septemberhälfte auf. Stürmisch ging es vor allem am 6. und 7. und in der Zeit von 12. bis 15. September zu. Für das letztgenannte Sturmereignis war der zu einer außertropischen Zyklone umgewandelte ehemalige Hurrikan KATIA verantwortlich, der in diesem Zeitraum von den Britischen Inseln Richtung Finnland zog. Im Oktober kamen die ohne schon vorherrschenden südlichen Winden noch häufiger vor und erreichten einen Anteil von rund 60 bis 70 %. Windreich war vor allem die erste Monatshälfte, wobei die stärksten Windböen an der Nordsee vorkamen. Der ehemalige Hurrikan OPHELIA, der sich in der Zeit vom 6. bis 8. Oktober von der Norwegischen See nach Nordskandinavien verlagerte, löste Sturmböen bis Bft 10 aus, an exponierten Standorten sogar bis Bft 11. Im ungewöhnlich trockenen November zeigte die Windverteilung markante Abweichungen. Wie Abbildung 6 zu entnehmen ist, war das Auftreten von Winden aus östlichen Richtungen mit einem Anteil von 50 bis 60 % doppelt bis verdreifach so hoch wie gewöhnlich. Winde aus West bis Nord kamen dagegen nicht einmal zu 10 % der Zeit vor. Dabei war das Windaufkommen bis in die 4. Novemberwoche hinein unter Hochdruckeinfluss gering. Nach Umstellung der Großwetterlage brachten vom 25. November an Sturmtiefs, die vom Ostatlantik nach Skandinavien zogen, Sturmböen bis Bft 10, in exponierten Lagen sogar bis Orkanstärke. Diese Westwetterlage setzte sich im Dezember fort und prägte eindrucksvoll die Windverteilung. Wie Abbildung 6 zeigt wehte der Wind zu 60 bis 70 % der Zeit wehte der Wind aus westlichen Richtungen (Südwest bis Nordwest) und anders als im November, kamen östliche Winde so gut wie nicht mehr vor. Dabei erreichten die westlichen Winde zu einem Drittel der Zeit eine Windstärke von mindestens Bft 6 im 10-Minuten-Mittel. Sturmböen entsprachen Windstärken bis Bft 10. Vereinzelt wurden an der Nordfriesischen Küste auch orkanartige Böen (Bft 11) registriert.

Abbildung 6: Windverteilungen an der Station Boltenhagen im November und auf Helgoland im Dezember 2011 (rot) wie auch im Monatsmittel (CL/CR: Prozentualer Anteil der Windstillen vieljährig und 2011), GIF-Graphik: 27 KB

Abbildung 6: Windverteilungen an der Station Boltenhagen im November und auf Helgoland im Dezember 2011 (rot) wie auch im Monatsmittel (CL/CR: Prozentualer Anteil der Windstillen vieljährig und 2011)

*Geostrophischer Wind: Der geostrophische Wind ist dem horizontalen Gradienten des auf Meeresniveau reduzierten Luftdrucks proportional und damit - wie der reale Wind - ein Maß für die atmosphärische Bewegung.

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