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Fischbestand

 

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Aug.
2012

  Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) - Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei - Institut für Seefischerei, Hamburg

(http://www.vti.bund.de)

Bericht über die 660. Reise von FFS "SOLEA" vom 17.8. bis 26.8.2012
(Zusammenfassung)

Internationaler Baumkurren-Survey und Monitoring der Bodenfischfauna in den projektierten FFH-Gebieten

Der internationale Baumkurren-Survey des ICES findet einmal jährlich unter Beteiligung von Holland, Belgien, England und Deutschland statt und deckt das Gebiet der Irischen See, des Ärmelkanals und der mittleren Nordsee ab. Das dabei erfasste Artenspektrum weicht z.T. erheblich von den Fängen mit Scherbrettnetzen ab, so dass diese Reihe eine Ergänzung zu den Surveys mit anderen Grundschleppnetzen bildet. So werden insbesondere kleinere Plattfische gut erfasst, aber auch kleinere bodenbewohnende Rundfische (Leierfisch, Steinpicker etc.) sowie größere Wirbellose wie Seeigel, Wellhornschnecke oder Seesterne. Plattfische und die gesamte bodennahe Fauna sind wegen der möglichen Schäden durch die intensive Baumkurrenfischerei in das Interesse gerückt.

Die Ergebnisse werden in eine gemeinsame Datenbank eingespeist und jährlich in Form von Verbreitungskarten und Dichteindizes für die häufigsten Arten herausgegeben. Die projektierten FFH-Gebiete "Borkum-Riffgrund", "Doggerbank" und "Sylter Außenriff" werden seit dem Jahr 2003 bezüglich ihrer Fischfauna mit der Baumkurre beprobt. Leider konnte die Befischung der drei FFH-Gebiete auf Grund einer Maschinenüberholung in diesem Jahr nicht durchgeführt werden.

Nach den vorläufigen Ergebnisse zeigte die Artenverteilung das übliche Muster mit Kliesche (Limanda limanda) als dem häufigsten Fisch, gefolgt von Scholle (Pleuronectes platessa) und Sternrochen (Raja radiata) (küstenfern) bzw. Grauem Knurrhahn (Eutrigla gurnardus) (küstennah).
Nach Norden und Westen hin nimmt rasch die Bedeutung von Doggerscharben (Hippoglossoides platessoides) und Sternrochen (Raja radiata) in der Biomasse zu.
Seltene Arten gingen nicht ins Netz. Mittelgrosse Schollen (bis 50 cm) sind in dem Gebiet nach wie vor verbreitet, wenn auch nie in großen Stückzahlen.

Auffällig in diesem Jahr war das geringe Vorkommen von Grauem Knurrhahn in den küstenfernen Rechtecken. Weiterhin wurde eine hohe Abundanz von Schollen in den küstennahen Rechtecken 41F7 sowie 42F7 festgestellt.
Die Fangzusammensetzung im Untersuchungsgebiet ist in den Abbildungen 2 und 3 dargestellt.

Abbildung 1: Aussetzpositionen  660. Reise FFS Solea, GIF-Graphik: 34 KB

Abbildung 1: Aussetzpositionen 660. Reise FFS Solea

Abbildung 2: Fangzusammensetzung  in den küstenfernen Gebieten (in 39 bis 43 / F4 und F5), GIF-Graphik: 24 KB

Abbildung 2: Fangzusammensetzung in den küstenfernen Gebieten (in 39 bis 43 / F4 und F5)

Abbildung 3: Fangzusammensetzung  in den küstennahen Gebieten (in 39 bis 43 / F6 und F7), GIF-Graphik: 22 KB

Abbildung 3: Fangzusammensetzung in den küstennahen Gebieten (in 39 bis 43 / F6 und F7)

Juli
und
Aug.
2012

  Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) - Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei  -  Institut für Seefischerei

(http://www.vti.bund.de)

Bericht über die 659. Reise des FFS "SOLEA" vom 26.07. bis 12.08.2012
(Zusammenfassung)

GSBTS - German Small-scale Bottom Trawl Survey

Im Rahmen des "German Small-scale Bottom Trawl Surveys" (GSBTS) wurden in fünf von insgesamt 12 Standarduntersuchungsgebiete (Boxen) Untersuchungen durchgeführt, um Veränderungen in den Bodenfischgemeinschaften der Boxen zu erfassen. (Box F wurde auf dieser Reise nicht beprobt).
Des Weiteren wurden die hydrographische Situation mittels CTD und die Verteilung und Dichte von Zoo- und Ichtyoplankton ermittelt.
Für weitere Untersuchungen wurden Proben genommen von: Doggerscharbe (Hippoglossus platessoides), Wittling (Merlangus merlangus) und Grauer Knurrhahn (Eutriglia gurnardus), sowie Larven von Nordseegarnelen (Crangon crangon).

Die Artenzusammensetzung der Bodenfische in den beprobten Boxen zeigen die Abbildungen 2 bis 6:

Abbildung 1: Untersuchungsgebiete (Boxen) und  Route der 659. Reise des FFK SOLEA (26.07. bis 12.08.2012), GIF-Graphik: 34 KB

Abbildung 1: Untersuchungsgebiete (Boxen) und Route der 659. Reise des FFK SOLEA (26.07. bis 12.08.2012)

Abbildung 2: Box N, Deutsche AWZ vor Sylt: Artenzusammensetzung (kg/30min) im Zeitraum 2000 bis 2012 (Sommer), GIF-Graphik: 13 KB

Abbildung 2: Box N, Deutsche AWZ vor Sylt: Artenzusammensetzung
(kg/30min) im Zeitraum 2000 bis 2012 (Sommer)

Abbildung 3: Box K, dänische AWZ: Artenzusammensetzung (kg/30min) im Zeitraum 1991 bis 2012 (Sommer), GIF-Graphik: 15 KB

Abbildung 3: Box K, dänische AWZ: Artenzusammensetzung
(kg/30min) im Zeitraum 1991 bis 2012 (Sommer)

Abbildung 4: Box H, zentrale Nordsee (englische AWZ: Artenzusammensetzung (kg/30min) im Zeitraum 1991 bis 2012 (Sommer), GIF-Graphik: 18 KB

Abbildung 4: Box H, zentrale Nordsee (englische AWZ: Artenzusammensetzung
(kg/30min) im Zeitraum 1991 bis 2012 (Sommer)

Abbildung 5: Box P, Deutsche AWZ (Entenschnabel): Artenzusammensetzung (kg/30min) im Zeitraum 2003 bis 2012 (Sommer), GIF-Graphik: 12 KB

Abbildung 5: Box P, Deutsche AWZ ("Entenschnabel"): Artenzusammensetzung
(kg/30min) im Zeitraum 2003 bis 2012 (Sommer)

Abbildung 6: Box E, niederländische AWZ vor Sylt: Artenzusammensetzung (kg/30min) im Zeitraum 1989 bis 2012 (Sommer), GIF-Graphik: 16 KB

Abbildung 6: Box E, niederländische AWZ vor Sylt: Artenzusammensetzung
(kg/30min) im Zeitraum 1989 bis 2012 (Sommer)

Juni
und
Juli
2012

  Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) - Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei - Institut für Seefischerei, Hamburg

(http://www.vti.bund.de)

Bericht über die 658. Reise von FFS "SOLEA" vom 29.6.2012 bis 19.7.2012
(Zusammenfassung)

Hydroakustische Bestandsaufnahme pelagischer Fischbestände in der Nordsee

Die Reise war Bestandteil einer internationalen hydroakustischen Aufnahme pelagischer Fischbestände in der Nordsee, die von der Working Group for International Pelagic Surveys des ICES koordiniert wird. Weitere Teilnehmer an dieser Aufnahme waren Dänemark, die Niederlande, Norwegen, Schottland und Irland. Dieser Survey liefert den wichtigsten fischereiunabhängigen Beitrag zum Assessment der Heringsbestände der Nordsee, der westlichen Ostsee, des Skageraks/Kattegats, des Gebietes westlich Schottlands und der Irischen See.
Das Arbeitsgebiet von FFS "Solea" umfasste die südliche Nordsee zwischen 56° N und 52° N. In diesem Gebiet arbeitete auch das niederländische FFS "Tridens". Primäres Untersuchungsobjekt war der Hering; eine Abschätzung der Sprottbestände wurde zusätzlich angestrebt. Die akustischen Messungen fanden in der Zeit von 06.00 - 20.00 Uhr statt. Zur Identifizierung der Echoanzeigen und für weitergehende biologische Untersuchungen wurden 38 Fischereihols durchgeführt. Bemerkenswert in diesem Jahr waren relativ große Schwärme von Sardinen in der Nähe des Kanals, wie zwei durchgeführte Hols zeigten. Auf 55 Stationen wurden hydrographische Profile aufgenommen.

Insgesamt wurden 24 Fischarten gefangen, im Mittel 5 Arten pro Hol. Die größte Präsenz weisen dabei Sprotten und Makrelen auf, (in 26 der 36 Hols vertreten). Nächsthäufige Fischarten sind Heringe und Wittlinge (in 21 Hols). Mit 3,6 Tonnen bzw. 86,8 % stellen Sprotten den bei weitem größten Gewichtsanteil am Gesamtfang. Der Gewichtsanteil der Heringe liegt bei 11,7 % des Gesamtfangs. (Aussagen über die repräsentative Häufigkeit der Tiere lassen sich erst in Verbindung mit den erzielten Echointegrationswerten treffen.)

Abbildung 1: Kursnetz und Fischereistationen der 658. Reise FFS SOLEA, GIF-Graphik: 47 KB

Abbildung 1: Kursnetz und Fischereistationen der 658. Reise FFS SOLEA

Mai
2012

  Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) - Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei - Institut für Seefischerei, Hamburg

(http://www.vti.bund.de)

Bericht über die 655. Reise von FFS "SOLEA" vom 10. bis 22.5.2012
(Zusammenfassung)

Seezungen-Survey in der Deutschen Bucht

Die 655. Reise des FFS "Solea" diente zur Aufnahme des Seezungenbestandes in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) der Nordsee. Dieser Survey wird seit 1976 jährlich zur Laichzeit der Seezungen (Solea vulgaris) vor den Küsten Schleswig-Holsteins und Niedersachsens durchgeführt, um einen Dichte-Index zur Bestandsabschätzung erstellen zu können.

Der Survey-Index deutet für den Teil der laichenden Seezungen in der deutschen AWZ auf ein stabil niedriges Niveau hin (siehe Abbildung 1). Rückschlüsse auf die Seezungenbestände in der Nordsee können aber erst gezogen werden, wenn der entsprechenden ICES Arbeitsgruppe WGNSSK (Working Group on the Assessment of Demersal Stocks in the North Sea and Skagerrak) sämtliche Bestandsdaten aus der Nordsee vorliegen.

Die Fänge von Witlling (Merlangius merlangus), die in der dänischen AWZ durchgeführt wurden waren nicht erfolgreich und erbrachten nur drei Individuen in allen ausgeführten Hols.

Abbildung 1: Durchschnittsfänge an Seezungen (Anzahl/h für 2 Kurren, alle Altersgruppen), nach Untergebieten (nördlicher und südlicher Teil Schleswig-Holsteins, Niedersachsen), GIF-Graphik: 25 KB

Abbildung 1. Durchschnittsfänge an Seezungen (Anzahl/h für 2 Kurren, alle Altersgruppen), nach Untergebieten (nördlicher und südlicher Teil Schleswig-Holsteins, Niedersachsen).

Feb.
2012

  Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) - Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei - Institut für Seefischerei, Hamburg

(http://www.vti.bund.de)

Bericht über die 651. Reise von FFS "SOLEA"vom 16. - 31.2.2012 (im Zusammenhang mit der 650. Reise)
(Zusammenfassung)

Forschungsfahrt zum Thema Wintergarnelen

Die beiden Forschungsfahrten zum Thema "Wintergarnelen" dienten der Überprüfung des Vorkommens und der Häufigkeiten von überwinternden Nordseegarnelen im Bereich der Deutschen Bucht und erweitern die Zeitserie dieses seit 1991 bestehenden Programms. Witterungsbedingt fielen lediglich jeweils 7 bzw. 5 Fischereitage aus.

Auf der ersten Reise (Nr. 650) im Jahr 2012 wurde das Gebiet der inneren Deutschen Bucht "rund um Helgoland" untersucht. Die nachfolgende 651. Reise erweiterte das Gebiet um tiefere und entferntere Stationen vor Jütland und in der südwestlichen Nordsee. Mit insgesamt 74 verwertbaren Hols ergibt sich ein Gesamtbild über die Bestände in der Deutschen Bucht zwischen dem niederländischen Terschelling und dem dänischen Horns Riff.

Zielart war die Nordseegarnele (Crangon crangon), in größeren Tiefen wurden auch geringe Anteile der nahe verwandten Furchengarnele (Crangon allmanni) gefangen.
In der inneren Deutschen Bucht wurden die größten Fänge von 16 bis 18 kg bei 16 bis 19 m Wassertiefe erzielt, Der hohe Anteil an Konsumkrabben lässt auf vergleichsweise gute Fänge im Frühjahr schließen.

Die Fänge an "Krabben" lagen auf der zweiten Reise im Mittel mit 6,675 kg fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Sie erreichten in einem Hol bei 25 m Wassertiefe ein Maximum von 25,1 kg (alle Größen, Halbstundenhol, eine 7-m-Kurre). Auffällig war die großräumigere Verteilung der "Krabben" auch in tieferen Gebieten, in denen früher wenig bis keine anzutreffen waren. Einzelne besonders große Exemplare von 90 mm Gesamtlänge wurden im Norden gefangen und weisen auf eine gute Bestandsituation hin.

Die in den früheren Jahren in Tiefen von 40 bis 50 m auf schlickigem Grund entdeckte atlantische Krabbenart Goneplax rhomboides, Trapezkrabbe, tauchte in den Fängen erneut nicht auf. Sehr auffällig war dagegen der Fang von sehr großen Mengen von Roten Garnelen (Pandalus montagui) nordwestlich von Helgoland. Auch die vor einigen Jahren schon beobachtete, kleine Garnelenart Processa nouveli holtuisi, eine Dreizangen-Garnele, fand sich relativ häufig bei tieferen Stationen nordwestlich von Helgoland.

Die Wassertemperaturen bewegten sich zwischen 4,7 °C und 6,8 °C und lagen damit erheblich höher als in den Vorjahren.

Das Beifangspektrum lag mit 37 Fischarten infolge geringerer Holzahl unter dem der Vorjahre. Die Sprotten (Sprattus sprattus) machten wie im Vorjahr gewichtsmäßig den zweitgrößten Teil aus nach den Klieschen (Limanda limanda). Ungewöhnlich war die große Zahl an Grundeln, die trotz ihrer geringen Größe gewichtsmäßig den dritten Rang (in Anzahl mit Abstand den ersten Rang) einnahmen. Schollen (Pleuronectes platessa) lagen nach den Heringen auf dem fünften (in Stückzahl vierten) Platz. Hin und wieder tauchten einzelne Kabeljau in den Fängen auf, Seezungen kaum, dafür aber in erstaunlicher Zahl junge Limanden (Microstomus kitt) und natürlich Zwergzungen (Buglossidium luteum). Stinte (Osmerus eperlanus), Wittlinge (Merlangius merlangus) und Steinpicker (Agonus cataphractus) waren erneut häufig anzutreffen im Gegensatz zu den Seeskorpionen (Myoxocephalus scorpius). Weiterhin beobachteten wir wieder relativ viele junge Finten (Alosa fallax), deren Zahl zuletzt vorübergehend rückläufig erschienen war.

Bei den Wirbellosen wurden insgesamt 34 Taxa registriert, deutlich weniger als im Vorjahr.
Die Zahl der sonst häufigen Schwimmkrabben der Art Macropipus (=Liocarcinus) holsatus war auf dieser Reise in den meisten Stationen gering.

Abbildung 1: Durchschnittsfang an Garnelen (Crangon crangon und Crangon allmanni alle Größen) je Halbstundenhol auf den SOLEA-Januar-Reisen 1999 bis 2012 ohne Berücksichtigung  der Tiefenverteilung, geographischen Lage und Anzahl der Stunden., GIF-Graphik: 18 kB

Abbildung 1: Durchschnittsfang an Garnelen (Crangon crangon und Crangon allmanni alle Größen) je Halbstundenhol auf den SOLEA-Januar-Reisen 1999 bis 2012 ohne Berücksichtigung der Tiefenverteilung, geographischen Lage und Anzahl der Stunden.

Abbildung 2: Übersicht über die Lage der Fangpositionen und die Fangmenge an Crangoniden (Crangon crangon und Crangon allmanni) während der 650. (grüne Punkte) und 651. SOLEA-Reise (rote Punkte) im Januar 2012., GIF-Graphik: 96 kB

Abbildung 2: Übersicht über die Lage der Fangpositionen und die Fangmenge an Crangoniden (Crangon crangon und Crangon allmanni) während der 650. (grüne Punkte) und 651. SOLEA-Reise (rote Punkte) im Januar 2012.

Jan.
und
Feb.
2012

  Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) - Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei - Institut für Seefischerei, Hamburg

(http://www.vti.bund.de)

Bericht über die 351. Reise des FFS "Walther Herwig III" vom 23.1. bis 24.2.2012
(Zusammenfassung)

Deutsche Beteiligung am International Bottom Trawl Survey, IBTS (I)
Überprüfung der Stärke der Jungfischbestände in der Nordsee 2012, 1. Quartal

Alljährlich im ersten Quartal findet ein International Bottom Trawl Survey (IBTS) des ICES in der Nordsee statt. Die Untersuchungen gelten in der Hauptsache der Bestimmung unabhängiger Bestandsindizes für die demersalen Nordseefischarten sowie den nachrückenden Jahrgängen der wirtschaftlich wichtigsten Nutzfischarten. Mit der 351. Reise des FFS WALTHER HERWIG III beteiligte sich die Bundesrepublik Deutschland am IBTS 2012 (I). Überwiegend stürmische Wetterverhältnisse erlaubten in diesem Jahr das Bearbeiten von nur 67 der 77 Rechtecke, die der WALTHER HERWIG in der zentralen und nördlichen Nordsee zugewiesen waren.

Nach den vorläufigen Fischereiergebnissen der am Programm beteiligten sieben Schiffe sind die Nachwuchssituationen von Schellfisch und Stintdorsch wie auch im letzten Jahr verschlechtert. Zwar gab es etwas mehr jungen Kabeljau, ihr mittlerer Fang liegt aber weiterhin unter dem langjährigen Mittel und lässt auch weiterhin nur unterdurchschnittlichen Nachwuchs erwarten. Verbessert zeigte sich auch der Nachwuchsjahrgang des Wittling, dessen Stärke allerdings noch unter dem langjährigen Mittel lag. Einzig der jüngste Sprottenjahrgang war überdurchschnittlich, während der jüngste Heringsjahrgang wieder etwas unter dem langjährigen Mittel lag.
Die Gewichte der Gesamtfänge der 67 Hols mit dem GOV-Fischereinetz betrugen standardisiert auf 30 min Schleppzeit zwischen 20,6 kg und 3.105 kg, im Mittel etwa 307 kg und waren damit etwa 85 kg geringer als im Vorjahr. Wie in den Vorjahren, dominierte Knurrhahn häufig in den Fängen in der zentralen Nordsee, während in der nördlichen Nordsee Schellfisch am häufigsten war. Gute Fänge an Seelachs waren in den Randbereichen der norwegischen Rinne zu verzeichnen. Wie im letzten Jahr waren die Zahlen der Jungtiere der Gadiden Schellfisch, Kabeljau und Wittling gering.

Heringslarven wurden im Vergleich zum Vorjahr in etwas geringeren Stückzahlen und nach Süden verlagert meist im zentralen Arbeitsgebiet gefangen. Die maximalen Vorkommen lagen wieder vor der schottischen Küste, waren aber auch hier niedriger als im Vorjahr. Die mittlere Abundanz lag aber noch deutlich über den minimalen Werten der Jahre 2003 bis 2008.

Die ermittelten Salzgehalte - um bis zu 0,1 erhöht - belegen einen salzreichen Einstrom Atlantischen Wassers in den zentralen Teil der nördlichen Nordsee.
Die Wassertemperaturen im Untersuchungsgebiet zwischen 5,7 und 8,4 °C, vorwiegend zwischen 6,9 und 7,9 °C. Vorangegangene Abkühlung und sturminduzierte turbulente Durchmischung hatten und haben während der Reise für vollständige vertikale Temperatur- und Salzgehaltsdurchmischung gesorgt.

Jan.
2012
  Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) - Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei - Institut für Seefischerei

(http://www.vti.bund.de)

Bericht über die 350. Reise des FFS "Walther Herwig III" vom 2.1. bis 13.1.2012
(Zusammenfassung)

Monitoring der Bodenfischbestände (German Small-scale Bottom Trawl Survey, GSBTS) in Box A (Deutsche Bucht) und Internationaler Heringslarvensurvey (International Herring Larvae Survey,IHLS) in der Nordsee

Die 350. Forschungsreise des FFS Walther Herwig III war Teil des deutschen Beitrags zum Internationalen Heringslarvensurvey (International Herring Larvae Survey, IHLS). Die Studien überwachen unter Koordination des ICES jährlich (seit 1972) die räumliche Verteilung und Häufigkeit der Heringslarven. Die Ergebnisse sind ein wichtiger Bestandteil für die Abschätzung der herbstlaichenden Heringsbestände in der Nordsee und geben somit wichtige Information über die Heringsbestände und für die Festlegung von Fangquoten.
Die auf der Reise erzielten Ergebnisse zur räumlichen Verteilung und Häufigkeit waren mit den Vorjahren vergleichbar, wobei sich eine sehr hohe Zahl an frisch geschlüpften Heringslarven (insgesamt 18.053) zeigte. Dieses Muster zeigt sich seit drei Jahren.

Der Bestandteil des German Small-scale Bottom Trawl Survey, GSBTS an der 350. Forschungsreise des FFS Walther Herwig III musste wegen schlechter Wetterbedingungen zu Beginn der Reise entfallen.

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 11.01.2013 09:45:02  
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