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Seegräser und Grünalgenbestand im Schleswig-holsteinischen Wattenmeer

 

Vorhandene Berichte :    2009   

2009

  Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Heimholtz-Gemeinschaft, Wattenmeerstation Sylt
im Auftrag des Landesamtes für Küsten- und Naturschutz (LKN) Schleswig-Holstein, Tönning

(http://www.awi-bremerhaven.de)

Vorkommen von Grünalgen und Seegras im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer 2009

Im Sommer 2009 hat die Wattenmeerstation Sylt des Alfred-Wegener-Instituts im Juni, Juli und August erneut die Watten von Schleswig-Holstein überflogen, um im Auftrag des LKN SH das Vorkommen der aus der Luft erkennbaren Seegraswiesen und Grünalgenmatten zu bestimmen. Die Ergebnisse liegen nun vor.

Grünalgen und Seegräser werden jeweils als sensible Indikatoren für anthropogene Nährstoffeinträge in Küstengewässern angesehen: Je weniger Grünalgen und je mehr Seegras desto besser ist die Umweltqualität im Wattenmeer, aber je mehr Grünalgen und je weniger Seegras desto geringer ist die ökologische Qualität.
Mit bis zu 20 % der Wattfläche Schleswig-Holsteins hatten die Grünalgenflächen zu Beginn der 1990er Jahre eine zuvor nicht beobachtete Ausdehnung erreicht. Seegraswiesen traten im Dithmarscher Watt kaum noch auf, aber in Nordfriesland blieb Seegras immer stark vertreten und dort befindet sich das größte eulitorale Vorkommen Europas.

Bei den Überfliegungen im Sommer 2009 wurden für beide Indikatoren jeweils die Bewuchsdichten von 20 bis 60 % Bodenbedeckung und von >60 % Bedeckung unterschieden (Vorkommen unter 20 % Bedeckung konnten aus der Luft nicht sicher ausgemacht werden).

Der Flächenanteil mit erkennbarem Grünalgenvorkommen nahm von Juni bis August zu, aber erreichte nur 1,2 % der Wattfläche Schleswig-Holsteins. Das ist seit 1995 der zweitniedrigste Wert. Der Anteil kompakter Matten war besonders gering. Im Dithmarscher Watt wurden Grünalgen im August auf 0,7 km² (0,2 %) und im Nordfriesischen Watt auf 14,6 km² (1,6 % der Watten) registriert (siehe Abbildung 1).

Der Seegrasbestand in Nordfriesland ist in gutem Zustand. Im August wurden auf 122 km² Seegras aus der Luft erkannt. Das entspricht 13 % der Wattfläche und ist die höchste bisher erfasste Ausbreitung (siehe Abbildung 2). Der Anteil sehr dicht wachsender Bestände (> 60 % Bedeckung) lag dabei mit 75 % sehr hoch. Im Dithmarscher Watt ist das Seegrasvorkommen dagegen gering. Mit 1,3 km² betrug der Anteil an der Wattfläche dort nur 0,4 %. Nur im Schutz der Sandbank Blauort wurde eine dicht bewachsene Wiese gesehen.
Kleinräumig treten in Nordfriesland unterschiedliche Tendenzen auf. So gehen gegenwärtig auf der Wattseite von Nord-Sylt (nördlich des Hindenburgdamms) die Seegrasbestände seit einigen Jahren zurück, während es entlang der Festlandküste und auf einigen Platen Nordfrieslands Zuwächse gab. Im Vergleich zu den Niedersächsischen und Niederländischen Watten ist das ausgedehnte Vorkommen der Seegräser im Watt Nordfrieslands auch Zeichen einer guten Gewässerqualität.

Abbildung 1: Grünalgen (>20 

%-Bedeckung) auf Wattflächen (km2) im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer in den Sommern von 

1995 bis 2009., GIF-Graphik: 11 KB

Abbildung 1: Grünalgen (>20 %-Bedeckung) auf Wattflächen (km²) im Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer in den Sommern von 1995 bis 2009.
Dargestellt sind jeweils die saisonalen Maxima.

Abbildung 2: Fläche (km2) der  

Seegraswiesen (Bedeckung >20 %) auf  nordfriesischen Watten nach  Befliegungen im August 

oder September zwischen 1978 und 2009., GIF-Graphik: 8 KB

Abbildung 2: Fläche (km²) der Seegraswiesen (Bedeckung >20 %) auf nordfriesischen Watten nach Befliegungen im August oder September zwischen 1978 und 2009.

Der Titel des Forschungsberichtes lautet:
Reise, K.; C. Buschbaum, T. Dolch, E. Herre (2010) Vorkommen von Grünalgen und Seegras im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer 2009, Forschungsbericht des Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in der Heimholtz-Gemeinschaft, Wattenmeerstation Sylt; im Auftrag des Landesamtes für Küsten- und Naturschutz (LKN) Schleswig-Holstein, Tönning (unveröffentlicht)

Eine kurze Information zu dem Bericht findet sich auch in den "Nationalpark Nachrichten" (April-Juni 2010) des Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, im Internet unter:
(http://www.wattenmeer-nationalpark.de)
unter der Rubrik Presse und Veranstaltungen.

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 15.06.2010 11:05:27  
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