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Meeresschutz

 

Vorhandene Berichte :    Mai 2011    Oktober 2011    November 2011    März 2013   

März
2013

  Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg•Rostock:

BSH: Schnelle Untersuchung von Ballastwasser

Auf einem internationalen Workshop informierte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) am 7. März 2013 vor einem internationalen Fachpublikum über neue Lösungen für eine Probeentnahme und Analyse von Ballastwasser auf Schiffen. Die Technologien sind das Ergebnis des Wettbewerbs "Effektive Technologien zur Hafenstaatkontrolle im Rahmen des Ballastwasserübereinkommens", den das BSH 2011 ausgeschrieben hatte. Die vorgestellten praxisreifen Technologien ermöglichen einfache und schnelle Verfahren zur Probeentnahme und Analyse von behandeltem Ballastwasser. Der Workshop fand im Rahmen des Projektes "North Sea Ballast Water Opportunity" des Europäischen Förderprogramms INTERREG in Hamburg statt.

Es hat sich gezeigt, dass eine Ratifikation des Ballastwasser-Übereinkommens nicht zu erwarten ist, solange keine belastbare Beprobungsmethode verfügbar ist. Der vom BSH initiierte und geförderte Wettbewerb diente dazu, vorhandene Überlegungen zu Beprobungsmethoden weiterzuentwickeln und in belastbare, schnell und einfach anzuwendende Technologie und Verfahren zur Entnahme, Beprobung und Analyse von Ballastwasser zu entwickeln. Im Rahmen des BSH-Workshops stellten die Sieger des Wettbewerbs ihre Technologien vor. Die Prüfgeräte sind einfach zu bedienen. Die Analyseergebnisse des Ballastwassers stehen innerhalb von Minuten bereit. Diese Faktoren sind für die maritime Wirtschaft, die mit engen und effizienten Zeitplänen arbeitet, von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.

Deutschland wird die Ergebnisse der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO, einer Organisation der Vereinten Nationen, mit dem Ziel vorstellen, die Technologie zur Entnahme und Überprüfung von Ballastwasser als Standard international zu vereinheitlichen. Sie sind eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die jeweiligen Hafenstaaten die Einhaltung des Ballastwassers-Standards weltweit einheitlich kontrollieren können. Zwischenergebnisse des Projektes zur repräsentativen Probeentnahme und Analyse wurden der IMO bereits Anfang Februar 2013 vorgestellt.

Ohne Ballastwasser ist die moderne Schifffahrt nicht denkbar. Nach Schätzungen der IMO führen Schiffe weltweit jährlich über zehn Millionen Tonnen Ballastwasser zur Stabilisierung während Leerfahrten mit sich. Sie erhalten damit ihre Seetauglichkeit. Das Ballastwasser-Übereinkommen von 2004 legt bestimmte Grenzwerte für die Dichte fremder Organismen im Ballastwasser fest. In einem Kubikmeter Ballastwasser dürfen nicht mehr als zehn lebende Organismen sein, die größer als 0,05 mm sind. In einem Milliliter dürfen nur neun Organismen in der Größe zwischen 0,01 und 0,05 mm sein. Der Durchmesser eines feinen menschlichen Haares liegt zwischen 0,02 und 0,04 mm. Das Übereinkommen gibt u.a. die Ausrüstung der Schiffe mit Anlagen vor, die den Reinheitsgrad des Ballastwassers sicherstellen. Auch kann der Hafenstaat den richtigen Betrieb und das Funktionieren der Anlagen durch Beprobung prüfen.

Schiffe nehmen in der Regel in dem Hafen, in dem sie ihre Ladung löschen, Meerwasser als sogenanntes Ballastwasser in speziellen Tanks auf. Das Wasser enthält Tiere und andere Organismen wie zum Beispiel Parasiten und Krankheitserreger. Im Zielhafen des Schiffes wird Ladung aufgenommen. Das Ballastwasser fließt in den Hafen. Die fremden Lebewesen siedeln sich bei günstigen Bedingungen in dem Ökosystem an. Der Klimawandel kann die Ansiedlung begünstigen. Durch Verdrängung einheimischer Arten oder die Zerstörung der bestehenden Nahrungsnetze können die eingeschleppten Arten das Ökosystem nachhaltig zerstören und wirtschaftliche Schäden verursachen. Im Schwarzen Meer zerstörte die amerikanische Rippenqualle das Ökosystem und führte zum Zusammenbruch der Fischerei. Im deutschen marinen Bereich verursachte der Schiffsbohrwurm Schäden von rund 50 Mio. Euro.

36 Staaten haben bereits das Ballastwasser-Übereinkommen unterschrieben. Sie haben einen Anteil von 29,07 Prozent an der Welttonnage. Das Übereinkommen tritt in Kraft, wenn mindestens 30 Staaten, die 35 Prozent der Gesamttonnage der Welthandelsflotte repräsentieren, die Konvention ratifiziert haben. Deutschland wird ebenfalls in Kürze ratifizieren. Obwohl das Ballastwasser-Übereinkommen noch nicht in Kraft ist, werden bereits heute Schiffsneubauten mit entsprechenden Anlagen ausgerüstet. Ende 2012 gab es weltweit 26 zugelassene Anlagen, davon 6 durch das BSH. Das BSH hat die weltweit erste Anlage mit chemischer Reinigung zugelassen und betreut zurzeit 14 Anlagen.

Für Rückfragen:
Susanne Kehrhahn-Eyrich
Pressesprecherin
Tel.: 040/3190 - 1010
Mobil: 0151/11588574

Nov.
2011

  Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg•Rostock:
(Pressemitteilung vom 1.11.2011)

BSH präsentiert Meeresprojekt BaltSeaPlan auf Europäischer Ostseestrategie-Konferenz in Danzig

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) präsentierte sein Projekt "BaltSeaPlan" im Rahmen der Jahreskonferenz des "Baltic Development Forums" und des zweiten Forums zur EU-Ostseestrategie Ende Oktober in Danzig. "BaltSeaPlan" hat unter der Leitung des BSH mit 14 Partnern aus sieben Anrainerstaaten für den Ostseeraum eine "Vision2030" entwickelt. Sie beschäftigt sich mit der zukünftigen Nutzung der Ostsee, gibt Empfehlungen und Leitlinien für den Umgang mit dem Meeresraum und hilft den Ostseeanrainerstaaten, bei der Meeresraumplanung zusammen zu arbeiten.

Das Meer als Wirtschaftsraum gewinnt immer mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Interessen der Schiffsindustrie, der Fischerei oder der Offshore-Industrie stehen im Wettbewerb um die Meeresflächen. Die veränderte Wahrnehmung des Meeres führt zu erhöhten Ansprüchen und zu steigendem Druck seitens der Nutzer – und damit zu erhöhten Belastungen der Meere. Eine nachhaltige Entwicklung der Meere ist damit eine der wesentlichen politischen Aufgaben der Zukunft. Dies beinhaltet eine gesunde Meeresumwelt, sichere und saubere Schiffstransporte und eine nachhaltig ausgerichtete Energiepolitik. Die "Vision2030" konzentriert sich auf diese Ziele. "Das Meer kennt keine Ländergrenzen. Umso wichtiger ist eine gemeinsame europäische marine Infrastruktur, mit der wir den nachhaltigen und sensiblen Umgang mit den Meeren sicherstellen, entwickeln und umsetzen", so Monika Breuch-Moritz, Präsidentin des BSH. "Eine gemeinsame aktive Raumplanung ist dringend notwendig und hilft allen Beteiligten, Synergien aufzubauen und damit eine nachhaltige maritime Wirtschaft zu gewährleisten."

Beim Aufbau einer maritimen Raumordnung und der sie begleitenden strategischen Umweltprüfung gilt das BSH als europaweit führend. Über umfangreiche maritime Fachkenntnisse und Erfahrungen verfügt es aufgrund seines umfassenden meereskundlichen Wissens über Meeresboden, Wind, Wellen, Strömungen und Zusammensetzung des Wassers und seiner Aufgabe als zentrale Genehmigungsbehörde für Offshore-Windenergieanlagen. Dirk Ahner, Leiter der Generaldirektion Regionale Entwicklung der EU-Kommission, besuchte den Informationsstand des BSH in Danzig und informierte sich über Möglichkeiten, die Anforderungen der Wirtschaft und die Ansprüche einer gesunden Meeresumwelt im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung der Meere zusammenbringen zu können.

Das BSH ist Partner für Seeschifffahrt, Umweltschutz und Meeresnutzung, der Seeschifffahrt und maritime Wirtschaft unterstützt, Sicherheit und Umweltschutz stärkt, nachhaltige Meeresnutzung fördert, Kontinuität von Messungen gewährleistet und über den Zustand von Nord- und Ostsee kompetent Auskunft gibt.

Das BSH mit Dienstsitz in Hamburg und Rostock ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Okt.
2011

  Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

(http://www.bmu.bund.de/meeresumweltschutz/aktuell/4551.php)

  Sekretariat Bund/Länder-Messprogramm für die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee (BLMP)

( http://www.blmp-online.de/)

Umsetzung der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) in Deutschland - Beginn der Öffentlichkeitsbeteiligung

Am 15. Juli 2008 ist die Europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL 2008/56/EG) in Kraft getreten. Die Mitgliedstaaten sind aufgefordert, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um spätestens bis zum Jahr 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt zu erreichen oder zu erhalten und vorrangig anzustreben, seinen Schutz und seine Erhaltung auf Dauer zu gewährleisten und eine künftige Verschlechterung zu vermeiden. Dabei soll eine nachhaltige Nutzung der Ressourcen des Meeres heute und durch künftige Generationen ermöglicht werden.

Das Verfahren zur Entwicklung von Meeresstrategien gliedert sich in sechs Verfahrensschritte:

  • Anfangsbewertung zur Erfassung des aktuellen Umweltzustands
  • Beschreibung eines guten Umweltzustands
  • Festlegung von Umweltzielen und dazu gehörenden Indikatoren
  • Erstellung und Durchführung eines Überwachungsprogramms für die laufende
  • Erstellung eines Maßnahmenprogramms zur Erreichung oder Aufrechterhaltung eines guten Umweltzustands
  • praktische Umsetzung des Maßnahmenprogramms.

Die Abgabe der ersten Berichte an die Europäische Kommission: Anfangsbewertung zur Erfassung des aktuellen Umweltzustands der Meere, Beschreibung eines guten Umweltzustands, Festlegung von Umweltzielen muss im Juli 2012 erfolgen.
Wie alle neueren EU-Richtlinien fordert auch die MSRL eine aktive Einbindung der Öffentlichkeit in den Umsetzungsprozess. In Deutschland hat für die Berichte zur Nord- und Ostsee eine von Bund und Ländern gemeinsam durchgeführte Kick-Off-Veranstaltung zur Einleitung einer Öffentlichkeitsbeteiligung am 14. Oktober 2011 in Hamburg stattgefunden. Für sechs Monate hat die Öffentlichkeit Zeit, zu den Berichtsentwürfen Stellung zu nehmen.

Weitere Informationen und den Zugang zur Öffentlichkeitsbeteiligung finden Sie im Internet unter
(http://www.meeresschutz.info/)

Die Berichtsentwürfe zum Download sowie Hinweise zu Stellungnahmen finden sich direkt unter:
(http://www.meeresschutz.info/index.php/berichte.html)

Die Medieninformation des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (derzeitig Vorsitz in der Arbeitsgemeinschaft BLMP) findet sich unter:
(http://www.schleswig-holstein.de/MLUR/DE/Service/Presse/PI/2011/1011/MLUR_111020_MSRL.html)

Mai
2011

  Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg•Rostock:

Gemeinsame Vision für eine nachhaltige Entwicklung der Ostsee beim Europäischen Tag der Meere 2011

Der "Europäische Tag der Meere" wird jährlich am 20. Mai gefeiert. Der Tag soll die entscheidende Rolle der Ozeane und Meere hervorheben und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für ein maritimes Europa erhöhen. Auch die Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft, die Interessen der Küstenbewohner, der Schutz der Meeresumwelt und die Position Europas in den internationalen Organisationen und Abkommen sollen damit stärker in den Vordergrund rücken. Die diesjährige Veranstaltung fand vom in Danzig statt und stand unter dem Motto "Maritime Policy: Putting People First".

Auch internationale Lösungen bei der maritimen Raumordnung in der Ostseeregion und die nachhaltige Entwicklung der Ostsee standen auf dem Programm. Der Einsatz grenzüberschreitenden Netzinfrastrukturen zur besseren Nutzung der erneuerbaren Energie aus Offshore-Windparks müsse dabei insbesondere geprüft werden.

Als Leiter des Projektes BaltSeaPlan richtete das BSH gemeinsam mit HELCOM, VASAB und dem Schifffahrtsinstitut Danzig einen Workshop zur maritimen Raumordnung aus. Zentrales Thema: die Ostsee-Vision 2030. Darin geht es um eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Ostseeanrainerstaaten in der dynamischen Wirtschaftsregion Ostsee. Dort konkurrieren nicht nur Schifffahrt und Fischerei, sondern auch Offshore-Windenergie oder Rohstoffgewinnung immer stärker um den knappen Raum. Die Ostsee-Vision hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese unterschiedlichen Ansprüche miteinander in Einklang zu bringen. Hauptziele sind dabei eine gesunde Meeresumwelt, eine übergreifende Energiepolitik, eine sichere, saubere und effiziente Schifffahrt sowie eine nachhaltige Fischereiwirtschaft.

HELCOM - Helsinki Commission:

Zwischenstaatliche Kommission, die für den Schutz der Meeresumwelt im Ostseeraum arbeitet. Die Kommission wurde von den Ostsee-Anrainern gegründet.
Die Bundesregierung ist seit der Ratifizierung des Übereinkommens im Jahr 1994 Vertragsstaat von HELCOM.

BaltSeaPlan – Planning the Future of the Baltic Sea:

14 Projektpartner aus 7 Ostseeanrainerstaaten arbeiten unter der Leitung des BSH an einer länderübergreifend abgestimmten Meeresraumplanung.
Das Projekt läuft noch bis 2012.

VASAB - Vision and Strategies around the Baltic Sea:

Das Kürzel steht für eine Zusammenarbeit von Ministerien verschiedener Länder, die in der Ostseeregion für Raumordnung und –entwicklung zuständig sind. Beteiligt sind Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen, Schweden, Polen sowie Weißrussland und Russland.

Die vollständige Pressemitteilung finden sie unter:
(http://www.bsh.de/de/Das_BSH/Presse/Pressearchiv/Pressemitteilungen2011/05-2011.jsp)

Weitere Informationen auch unter:
(http://ec.europa.eu/maritimeaffairs/maritimeday/index_en.html)

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Mehr dazu auf www.bsh.de:
MUDAB
DOD
BLMP

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 03.04.2013 09:52:15  
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