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MURSYS - Nord- und Ostsee

   
 
 

Bund/Länder Messprogramm (BLMP)

 

Vorhandene Berichte :    Mai 2011   

Mai
2011

  Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Hamburg, Rostock
Sekretariat Bund/Länder-Messprogramm für die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee (BLMP)

(http://www.blmp-online.de)

Chlorophyll a in den deutschen Ostseegewässern

(Wasmund, N., Chr. Schöppe, J. Göbel, M. v.Weber )
Meeresumwelt Aktuell Nord- und Ostsee, 2011/2 (Zusammenfassung)

Die Ostsee ist ein stark von Eutrophierung belastetes Gewässer. Dabei ist der Eintrag von Nährstoffen aus der Landwirtschaft über die Flüsse nach wie vor die größte Nährstoffquelle. Nährstoffeinträge wirken sich unmittelbar auf die Phytoplankton-Biomasse und damit auf die Chlorophyll-Konzentration aus. Das Chlorophyll a (Chl a) wird deshalb als ein wichtiger Indikator für die Gewässerqualität angesehen und gilt als biologisches Qualitätskriterium für die Gewässergüte-Einschätzung der deutschen Küstengewässer nach der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Länderübergreifend wurde für die Ostseeküstengewässer die Bewertung durch die Sommermittelwerte (Mai - September) auf Basis des Chl a-Gehaltes entwickelt. Küstenfern, also jen¬seits der 1-Seemeilen-Zone, wird die Klassifizierung mit dem " HELCOM Eutrophication Assessment Tool" (HEAT) durchgeführt. Beide Bewertungsmethoden enden in der Berechnung einer "Ecological Quality Ratio" (EQR).

Für die Bewertung werden Sommerwerte (Mittelwerte Mai - September) des Zeitraums von 2003 - 2008 zugrunde gelegt. Die flachen und weitgehend von der offenen See getrennten Gewässerteile (Schlei, Bodden, Peene¬strom, Kleines Haff) wiesen die höchsten Konzentrationen und einen unbefriedigenden bis schlechten Zustand auf.
Ergänzend dazu wurden Langzeitentwicklungen (1978 - 2008) der saisonalen Frühjahrs- und Sommer¬entwicklungen des Chlorophylls untersucht. Die Chl a-Konzentrationen zeigten in der Pommerschen Bucht einen abnehmenden und in der Arkonasee sowohl bei den Sommer- als auch bei den Frühjahrswerten einen zunehmenden Trend. In der Mecklenburger Bucht nahmen die Chl a-Konzentrationen des Frühjahrs deutlich ab. Diese Gegenläufigkeit von Trends in angrenzenden Seegebieten zeigt, dass jedes Seegebiet seine eige¬nen Charakteristika aufweist und deshalb nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich separat untersucht und bewertet werden muss.

Abbildung 1: Stationen des Bund-Länder-Messprogramms (BLMP) mit Angabe der mittleren Chl a-Konzentration (Mai-September, 2003-2008)., GIF-Graphik: 63 KB

Abbildung 1: Stationen des Bund-Länder-Messprogramms (BLMP) mit Angabe der mittleren Chl a-Konzentration (Mai - September, 2003 - 2008).
Die Größe der Kreise zeigt die Größenordnung (3-stufig) an; die Farbe zeigt die Einstufung nach WRRL oder HEAT an.

Die vollständige Veröffentlichung findet sich im Internet unter:
(http://www.blmp-online.de/Seiten/Berichte.html)


  Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Hamburg, Rostock
Sekretariat Bund/Länder-Messprogramm für die Meeresumwelt von Nord- und Ostsee (BLMP)

(http://www.blmp-online.de)

Nährstoffe in den deutschen Küstengewässern der Ostsee und angrenzenden Gebieten

(Nausch, G., A. Bachor,, Th. Petenati, J. Voß, M. v.Weber)
Meeresumwelt Aktuell Nord- und Ostsee, 2011/1 (Zusammenfassung)

Der vorliegende Indikatorbericht stellt die Entwicklung der Nährstoffeinträge aus dem deutschen Einzugsgebiet sowie die Veränderungen der Nährstoffverhältnisse in den deutschen Küstengewässern und der angrenzenden Ostsee seit 1986 dar.

Der Phosphoreintrag aus den acht wichtigsten Kläranlagen an der deutschen Ostseeküste (ca. 70 % der Direkteinleiter) hat sich zwischen 1990 und 2008 um 98 % verringert. Der Stickstoffeintrag ging im gleichen Zeitraum um 89 % zurück (ca. 90 % der Direkteinleiter).
Der flussbürtige Eintrag von Gesamtphosphor ist um 61 % zurückgegangen, vergleicht man die Zeiträume 1986/90 und 2004/08, vor allem bedingt durch verringerte Frachten aus Punktquellen. Der vorwiegend aus diffusen Quellen stammende Stickstoffeintrag hat sich nur um 13 % verringert, wovon die Hälfte der Abnahme dem geringeren Abflussgeschehen geschuldet ist.
Die Verteilungsmuster der winterlichen Phosphatkonzentrationen zeigen, dass die Werte in den inneren Küstengewässern in der gleichen Größen¬ordnung liegen wie in der offenen See. Dagegen verursacht die Dominanz diffuser Quellen im Einzugsgebiet und die enge Kopplung ans Abflussgeschehen in den inneren Küstengewässern, insbesondere in den Ästuaren der Oder mit Haff und Peenestrom, der Warnow und der Trave, Nitratkonzentrationen, die teilweise um das 50- bis 70-fache über den Werten der offenen See liegen.
Die reduzierten Einträge spiegeln sich auch im Rückgang der Gesamtphosphor- und Stickstoffkonzentrationen, sowohl in den inneren Küstengewässern als auch in der vorgelagerten Ostsee wider. Der stärkste Rückgang fand bis Mitte der 1990er Jahre statt, danach schwanken die Werte auf einem relativ stabilen Niveau, häufig an das Abflussgeschehen gekoppelt.
Trotzdem müssen alle Gebiete nach wie vor als eutrophiert bewertet werden, was in Übereinstimmung mit den HELCOM-Bewertungen steht (HELCOM [2009]). Dabei weisen die offenen Meeresgebiete (Westliche Beltsee, Kieler Bucht, Arkonabecken, Zingster Außenküste) einen mäßigen Gewässerzustand auf. Die küstennahen und mehr abgeschlossenen Regionen (Flensburger Förde, südliche Kieler Bucht, Lübecker Bucht, Wismarbucht und Pommernbucht) müssen gemäß den WRRL -Bewertungskriterien dagegen als schlecht bewertet werden. Einen besonders hohen Eutrophierungsgrad weisen die inneren Küstengewässer auf (Schlei, Untertrave, Unterwarnow, Darß-Zingster Boddenkette, Jasmunder Bodden, Peenestrom, Kleines Haff).
Die Orientierungswerte für die inneren Küstengewässer werden um ein Vielfaches überschritten und erscheinen als zu niedrig angesetzt, auch und besonders wegen ihrer fehlenden Gradienten bis zur offenen Ostsee, und bedürfen einer wissenschaftlichen Überarbeitung.

Die vollständige Veröffentlichung findet sich im Internet unter:
(http://www.blmp-online.de/Seiten/Berichte.html)

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 11.05.2011 09:55:28  
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