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Der Weltozean nimmt innerhalb des globalen Klimasystems aufgrund seiner
thermischen Trägheit bzw. seiner hohen Wärmekapazität eine
besondere Rolle ein: zum Einen reguliert der Ozean Klimavariationen durch
seine Fähigkeit große Wärmemengen zu speichern, zum Anderen
gleicht er durch sein großskaliges Strömungsfeld klimatische
Differenzen zwischen höheren und niederen Breiten aus. Eine sinnvolle
integrale Größe zur Quantifizierung des großskaligen
Strömungsfeldes ist der advektive Transport ozeanischer Eigenschaften,
wie der Transport von Temperatur, der Wärmetransport oder der Salz-
bzw. Süßwassertransport. Direkt lässt sich z.B. der
Wärmetransport nur durch gleichzeitige Messungen der ozeanischen Temperatur
und des absoluten Geschwindigkeitsfeldes bestimmen. Direkte
Strömungsgeschwindigkeiten liegen jedoch nur in wenigen Regionen des
Weltozeans vor. Aus hydrographischen Daten - der gemessenen Temperatur- und
Salzgehaltsverteilung als Funktion des Drucks - lassen sich Transporte
quasi-direkt berechnen. Vor allem Datensätze, die die volle Wassertiefe
erfassen, liegen jedoch zeitlich und räumlich ebenfalls nur diskret
vor. Eine Ausnahme stellt der hydrographische Schnitt zwischen dem Englischen
Kanal und den Neufundlandbänken dar.
Das BSH bestimmt seit 1993 die Transporte von Wärme und
Süßwasser im Nordatlantik über die Linie Englischer
Kanal-Neufundlandbänke (ca.
45°
N). Die Arbeiten werden nach den Kriterien und teils als Beitrag zum
hydrographischen Programm des World Ocean Circulation
Experiments
(WOCE) -
seit 1998 als Beitrag zum Global Ocean Observing
System
(GOOS)
durchgeführt. Mit den deutschen Forschungsschiffen "Gauss" (BSH) und
"Meteor" (RF) und einem einmaligen Einsatz des russischen Forschungsschiffes
"Akademik Vavilov" wurden mittlerweile sieben hochauflösende Aufnahmen
der hydrographischen Struktur entlang des im Projekt WOCE als A2 oder als
"48°N" bezeichneten transatlantischen Schnittes gewonnen. Eine weitere
Aufnahme ist für das Jahr 2002 geplant.
Einschließlich zwei historischer Reisen aus dem Jahr
1957
und
1982
steht momentan mit den sieben Realisierungen des WOCE/A2-Schnittes in den
90er Jahren
(1993,
1994,
1996,
1997,
1998,
1999,
2000)
ein Datensatz zur Verfügung, der erstmals eine Beschreibung und
Quantifizierung raum-zeitlicher Veränderungen der thermohalinen Struktur
entlang ca. 45°N im Nordatlantik und der großskaligen Zirkulation
- der meridionalen Overturningzirkulation (MOC), auf interannuellen und
klimarelevanten dekadischen Skalen alleine an Hand von hydrographischen
Beobachtungen ermöglicht.
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1957 |
1982 |
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1994 |
1996 |
1997 |
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1999 |
2000 |
2002 |
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| Vertikale Verteilung von potentieller Temperatur
und Salzgehalt entlang des Schnittes auf "48° N" im
Nordatlantik |
Speziellere
Informationen
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