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Vor 25 Jahren!

   
 
 

- Eis- und Schneechaos in Norddeutschland

Am 13. Februar 1979 waren die Kieler und Mecklenburger Bucht weitgehend mit 5-10 cm dickem Eis bedeckt. Örtlich kam es zu Behinderungen für Schiffe mit niedriger Maschinenkraft - was nichts Ungewöhnliches für diese Jahreszeit war. Die Vorhersage im Eisbericht des DHI (heute BSH) wies jedoch daraufhin, dass 'in etwa zwei Tagen in der westlichen und mittleren Ostsee mit dem Beginn einer erheblichen Eiszunahme zu rechnen ist'.
Diese setzte dann auch ein, und zwar nicht nur durch den Zustrom arktischer Kaltluft, die in Finnland und Nordwestrussland bereitstand, sondern vor allem auch durch den damit verbundenen tagelangen Schneesturm aus Ost bis Nordost. Das Ostseewasser befand sich in Gefrierbereitschaft, so dass sich infolge der niedergehenden großen Schneemengen in wenigen Stunden eine dicke, zusammenfrierende Mischung aus Schneebrei, Trümmereis und kleinen Eisschollen bildete, die an den Luvküsten in 10 - 20 sm breiten Gürteln zusammengepresst wurde (siehe Eiskarte vom 14.02.). Das waren für die Schifffahrt ungewöhnlich schwierige Eisverhältnisse, und innerhalb von zwei Tagen kam der Verkehr nicht nur an Land (dort herrschte tagelanges Verkehrsverbot), sondern auch auf See nahezu vollständig zum Erliegen. Allein in der Kieler Außenförde und weiter bis Kiel-Leuchtturm waren annähernd 100 Schiffe vom Eis besetzt. Sie mussten weitgehend individuell vor allem von dem stärksten Eisbrecher, der HANSE, 'befreit' werden (siehe  Foto) Die Schwierigkeiten bestanden vor allem darin, dass das unter Druck stehende meterdicke Eis-Schnee-Gemisch einen äußerst hohen Reibungswiderstand hatte und dass darin keine Rinnen gebrochen werden konnten, da es sich unmittelbar hinter dem Eisbrecher wieder schloss. Der Höhepunkt der Vereisung lag zwischen dem 20. und 25. Februar (siehe Eiskarte vom 21.02.). Auch Schiffe mit starker Maschinenleistung konnten nur mit direkter Eisbrecherunterstützung verkehren. Nur auf den Hauptschifffahrtswegen wurde assistiert, die kleineren Häfen waren geschlossen. Erst Anfang März normalisierte sich die Eislage langsam.

Quelle: G. Koslowski, 1979: Der ungewöhnliche Eiswinter 1978/79 im norddeutschen Küstengebiet. Der Seewart 40, Heft 4, 149-156

Abb. 1 Eiskarte des DHI vom 14.02.1979 - Beginn der Ausbildung von Gürteln aus festgestampftem Eis an den Luvküsten.

Abb. 2 Eisbrecher HANSE am 18.02.1979 im pausenlosen Einsatz im Bereich der Kieler Außenförde (Foto: Klaus Strübing)

Abb. 3 Eiskarte des DHI vom 21.02.1979 – Maximale Eisbedeckung im Winter 1978/79.


 

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 © 2014 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 08.12.2005 08:47:54  
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