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Ostsee - Eiskode

   
 
 

Eisbeobachtungen und ihre Verschlüsselung

Entwicklung

Ostsee-Eiskode von 1980

Schlüssel für die Meldungen der Eis- und Schifffahrtsverhältnisse

  
 
 Überblick  

Bereits Ende des vergangenen Jahrhunderts hatten verschiedene nationalen Eisdienste der Nord- und Ostseeanrainer ein geregeltes Beobachtungs- und Berichtswesen eingeführt. Die Notwendigkeit, Eisbeobachtungen rasch und in handlicher Form an eine Zentrale zu übermitteln und an Nutzer weiterzugeben, warf daher frühzeitig die Frage nach einem geeigneten Schlüssel zur Meldung von Eisbeobachtungen auf. Die in der Seefahrt üblichen Bezeichnungen von Erscheinungsformen des Eises waren sehr vielfältig und entsprechend der Naturbedingungen regional häufig unterschiedlich. Wesentliches Beurteilungsmerkmal ist zwar auch heute noch vornehmlich der Schwierigkeitsgrad für die Durchfahrt eines Schiffes, im nach dem ersten Weltkrieg notwendig gewordenen internationalen Eisnachrichtenaustausch sind jedoch zusätzliche Merkmale der Eisbedeckung erforderlich. Die Anforderungen von Wirtschafts- und Schifffahrtskreisen nach immer mehr und besseren Eisinformationen, die Bemühungen nach einer einheitlichen Terminologie im Rahmen der World Meteorological Organization, der Übergang zu einer die ganze Eissaison durchgehenden Winterschifffahrt im Bottnischen und Finnischen Meerbusen sowie die zunehmenden Aktivitäten in den Küstenvorfeldern der See zwangen die Eisdienste immer wieder zu technischen und inhaltlichen Verbesserungen des Informationsaustausches.  
Zusammengefasst ergeben sich dazu folgende Chronologische Daten: 

 

OSTSEE-EISKODE

EISBEOBACHTUNGSSTATIONEN

WMO-EISNOMENKLATUR /-EISSYMBOLIK

 

1920/21      Nationaler Eisschlüssel 

    • 1. Ziffer:  Eisverhältnisse
    • 2. Ziffer:  Folgen für die Schifffahrt 

1928/29     1. Ostsee-Eiskode (Baltischer Eiskode)

    •  1. Ziffer:  Eisverhältnisse
    •  2. Ziffer:  Schifffahrt 

1952           1. WMO-Eisnomenklatur 

1954/55      2. Ostsee-Eiskode (1969 revidiert, GTS-Nutzung)  

    • 1. Ziffer ( i) = Eisverhältnisse 
    • 2. Ziffer ( j )= Entwicklung der Eislage 
    • 3. Ziffer (k) = Schifffahrtsverhältnisse 

1968           2. WMO-Eisnomenklatur 

1980           WMO-Eissymbolik   

1981/82      3. Ostsee-Eiskode von 1980 (B = Baltic)  

    •  1. Ziffer ( AB ) = Menge und Anordnung des Eises 
    •  2. Ziffer ( SB ) = Entwicklungszustand des Eises 
    •  3. Ziffer ( TB ) = Topographie oder Form des Eises 
    •  4. Ziffer ( KB ) = Schifffahrtsverhältnisse 
 

 

1955/56, 1981/82, 1993/94 Änderung der deutschen Stationsziffern

 
 

Ostsee-Eiskode von 1980 

Der neue Kode beschreibt die Eisverhältnisse in Hafengebieten, Fahrwassern, in Küstenabschnitten und auf markierten Seewegen. Er soll zusammen mit den Eiskarten und den im Wortlaut abgefassten Eisberichten die Schiffsführung über die anzutreffenden Eis- und Schifffahrtsverhältnisse informieren. Die verschiedenen See- und Fahrwasserdistrikte jedes Landes werden mit Buchstaben bezeichnet: AA, BB, CC usw. Jeder Distrikt ist in Abschnitte unterteilt, die Kenn-Nummern von 1 bis maximal 9 haben.  
 

Die Einzelbeobachtungen für die Schlüsselelemente  
                      AB  SB  TB  KB  
werden somit in folgendem allgemeinen Kodeformat zusammengestellt und verbreitet:  
   

AA      1AB SB TBKB      2AB SB TBKB      3ABSB TBKB . . . nAB SB TBKB  

 
BB      1AB SB TBKB      2AB SB TBKB      3AB SB TBKB . . . nAB SB TBKB  
                                                               
                                                            
Hierbei sind in den einzelnen Ländern die Fahrwasserdistrikte (AA, BB, ..) regional von Nord nach Süd  bzw. von Ost nach West und die Fahrwasserabschnitte (1,.... 2,....) von innen (Hafen) nach außen (See) geordnet. Im einzelnen haben die Schlüsselzahlen AB SB TBKB folgende Bedeutung:     

   
  Schlüssel für die Meldungen der Eis- und Schifffahrtsverhältnisse Ostsee-Eiskode von 1980 (AB SB TB KB )

 

                 Erste Zahl
                 AB  Menge und Anordnung des Meereises
 
  • Eisfrei  
  • 1 Offenes Wasser Bedeckungsgrad kleiner 1/10 
  • 2  Sehr lockeres Eis  Bedeckungsgrad 1/10 bis 3/10 
  • 3  Lockeres Eis  Bedeckungsgrad 4/10 bis 6/10 
  • 4  Dichtes Eis Bedeckungsgrad 7/10 bis 8/10 
  • 5  Sehr dichtes Eis  Bedeckungsgrad 9/10 bis 9+/10 
  • 6  Zusammengeschobenes oder  zusammenhängendes Eis  Bedeckungsgrad 10/10 
  • 7  Eis außerhalb der Festeiskante   
  • 8  Festeis   
  • 9  Rinne in sehr dichtem oder zusammengeschobenem Eis  oder entlang der Festeiskante 
  • /   Außerstande zu melden

 

                Zweite Zahl
               
SB Entwicklungszustand des Eises
   

  • 0 Neueis oder dunkler Nilas weniger als 5 cm dick
  • 1 Heller Nilas oder Eishaut 5 bis  10 cm dick 
  • 2  Graues Eis  10 bis  15 cm dick 
  • 3  Grauweißes Eis 15 bis  30 cm dick
  • 4  Weißes Eis, 1. Stadium  30 bis  50 cm dick
  • 5 Weißes Eis, 2. Stadium  50 bis  70 cm dick 
  • 6 Mitteldickes erstjähriges Eis  70 bis 120 cm dick 
  • 7 Eis, das überwiegend dünner als 15 cm ist, mit etwas dickerem Eis 
  • 8 Eis, das überwiegend 15 bis 30 cm dick ist, mit etwas dickerem Eis
  • 9 Eis, das überwiegend dicker als 30 cm ist, mit etwas dünnerem Eis 
  • /  Keine Information oder außerstande zu melden

                Dritte Zahl:
                TB Topographie oder Form des Eises
 

  • 0 Pfannkucheneis, Eisbruchstücke, Trümmereis  Durchmesser unter 20 m
  • 1 Kleine Eisschollen Durchmesser 20 bis 100 m
  • 2 Mittelgroße Eisschollen  Durchmesser 100 bis 500 m 
  • 3 Große Eisschollen  Durchmesser 500 bis 2000 m 
  • 4 Sehr große oder riesig große Eisschollen oder ebenes Eis  Durchmesser über 2000 m 
  • 5 Übereinandergeschobenes Eis   
  • 6 Kompakter Schneebrei oder kompakte Eisbreiklümpchen oder kompaktes Trümmereis 
  • 7 Aufgepresstes Eis (in Form von Hügeln oder Wällen)
  • 8 Schmelzwasserlöcher oder viele Pfützen auf dem Eis 
  • 9 Morsches Eis 
  • /  Keine Information oder außerstande zu melden

                Vierte Zahl:
                KB Schifffahrtsverhältnisse im Eis
 

  • 0 Schifffahrt unbehindert
  • 1 Schifffahrt für Holzschiffe ohne Eisschutz schwierig oder gefährlich 
  • 2 Schifffahrt für nichteisverstärkte Schiffe oder für Stahlschiffe mit niedriger Maschinenleistung schwierig, für Holzschiffe sogar mit Eisschutz nicht ratsam 
  • 3 Schifffahrt ohne Eisbrecherhilfe ist nur für stark gebaute und für die Eisfahrt geeignete Schiffe mit hoher Maschinenleistung möglich 
  • 4 Schifffahrt verläuft in einer Rinne oder in einem  aufgebrochenen Fahrwasser ohne Eisbrecherunterstützung 
  • 5 Eisbrecherunterstützung kann nur für die Eisfahrt geeigneten Schiffen von bestimmter Größe (tdw) gegeben werden 
  • 6 Eisbrecherunterstützung kann nur für die Eisfahrt verstärkten  Schiffen von bestimmter Größe (tdw) gegeben werden 
  • 7 Eisbrecherunterstützung kann nur nach Sondergenehmigung gegeben werden
  • 8 Schifffahrt vorübergehend eingestellt
  • 9 Schifffahrt hat aufgehört
  • /  Unbekannt 

 

Literatur: 
Koslowski, G., 1981: Der Ostsee-Eiskode von 1980. Seewart 42, 176-184) 
Swedish Meteorological and Hydrological Institut, 1981:The Baltic Sea Ice Code, Norrköping, 42 
WMO, 1970: WMO Sea-Ice Nomenclature. WMO/OMM/BMO, Geneva No.259. TP. 145 
 

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: Dec 21, 2015 1:36:35 PM  
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