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Jubiläum 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland

   
 
 

Festakt im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg

Wir haben hier „hervorragende wissenschaftliche Institute“ - mit diesen Worten würdigte Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), die Arbeit des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Bei der Festveranstaltung zu 150 Jahre maritime Dienste in Deutschland am 31. Mai 2018 im Internationalen Maritimen Museum Hamburg hob er besonders den langjährigen Einsatz der beiden Nachfolgeorganisationen der Seewarte hervor.

Das Museum in der Hamburger Speicherstadt bot den würdigen Rahmen für einen Festakt, um an die Eröffnung der Norddeutschen Seewarte zu erinnern, die am 1. Januar 1868 ihre Arbeit aufnahm. Das Museum präsentiert zudem unter dem Titel „Über Wasser – Unter Wasser“, eine Sonderausstellung mit teilweise historischen Einzelstücken. DWD und BSH haben die Ausstellung gemeinsam konzipiert. Am 31. Mai war sie erstmalig für die Festgäste zugänglich und ist seit 2. Juni offen für die Öffentlichkeit bis Ende August 2018.

Gleich drei Jubiläen

Der Hausherr und Vorstand des Internationalen Maritimen Museums (IMMH), Peter Tamm, begrüßte die 150 geladenen Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Medien und Partnerorganisationen und betonte, es gebe gleich drei Jubiläen zu feiern: Vor zehn Jahren hielt sein Vater die Eröffnungsrede für das IMMH. Vor 140 Jahren war der Kaispeicher als zehnstöckiges Backsteingebäude fertiggestellt worden, in dem sich das Museum heute befinde, und vor 150 Jahren eröffnete Wilhelm von Freeden die Norddeutsche Seewarte. „Was wäre die Menschheit ohne Schifffahrt? Ohne Schifffahrt hätte es über Jahrtausende hinweg keine Begegnung von Menschen an den jeweiligen Ufern gegeben, ob es Inseln waren oder Erdteile“ – zitierte Peter Tamm aus der Rede seines Vaters von vor zehn Jahren. Beim Betrachten der Exponate gehe es nicht allein um Bewahren, sondern auch darum, Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen. Er dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben.

Forschung und praktischer Nutzen

Eine kurze Reise durch die Geschichte der Norddeutschen Seewarte sowie ihrer Nachfolgeorganisationen unternahm Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, in seinem Grußwort. Grundlagenforschung in Kombination mit praktischer Anwendung und dem Nutzen für die Wirtschaft seien das Erfolgsrezept der Einrichtungen, die damit auch die Modernität und Wettbewerbsfähigkeit der Stadt stärkten. „Die Norddeutsche Seewarte hat im Deutschen Wetterdienst und im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie würdige Nachfolger gefunden. Beide sind aus Hamburg nicht mehr wegzudenken und auf ihrem Gebiet wegweisend. Sie sind Teil der Geschichte unserer Stadt und bereichern sie bis heute“, mit diesen Worten schloss Hamburgs Erster Bürgermeister seine Grußadresse.

„mit hingebendem Gemeinsinn“

Die meteorologischen und meereskundlichen Aufgaben sowie die Sicherheit in der Seeschifffahrt stellte der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann in den Vordergrund seiner Festansprache. „Die Geschichte der Norddeutschen Seewarte enthält viele wichtige Meilensteine, nicht nur für den maritimen Bereich, sondern auch für die Meteorologie insgesamt“, so Enak Ferlemann. Als Beispiele nannte er die erste tägliche Wetterkarte, das Warnwesen oder die internationale Zusammenarbeit. Auch die Meereskunde steckte 1868 noch in den Kinderschuhen. Grundlegendes wurde hier geschaffen und weiterentwickelt, wie etwa die Erhebung von Daten. Sowohl DWD als auch BSH arbeiten an der Digitalisierung der weit zurückreichenden Daten – ein wahrer Schatz, den diese beiden „hervorragenden wissenschaftlichen Institute“ bearbeiten und damit „einzigartige Einblicke in die Entwicklung von Klima und Meer“ geben. Schon zu von Freedens Zeit ging es darum, die Schifffahrt sicherer zu machen. Auch diese Aufgabe wurde deutlich erweitert und beinhaltet heute beispielsweise die Wracksuche oder die Kartographie auf See. Aus den Segelanweisungen sind schließlich heute die Routenberatungen entstanden.

Wilhelm von Freeden habe die Reeder aufgefordert, „mit hingebendem Gemeinsinn und verständiger Einfügung in ein gemeinsames System Beobachtungen weiterzugeben und damit die Kenntnis von ozeanischen Strömungen und Winden, den Eigentümlichkeiten der Gezeiten, den Missweisungen des Kompasses, gefährlichen Gleichgewichtsstörungen der Atmosphäre bekanntzugeben“, zitierte Enak Ferlemann den Gründer der Norddeutschen Seewarte. Dies sei für seine Zeit visionär gewesen. Der Staatssekretär wünschte sich zum Abschluss seiner Rede, „dass wir auch in Zukunft mit diesem Gemeinsinn und dieser verständigen Einfügung in ein gemeinsames System die Nutzung und den Schutz von Meeren und Atmosphäre weiter verfolgen und begleiten."

„Weiter so!“

Beim abschließenden Round-Table der gut einstündigen Festveranstaltung verknüpfte der Moderator Lars Haider, Chefredakteur des Hamburger Abendblattes, locker-launig politische Themen mit den Arbeitsbereichen der beteiligten Institutionen. Als Gesprächspartner standen neben Monika Breuch-Moritz, Präsidentin BSH, und Prof. Dr. Gerhard Adrian, Präsident DWD, der Vizepräses der Handelskammer Hamburg, Dr. Johann Killinger, und Ralf Nagel, Präsidiumsmitglied des Verbandes der Deutschen Reeder (VDR), auf der Bühne. Damit waren die Nachfolgeorganisationen repräsentiert, die ursprünglich an der Eröffnung der Seewarte beteiligt waren. In der etwa 20-minütigen Diskussionsrunde ging es unter anderem um die Frage, wieviel Seewarte von damals heute noch in BSH und DWD stecke und wie sich Aufgaben von damals in unserer Zeit verändert haben. Monika Breuch-Moritz hob hervor: „Viele Ideen von damals, wie zum Beispiel die Qualitätssicherung von Daten oder Marktüberwachung, sind heute aktueller denn je.“ Auch kamen dabei Erwartungen und Wünsche von Handelskammer und VDR an DWD und BSH zur Sprache sowie die Hintergründe, warum Reeder und Handelskammer von Freeden unterstützt hatten: Dr. Johann Killinger betonte zu den Wünschen für die Zukunft, dass er eigentlich nur sagen könne: „Weiter so!“ Denn die gute Kooperation zwischen den Institutionen habe sich entsprechend der Zeit immer weiter entwickelt und der Austausch mit der Handelskammer Hamburg sei auch bei unterschiedlichen Anforderungen für alle Beteiligten immer positiv geblieben. Gerhard Adrian skizziert kurz die Wichtigkeit der Wetterbeobachtungen auf See, die Schiffe heute nach wie vor durchführen, und ermutigte den VDR, hierbei weiter tatkräftig zu unterstützen.

„Eine rundum gelungene Festveranstaltung“

Musikalisch passend umrahmte das Duo Samuel Selle (Violoncello) und Gideon Schirmer (Violine) die Veranstaltung. Eingangs wurden die Gäste mit Auszügen aus Georg Friedrich Händels „Wassermusik“ in das maritime Thema eingestimmt, den Schlusspunkt setzten die beiden Preisträger mit „Wassertropfen“ von Jean Sibelius, wofür sie verdienten und reichlichen Applaus erhielten. Beim anschließenden Empfang bot sich den Besucherinnen und Besuchern die Gelegenheit, Gespräch zu führen, Themen zu vertiefen und intensiv über Meer und Wetter zu diskutieren. Kolleginnen und Kollegen von DWD und BSH führten Gästegruppen durch die Sonderausstellung. An mehreren Themeninseln standen jeweils DWD- und BSHExpertinnen und Experten zur Verfügung, um Exponate zu erklären, Fragen zu beantworten oder weiterführende Informationen zu geben. Besondere Anziehungspunkte waren unter anderem der meteorologische Arbeitsplatz oder erstmals gezeigte Modelle der BSH-Schiffe.
Sowohl Monika Breuch-Moritz als auch Gerhard Adrian betonten übereinstimmend: „BSH und DWD haben einiges geschafft. Die Grundsteine, die von Freeden gelegt hat, sind heute in vielen unserer Aufgaben sichtbar. Dies wird auch in der Ausstellung deutlich. Von Freeden und seine Nachfolger haben Maßstäbe und Standards in der Ozeanographie, der Nautik, der Klimatologie und der Meteorologie gesetzt. Daher gilt es allen, die an dieser Ausstellung mitgewirkt haben, ein besonderes Danke zu sagen.“ Für beide ist die Zusammenarbeit der beiden Behörden heute so wichtig wie damals bei der Gründung der Norddeutschen Seewarte: „Ozeanographie und Meteorologie stehen in ständiger Wechselwirkung.“

Und die Gäste waren einhellig der Meinung: „Eine rundum gelungene Festveranstaltung!“

Gertrud Nöth (DWD)


 

Weitere Informationen zum Jubiläum gibt es unter www.bmvi.de/seewarte

Die Rede des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg ist im Internet aufrufbar:
http://www.hamburg.de/buergermeisterreden-2018-2/11158384/norddeutsche-seewarte/

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 © 2018 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 06.06.2018 08:26:27  
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