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Pressemitteilung

   
 
 

BSH legt Bilanz 2017 vor


Hamburg, 11.01.2018 Die Kiellegung der neuen ATAIR, neue Aufgaben im Bereich der Offshore-Windenergie sowie die wachsende internationale Bedeutung von Meeresthemen beschäftigten 2017 das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH).

Mit der Kiellegung des neuen Vermessungs-, Wracksuch- und Forschungsschiffes ATAIR wurde der Bau des weltweit ersten seegängigen Behördenschiffs für Spezialaufgaben begonnen. Es wird über einen Antrieb mit verflüssigtem Erdgas, sogenanntem LNG, verfügen. Im Vergleich zu herkömmlichen ölbasierten Kraftstoffen verringert sich bei einem LNG-betriebenen Schiff der Ausstoß von Schwefeldioxid um 90 Prozent, die Abgabe von Stickoxiden um rund 80 Prozent. Feinstaub fällt so gut wie überhaupt nicht an. Auch die CO2-Bilanz verbessert sich. „Als Behörde, die sich auch für den Umweltschutz im Seeverkehr einsetzt, wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und mithelfen, Erfahrungen mit LNG und die nötige Infrastruktur weiterzubringen“, betonte die Präsidentin des BSH, Monika Breuch-Moritz, die Vorreiterrolle der maritimen Behörde.

Mit 75 Metern Länge, rund 17 Metern Breite und einer Geschwindigkeit von rund 13 Knoten gehört die ATAIR zu den großen Forschungsschiffen weltweit. Als hochseetaugliches Vermessungs- und Wracksuchschiff muss sie stabil und ruhig fahren und wendig sein. Als schwimmendes wissenschaftliches Labor übernimmt sie Aufgaben unter anderem aus dem Bereich der Geologie und der Ozeanographie. Sie wird auch in der Entwicklung und Prüfung von technischen Schiffsausrüstungen und neuer Technologien zum Beispiel im Bereich von E-Navigation im Einsatz sein.

Offshore-Windenergie: Neue Aufgaben des BSH – Flächenentwicklungsplan und Voruntersuchungen

In der Bilanz des Jahres 2017 ging Monika Breuch-Moritz auf die Veränderungen im Bereich der Offshore-Windenergie ein. Das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG), das am 1. Januar 2017 in Kraft trat, hat dem BSH zwei neue, große Aufgaben zugeschrieben. Die Erstellung des Flächenentwicklungsplans und die Voruntersuchungen kommen zu den bisher bestehenden Aufgaben des BSH - der maritimen Raumordnung sowie der Zulassung und Überwachung von Offshore-Windparks – hinzu. Auf die Zunahme und die stetig wachsende Bedeutung der Aufgaben hat das BSH mit der Einrichtung einer neuen Abteilung „Ordnung des Meeres“ reagiert.

Im Einvernehmen mit der Bundesnetzagentur (BNetzA) legt das BSH in einem Flächenentwicklungsplan (FEP) die Flächen in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) fest, auf denen zukünftig Windparks errichtet werden sollen. „Wir haben mit diesem Flächenentwicklungsplan erstmals ein Instrument, das sicherstellt, dass die Inbetriebnahme eines Offshore-Windparks und seine Netzanbindung räumlich und zeitlich koordiniert ablaufen“, betonte Breuch-Moritz. Für den Zeitraum 2026 bis 2030 legt der FEP die Gebiete in der AWZ für die Errichtung von Offshore-Windenergieanlagen sowie Trassenkorridore für die Netzanbindung und Standorte für Konverterplattformen fest. Er bestimmt auch, welche Flächen wann von der BNetzA ausgeschrieben werden sollen.

Die Präsidentin wies ferner darauf hin, dass die staatliche Flächenvoruntersuchung die Wirtschaft spürbar entlasten werde. Wichtige Informationen zur Meeresumwelt, zum Baugrund, zu den Wind- und ozeanographischen Verhältnissen, die die Bieter für die Abgabe von Geboten bei den Ausschreibungsverfahren der BNetzA benötigen, stellt zukünftig der Staat zur Verfügung. Die Untersuchungen selbst werden überwiegend ausgeschrieben. Bei der Auswertung der erhobenen Daten und Informationen arbeitet das BSH mit anderen Behörden wie zum Beispiel dem Bundesamt für Naturschutz, dem Deutschen Wetterdienst und der Bundesanstalt für Wasserbau zusammen. Wie immer werden auch weitere Behörden sowie Öffentlichkeit, Umweltverbände und andere Interessengruppen beteiligt.

Die BNetzA veröffentlicht die Auswertungen im Vorfeld der Ausschreibung.

Schiffsabgas-Messnetz

Die Messungen der Abgasfahnen von Schiffen im Elbe-Transit zeigen, dass der Anteil verdächtig gemessener Schiffe von 2 Prozent 2015 und 1,5 Prozent 2016 im letzten Jahr leicht auf 1 Prozent gesunken ist. Damit halten sich 99 Prozent der Schiffe im Elbe-Transit an die geltenden Regeln zum Einsatz schwefelarmer Kraftstoffe.

Das BSH entwickelte in Kooperation mit dem Institut für Umweltphysik der Universität Bremen eine operationell arbeitende Fernmessmethode zur Überprüfung des regelkonformen Einsatzes schwefelarmer Schiffskraftstoffe, die sehr erfolgreich ist. Die Messstation in Wedel misst und analysiert inzwischen rund um die Uhr Abgasfahnen vorbeifahrender Schiffe im Elbe-Transit. Informationen zu potentiellen „Schwefelemissionssündern“ werden an die Wasserschutzpolizei weitergeleitet. Das BSH hat 2017 den Probebetrieb einer Station in Bremerhaven aufgenommen. Die Einrichtung einer weiteren Station in Kiel ist für Februar 2018 vorgesehen.

Internationale Zusammenarbeit

In ihrer Rede ging die Präsidentin auch auf die Arbeit des BSH zur Sicherheit in der Seeschifffahrt und den Schutz der Meere auf internationaler Ebene ein. Sie wies darauf hin, dass Forschung und Monitoring auf offener See sehr teuer sind. Moderne Meeresforschung benötige unter anderem Schiffe mit einer sehr guten technischen Ausstattung, Satellitentechnologien, moderne Messbojen, Unterwasserroboter und ferngesteuerte Wasserfahrzeuge. Diese Anforderungen können nur im Rahmen internationaler Kooperationen erfüllt werden, an denen sich das BSH maßgeblich engagiert. Unter anderem ist es an Programmen wie dem globalen Ozeanbeobachtungssystem GOOS und dem europäischen Forschungsinfrastruktur- Konsortium ERIC-EuroArgo zur Erfassung von Meeresdaten mit autonomen Messbojen beteiligt. „Die zuverlässige Fortführung solcher Programme ist auch für Wettervorhersagen, Klimaforschung und die Überprüfung der Wirkung internationaler Übereinkommen zum Schutz der Meere und des Klimas wichtig“, betonte Breuch-Moritz. Sie begrüßte, dass das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) diese Arbeit weiter unterstützen werden: „Für eine Pilotstudie wird die Ausrüstung von drei Treibkörpern zur Meeresüberwachung (Argo-Floats) mit O2- und CO2-Sensoren und deren Erprobung im operationellen Betrieb finanziert.“

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ist die zentrale maritime Behörde der Bundesrepublik Deutschland. Mit den Dienstsitzen in Hamburg und Rostock unterstützt die Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur als Partner für Seeschifffahrt, Umweltschutz und Meeresnutzung die maritime Wirtschaft, fördert die Sicherheit auf dem Meer sowie die nachhaltige Meeresnutzung, informiert über den Zustand von Nord- und Ostsee und stärkt über Monitorings den Umweltschutz.

Bilanz-Pressekonferenz 2017 Langfassung

Bilanz-Pressekonferenz 2017 Grafiken

 

Für Rückfragen:
Susanne Kehrhahn-Eyrich
Pressesprecherin (BSH)
Tel.: 040/3190 - 1010
presse@bsh.de
Mobil: 0151/11588574

Katrin Benner
stv. Pressesprecherin (BSH)
Tel.: 040/3190 - 1011
presse@bsh.de

 

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 © 2018 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 11.01.2018 13:01:51  
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