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Pressemitteilung

   
 
 

Tsunami-Übung NEAMWave14 erfolgreich absolviert


Hamburg, 03.11.2014 Die vom 28. bis zum 30. Oktober 2014 von den Anrainerstaaten des Mittelmeers und des Nordost-Atlantiks durchgeführte Tsunamiübung NEAMWave14 verlief erfolgreich. Die Tsunami-Warnungen und Informationen erreichten das deutsche Kontakt- und Warnzentrum, das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), schnell und fehlerfrei über die genutzten Kommunikationskanäle E-Mail, Fax und GTS (Global Telecommunication System). Das BSH reagierte sofort und angemessen auf die Warnungen und leitete unverzüglich die notwendigen Maßnahmen ein. Das Tsunami-Frühwarnsystem ist seit der letzten Übung am 23. November 2012 erfolgreich weiter auf- und ausgebaut worden. Erstmals integrierte das BSH in diesem Jahr die Medienarbeit in die Übung.

„Die Übung verlief sehr gut“, berichtet die Präsidentin des BSH, Monika Breuch-Moritz, „die internationale und nationale Kommunikation war schnell und effizient. Wir haben in unserem Lagenzentrum im Wasserstandsdienst gesehen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Extremereignissen wie einem Tsunami sehr gut und ruhig umgehen. Ihre Erfahrungen mit Sturmfluten und ihre ozeanographischen Fachkenntnisse über solche Extremereignisse kommen hier zum Tragen“.

Nach dem vorgegebenen Übungsszenario löste ein schweres unterseeisches Erdbeben, dessen Epizentrum in der Nähe Kretas angenommen wurde und dessen Bebenstärke bei einer geschätzten Magnitude von 8 auf der Richterskala lag, einen schweren Tsunami aus. Nachdem die ersten seismischen Daten, die auf einen Tsunami deuteten, im griechischen nationalen Tsunami-Warnzentrum NOA-HLNTWC (National Observatory of Athens Hellenic National Tsunami Warning Center) am 29. Oktober 2014 eingingen, schickte das Zentrum Informationsbulletins an die nationalen Kontaktstellen und Warnzentren im Bereich des Mittelmeers und des Nordost-Atlantiks. In Deutschland ist das BSH nationale Kontaktstelle und Warnzentrum für Tsunamis. In Zusammenarbeit mit der Dienststelle des Deutschen Wetterdienstes in Hamburg kann eine Erreichbarkeit rund um die Uhr sichergestellt werden. Die nationalen Warnzentren beurteilten auf der Basis der eingegangenen Daten die Tsunamigefährdung ihrer Küsten. Besteht eine Gefährdung, lösen sie eine nationale Warnung aus. Sind deutsche Küsten gefährdet, warnt das BSH wie bei einer Sturmflut die Öffentlichkeit über Rundfunk, Internet, Fax und Telefon.

Bei dem angenommenen Szenario bestand keine Gefährdung der deutschen Küsten. Als nationaler Kontaktpunkt informierte das BSH unverzüglich das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn. In NEAMWave14 unterstützte das GMLZ erfolgreich die Einrichtung internationaler Hilfeleistungen für die Krisenregion.

Das Szenario basiert auf den Daten des Erdbebens von Kreta im Jahre 365 vor Christus. Im Morgengrauen des 21. Juli verwüstete als Folge des Erdbebens ein Tsunami vor allem die Küsten des östlichen Mittelmeeres, das Nildelta und Alexandria. Auf Kreta zerstörte oder beschädigte er nahezu alle Städte.

Weltweit können viele Küsten von meterhohen Wellen getroffen werden. Das hat die Internationale Ozeanographische Kommission (IOC) der UNESCO veranlasst, Tsunamiwarnsysteme in allen gefährdeten Ozeanbecken zu etablieren. Für den europäischen Bereich haben sich nationale Tsunami-Warnzentren in der „Zwischenstaatlichen Koordinierungsgruppe des Tsunami-Frühwarn- und Schadenminderungssystems im Nordostatlantik, Mittelmeer und angrenzenden Meeren“ vernetzt. Im Ernstfall können sie schnell für die Region des Nordost-Atlantiks, des Mittelmeeres sowie für die angrenzenden Meere Informationen austauschen, eine Gefährdung abschätzen und gegebenenfalls die Öffentlichkeit warnen. Deutschland ist in der Koordinierungsgruppe durch das BSH und Experten des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ), Potsdam, und der Universität Hamburg vertreten, die auch beim Aufbau des Tsunami-Frühwarnsystems für den Indischen Ozean mitgewirkt haben.

Das BSH ist Partner für Seeschifffahrt, Umweltschutz und Meeresnutzung, der Seeschifffahrt und maritime Wirtschaft unterstützt, Sicherheit und Umweltschutz stärkt, nachhaltige Meeresnutzung fördert, Kontinuität von Messungen gewährleistet und über den Zustand von Nord- und Ostsee kompetent Auskunft gibt.

Das BSH mit Dienstsitz in Hamburg und Rostock ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Für Rückfragen:
Dr. Anna von Gyldenfeldt
Meereskunde (BSH)
Tel.: 040/3190 – 3141

Susanne Kehrhahn-Eyrich
Pressesprecherin (BSH)
Tel.: 040/3190 – 1010
Mobil: 0151/11 58 85 74

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 04.11.2014 07:52:24  
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