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Pressemitteilung

   
 
 

BSH: Der schwächste 'Eiswinter' in der Ostsee seit 1720

Der Winter 2007/08 wird wohl als der eisärmste Winter seit 1720 in die Geschichte eingehen. Er übertrifft damit alle bisherigen milden Winter im Ostseeraum, erklärte Dr. Jürgen Holfort, Chef des BSH-Eisdienstes am Mittwoch in Rostock. Nach ihrer ungewöhnlich geringen Eisausdehnung galten bisher die Winter 1929/30 (58 000 km²), 1960/61 (53 000 km²) und 1988/89 mit 52 000 km²  als die mildesten seit 1720.

In einem normalen Winter ist der Bottnische Meerbusen etwa Ende Februar bis Mitte März vollständig mit Eis bedeckt, erläuterte Dr. Holfort. Demgegenüber bildete sich in diesem Winter Eis nur im nördlichen Teil der Bottenvik, weiter südwärts nur in den inneren Schärenbereichen. Im Finnischen Meerbusen entspricht die jetzige Eislage einer Eisausdehnung, die sonst schon Mitte Dezember erreicht ist. Nicht nur die eisbedeckte Fläche sondern auch die Eisdicke liegt in diesem Winter weit unter den üblichen Werten. Trotz der Frostvorhersage für die nächsten Tage in der Bottenvik, die vorübergehend zu einer etwas stärkeren Eisausdehnung führen wird, bleibt die diesjährige Eismenge die geringste seit 1720.

Dabei fing die Saison 2007/08, so Dr. Holfort, mit einer ersten Eisbildung im November eigentlich ganz normal an. Aber alles in allem gab es nur kurze zusammenhängende Frostperioden, die häufig von Tauwetter unterbrochen wurden. Nur selten sanken die Temperaturen unter -15°C. Auch wurde neu gebildetes Eis immer wieder durch frische Winde aus unterschiedlichen Richtungen aufgebrochen, an die Luvküsten zusammengeschoben oder seewärts zerstreut.

Nicht ganz so schwach verlief der Winter an der deutschen Küste im südlichen Ostseeraum. Hier bildete sich in den kleineren Häfen und geschützten inneren Fahrwassern Eis, das aber schon nach knapp 14 Tagen wieder verschwunden war. Die Schifffahrt wurde nicht behindert.

5. März 2008

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 © 2010 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 05.03.2008 09:32:05  
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