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Über 1,3 Millionen Kilometer (707 921 sm) zurückgelegte Fahrtstrecke,
soviel wie 30 mal um die Erde - dies ist die stolze Bilanz der GAUSS, dem größten
und ältesten Forschungsschiff des BSH, das heute 25 Jahre alt wird. Auf
insgesamt 438 Fahrten war das Schiff für Meeresumweltschutz und Meeresforschung
sowie zur Prüfung nautischer Anlagen und Geräte im Einsatz. Zum Jubiläumstag
ihrer Indienststellung ist die in Hamburg beheimatete GAUSS unter dem Kommando
von Kapitän Jochen Schütt an ihren "Geburtsort" Lübeck-Travemünde
zurückgekehrt, wo sie auf der Schlichting-Werft gebaut und am 6. Mai 1980
in Dienst gestellt wurde.
Gemeinsam mit Vertretern der Hansestadt Lübeck, die der GAUSS durch
eine Städtepatenschaft verbunden ist, würdigte BSH-Präsident
Prof. Dr. Peter Ehlers die Leistungen des Schiffes und seiner 20-köpfigen
Besatzung. Für die erfahrenen Seeleute und beteiligten Wissenschaftler
sei gewiss vieles zur Routine geworden bei den zahlreichen Fahrten in Nord-
und Ostsee zur physikalischen, chemischen und geologischen Meeresforschung.
Dennoch habe es in den letzten 25 Jahren auch viele Einsätze gegeben, die
auch aus heutiger Sicht als besondere Höhepunkte hervorzuheben sind:
- 1982 wurde die GAUSS anlässlich einer Mittelmeer-Forschungsfahrt der
Internationalen Hydrographischen Organisation in Monaco vorgestellt;
- im Winter 1983 erprobte das Schiff beim Nordkap neue Satelliten-Seenotfunkbojen
(gemeinsam mit amerikanischen, russischen und norwegischen Schiffen);
- zweimalige Zusammenarbeit mit der Raumfahrt: Experiment mit Spacelab zur
Identifizierung von Ölverschmutzungen (1985) sowie Versuch mit dem Satelliten
ERS-1 zur Seegangsmessung;
- 1986 geriet die GAUSS südlich von Gotland in den Tschernobyl-Fallout
und nahm als erstes Schiff überhaupt Wasserproben und ermittelte die Radioaktivität;
- 1995 Untersuchungen in der Barents- und Grönlandsee auf radiologisch
relevante Radionuklide als Folge von Versenkungen radioaktiver Abfälle
durch die ehemalige UdSSR; dabei wurde auch das vor Norwegen in 1.700 m Tiefe
liegende Wrack des russischen Atom-U-Bootes "Komsomolets" auf Radioaktivität
untersucht; es zeigten sich keine nennenswerten Belastungen;
- seit 1993 fanden fünf Klimaforschungsfahrten über den Atlantik
nach Kanada statt, um im Rahmen internationaler Beobachtungsprogramme den Einfluss
des Ozeans auf das Klima in Europa zu untersuchen;
- 2001 erhielten Schiff und Besatzung die Ehrenmedaille der DGzRS; die GAUSS
war maßgeblich beteiligt an Rettungsmaßnahmen für eine Segelyacht,
die im Golf von Biskaya bei Windstärke acht und bis zu zehn Meter hohen
Wellen gekentert war.
Technisch gesehen ist die 68,68 m lange und 13,09 m breite GAUSS (BRZ 1684)
selbst nach 25 Jahren ein modernes Schiff, das mit neuesten Navigations- und
Kommunikationsanlagen und wissenschaftlichen Geräten ausgerüstet
ist.
Kapitän Schütt ist nach seinen Vorgängern Bartscher, Fietz
und Walde der vierte GAUSS-Kapitän. Seit 1980 ist nur noch ein Besatzungsmitglied
dabei.
Wenn Sie für Pressezwecke eine höhere Auflösung benötigen, wenden Sie sich
bitte an Monika Woisin-Michelsen
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