Die wichtigsten meeresphysikalischen Grundgrößen





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Die wichtigsten meeresphysikalischen Grundgrößen

   
 
 

Physik des Meeres

Meeresphysikalische Parameter beschreiben uns den Zustand des Ozeans. Sie bestimmen die Rahmenbedingungen marinen Lebens und ermöglichen Rückschlüsse auf Bewegungsvorgänge im Meer. Sie sagen uns zum Beispiel, wie viel Salz im Wasser gelöst ist oder wie warm oder kalt das Wasser ist. Der Salzgehalt wurde früher in Promille angegeben, heute benutzt man die Größe Practical Salinity Units (PSU). Sie gibt an, wie viel Gramm Salz in einem Kilogramm Wasser gelöst sind. So variiert zum Beispiel der oberflächennahe Salzgehalt in der Nordsee zwischen Werten größer 35 an der nördlichen Begrenzung zum Atlantik und Werten kleiner 30 in der Deutschen Bucht. Für die Ostsee liegt der Salzgehalt zwischen Werten um 30 im Skagerrak und deutlich unter 5 im Finnischen Meerbusen und in der nördlichen Bottensee.

Eine weitere wichtige Größe ist die Dichte (Schwere) des Meerwassers. Sie hängt ab von der Temperatur, dem Salzgehalt und dem Druck des Wassers. Der Druck nimmt ungefähr um 1dbar pro Meter Tiefe zu (1bar = 105Pa). Je höher der Druck und der Salzgehalt und je geringer die Temperatur, desto höher ist die Dichte und damit das Gewicht des Wassers. Dichte-Unterschiede bewirken Bewegungsvorgänge im Meer, die sogenannte thermohaline Zirkulation: Schwereres Wasser sinkt ab, leichteres Wasser steigt auf.

Weitere Parameter beschreiben den Bewegungszustand des Meeres. Hierzu gehören beispielsweise Geschwindigkeit und Richtung der Strömung  und Angaben zur Richtung und Höhe des Seegangs . Strömungen entstehen durch die Wirkung des Windes auf die Meeresoberfläche, durch die oben genannten Dichteunterschiede im Meerwasser und durch die Gezeiten, d.h. durch die Anziehungskraft von Mond und Sonne.

Von besonderer Bedeutung - insbesondere für die Schifffahrt in der Ostsee - ist die winterliche Eisbedeckung. Hierzu erscheinen in den Wintermonaten wöchentliche Eisberichte und Eiskarten , die Auskünfte über das Ausmaß und die Intensität der Eisbedeckung liefern.

Bezüglich der Wechselwirkung des bewegten Mediums Wasser mit dem Meeresboden, der Nutzung des Meeresbodens als Rohstoffquelle, z.B. für die Sand- und Kiesentnahme, oder der Errichtung von Bauwerken an der Küste und im Meer, sind auch geologische Größen  von Bedeutung. Hierzu gehören u.a. Informationen über die Sedimentverteilung und deren Dicke, über die Korngrößenverteilung der Sedimente und andere Eigenschaften des Meeresbodens.

 

 
 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 05.09.2005 11:34:21  
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