Seevermessung





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Seevermessung

   
 
 

Entwicklung der deutschen Seevermessung

 

Preussen's See-Atlas 1841Die Anfänge der Seevermessung in Nord- und Ostsee gingen von den Niederländern, Dänen und Schweden aus. Erst viel später wurde mit "Preussens See-Atlas " von 1841 das erste von Deutschen geschaffene Seekartenwerk veröffentlicht, das moderne wissenschaftliche Vermessungsmethoden zur Grundlage hatte. Er umfasste die damaligen deutsche Ostseeküste von Wustrow bis Memel. In ihm fanden die Seevermessungen von 1833 bis 1838, die unter der Leitung des Direktor der Seefahrtsschule Danzig, dem Dänen von Bille, und dem deutschen Kapitän M. Albrecht von Navigationsschüler und Seeleuten durchgeführt wurden, zusammen mit dänischen und schwedischen Lotungen ihren Niederschlag.
Die 1846 vom Cuxhavener Lotsenkommandeur E. Abendroth herausgegebene "Chart der Elbmündungen" war die erste deutsche Seekarte für die Nordsee, die auf trigonometrischen Grundlagen aufbaute. Durch die stetig zunehmende Handelsschifffahrt und die Gründung der Flottenbasis Wilhelmshaven im Jahre 1854 erkannte man den Bedarf an exakten, die ganze Deutsche Bucht bedeckenden modernen Seekarten. Dies führte zu weiteren sehr sorgfältigen hydrographischen Vermessungen des gesamten Küstenvorfeldes einschließlich aller Watten und Sande und mündete in einem von der Preußischen Admiralität veröffentlichen "See-Atlas der Jade-, Weser- und Elbe-Mündungen".

Dem im Jahre 1861 im Königlichen Marineministerium eingerichteten "Hydrographischen Bureau" wurde die Aufgabe übertragen, Seekarten der deutschen Küstengewässer und der Zufahrtsstraßen zu den Häfen zu schaffen. Auf Grundlage der Neuvermessungen der Königlich-Preußischen Landesaufnahme wurde die Neuaufnahme der Küstengewässer in Nord- und Ostsee in den folgenden Jahren durchgeführt.

Durch die Forderung der Marine nach immer genaueren Karten und der ab ca. 1870 stark zunehmenden Seeschifffahrt wurden vom Jahre 1884 an einheitliche Grundsätze für die Vermessung der heimischen Gewässer aufgestellt. Daraus folgten die völlige Neuvermessung der östlichen Teile der deutschen Ostsee und die Neuvermessung der Küstenfahrwasser der Nordsee mit jährlichen Kontrollvermessungen.

 

SMS Peilboot VIIBesonders vorteilhaft erwies sich der Einsatz von kleinen, mit einer Besatzung von 13 Mann ausgestatteten Peilbooten, mit deren Bau 1888 begonnen worden war. Bis zum Ausbruch der 1. Weltkrieges, der zur Unterbrechung der Vermessungsarbeiten führte, wurden in der Ostsee 58927 km² und in der Nordsee 46482 km² ausgelotet.

 

 

 

Zwischen den beiden Weltkriegen wurden 112700 km² in der Ostsee und 100700 km² in der Nordsee neu vermessen oder kontrolliert. Auch außerhalb der deutschen Gewässer wurden zahlreiche Vermessungen durchgeführt. Bemerkenswert ist die Deutsche Atlantische Expedition, zu der die METEOR vom 16. April 1925 bis zum 2. Juni 1927 unterwegs war. Das Schiff nahm Lotungsprofile zwischen Südamerika und Afrika von 2 Grad Nord bis 63 Grad Süd auf und leistete mit der erstmaligen Vermessung eines Ozeans Pionierarbeit.

Mit dem Ende des 2. Weltkrieges kam der hydrographische Dienst zum Erliegen. Es zeigte sich jedoch schnell die Notwendigkeit, ihn fortzuführen. So ließen britische Stellen verschiedenen Seegebiete neu vermessen und nach Wracks suchen. Sie begannen auch Personal, Einrichtungen und Fahrzeuge in Hamburg zu einem "German Maritime Institute" zusammenzuführen. Dies mündete am 12. Dezember 1945 in der Einrichtung eines zivilen "Deutschen Hydrographischen Institut" (DHI) mit Zuständigkeit für alle vier Besatzungszonen. Mit den noch vorhandenen Schiffen, Material und Personal wurde die Arbeit des hydrographischen Dienstes wieder aufgenommen.

Durch zunehmende politischen Spannungen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion wurde die Arbeit des DHI in der Ostsee erheblich beeinträchtigt. Dies führte letztendlich zur Einstellung der Vermessungsarbeiten im Seegebiet der sowjetischen Besatzungszone und 1950 zur Gründung des Seehydrographischen Dienstes (SHD) der DDR. Er war für die Vermessung, die Seekartenherstellung und die Seezeichen im Seegebiet der DDR zuständig.

Zunächst erfolgten alle Arbeiten des DHI auf der Grundlage der vom Alliierten Obersten Kontrollrat ergangenen Anweisungen. Erst mit dem Seeaufgabengesetz, das am 24.05.1965 erstmalig verabschiedet wurde, wurde eine gesetzliche Grundlage auch für die hydrographischen Vermessung der deutschen Seegewässer geschaffen worden.

Im Jahre 1990 kam es dann zu zwei grundlegenden Änderungen. Zum einen wurde das Deutsche Hydrographische Institut und das Bundesamt für Schiffsvermessung zum Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie zusammengefasst. Zum anderen fiel in diese Umbruchsphase die Wiedervereinigung mit der Ausweitung des Zuständigkeitsbereiches auf die neuen Bundesländer. Hierbei wurden Fahrzeuge, Material und Personal des ehemaligen SHD größtenteils übernommen und durch Mitarbeiter aus dem Seefahrtsamt, der Wasserwirtschaftdirektion Küste, dem Meteorologischen Dienst und dem VEB Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei verstärkt.

 

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 17.04.2013 09:34:49  
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