Nordseezustand - Einleitung





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Nordseezustand - Einleitung

   
 
 

Einleitung

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Die Nordsee – und insbesondere die Deutsche Bucht – gehören zu den weltweit am stärksten beanspruchten Meeresregionen. Steigender Schiffsverkehr infolge des globalen Handels, eine boomende Kreuzfahrtbranche, Fischerei und neue maritime Industrien wie die Offshore Windenergie führen zu einer zunehmenden intensiven Nutzung dieses Seegebietes und damit zu einer wachsenden Belastung des marinen Ökosystems.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation IMO (International Maritime Organization) ist bemüht, durch Erarbeitung international gültiger Regelungen eine Balance zwischen Schutz und Nutzung der Meere herzustellen. Im Rahmen der europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) wurde für verschiedene Kompartimente des marinen Ökosystems ein „Guter Umweltzustand“ definiert, der durch die Entwicklung geeigneter Strategien und Maßnahmen erreicht, bzw. erhalten werden soll. Diese Maßnahmen erfordern regelmäßige Zustandsbeschreibungen und -bewertungen der Nordsee. Hierzu leisten die vom BSH im Rahmen von regelmäßig durchgeführten Monitoringfahrten erhobenen physikalischen und chemischen Messungen, die Daten der stationären BSH Monitoringstationen, Fernerkundungsdaten sowie die Ergebnisse der operationellen Vorhersagemodelle einen entscheidenden Beitrag. Eine besondere Herausforderung bei diesen Bewertungen ist die Trennung von drei wesentlichen Einflussfaktoren: (I) Die große natürliche Variabilität der ozeanographischen Zustandsgrößen wie Temperatur, Salzgehalt, Nährstoffe etc. auf zeitlichen Skalen von saisonal bis zu mehreren Jahrzehnten, (II) die diesen Prozessen überlagerten langfristigen klimabedingten Änderungen von Ozean und Atmosphäre und (III) die Veränderungen infolge von Einträge durch Landwirtschaft, Industrie und Verkehr sowie nutzungsbedingte menschliche Eingriffe in das System Nordsee.

Mit seinen aktuellen Beobachtungsdaten, Vorhersagen und Analysen leistet das BSH aber auch einen erheblichen Beitrag zur Sicherheit der Seeschifffahrt. Informationen über Strömungen, Seegang, Wasserstand oder Eisgang unterstützen die Nautiker bei der Schiffsführung. Die Umweltüberwachung des BSH erfasst die Belastung durch bekannte Schadstoffe und schafft so eine Datengrundlage zur Bewertung der Wirksamkeit von Reduktionsmaßnahmen. Daneben werden neue stoffliche Belastungen identifiziert und eine Informationsbasis für die Weiterentwicklung von Schutzmaßnahmen geschaffen.

Auch wenn die Maßnahmen zur Reduzierung von Schadstoffen und das Verbot besonders umweltbelastender Stoffe bereits positive Änderungen bewirken (Nordseezustand 2008 - 2011, Berichte des BSH Nr. 54), bedarf es weiterhin einer regelmäßigen Überwachung der Zustandsänderungen der Nordsee. Nur so können die Wirksamkeit von internationalen und schifffahrts- und umweltrelevanten Übereinkommen überprüft und damit verbundene Maßnahmen bewertet und gegebenenfalls angepasst werden.

Mit dem Wechsel von geschlossenen jahresbezogenen Nordseezustandsberichten auf ein entsprechendes Online-System ist es möglich, einen großen Teil der Ergebnisse und Bewertungen deutlich zeitnaher zu präsentieren und den Nutzern verfügbar zu machen. Dabei sollen neben aktuellen Informationen auch die über weiter zurück liegende Jahre sowie Analysen über längere Zeiträume verfügbar sein. Dies erleichtert das detaillierte Recherchieren zeitlicher Veränderungen bzgl. ausgewählter Zustandsgrößen oder Stoffe.

 

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 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 01.03.2017 09:23:32  
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