Geschichte





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Geschichte

   
 
 

Ein kurzer Abriss der Geschichte des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie

 
Seewarte DHI BSH Hamburg BSH Rostock
 

Ursprünge desBSH sind im 17. oder 18. Jahrhundert  bei maritimen Aufgaben in den deutschen Einzelstaaten zu finden. Wirkliche Ansätze zu einer gesamtstaatlichen Entwicklung maritimer Dienste in Deutschland können erst im 19. Jahrhundert festgestellt werden.

Als erste deutsche Seekartensammlung wird der 1749 bei der Preußischen Akademie der Wissenschaften in Berlin erschienene "Nouvel Atlas de Marine" genannt. Nach 1815 nahm sich in Preußen das Handelsministerium des Seewesens und damit der Hydrographie an. 1861 wurde durch allerhöchste Kabinetts-Order ein "Hydrographisches Bureau" beim Marineministerium errichtet, das mit Vermessungen und mit der Herausgabe von Seekarten betraut wurde. Nach 1879 wurde die Dienststelle zum Hydrographischen Amt erweitert, das bis 1941 zahlreiche Umbenennungen erfuhr. 

Von 1867 bis 1869 fanden die ersten Vermessungen vor der deutschen Nordseeküste statt. Bis 1892 waren die notwendigsten deutschen Seekarten der Ostsee, der Nordsee sowie eine Übersichtskarte des Englischen Kanals erschienen. Seit 1863 veröffentlichte das "Hydrographische Bureau" Informationen über die Schifffahrt als Nachrichten für Seefahrer.  

Wichtige, im Wesentlichen astronomisch-geophysikalische Grundlagen für maritime Dienste, wurden durch das 1874 gegründete Marineobservatorium in Wilhelmshaven geschaffen. Zu seinen Aufgaben gehörten die Untersuchung des Schiffsmagnetismus, die Chronometerprüfung für die Marine, der Zeitdienst, die Gezeitenvorausberechnungen und die Beobachtungen des erdmagnetischen Feldes. 

Am 1. Januar 1868 nahm die Norddeutsche Seewarte im damaligen Seemannshaus in Hamburg als erstes maritim-meteorologisches Institut seine Arbeit auf, 1875 ging es in die durch Reichsgesetz geschaffene Reichsanstalt "Deutsche Seewarte" über. Sie wurde der kaiserlichen Admiralität unterstellt und war seit 1881 in Hamburg oberhalb der Landungsbrücken ansässig. Zu ihren Aufgaben gehörte die Förderung der Seefahrt durch meeresphysikalische und maritim-meteorologische Beobachtungen, Prüfung nautischer Instrumente, erdmagnetische Beobachtungen, Sammlung hydrographischer und nautischer Schriften und Karten und Unterstützung der heimischen Schifffahrt durch nautische Veröffentlichungen sowie die Sturmwarnung an der Küste und im Binnenland, einschließlich der Verarbeitung des gesammelten Materials für Navigation und Wissenschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fassten die britischen Besatzungsdienststellen bereits im Sommer 1945 die behördlichen Aufgaben des hydrographischen Dienstes, des Marineobservatoriums und der Deutschen Seewarte zu einem "German Maritime Institute" zusammen. Der Alliierte Kontrollrat für Deutschland genehmigte dieses Vorgehen am 12. Dezember 1945 und bestätigte damit die neue Behörde unter der Bezeichnung "Deutsches Hydrographisches Institut" (DHI). Am 1. Juli 1950 übernahm der Bundesminister für Verkehr als Vertreter der Bundesregierung gemäß den Beschlüssen der Alliierten Hohen Kommision die volle Zuständigkeit für dasDHI

Zu seinen Aufgaben gehörten:

  • Förderung der Seeschifffahrt und Seefischerei durch naturwissenschaftliche und nautisch-technische Forschungen
  • Prüfung der Schiffsausrüstung
  • Nautische und hydrographische Dienste
  • Herausgabe amtlicher Seekarten und nautischer Veröffentlichungen
  • Überwachung des Meerwassers auf Radioaktivität und sonstige schädliche Beimengen

Parallel - unmittelbar nach 1945 - wurde dasDHI als vierzonale Behörde auch im Bereich der sowjetischen Besatzungszone tätig. Außer Seevermessungsarbeiten lieferte es Seehandbücher und Seekarten für deutsche und sowjetische Dienststellen und stellte ozenaographische Daten zur Verfügung. Mit Übernahme desDHI in die Verwaltung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes endete die Zuständigkeit für die sowjetische Besatzungszone. Daraufhin wurden ab 1948 Seevermessungsgruppen bei den Wasserstraßenämtern Rostock und Stralsund geschaffen und mit anderen Aufgaben später zu einem Hydrographischen Institut zusammengefasst. Daraus entstand 1950 der Seehydrographische Dienst derDDR (SHD), zu dem ab 1952 auch das Seezeichenwesen gehörte. 

1990 wurden dasDHI und das Bundesamt für Schiffsvermessung, das aus dem 1888 gegründeten Kaiserlichen Schiffsvermessungsamt hervorgegangen war, zum neuen Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) zusammengelegt. Gleichzeitig wurden Aufgaben zur Förderung der deutschen Handelsflotte und auf dem Gebiet des Flaggenrechts, die bislang im Bundesverkehrsministerium angesiedelt waren, demBSH übertragen.  

Mit Beginn der Deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 wurde dasBSH nach Maßgabe des Einigungsvertrages auch für den Bereich der neuen Bundesländer zuständig. Die denBSH-Aufgaben vergleichbaren Aufgaben der vormaligenDDR-Institutionen gingen unmittelbar auf dasBSH über. Mit Wirkung zum 3. Oktober 1990 wurde eine Außenstelle in Rostock eingerichtet. Vom Seehydrographischen Dienst, dem Seefahrtsamt, der Wasserwirtschaftsdirektion Küste, dem Meteorologischen Dienst und der Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei wurden 200 Mitarbeiter übernommen. 

Entsprechend den Beschlüssen der von Bundestag und Bundesrat eingesetzten Föderalismuskommission, wurde die vorherige Außenstelle in Rostock neben Hamburg gleichberechtigter Dienstsitz desBSH. Unter anderem wurde die nautisch-hydrographische Abteilung sowie der Eis- und Wasserstandsdienst für die Ostsee in Rostock konzentriert, das inzwischen Zentrum der Hydrographie in Deutschland ist. 2001 konnte in Rostock ein neues Dienstgebäude am Ufer der Warnow auf dem Gelände der ehemaligen Neptun-Werft bezogen werden. 

DasBSH ist heute ein zentraler maritimer Dienstleister, bei dem Kunden- und Produktorientierung im Vordergrund stehen. Kunden sind Schifffahrt und andere Branchen, der maritimen Industrie sowie alle, die Daten und Informationen über die Meere benötigen - Wirtschaft und Wissenschaft, Bundes- und Landesbehörden, Ressorts, Politik.

 

 
 © 2017 Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Aktualisiert am: 08.01.2013 10:57:35  
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